hunderasse briard

Briard Charakter, Erziehung und Haltung

Rasseportrait

Wissenswertes zur Hunderasse Briard

  • FCI-Standard Nr. 113
  • Ursprung: Frankreich
  • Widerristhöhe:
    Rüden: 62–68 cm
    Hündinnen: 56–64 cm
  • wachsamer Hirtenhund mit Schutztrieb
  • aktiv und intelligent
  • reserviert gegenüber Fremden

Die Zeiten ändern sich und mit ihnen der Lebensraum von Mensch und Tier. Seit rund 30 Jahren wird der Briard, ein Hütehund mit französischen Wurzeln, auch in Deutschland gezüchtet.

 

hunderasse briard
© Dream-Emotion – Fotolia.com

Ein erster Rassestandard ist bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich festgeschrieben. Zu dieser Zeit entspricht das Lebensumfeld noch eher der ursprünglichen Verwendung des Vierbeiners.


Geschichte des Briard

Der Berger de Brie, wie der Briard in Frankreich genannt wird, ist ein typischer Bauernhund.

Sein Einsatzspektrum ist breit gefächert, dabei ist das Hüten und Treiben von Schafherden eine seiner Hauptaufgaben.

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Vertreter dieser Rasse begleiten den Menschen auf die Jagd, sie schützen dessen Herden gleichermaßen wie Haus und Hof.

Selbst in Kriegszeiten unterstützt der mittelgroße Briard den Menschen – nicht nur den Bauern. Als furchtloser und zäher Helfer trägt der Diensthund der französischen Armee Vorräte und Munition an die Frontlinien, wird zur Sprengstoffsuche ebenso eingesetzt wie zur Bergung verwundeter Soldaten.

Letzte Aktualisierung am 31.07.2020


Die Liste der Bewunderer des Briard vergangener Epochen ist lang. Unter diesen sind die Namen des französischen Kaisers Napoleon I, des Generals und Politikers Marquis de La Fayette oder des amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson herausragend.

Aktuell ist es ruhiger um den Briard geworden – die offiziellen Zuchtvereine in Deutschland geben 300 bis 400 jährliche Geburten an. Geblieben ist über die Jahrhunderte die enge Beziehung des Briard zum Menschen.

Aus seiner Zeit als Hirtentreibhund resultiert die tiefe Verbindung zu seinem Rudelführer. Für ihn setzt sich der Hund ein, ist ungemein gelehrig und arbeitswillig.

Ausgeprägt ist nach wie vor der Hüteinstinkt, der auflebt, wenn der Briard seine Ersatzschafe in der Familie beieinander halten will.

Ein Briard ist eine beeindruckende Erscheinung. Ein Rüde wiegt bis zu 40 Kilogramm bei einer Widerristhöhe zwischen 62 und 68 Zentimetern, Hündinnen bleiben etwa 6 Kilogramm und 5 Zentimeter darunter.

Der große Kopf des Hundes trägt große waagerechte Augen und relativ kleine Schlappohren. Das lange und gewellte Haar lässt sich von der Struktur her mit Ziegenhaar vergleichen – derb und zweckmäßig zugleich. Es bedeckt mit leichter Unterwolle sehr üppig die längliche Silhouette des Hundes.

Hierbei verdeckt das herunterhängende Haar meistens die Augen und beraubt so den Briard seines treuen Blicks und eines intelligenteren Gesichtsausdrucks. Das Fell der Rasse mit der FCI- Standardnummer 113 ist heute länger, als es in den vergangenen Zeiten des Arbeitshundes üblich war.


Fellpflege

Dennoch bezeugen Briard-Besitzer einen mäßigen Fellpflegeaufwand, dessen Zyklus sich etwa bei wöchentlich zweimaligem, jedoch akkuratem Bürsteneinsatz einpendelt – individuell abhängig von der Lebensgestaltung des Vierbeiners.

Ein Zuwenig an Pflege führt unweigerlich zu einem Verfilzen des Fells.

Farblich schränkt der Standard die Fellfarben kaum ein. Einheitliche Farben sind gewünscht, vorzugsweise in dunkler Ausprägung, unerwünscht sind ein Weiß sowie zweifarbige Farbgebungen.


Probleme mit dem Briard

Immer wieder berichten Halter von Briards über Schwierigkeiten mit dem manchmal eigenwilligen Charakter der Rasse.

Die Ursache liegt oft schon im falschen Umgang mit dem Welpen. Der Briard ist selbstbewusst und möchte testet die Grenzen des für ihn erlaubten gerne aus.

Autoritäres Auftreten allein wirkt verstörend und unproduktiv – ein Mix aus Respekt, Aktivität und Vielfältigkeit gefällt dem Briard.

Lesen Sie dazu auch den Artikel – Briard´s in Not – von Dr. Gabriele Niepel


Briard Wesen

Aufgrund der ausgesprochen guten Merkfähigkeit bleiben die von ihm gemachten Erfahrungen prägend – das gilt für gute wie für schlechte Erlebnisse. Die rassetypische Reserviertheit gegenüber Fremdem und Fremden kann durch frühzeitiges Heranführen an alle Lebensbereiche überwunden werden.

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Vor allem der frühestmögliche Umgang mit Kindern und ihren Eigenarten hilft, zukünftig einen entspannten und fürsorglichen Hund zu erleben. Den Grundstein für den Erfolg legt der verantwortungsbewusste Züchter.

Seine Arbeitsfreude macht ihn zu einem motivierten und interessierten Partner des Menschen, sofern dessen Angebote stimmen.

Der ausgesprochene Landarbeiter liebt die Natur und ein Leben mit Abwechslung – ständige Wiederholungen gehören nicht dazu. Mit Vorliebe dagegen engagiert sich der Hund in sportlichen Wettkämpfen, beim Begleiten aktiver Menschen und in der Ausbildung zum Rettungs- oder Therapiehund.

Die Aufgaben dürfen an den Möglichkeiten des Halters ausgerichtet sein – viel wichtiger ist die Einheit von Mensch und Hund. Im Wohnbereich bleibt der Briard ruhig und ausgeglichen, ohne ein Sofahund zu sein.

Er ist selten zu hören, doch wahrgenommen wird er regelmäßig: Wenn der Hund quasi als eine Stolperfalle, dort bevorzugt im Weg liegt, wo sich sein Rudel aufhält.


Züchter der Rasse bei Welpen.de