windhund saluki

Saluki

Saluki Charakter, Erziehung und Haltung

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Windhunde: Schnell, sanft, liebenswert (Cadmos Hundebuch)
  • Dorothee Dahl
  • Herausgeber: Cadmos Verlag
  • Auflage Nr. 1 (01.03.2007)
  • Gebundene Ausgabe: 96 Seiten

Letzte Aktualisierung am 16.09.2018


Der Saluki, auch als Arabischer Hound, Persischer Greyhound oder Gazellenhund bekannt, gehört zur FCI-Gruppe 9 der Windhunde.

Sein Ursprung ist im heutigen Iran zu finden, wo er auch als „Tazi“ bezeichnet wird. Der Name dieser Rasse geht sehr wahrscheinlich auf die alte und schon lange versunkene südarabische Stadt Saluk zurück.

Möglicherweise ist aber auch die zum damaligen griechischen Reich gehörende syrische Stadt Seleukia für den Namen verantwortlich. Die vom Rassestandard erwünschte Grösse liegt beim Rüden zwischen 58 und 71 cm, Hündinnen sollten im Verhältnis kleiner sein.

Auf den ersten Blick besteht ein Persischer Windhund, mit dem klangvollen Namen Saluki, überwiegend aus seinen Läufen. Unendlich lang ausgebildet tragen sie einen muskulösen und schlanken Körper.

Dem 58 bis 71 Zentimeter großen und 14 bis 25 Kilogramm schweren Hund, Hündinnen sind proportional kleiner und leichter, ist seine Zugehörigkeit zur Gruppe der Lauf- und Windhunde sofort anzusehen.

hunderasse saluki
© SiKom – Fotolia.com

Er scheint geradezu darauf zu warten, einem künstlichen Hasen, der Haken schlagend im Zickzackkurs vor ihm läuft, hinterherzuhetzen. Die Züchtung dieser Hunderassen ist auf Schnelligkeit und Geschicklichkeit getrimmt. Es ist eine sehr alte Rasse und sie hat ihren Ursprung im Nahen bis Mittleren Osten.

Geschichte

Seit Jahrtausenden lebt der Saluki in seiner heutigen Form im nahen und mittleren Osten, von China über Arabien bis nach Ägypten und dem Gebiet der Sahara. Abhängig vom Lebensraum ist er mal eleganter, mal derber im Körperbau und mal mehr, mal weniger stark an Läufen, Rute und Ohren befedert.

Bereits 4200 v. Chr. wurden salukiähnliche Hunde auf persischen Tongefässen abgebildet. Ägyptische Pharaone sah man während der Jagd mit einem Falken auf dem Arm und einem Saluki an der Leine. Auch fand man in einem ägyptischen Grab mumifizierte Überreste eines Saluki.

Viele Nomadenvölker und Wüstenscheiche zwischen dem kaspischen Meer und der Sahara wurden über Jahrhunderte von Salukis bei der Jagd begleitet. Hasen, Gazellen, Füchse, Wölfe und sogar Strausse wurden entweder alleine oder gemeinsam mit dem Falken gejagt.

Ihre Schnelligkeit und Eleganz wurden in Gedichten verewigt, der Poet Abu Nuwa schrieb beispielsweise um 800 n. Chr.: „Es ist, als gebe es an der Stelle, wo die Augenlider aufeinandertreffen, brennende Kohlen, die von innen leuchten. Wie sich ein Falke auf ein Haselhuhn stürzt, so durchbricht er die Schale der Erde mit seinen vier Läufen. Er läuft so schnell! Sie berühren überhaupt nicht die Erde beim Laufen“.

Die Zucht dieser Rasse, die man auch „El Hor“, die Edlen nannte, war eine Kunst, die immer vom Vater auf den Sohn weitergegeben wurde. Dabei wurden die Ahnentafeln niemals aufgeschrieben, es wurde über tausende Jahre ausschliesslich von Mund zu Mund überliefert.

Sogar im Koran wird der Saluki erwähnt, dort steht: „Der Saluki ist kein Hund, er ist ein Geschenk Allahs, zu unserem Nutzen und zu unserer Freude gegeben“. Eine moslemische Tradition war, dass man einen Saluki niemals verkaufen durfte.

Nur als kostbares Geschenk, als Gegengeschenk für eine Gunst oder als Tribut an eine höhergestellte Person durften sie weitergegeben werden. So gelangten während der Kreuzzüge vom 11. bis zum 13. Jahrhundert erstmals einige Salukis nach Europa, wo sie jedoch in den einheimischen Rassen aufgingen.

Andere Quellen besagen, dass sie erst im 17. Jahrhundert zusammen mit arabischen Pferden nach England gelangten. Auf jeden Fall erhielt gegen Ende des 19. Jahrhunderts die englische Lady Florence Amherst ebenfalls einige Salukis und bemühte sich sehr, eine Anerkennung dieser Rasse in England zu erreichen.

Aber erst 1923 wurde der Saluki dort als eigenständige Rasse anerkannt. Zu der Zeit gelangten auch die ersten Exemplare aus England nach Amerika, wo die Rasse vom AKC dann 1927 anerkannt wurde. Viele der ersten aus den Ursprungsländern importierten Exemplare hatten coupierte Ohren, was im Klima der Wüste als vorbeugende Massnahme gegen Infektionen und Verletzungen durchgeführt werden musste, da dort sehr viele Fliegen und Krankheiten vorkommen.

Aber dadurch konnten sie in den USA leider nicht ausgestellt werden, man musste dort erst auf die uncoupierten Nachzuchten warten. Gegen Ende der dreissiger Jahre startete Esther Bliss Knapp aus Ohio ein sehr hochwertiges Zuchtprogramm mit aus England, Ägypten, Persien und Arabien importierten Hunden und begründete ihre „Pine Paddock Kennels“. 1938 wurden die Salukis dann in Kanada anerkannt.

Mittlerweile werden in den USA und in England so hervorragende Tiere gezüchtet, dass die Ölscheichs heute in den Westen reisen, um sich ihre Salukis zu kaufen. Auch die Beduinen Südarabiens benutzen die Salukis noch heute zusammen mit Falken zur Jagd auf Gazellen und Trappen.

Der Saluki hat einen zurückhaltenden und empfindsamen Charakter. Er ist ausgeglichen und treu und sucht eine enge Bindung zu seiner Bezugsperson, die ihn füttert und mit ihm spazierengeht. Da in ihm tiefverwurzelte Jagdinstinkte schlummern, ist eine konsequente Erziehung zum Gehorsam unbedingt notwendig.

Die Vorfahren sind, entsprechend ihrer besonderen Stellung als Jagdhelfer innerhalb einer Familie, mit vielen Privilegien bedacht. In Deutschland reichen ihre Zuchtbucheinträge bis kurz nach dem Ersten Weltkrieg zurück. Bereits um das Jahr 1895 finden sich in Großbritannien erste Zuchtlinien.

Die gezüchteten Schläge des sogenannten Gazellenhundes zeigen zwei Ausprägungen: Den bekannteren und mit längerer Behaarung (der Befederung) an den Läufen, den Flanken, der Rute und den Ohren ausgestatteten Saluki sowie den Kurzhaar-Saluki.

Fell

Der Saluki hat ein glattes und seidiges Fell, welches weich und empfindlich ist. Es wird dabei zwischen zwei Salukischlägen unterschieden, der kurzhaarigen, manchmal „Shami“ genannten und der befederten Variante.

Der befederte Schlag hat seidige, dünne Fransen an der Rückseite der Läufe und Oberschenkel sowie unter der Rute und auf den Ohren.

Die Fellpflege beschränkt sich auf regelmässiges Kämmen, insbesondere der Befederung.

In den Farbvariationen unterscheiden sich die beiden weichen und seidenen Fellformen nicht. Beide Schläge sind in Weiß bis Creme, Gold, Rot, Rot-braun ebenso wie in Schwarz und vielen weiteren Farbkombinationen zu sehen.

Sämtliche Varietäten sind zulässig – gestromt, dreifarbig, mit und ohne Maske. Das Fell ist insgesamt sehr pflegeleicht und abgesehen von der Befederung relativ kurz. Die langen Fellpartien verlangen ein wenig mehr Aufwand. Der Fellwechsel des Saluki findet in einem unauffälligen Maße statt.

Der Saluqi, wie er im Arabischen genannt und später auf Saluki vereinfacht wurde, verdankt seine Wertschätzung seinen hervorragenden Jagdeigenschaften. Ihm obliegt es, im Zusammenspiel mit dem Jäger, auf Sicht die Tiere zu fangen und sie zu halten, bis der Jäger diese tötet. Damit ist der Hetztrieb ausgeprägt, ein Tötungstrieb jedoch nicht vorhanden.

hunderasse saluki
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Das Training auf einer Rennbahn ermöglicht ihm ein windhundgerechtes Leben, schließlich wurde der Hund zur Jagd auf Hasen und anderes Kleinwild eingesetzt. Seinem Ursprung entsprechend er für Abwechslung dankbar.

Er ist ein ausdauernder Läufer, erreicht Geschwindigkeiten von über 50 Stundenkilometern und hält das Tempo längere Zeit. Die Möglichkeit zum Freilauf ist unabdingbar, aufgrund seines Hetztriebes sind umzäunte und wildfreie Gelände angezeigt. So lebhaft er im Freien ist, so ruhig ist er im Innern eines Hauses oder einer Wohnung.

Durch die Jagd war dem klugen und gelehrigen Hund ein Platz auch in muslimischen Familien sicher. Keine Selbstverständlichkeit – Hunde gelten im Islam als unrein.

Saluki Charakter & Wesen

Seinen ausgeprägten Bewegungsdrang sollte man am besten auf der Rennbahn oder beim Jagd-Coursing befriedigen. Auf jeden Fall ist ausreichender Auslauf ein unabdingbares Muss. Im Hause verhält er sich eher wie eine Katze, er ist ruhig und sauber und sucht den Kontakt zum Menschen nur dann, wenn ihm danach ist.

Im Freien dagegen ist er lebhaft und sehr verspielt und vergisst leider oftmals seine gute Erziehung, sobald er ein Objekt zum Jagen entdeckt hat. Gleichwohl lässt er sich mit viel Liebe und Lob zu einem gehorsamen Familienmitglied erziehen.

Die Rasse besitzt eine gering ausgeprägte Eignung zum Wachhund. Kinderfreundlich bis zurückhaltend gegenüber Kindern, kontaktfreudig und familienbezogen ist der Saluki ein dankbarer Begleithund für aktive Familien.

windhund saluki
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Bis es so weit ist und der Saluki seinen Platz in der Familie gefunden hat, heißt es, ein sehr intelligentes Tier überlegt anzuleiten. Die Erziehung erfordert viel Erfahrung, ein profundes Grundwissen und Geduld. Wobei diese Rasse nicht schwieriger zu erziehen ist als andere Rassen.

Der freundliche und friedliche Hund möchte überzeugt werden. Sein Bellen ist selten wahrzunehmen. Vielleicht einmal als eine Aufforderung zum Spielen, weniger als Drohgebärde. Hierzu sieht ein Saluki keine Notwendigkeit.

Als Einzelhund in einer aufmerksamen und beweglichen Familie fühlt sich das Tier wohl.

Wer seinem Saluki entgegenkommen möchte, denkt über einen oder zwei weitere Hunde dieser Rasse für seinen Familienverbund nach.