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Pekingese

Pekingese Charakter, Erziehung und Haltung

Der Pekinese, auch als „Peking Palasthund“ bezeichnet, gehört zur FCI-Gruppe 9 der Gesellschafts- und Begleithunde und stammt ursprünglich aus China.

Sein Idealgewicht sollte bei Rüden nicht über 5 kg, bei Hündinnen nicht über 5,5 kg liegen. Sein Fell hat eine üppige, lange und gerade Unterwolle sowie ein hartes und dichtes Deckhaar. Es ist zudem rundum an der Rückseite, den Ohren, Beinen und Zehen sowie der Rute stark befedert.

Der kleine Pekingese polarisiert schnell aufgrund seines Aussehens. Für die einen ist es kein „richtiger“ Hund, für die anderen kommt kein anderes Tier ins Haus. Vorschnelles Urteilen ist selten ein guter Ratgeber.

Das im alltäglichen Sprachgebrauch eher unter dem Namen Pekinese bekannte kleine Fellbündel wird zudem als Peking-Palasthund oder Chinesischer Palasthund bezeichnet.

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© Grizzlybaerin – Fotolia.com

Der Name Palasthund findet seinen Ursprung im Kaiserreich China. Damals ist der Pekingese, wie zum Beispiel auch der Lhasa-Apso, ein Begleiter chinesischer Herrscher.

Nur das Kaisergeschlecht ist privilegiert, den Hund zu halten und zu züchten. Glaubwürdig sind rund zweitausend Jahre Geschichte belegbar, ausgefüllt mit Verehrung und sorgsamer Züchtung.

Hierüber geben viele Darstellungen asiatischer Handwerkskunst Zeugnis und widmen sich dem Löwenhund – wegen seiner löwenartigen Erscheinung und der dichten Mähne am Hals damals so genannt.

Geschichte

Über den genauen Ursprung dieser Rasse ist nicht viel bekannt. Man vermutet teilweise, dass es sich beim Pekinesen um eine Zwergausgabe der stark behaarten Hunde aus Tibet handelt. Andernorts nimmt man an, dass er, wie der Mops, eine besonders kleine Version einer flachgesichtigen Mastiffart sein könnte.

Eventuell ist der Pekinese sogar aus einer Kreuzung dieser beiden vermuteten Quellen entstanden. Sicher ist, dass solche Zwerghunde in China bereits seit der Tang-Dynastie im 8. Jahrhundert bekannt sind. Figuren aus Porzellan und Jade bezeugen eine Jahrhunderte alte Tradition, die ihre Blütezeit der Verehrung während der Mandschu-Dynastie der Jahre 1644 – 1912 hatte.

Da zu damaliger Zeit der Aberglaube sehr verbreitet war, galt der Pekinese aufgrund seines Aussehens als Verkörperung des „Foo-Dog“, der in der Lage war, die bösen Geister zu vertreiben. Die Bezeichnung „Löwenhund“ erhielt er durch die Überlieferung, dass Buddha von kleinen Hunden begleitet wurde, die sich bei Gefahr in Löwen verwandeln konnten.

Auch als „Sonnenhund“ wurde er bezeichnet, was an seiner Fellfarbe liegt. Da er auch so klein war, dass die chinesischen Höflinge ihn in ihren weiten Ärmeln tragen konnten, ist er auch als „Ärmelhund“ bekannt. Wie dem auch sei, die Chinesen sahen in dem Pekinesen ein halbgöttliches Wesen, dass keiner ausser dem Adel besitzen durfte.

Allein im Palast in Peking waren 4000 Eunuchen ausschliesslich damit beschäftigt, Pekinesen zu züchten und aufzuziehen. Angeblich wurden sogar Sklavenfrauen dazu gezwungen, diese kaiserlichen Welpen zu stillen, nachdem ihre eigenen Töchter erschlagen wurden.

Normalsterbliche mussten sich vor ihnen verbeugen und auf Diebstahl eines Pekinesen stand die Todesstrafe. Starb ein Kaiser, wurden auch seine Pekinesen geopfert, um ihn auf der Reise ins Jenseits beschützen zu können.

Um zu vermeiden, dass jemals ein Ausländer eines dieser heiligen Tiere mit nach Hause nehmen konnte, wurden Hunde, die aus diplomatischen Gründen verschenkt werden mussten, vor ihrer Abreise heimlich mit Glassplittern gefüttert, damit sie während der Heimfahrt des Gastes starben.

Als die Briten während des 2. Opiumkrieges Peking im Jahre 1860 einnahmen, sollte nach Anweisung der kaiserlichen Familie die Garde alle Pekinesen töten, damit kein einziges Exemplar den sogenannten „weissen Teufeln“ in die Hände fällt. Trotzdem fanden die Engländer noch 5 Pekinesen, die sie nach England brachten.

Eine Hündin wurde der Königin Viktoria geschenkt, die das Tier „Looty“ nannte, was soviel wie „kleines Beutestückchen“ bedeutet. Seitdem hat sich der Pekinese nicht nur in England immer mehr verbreitet, da weitere Hunde jetzt auch über normale Wege aus China exportiert werden konnten.

Bereits im Jahre 1893 wurde die Rasse in England zum ersten Mal ausgestellt, 1909 erkannte der AKC die Rasse an, ein Jahr später folgte die Anerkennung in England. Um 1900 kamen auch die ersten Exemplare der Rasse nach Deutschland.

Erst mit dem Ende des Zweiten Opiumkrieges 1860 werden einige Pekingesen durch britische Truppen erbeutet und nach Europa verbracht. Sie werden als Grundstock der europäischen Zwerghunderasse angesehen.

Großbritannien ist heute noch für das Patronat des Rassestandards verantwortlich. Die Nummer 207 des FCI-Standards schreibt unter anderem fest, dass Hündinnen mit bis zu fünfeinhalb Kilogramm etwas schwerer sein dürfen als die Rüden.

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Deren Gewicht liegt idealerweise bei höchstens fünf Kilogramm. Hiermit wirkt der zwischen 15 und 25 Zentimeter große Hund recht kompakt.

Fell

Dieser Eindruck wird durch das dichte und derbe wirkende Oberhaar begünstigt. Eine dicke Unterwolle gibt dem kleinformatigen Vierbeiner einen wirksamen Kälteschutz. Hingegen setzt Hitze dem Tier arg zu – dieser Umstand sollte in warmen Sommern stets berücksichtigt werden.

Ebenso ist auf die Fellpflege sehr viel Wert zu legen. Das lange und gerade Haar will jeden zweiten Tag ausgiebig und gewissenhaft durchgebürstet werden. Verfilzungen bleiben damit anderen Hunden vorbehalten. Farblich weist der Pekingese eine stattliche Vielfalt auf.

Mit Ausnahme von leberfarbenen und albinotischen Farbschlägen sind alle Farben vertreten; dazu mehrfarbige und gestromte Varianten. Gern gesehen sind schwarze Masken und die sogenannte Brillenbildung.

Einem Lächeln gleich wirkt die Form des extrem verkürzten Fangs. Das Gesicht des Hundes ist flach und birgt ein gewisses Problempotenzial. Der FCI-Standard spricht sich klar gegen jegliche Anzeichen von Atembeschwerden und erkennbaren Augenprobleme aus.

Diese Aussage ist vor dem Hintergrund der zu den brachyzephalen Rassen (brachyzephal = kurzköpfig, rundschädelig) gehörenden empfindlichen Augen und auftretender Atemnot unbedingt angezeigt.

Hierdurch kann sichergestellt werden, dass dem Tier Leiden erspart bleiben und es den ihm zustehenden Lebensrahmen erhält.

Anders als bei Hunden, deren Augen hinter der vorstehenden und schützenden Schnauze liegen, sind die großen und exponierten Augen des Pekingesen oftmals mechanischen Reizen ungeschützt ausgesetzt.

Mit seiner kurzen Nase wird der Kleine mit Schnupfen und Kurzatmigkeit konfrontiert. Der Wahl des Züchters kommt eine besonders große Bedeutung zu!

Verantwortungsbewusste Züchter bieten ein seriöses Maß an Sicherheit – sie wissen um rassetypische Erkrankungen und halten die angezeigten zuchthygienischen Maßnahmen zum Wohle der nächsten Hundegeneration ein.

Pekingese Wesen

Vom Charakter her sind Pekinesen sehr selbstbewusst und manchmal etwas dickköpfig. Sie sind, obwohl sehr mutig und gelegentlich sogar erstaunlich aufbrausend, niemals aggressiv. Viele Liebhaber meinen, sie ähneln vom Wesen her eher einer Katze als einem Hund. Nur wenn ihm danach ist, kann er sehr verschmust sein.

Als Familienhund sind Pekinesen weniger geeignet, besser ist es, wenn sie ihre Zuneigung auf nur ein Herrchen konzentrieren können. Leider neigen sie wegen ihrer kurzen Nase zu Atembeschwerden, sodass man immer gut auf ihre Gesundheit achten sollte, zumal auch die vorstehenden Augen sehr empfindlich sind.

Ein Hund zum Liebhaben, der jedoch den Grad dessen und den richtigen Zeitpunkt hierfür bestimmen will. Pekingesen schmusen bereitwillig, sind von einem Schoßhund aber weit entfernt.

Und so findet sich ein kleiner und stolzer Löwe in die neue Gemeinschaft ein. Gerade für ältere Hundefreunde ist der Pekingese ein dankbarer Partner. Er begnügt sich mit moderatem Auslauf, ein Jagdtrieb ist ihm fremd. Die Bindung an eine Person bevorzugt er und zeigt diesem Menschen seine Zuneigung und Treue.

Als Familienhund sind sie in einer Wohnung gut zu halten, wenn mit ihrer Aufnahme in die neue Familie der Beginn von Erziehung einhergeht.

Ein Pekingese bellt, ohne zu zögern, wenn Fremde dies provozieren und beim engagierten Spiel mit dem Ball. Dabei kann es mit zielgerichtetem Erziehungsaufwand bleiben, denn kein Pekingese wird als Kläffer geboren.