der deutsche schäferhund

Deutscher Schäferhund

Deutscher Schäferhund Charakter, Erziehung und Haltung

Die Geschichtsbücher sprechen von vielen Tausend Hunden der Rasse Deutscher Schäferhund, die Kriegsdienste leisten und sie mehrheitlich mit ihrem Leben bezahlen müssen.

Als Vorfahren Deutscher Schäferhunde weist die kynologische Forschung Hütehunde mit kurz- und stockhaarigem Fell aus, wie sie seit vielen Jahrhunderten auf dem ganzen europäischen Kontinent verbreitet sind.

Obwohl es bis zum Jahre 1915 drei Felltypen gab, Stockhaar, Langhaar und Rauhhaar, hat sich auf den Ausstellungen bis heute eigentlich nur der Stockhaartyp durchgesetzt. Dabei sollte das Deckhaar dicht und festanliegend sein und eine gut ausgeprägte Unterwolle haben.

der deutsche schäferhund
© sandra3107 – Fotolia.com

Fellfarben beim Deutschen Schäferhund

Die Fellfarbe kann dabei variieren zwischen schwarz/gelb, schwarz/grau und rein schwarz. Aber auch rein grau, grau mit hellen oder braunen Abzeichen sowie schwarz mit grauen oder braunen Abzeichen sind möglich, reinweißes Haarkleid gilt jedoch als Fehler.

Das Fell sollte dabei ein festes, dicht anliegendes Deckhaar mit einer ausgeprägten Unterwolle aufweisen. Der Rauhhaartyp ist mittlerweile ganz verschwunden, Langhaarige dagegen werden noch immer von vielen Menschen als angenehme Familienhunde bevorzugt.

In den Lebensräumen innerhalb der jeweiligen Landesgrenzen münden die Zuchtanstrengungen in eigene Rassen.

Auf den ersten deutschen Rassestandard von 1891 haben vor allem thüringische und württembergische Schläge großen Einfluss. Die Menschen jener Tage betrauen ihre Vierbeiner mit Hüte- wie gleichermaßen mit Schutzaufgaben.

Letzte Aktualisierung am 22.07.2018


Wie keine andere Hunderasse wird der Deutsche Schäferhund in den beiden Weltkriegen von Menschen zur Durchsetzung ihrer Kriegsziele missbraucht.

Dabei werden den Tieren die Charaktereigenschaften Mut und Treue zum Verhängnis. Nicht mehr viele der aktuell deutschlandweit etwa 250.000 nachgewiesenen Deutschen Schäferhunde arbeiten gemeinsam mit einem Schäfer.

Obwohl immer noch über die Herkunft der Züchtung diskutiert wird, gilt Rittmeister Max von Stephanitz als „Vater der Rasse“. Er hatte Ende des 19. Jahrhunderts das Ziel, einen leistungsfähigen, kräftigen deutschen Schäferhund zu züchten und begann die Zucht mit einem auf einer Ausstellung zufällig erworbenen Arbeitshund.

Die Rassestandards wurden zwar schon um 1890 formuliert, sein Debüt auf Ausstellungen hatte er jedoch erst 1922 in Hannover. Da mittlerweile aufgrund schwindender Anzahl der Schafherden in Deutschland dementsprechend die Nachfrage nach Hütehunden immer geringer wurde, forcierte von Stephanitz den Einsatz des Deutschen Schäferhundes bei Militär und Polizei.

Weiterhin großen Zuspruch erfahren sie als Diensthunde bei unterschiedlichen Behörden. Sie retten Menschen, bewachen Objekte, führen Sehbehinderte oder begleiten Ordnungskräfte während des Dienstes.

Im Ersten Weltkrieg mussten fast 50.000 Schäferhunde ihre Fähigkeiten in der Armee unter Beweis stellen. Trotz ihres zum Teil schlechten Rufes als „Angriffswaffe“ der Deutschen, auch hervorgerufen durch schlechte Züchtungen, verbreitete sich die Rasse durch heimkehrende Soldaten dann schnell auch in England und den USA, wo er unter anderem durch die bekannten „Rin Tin Tin“- Filme der zwanziger Jahre, aber eben auch durch seine hervorragenden Fähigkeiten als Wach- und Suchhund sowie Hüte- und Blindenhund rasch zu sehr großer Beliebtheit gelangte.

Zwar wurde in den USA zeitweise das Wort „Deutsch“ vor dem Namen weggelassen und in England wurde die Rasse gar in „Alsatian – Elsässer“ umgetauft, das alles jedoch verhinderte nicht, seinen Ruf als einer der vielseitigsten Gebrauchshunde weltweit zu verbreitern. Im Zweiten Weltkrieg diente der Deutsche Schäferhund dann auch denn alliierten Streitkräften im Kampf gegen das eigentliche Heimatland.

Die weltweit beliebteste Rasse hat den Ruf eines Alleskönners inne. Das mittelgroße Tier zählt zu den intelligentesten und vielseitigsten Hunden überhaupt.

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Deutsche Schäferhunde überraschen durch ihre Geschicklichkeit und Kraft manchmal sogar ihre Ausbilder.

Ein Hund überwand mal eine Kletterwand von 3,55 m, ein anderer schaffte einen Steilsprung von 3,50 m. Extreme Wetterbedingungen können dem Schäferhund nicht viel ausmachen, dadurch haben sie z.B. im Schweizer Hospiz St. Bernard die Bernhardiner als Rettungshunde abgelöst.

Im Hospiz selber, wo auch heute noch Reisende beherbergt werden, werden die Bernhardiner nur noch als Touristenattraktion gezüchtet. Schäferhunde lieben Schnee und Kälte, aber auch im feucht-heißem Dschungel fühlen sie sich sehr wohl. Seine geistige und körperliche Aktivität verlangt von seinem Herren viel Aufmerksamkeit und Zuwendung, aufgrund seiner Intelligenz und Zuverlässigkeit erweist er sich nach richtiger Ausbildung jedoch als ein gehorsamer und treuer Familienhund.

Die Trennung in Ost- und Westdeutschland teilte ebenfalls die Hundezucht des FCI-Standards 166.

Erst die Wiedervereinigung verbindet auch die Linien der Rasseausrichtungen beider deutscher Zucht-Ansätze. Bis zu 40 Kilogramm Körpergewicht und eine Schulterhöhe zwischen 55 und 65 Zentimetern zeichnen einen durchaus Respekt einflößenden Vierbeiner.

Die Hündinnen stehen den Rüden in ihrer Größe und ihrem Gewicht kaum nach. Dunkle Augen, eine gestreckte Schnauze, spitz nach vorn getragene Stehohren sowie eine buschige und herabhängende Rute sorgen für ein unverwechselbares Erscheinungsbild.

Deutscher Schäferhund
Deutscher Schäferhund

Zu der robusten Natur dieser Hunderassen passt perfekt ein ebensolches, pflegeleichtes Fell. Es bietet besten Witterungsschutz, wobei der Deutsche Schäferhund eher bei kühleren Temperaturen zu seiner Höchstform aufläuft. Inzwischen ist neben dem Stockhaar mit geradem, anliegendem Deckhaar zudem das lange Stockhaar standardmäßig.

Zu beiden Haarvarietäten gehört dicht gewachsene Unterwolle. Die Farben der Tiere variieren von beinahe völlig schwarz über graue, braune und gelbe Färbungen – sowohl einfarbig oder mit Abzeichen. Einzig „der Weiße“ bildet eine eigene Rasse.

Ein Deutscher Schäferhund neigt zum Haaren. Alles in allem ist sein Fell jedoch pflegeleicht, wenn es täglich einmal ordentlich gebürstet wird.

Deutscher Schäferhund Wesen

Diese regelmäßige Zuwendung wünschen sich genauso der Körper und der Geist des Hundes. Die körperliche wie geistige Auslastung und damit die Zufriedenheit eines Diensthundes sind, aufgrund der permanenten Ausbildung und durch die Anforderungen in den Einsätzen, per se sehr hoch.

Einem Familienhund fehlen regelmäßig diese Aufgaben, er muss also deutlich gefordert werden. Allen Vertretern der Rasse ist der hohe Bewegungsdrang gemein. Viel Auslauf und gemeinsame Aktivitäten in der Natur sind eine Voraussetzung für die artgerechte Haltung und ein ausgeglichenes Verhalten des Hundes.

deutscher schäferhund welpe
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Der Deutsche Schäferhund ist ein Begleiter für sportlich-aktive Menschen mit einem gesunden Maß an Durchsetzungsvermögen.

Die hohe Lernbereitschaft und die Anpassungsfähigkeit seines Gefährten wollen vom Halter geschickt eingesetzt werden. Positives Verstärken, geduldige Konsequenz und Fairness im Umgang lassen eine harmonische Beziehung wachsen. Ohne kundige Hilfe gelingt dies dem absoluten Hunde-Neuling höchst selten.

Der Allrounder unter den Hunden ist ein sozialverträglicher Familienhund wie ein engagierter Wächter von Haus und Hof.

Nervenstark und unbefangen verschafft sich der Deutsche Schäferhund ein Bild von Fremden. Sein Bellverhalten ist der jeweiligen Situation angemessen und gut zu steuern.

Jederzeit muss der Vierbeiner indes die Gewissheit haben, dass er im Familienverbund niemals auf einer gemeinsamen Hierarchie-Stufe mit einem seiner Zweibeiner stehen wird. Derart sozialisiert ist der selbstsichere und furchtlose Beschützer der Familie auch ein angenehmer Spielkamerad für die beaufsichtigten Kinder.

Der Deutsche Schäferhund trabt ausdauernd am Fahrrad und mit dem Jogger. Dem Reiz zur Jagd widersteht er gelassen.

Besonders gern lässt er sich auf alle Hundesportarten ein, die er mit seinem Besitzer im Team erleben darf. Mit großem Engagement und Geschick durchläuft er den gesteckten Parcours. Agility und Obedience verschaffen Mensch und Tier Aktivität, Spaß und Erfolgserlebnisse.

Ehrgeizigen Hundeführern bietet die Gebrauchshunde-Ausbildung zum Lawinensuch-  oder Rettungshund Ziele und Anreize.

Die Älteren unter uns kennen sicher noch Rin Tin Tin – ( 1918–1932 ) der in vielen Fernsehfilmen die Herzen der Zuschauer eroberte.

Verwendung des Deutschen Schäferhundes

Diese Rasse wird sehr vielseitig eingesetzt, beispielsweise als:

  • Wachhund
  • Schutzhund
  • Spürhund
  • Rettungshund
  • Begleithund
  • Hütehund
  • Diensthund beim Zoll, Militär und der Polizei

Züchter der Rasse