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hunderasse whippet

Whippet

Steckbrief Whippet

Das Buch zur Hunderasse Whippet

Whippet: Auswahl, Haltung, Erziehung, Beschäftigung (Praxiswissen Hund)
  • Elmar Sistermann, Marco Sistermann
  • Franckh Kosmos Verlag
  • Auflage Nr. 1 (04.03.2013)
  • Taschenbuch: 128 Seiten

Letzte Aktualisierung am 24.06.2017


Der Whippet hat seinen Ursprung in England und gehört zur FCI-Gruppe 10 der Windhunde.

Der Rassestandard sieht bei den Rüden eine Schulterhöhe von 47 – 51 cm vor, bei den Hündinnen sind 44 – 47 cm erwünscht.

Das Gewicht sollte dabei zwischen 12 – 13 kg liegen. Der Whippet hat ein sehr feines, kurzes und dichtes Fell, bei dem alle Farben zugelassen sind.

Ein starker Wind weht per Definition mit einer Geschwindigkeit von 56 Stundenkilometern. Auf einen ebenso schnellen Durchschnittswert kommt ein Whippet im Rund der Hunderennbahn.

Die kleine Windhundrasse von der britischen Insel ist damit nur unwesentlich langsamer als die größeren Greyhounds. Gut trainierte Spitzensportler unter den Whippets erreichen Spitzengeschwindigkeiten um sechzig Stundenkilometer.

wie erziehe ich einen whippet
© Josephine Mayer-Hartmann – Fotolia.com

Der Whippet verdankt sein Entstehen den Minen- und Fabrikarbeitern im Nordosten Englands. Während der Viktorianischen Epoche im 19. Jahrhundert gingen der Adel und die reichen Leute mit Greyhounds ihrem Jagdvergnügen nach.

Da die Arbeiter sich diese Hunde finanziell nicht leisten konnten, kreuzten sie kleinere Greyhounds mit italienischen Windspielen und kurzhaarigen drahtigen Terriern aus der heimischen Region. Der Bedlington Terrier beispielsweise brachte dem Whippet die Schärfe auf Ratten und Mäuse.

Neben dem gelegentlich lebensnotwendigen Wildern von Kaninchen wurden die Whippets zunächst zum sogenannten „snap racing“ (Schnapp-Rennen), d.h. der Hatz auf Kaninchen und Hasen auf einer eingezäunten Fläche verwendet. Die Kaninchen und Hasen wurden auf der Fläche freigelassen und die Whipptes mussten sie gegen die Uhr jagen und töten.

Da dieser Sport jedoch äusserst brutal war, wurde er nach einiger Zeit in Grossbritannien für ungesetzlich erklärt und man wandte sich vermehrt dem Windhundrennen zu. Bei diesem als „rag racing“ (Lumpenrennen) bezeichneten Sport war das Hetzobjekt ein altes Tuch, welches der Besitzer schwenkte und bei dem der Hund so schnell wie möglich zu seinem Besitzer rennen musste.

Beim Start warf ein Helfer den Hund mit Schwung auf die Rennbahn. So erhielt der Whippet auch den Beinamen „rag dog“ (Lumpenhund). Diese Veranstaltungen fanden auf abgelegenen, geraden Bahnen und leeren Flächen statt, da sich die Arbeiter keine Rundlaufstrecke leisten konnten, sodass der Whippet zum Geradeaussprinter avancierte. Er verfügt über eine enorme Beschleunigungsfähigkeit und schafft 180 m in 12 Sekunden!

Es wurden bereits Whippets mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h gemessen. Bei Windhundrennen auf Rundstrecken wird der Lumpen schnell an der Innenseite der Strecke entlang gezogen. Diese beiden Arten von Rennen sind auch heute noch geläufig und besonders in Nordengland sind sie ein sehr beliebtes sonntägliches Freizeitvergnügen. Anfangs gab es auch oft rauhhaarige Whippets.

Da man jedoch glaubte, dass sie glatthaarig schneller seien, wurden sie geschoren. Diese Variante der Whippets konnte sich dadurch nicht durchsetzen. Anfang des 20. Jahrhunderts wanderten Textilarbeiter aus Lancashire in die USA nach Neu-England aus und brachten auf diesem Wege Whippets und Windhunde in die Vereinigten Staaten.

In jüngerer Zeit sind des öfteren langhaarige Whippets aufgetaucht, was zu grossem Streit unter den Züchtern geführt hat, sodass die Zuchtklubs diesen Varianten schliesslich ihre Anerkennung verweigert haben.

In Kreuzungen von Greyhounds mit anderen kleinen Windhunden und hochbeinigen Terriern sehen Kynologen einen möglichen Ursprung der Rasse. 1891 wird in England das erste Zuchtbuch für die Rasse der Whippets eröffnet. Der Vierbeiner blickt auf eine lange Vergangenheit als Jagdgehilfe zurück. Kaninchen und Hasen verfolgt der Hund im atemberaubenden Zickzacklauf.

Er jagt auf Sicht. Die mittelgroßen englischen Windhunde werden zudem als eines der schnellsten Tiere zu Land lange Zeit bei Hunderennen eingesetzt. Eine Rasse der weniger betuchten Schicht – die Rennpferde des armen Mannes. Vor allem Arbeiter aus den englischen Fabriken und Bergleute wetten auf die Sprinter.

Ausstellungshunde bilden neben den sportlich gehaltenen Whippets den zweiten Schwerpunkt bei der Verwendung des heutigen Familienhundes. Die kleineren Vertreter der Windhunde laufen mit einer Widerristhöhe von 47 bis 51 Zentimetern vor die Augen der Wertungsrichter (Hündinnen weisen 44 bis 47 Zentimeter auf).

Fell

Es herrschen sandfarbene, schwarze und braune Farben vor. Jedoch schränkt der Standard in Bezug auf die Färbung nicht ein und bis zu einhundert Farbspielarten werden beschrieben.

Das kurze, feine und dichte Fell liegt am Whippet eng an und verleiht ihm ein elegantes Äußeres.

Die fehlende Unterwolle erleichtert die Fellpflege. Dem Halter eines Whippets genügt bereits ein raues Tuch beziehungsweise ein Noppenhandschuh, um seinem Tier die abgestorbenen Haare zu entfernen.

Bei strenger Kälte indes kann die wärmeisolierende Funktion des Haarkleides unter Umständen unzureichend sein. Markant ist die tief angesetzte Rute des Whippets, sie ist leicht nach innen gebogen. Was bei anderen Rassen eine ängstliche Haltung des Hundes signalisiert, ist in seinem Fall anatomisch bedingt und kommt der hohen Laufgeschwindigkeit entgegen.

Das zu beobachtende Zittern des Hundes, vor allem, wenn er dem Beginn eines Rennens entgegenfiebert, ist weniger ein Ausdruck von mangelnder Wärme als vielmehr von Erregung. Das Rennen dient der Triebbefriedigung.

Whippet Wesen

Der Whippet ist ein äusserst pflegeleichter Hausgenosse. Er ist sanft und liebevoll und seiner Familie treu ergeben. Er fühlt sich auch in einer kleinen Stadtwohnung sehr wohl, allerdings braucht er täglich viel Auslauf, am besten auf einer Hunderennbahn, da ihm das Rennen im Blut liegt.

Er ist stets fröhlich und lebhaft und spielt sehr gerne im Freien. Die Angewohnheit des Whippets, ständig zu zittern, bedeutet nicht automatisch, dass der Hund friert oder gar Angst hat. Allerdings ist er empfindlich kaltem Wetter und Zugluft gegenüber.

Obwohl das äussere Erscheinungsbild des Whippets auf einen eher zerbrechlichen Hund schliessen lässt, handelt es sich bei ihm, ganz so wie bei seinem grösseren Halbbruder, dem Greyhound, um ein ungewöhnlich kraftvolles und elegantes Tier. Er hat bereits auf vielen Ausstellungen den Champion gestellt und ist auch sehr stark in Unterordnungswettbewerben.

Der Whippet ist zudem auch ein äusserst geselliger Hund, er ist gerne mit Menschen und mit anderen Hunden, besonders mit anderen Whippets, zusammen. Für Menschen, die ihren Hund ständig um sich haben wollen und die zudem sportlich sind, ist der Whippet sicherlich hervorragend geeignet.

Auspowern, sich strecken und seinem Temperament freien Lauf lassen – der angeborene Hetztrieb ist nur eingeschränkt beeinflussbar. Rennstrecken sind in diesem Zusammenhang keine wirkliche Alternative zur freien Bewegung; Wiesen und Felder fernab von Straßen entsprechen eher einem artgerechten Terrain.

Gern in Verbindung mit sportlicher Aktivität wie Agility, Frisbee sowie dem Lauf an der Seite eines Fahrrades. Besonders das Coursing entspricht dem natürlichen Jagdverhalten der Whippets. Haken schlagend reizt die Beute auf einer Rennstrecke auf freiem Feld den Jäger.

In der heutigen Zeit lebt der Whippet im engen Verbund mit den Menschen als Familienhund.

Das A und O ist die Sozialisation des Tieres.

Je früher sie beginnt und je konsequenter sie durchgehalten wird, desto leicht führiger kann sich der Jagdhund entwickeln. Dabei kommt es bei der Konsequenz nicht auf eine harte Hand an, wogegen durch positives Verstärken eine nachhaltige Beeinflussung zu erzielen ist.

Der Whippet-Halter hat dennoch die Raubtierschärfe des Begleiters stets im Blick. Ein sich bewegender Alltagsgegenstand genügt, um jederzeit den Jagdinstinkt auszulösen. Im Spiel bellen und kreischen die Energiebündel, sie springen hoch, laufen und wollen sich ins Zeug legen.

hunderasse whippet
© jagodka – Fotolia.com

Solch hektische Phasen halten glücklicherweise nicht sehr lang an – etwas später ist das moderate Gehen mit dem Wirbelwind wieder möglich.

Ein Whippet ist ausgesprochen menschenbezogen und kinderlieb.

Er braucht den Gruppenverband, das Rudel und will immer dazugehören. Ihm sind ein freundliches Wesen, große Treue und eine robuste Natur eigen.

So energiegeladen der Sprinter draußen auftritt, so entspannt ist er im Haus. Mit Vorliebe döst der Hund stundenlang auf einem Platz in unmittelbarer Nähe und auf Augenhöhe zum Menschen.

Seine Ausgeglichenheit in der Wohnung ist gepaart mit einem geringen Drang, Laut zu geben. Gleichwohl stellt der Whippet Anforderungen an seinen Halter.

Er verlangt viel Einfühlungsvermögen und eine sensible Handhabe von ihm. Schnell gelangt der Tierfreund an Grenzen, wenn der Jäger nicht beizeiten lernt, im Freilauf abgerufen zu werden.

Und zu Hause passen Katzen, Wellensittiche oder Meerschweinchen perfekt in das Beuteschema eines Whippets.

Züchter der Rasse finden Sie hier…