Hunderasse Afghanischer Windhund
Hunderasse Afghanischer Windhund

Fakten

Die wichtigsten Fakten rund um den Afghanischen Windhund für den schnellen Überblick.

  • FCI anerkannte Hunderasse
  • Herkunft: Afghanistan, Iran, Pakistan
  • Gewicht: Männlich: 26–34 kg, Weiblich: 26–34 kg
  • Größe: Männlich: 68–74 cm, Weiblich: 60–69 cm
  • stolz, sensibel, selbstständig
  • sanft, ruhig im Haus
  • starke Jagdleidenschaft vorhanden
  • wachsam, aber ohne Schutztrieb
  • hoher Bewegungsdrang
  • Fell erfordert viel Pflege
  • für Anfänger nur bedingt geeignet
  • bekannte Krankheiten > Afghanenmyelopathie
  • Lebenserwartung: 12 Jahre +


Einführung

Afghanischer Windhund – eigenwillig, stolz und unabhängig, was besonders gut in seinem unnahbaren, exotischen Gesichtsausdruck zu erkennen ist.


Er heischt zwar nie um besondere Zuneigung, ist aber sehr empfindsam und würde schnell zugrunde gehen, wenn er vernachlässigt werden würde.

Afghanischer Windhund

Der Afghanische Windhund wird zur FCI-Gruppe 10 der Windhunde gezählt und hat seinen Ursprung in Afghanistan.

Letzte Aktualisierung am 2.12.2022


Er ist ebenso unter dem Namen „Kabul-Hund“ bekannt und wird in seiner Heimat nicht nur als Nationalhund verehrt, sondern auch als „Tazi“ bezeichnet. Dieser Name verweist auf eine sehr wahrscheinliche Verwandtschaft zum gleichnamigen „Tasy of Russia“, welcher aus dem an Afghanistan grenzenden Südrussland stammt.

Als Besitzer eines Afghanen sollte man sehr viel Verständnis aufbringen können, denn obwohl sie heutzutage als leicht erziehbar gelten, haben die konventionellen Erziehungsmethoden bei ihm nicht immer den gewünschten Erfolg.

© Lars Kilian - Fotolia.com
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Ist ein Hund in der Lage, mit derart langem Fell, 50 km/h und schneller zu laufen?

Fühlt der Hund sich trotz des üppigen Fells bei bis zu 40 Grad im Schatten wohl?

Vermag jemand ohne abgeschlossene Ausbildung zum Hundefriseur, die Pflege des langhaarigen und befederten Tieres zu leisten? 

Ein Hundehalter, dessen Herz für die Rasse des afghanischen Windhundes schlägt, gibt darauf jeweils nur eine gleichlautende Antwort: Ja! 


Afghanischer Windhund Wesen

Der afghanische Windhund ist eigenwillig, stolz und unabhängig, was besonders gut in seinem unnahbaren, exotischen Gesichtsausdruck zu erkennen ist. Er heischt zwar nie um besondere Zuneigung, ist aber sehr empfindsam und würde schnell zugrunde gehen, wenn er vernachlässigt werden würde.

Zuweilen strahlt er eine gewisse Teilnahmslosigkeit aus und man sagte ihm früher sogar nach, dass er unzuverlässig sei.

Gleichwohl zeigt er besonders beim Spielen sein vorhandenes Temperament und sein lebhaftes Wesen. Da er als Windhund einen sehr starken, angeborenen Hetztrieb besitzt, ist es nahezu unmöglich, ihn unangeleint laufen zu lassen.

Als artgerechte Beschäftigung für den afghanischen Windhund kommen Rad-Wandertouren, Hunderennen und das sogenannte Coursing infrage.

Diese Form eines Windhundrennens befriedigt das ausgeprägte Jagdvergnügen des Hundes – es findet auf einer festen Rennbahn statt oder imitiert das Hakenschlagen eines Hasen.

Weniger artgerecht dagegen ist eine Modezucht mit mehr als üppig behaarten Windhund-Exemplaren, die sich durch Ausstellungsmarathons quälen müssen. Einer Disziplin, von der Berg- und Steppen-Afghanen weit entfernt leben dürfen und die kaum den Bedürfnissen des Tieres entsprechen wird.


Afghanischer Windhund Rassemerkmale

Windhunde jagen auf Sicht. Durch ihre enorme Schnelligkeit und Ausdauer sind sie imstande, gesichtetes Wild zu hetzen. Auch in der afghanischen Steppe und im zentralasiatischen Hochgebirge des Hindukusch werden geschichtlich weit zurückreichend Windhunde zur Hetzjagd eingesetzt.

Ihren Einsatzgebieten angepasst, unterscheiden sich die Schläge zum Beispiel in ihrer Größe, dem Sprungvermögen sowie in der Beschaffenheit ihres Fells.

Dieses lange Haar entwickelte der afghanische Windhund, um sich so vor der extremen Kälte der afghanischen Berge und des Mittleren Ostens optimal schützen zu können.

Dem heutigen afghanischen Windhund in seinem Aussehen ähnelnde Hunde soll es in dieser Region bereits über 2.000 Jahre vor Christus gegeben haben.

Wie so oft unter Wissenschaftlern gehen die Überzeugungen, welches Aussehen letztlich dem Ursprung der Rasse am nächsten kommt, auseinander.

Der Afghane, wie er in Kurzform benannt ist, wird seit Ende des 19. Jahrhunderts in Europa gezüchtet und entspricht eher der Linie aus Steppe und Flachland.

Der Afghane der Steppe muss sich mit hohen Temperaturen arrangieren; hierzu ist sein Fell weniger dicht behaart. Insgesamt ist dieser Hund leichter und schneller als sein Pendant aus dem Gebirge, der dort strenger Kälte, rauem Wind und Nässe ausgesetzt ist.

Auf jenem Terrain spielt Schnelligkeit eine untergeordnete Rolle-Wendigkeit, Kraft und Sprungvermögen bieten einem Gebirgs-Afghanen Vorteile. Der Steppen-Afghane punktet hingegen mit seinem Geschwindigkeitspotenzial.


Afghanischer Windhund Erscheinungsbild

Das lange und seidige Fell, der schmale Kopf mit schwach bis nicht ausgebildetem Stop, die Körperproportionen und die Hängeohren – das alles macht diese Hunderasse in ihrem Erscheinungsbild unverwechselbar.

Die Rüden entsprechen mit 68 bis 74 Zentimeter Widerristhöhe dem FCI-Standard 228, welcher unter dem Patronat des Vereinigten Königreichs geführt wird.

Für die etwa 5 Zentimeter kleineren Hündinnen wird ebenfalls ein Gewicht von 20 bis 30 Kilogramm gewünscht. Der Standard schränkt die Fellfarben nicht ein und lässt sie von Silbergrau über Rot bis Goldgelb, mit und ohne Maske, zu.

© chris-m - Fotolia.com
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Fellpflege

Das Engagement für die Fellpflege fällt durchweg größer aus als bei einem „Durchschnittshund“. Einer Ausbildung zum Groomer, genauer gesagt Hundefriseur bedarf es nicht, um einen afghanischen Windhund artgerecht pflegen zu können.

Jedoch kann der hohe Zeitaufwand hierfür einen Afghanen-Anfänger überraschen. Das tägliche Bürsten ist als Minimum anzusetzen, dadurch wird der Neigung des Haarkleides zum Verfilzen entgegengewirkt.

Zudem wird regelmäßiges Baden empfohlen, um Ungeziefer Einhalt zu bieten.

Spätestens dann, wenn mit dem außergewöhnlichen Hund Ausstellungen besucht werden, sind Menschen gefragt, die über viel freie Zeit verfügen. Zeit, die auch für den Bewegungsdrang und die Erziehung des afghanischen Windhundes unbedingt verfügbar sein muss.

Hundeanfänger können sich schnell aufgrund der Energie, des Jagdtriebes und der Eigenständigkeit des in Afghanistan als Kostbarkeit geschätzten Tieres überfordert sehen.

Es ist ein Hund für Liebhaber, die mit Geduld und Beharrlichkeit erziehen können – ohne es dabei an Freundlichkeit gegenüber dem liebebedürftigen und stolzen Hund mangeln zu lassen.

So wenig bellfreudig, unauffällig und ruhig das windhundtypische Auftreten im Haus ist, so ungestüm, fordernd und jagdlich ausgerichtet, ist derselbe Hund im Freien zu erleben.

© elementkunst - Fotolia.com
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Vor allem Kinder sollten eine entsprechende Konstitution mitbringen, wenn sie mit dem grundsätzlich ihnen sehr zugeneigten Vierbeiner Gassi gehen.


Geschichte

Beim afghanischen Windhund handelt es sich erwiesenermaßen um eine sehr alte Rasse, dass aber ein Afghane der Hund gewesen sei, den Noah mit auf seine Arche nahm, dürfte eher aus dem Reich der Märchen und Legenden stammen.

Allerdings ist schon auf afghanischen Malereien, welche 4000 Jahre alt sind, dieser Hund zu sehen und auch ein aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. stammender griechischer Wandteppich zeigt einen Afghanen.

Man nimmt an, dass der afghanische Windhund seinen eigentlichen Ursprung im Gebirge Sinai hat genauer gesagt zu den Windhunden zählt, die von Nordafrika aus in die Berge Afghanistans eingewandert sind.

Die Windhunde, welche bereits ein langes Fell besaßen, erwiesen sich für die kalte Luft in den Gebirgen als besonders geeignet und wurden aus diesem Grunde weitergezüchtet. So entstand mit der Zeit der afghanische Windhund und verbreitete sich entlang der Handelsstraßen nach Afghanistan bis nach Indien.

Man benutzte sie sowohl zum Hüten von Schafherden als auch zur Jagd von Hasen, Antilopen und Gazellen über Füchse bis hin zu Wölfen und Schneeleoparden.

Dabei jagten die Hunde meistens selbstständig einzeln, zu zweit oder in der Meute. Außerdem wurde er vom afghanischen Adel von ganzem Herzen geschätzt und von ihnen gerne zur Jagd mit dem Falken eingesetzt.

Der Verkauf des Nationalhundes in andere Länder war lange verboten, sodass erstmals gegen Ende des 19. Jahrhunderts afghanische Windhunde mit britischen Offizieren nach England gelangten.

Der allererste Afghane soll im Jahre 1886 in Großbritannien angekommen sein und als im Jahre 1907 der englische Captain Banff im Crystal Palace von London seinen importierten Afghanen „Zardin“ ausstellte, siegte dieser sogleich und löste damit ein sehr großes Interesse an dieser imposanten und exotischen Rasse aus.

So dauerte nur kurze Zeit, bis es in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts in England bereits ein ausgezeichnetes eigenes Zuchtprogramm gab. Man züchtete zunächst zwei Typen, den Wüstentyp (Bell-Murray) und den Gebirgsafghanen (Ghazni), allerdings war der Wüstentyp weniger attraktiv und ging bereits nach kurzer Zeit im Gebirgsafghanen auf.

In die USA wurde der Afghane allerdings erst im Jahre 1926 eingeführt, die Anerkennung als eigenständige Rasse durch den AKC erfolgte wenig später in den Dreißigerjahren. Etwa zur gleichen Zeit gelangten dann auch die ersten afghanischen Windhunde nach Deutschland.

Wieviel kostet ein afghanischer Windhund?

Ein Welpe aus guter Zucht wird einen vierstelligen Betrag kosten.

Sind Windhunde gefährlich?

Jeder Hund hat einen einzigartigen Charakter und bei falscher oder brutaler Erziehung kann auch ein Windhund beißen. Normalerweise haben Windhunde einen sehr sanften Charakter, der oft mit dem Wesen einer Katze verglichen wird.

Wieviel Auslauf braucht ein Windhund?

Windhunde sind am besten auf einer Rennbahn aufgehoben. Dort können sie sich richtig auspowern. Mit kleinen Spaziergängen kann man diese Rasse nicht glücklich machen.