Steckbrief

  • FCI-Standard Nr. 166
  • Ursprung: Deutschland
  • Widerristhöhe: Rüde: 60–65 cm | Hündin: 55–60 cm
  • Gewicht: Rüde: 30–40 kg | Hündin: 22–32 kg
  • Lebenserwartung: 9 -13 Jahre +
  • Wach- Schutz, Hütehund
  • aufmerksam, Schutztrieb

Stichpunkte: Deutscher Schäferhund – Haushund – Verein für Deutsche Schäferhunde – Hüftdysplasie des Hundes – Fédération Cynologique Internationale


Deutscher Schäferhund
Deutscher Schäferhund

FAQ

Wer ist der Gründervater der Rasse Deutscher Schäferhund?
Max Emil Friedrich von Stephanitz begründete 1898 mit dem Kauf des Rüden „Hektor Linksrhein“ die Zucht der Rasse Deutscher Schäferhund.

Er benannte den Rüden in „Horand von Grafrath“ um und gründete am 22. April 1899 den Verein für Deutsche Schäferhunde.

Wann ist ein Deutscher Schäferhund ausgewachsen?
Im Alter von 18 Monaten ist der DS körperlich ausgewachsen. Die geistige Reife erlangen sie mit 3 Jahren. Mehr Infos auf: https://deutscher-schaeferhund.org/de/deutscher-schaeferhund-wachstum-tabelle/

Was kostet ein Deutscher Schäferhund?
Ein Welpe aus seriöser Zucht kostet zwischen 1000 und 1500 €, auch mehr möglich, je nach Zuchtstätte und Elterntiere.

Deutscher Schäferhund – was beachten?
Die Haltung und Erziehung erfordert Kenntnisse im Umgang mit großen Hunderassen. Der DS ist ein bewegungsfreudiger Hund, mit Wach- und Schutzeigenschaften. Falsch erzogen, kann er zur Gefahr für seine Umwelt werden.

In den regelmäßig veröffentlichten  Beißstatistiken ist der Deutsche Schäferhund oft weit vorn gelistet. Dies liegt aber nur zum Teil an seiner „Gefährlichkeit“, sondern auch an der Häufigkeit im Vorkommen der Rasse.

Ist der Deutscher Schäferhund ein Anfängerhund?
Nein, für den völlig unerfahrenen Hundehalter gibt es viele Hunderassen, die leichter zu erziehen sind. Der DS benötigt aufgrund der angeborenen Schutz- und Wacheigenschaften eine erfahrene Hand.

Deutscher Schäferhund Beißkraft
Laut Aussage von Figuranten beträgt die Beißkraft eines Deutschen Schäferhundes bis zu 6 Zentnern (300 Kilo) [ Quelle: https://www.zeit.de/1967/39/arko-war-ein-toller-brocken ]

Wie alt kann ein Schäferhund werden?
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt zwischen 9 und 13 Jahren.

Wie viel wiegt ein Schäferhund?
Rüde: 30–40 kg | Hündin: 22–32 kg


Verwendung des Deutschen Schäferhundes

Diese Rasse wird sehr vielseitig eingesetzt, beispielsweise als:

  • Wachhund
  • Schutzhund
  • Spürhund
  • Rettungshund
  • Begleithund
  • Hütehund
  • Diensthund beim Zoll, Militär und der Polizei

der deutsche schäferhund

© sandra3107 – Fotolia.com


Fellfarben beim Deutschen Schäferhund

Die Fellfarbe kann dabei variieren zwischen schwarz/gelb, schwarz/grau und rein schwarz. Aber auch rein grau, grau mit hellen oder braunen Abzeichen sowie schwarz mit grauen oder braunen Abzeichen sind möglich, reinweißes Haarkleid gilt jedoch als Fehler.

Das Fell sollte dabei ein festes, dicht anliegendes Deckhaar mit einer ausgeprägten Unterwolle aufweisen. Der Rauhhaartyp ist mittlerweile ganz verschwunden, langhaarige dagegen werden noch immer von vielen Menschen als angenehme Familienhunde bevorzugt.


Geschichte

In den Lebensräumen innerhalb der jeweiligen Landesgrenzen münden die Zuchtanstrengungen in eigene Rassen.

Auf den ersten deutschen Rassestandard von 1891 haben vor allem thüringische und württembergische Schläge großen Einfluss. Die Menschen jener Tage betrauen ihre Vierbeiner mit Hüte- wie gleichermaßen mit Schutzaufgaben.

Letzte Aktualisierung am 22.11.2022


Wie keine andere Hunderasse wird der Deutsche Schäferhund in den beiden Weltkriegen von Menschen zur Durchsetzung ihrer Kriegsziele missbraucht.

Dabei werden den Tieren die Charaktereigenschaften Mut und Treue zum Verhängnis. Nicht mehr viele der aktuell deutschlandweit etwa 250.000 nachgewiesenen Deutschen Schäferhunde arbeiten gemeinsam mit einem Schäfer.

Obwohl immer noch über die Herkunft der Züchtung diskutiert wird, gilt Rittmeister Max von Stephanitz als „Vater der Rasse“. Er hatte Ende des 19. Jahrhunderts das Ziel, einen leistungsfähigen, kräftigen Deutschen Schäferhund zu züchten und begann die Zucht mit einem auf einer Ausstellung zufällig erworbenen Arbeitshund.

Die Rassestandards wurden zwar schon um 1890 formuliert, sein Debüt auf Ausstellungen hatte er jedoch erst 1922 in Hannover. Da mittlerweile aufgrund schwindender Anzahl der Schafherden in Deutschland dementsprechend die Nachfrage nach Hütehunden immer geringer wurde, forcierte von Stephanitz den Einsatz des Deutschen Schäferhundes bei Militär und Polizei.

Weiterhin großen Zuspruch erfahren sie als Diensthunde bei unterschiedlichen Behörden. Sie retten Menschen, bewachen Objekte, führen Sehbehinderte oder begleiten Ordnungskräfte während des Dienstes.

Im Ersten Weltkrieg mussten fast 50.000 Schäferhunde ihre Fähigkeiten in der Armee unter Beweis stellen. Trotz ihres zum Teil schlechten Rufes als „Angriffswaffe“ der Deutschen, auch hervorgerufen durch schlechte Züchtungen, verbreitete sich die Rasse durch heimkehrende Soldaten dann schnell auch in England und den USA, wo er unter anderem durch die bekannten „Rin Tin Tin“- Filme der Zwanzigerjahre, aber eben durch seine hervorragenden Fähigkeiten als Wach- und Suchhund sowie Hüte- und Blindenhund rasch zu sehr großer Beliebtheit gelangte.

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Zwar wurde in den USA zeitweise das Wort „Deutsch“ vor dem Namen weggelassen und in England wurde die Rasse gar in „Alsatian – Elsässer“ umgetauft, das alles jedoch verhinderte nicht, seinen Ruf als einer der vielseitigsten Gebrauchshunde weltweit zu verbreitern.

Im Zweiten Weltkrieg diente der Deutsche Schäferhund dann auch denn alliierten Streitkräften im Kampf gegen das eigentliche Heimatland.

Die weltweit beliebteste Rasse hat den Ruf eines Alleskönners inne. Das mittelgroße Tier zählt zu den intelligentesten und vielseitigsten Hunden überhaupt.

der deutsche schäferhund
© sandra3107 – Fotolia.com

Deutsche Schäferhunde überraschen durch ihre Geschicklichkeit und Kraft manchmal sogar ihre Ausbilder.

Ein Hund überwand mal eine Kletterwand von 3,55 m, ein anderer schaffte einen Steilsprung von 3,50 m. Extreme Wetterbedingungen können dem Schäferhund nicht viel ausmachen, dadurch haben sie z. B. im Schweizer Hospiz St. Bernard die Bernhardiner als Rettungshunde abgelöst.

Im Hospiz selbst, wo auch heute noch Reisende beherbergt werden, werden die Schäferhunde nur als Touristenattraktion gezüchtet.

Schäferhunde lieben Schnee und Kälte, aber auch im feucht-heißen Dschungel fühlen sie sich sehr wohl. Seine geistige und körperliche Aktivität verlangt von seinem Herren viel Aufmerksamkeit und Zuwendung, aufgrund seiner Intelligenz und Zuverlässigkeit erweist er sich nach richtiger Ausbildung jedoch als ein gehorsamer und treuer Familienhund.

Die Trennung in Ost- und Westdeutschland teilte ebenfalls die Hundezucht des FCI-Standards 166.

Erst die Wiedervereinigung verbindet auch die Linien der Rasseausrichtungen beider deutscher Zucht-Ansätze. Bis zu 40 Kilogramm Körpergewicht und eine Schulterhöhe zwischen 55 und 65 Zentimetern zeichnen einen Respekt einflößenden Vierbeiner.

Die Hündinnen stehen den Rüden in ihrer Größe und ihrem Gewicht kaum nach. Dunkle Augen, eine gestreckte Schnauze, spitz nach vorn getragene Stehohren sowie eine buschige und herabhängende Rute sorgen für ein unverwechselbares Erscheinungsbild.

Zu der robusten Natur dieser Hunderassen passt perfekt ein ebensolches, pflegeleichtes Fell. Es bietet besten Witterungsschutz, wobei der Deutsche Schäferhund eher bei kühleren Temperaturen zu seiner Höchstform aufläuft.

Inzwischen ist neben dem Stockhaar mit geradem, anliegendem Deckhaar zudem das lange Stockhaar standardmäßig. Zu beiden Haarvarietäten gehört dicht gewachsene Unterwolle.

Die Farben der Tiere variieren von beinahe völlig schwarz über graue, braune und gelbe Färbungen – sowohl einfarbig oder mit Abzeichen. Einzig „der Weiße“ bildet eine eigene Rasse.

Ein Deutscher Schäferhund neigt zum Haaren. Alles in allem ist sein Fell jedoch pflegeleicht, wenn es täglich einmal ordentlich gebürstet wird.


Deutscher Schäferhund Wesen

Diese regelmäßige Zuwendung wünschen sich genauso der Körper und der Geist des Hundes. Die körperliche wie geistige Auslastung und damit die Zufriedenheit eines Diensthundes sind, aufgrund der permanenten Ausbildung und durch die Anforderungen in den Einsätzen, per se sehr hoch.

Einem Familienhund fehlen regelmäßig diese Aufgaben, er muss also deutlich gefordert werden. Allen Vertretern der Rasse ist der hohe Bewegungsdrang gemein.

Viel Auslauf und gemeinsame Aktivitäten in der Natur sind eine Voraussetzung für die artgerechte Haltung und ein ausgeglichenes Verhalten des Hundes.

deutscher schäferhund welpe
© Martin Schlecht – Fotolia.com

Der Deutsche Schäferhund ist ein Begleiter für sportlich-aktive Menschen mit einem gesunden Maß an Durchsetzungsvermögen.

Die hohe Lernbereitschaft und die Anpassungsfähigkeit seines Gefährten wollen vom Halter geschickt eingesetzt werden. Positives Verstärken, geduldige Konsequenz und Fairness im Umgang lassen eine harmonische Beziehung wachsen. Ohne kundige Hilfe gelingt dies dem absoluten Hunde-Neuling selten.

Der Alleskönner unter den Hunden ist ein sozial verträglicher Familienhund wie ein engagierter Wächter von Haus und Hof.

Nervenstark und unbefangen verschafft sich der Deutsche Schäferhund ein Bild von Fremden. Sein Bellverhalten ist der jeweiligen Situation angemessen und gut zu steuern.

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Deutscher Schäferhund

Jederzeit muss der Vierbeiner indes die Gewissheit haben, dass er im Familienverbund niemals auf einer gemeinsamen Hierarchie-Stufe mit einem seiner Zweibeiner stehen wird.

Derart sozialisiert, ist der selbstsichere und furchtlose Beschützer der Familie auch ein angenehmer Spielkamerad für die beaufsichtigten Kinder.

Der Deutsche Schäferhund trabt ausdauernd am Fahrrad und mit dem Jogger. 

Besonders gern lässt er sich auf alle Hundesportarten ein, die er mit seinem Besitzer im Team erleben darf. Mit großem Engagement und Geschick durchläuft er den gesteckten Parcours. Agility und Obedience verschaffen Mensch und Tier Aktivität, Spaß und Erfolgserlebnisse.

Ehrgeizigen Hundeführern bietet die Gebrauchshunde-Ausbildung zum Lawinensuch-  oder Rettungshund Ziele und Anreize.

Die Älteren unter uns kennen sicher noch Rin Tin Tin – ( 1918–1932 ) der in vielen Fernsehfilmen die Herzen der Zuschauer eroberte.