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Otterhound

Otterhound

Otterhound Charakter, Erziehung und Haltung

Der Otterhound gehört zur FCI-Gruppe 6 der Lauf- und Schweisshunde und hat seinen Ursprung in England.

Der Rassestandard sieht eine Idealgrösse zwischen 60 und 67 cm Schulterhöhe vor, das dabei erwünschte Gewicht soll zwischen 30 und 54 kg liegen.

Otterhound
Otterhound

Der Otterhound hat ein hartes und dichtes Fell mit mittellangen etwa 4 – 8 cm langen Haaren, die in ihrer Struktur griffig sind.

Fell

Zudem besitzt er eine dichte Unterwolle von einer öligen und damit wasserfesten Beschaffenheit. Bei der Fellfarbe sind alle Laufhundefarben zugelassen, es kommen

  • Grautöne
  • rot bis weizenfarben
  • blau
  • schwarzlohfarben
  • oder braunlohfarben sowie ein dreifarbiges Fell vor.

Sein zottiges und rauhes Fell sind recht außergewöhnlich, da die meisten Laufhunde wie etwa der Beagle oder der Coonhound glatthaarig sind.

Geschichte

Allerdings hat es in Frankreich schon über Jahrhunderte eine Vielzahl rauhaariger Laufhunde gegeben, die in der Jagd auch sehr erfolgreich waren. Der Otterhound muss aufgrund seines Haarkleides mindestens einmal in der Woche gründlich gebürstet werden.

Ein weiteres typisches Merkmal sind die mit “Schwimmhäuten” ausgestatteten Pfoten, die mit dazu beitragen, das der Otterhound bis zu fünf Stunden am Stück schwimmen kann.

Auch typisch für den Otterhound, dass er manchmal beim Trinken den ganzen Kopf ins Wasser eintaucht.

Zufälligerweise ist das dann meist der Zeitpunkt, in dem er seinem Herren seine Zuneigung demonstrieren möchte und zu dem Zweck seinen völlig durchnässten Kopf auf dessen Schoss legen will.

In Großbritannien war die Jagd mit Meuten auf den Otter schon im Mittelalter sehr beliebt. Sehr wahrscheinlich wurden im 19. Jahrhundert französische Griffons und Vendees mit britischen Bloodhounds, Welsh Hounds und Waterspaniels gekreuzt.

Die französischen rauhaarigen Laufhunde zeichneten sich dadurch aus, dass sie eine bereits kalte Fährte mit enormer Ausdauer verfolgen konnten.

Aus diesem Grund waren sie geradezu dazu prädestiniert, mit ihren Genen einen Hund für die Jagd auf den Otter zu züchten. Diese Beutegreifer, die in Europa ein Gewicht bis zu 11 kg erreichen können, waren zu damaliger Zeit in sehr großer Anzahl vorhanden und schmälerten den Bestand an Fischen in den Flüssen Großbritanniens enorm.

Aus dem Grund war die Otterjagd schon im 18. Jahrhundert sehr populär, zumal diese Tiere übereifrigen Jägern eine gute Entschuldigung boten zumal sie in den Monaten April bis September das einzige erlaubte Jagdwild darstellten. Der europäische Otter lebt in Höhlen am Flussufer, deren Eingang unterhalb der Wasseroberfläche liegt.

Er ist in der Lage, sehr grosse Entfernungen schwimmend zurückzulegen und taucht nur gelegentlich zum Luftholen auf.

Seine Geruchsspuren auf dem Wasser nennt man “wash”, die auf dem Land werden als “drag” bezeichnet.

Wie der Bloodhound hat auch der Otterhound eine ganz hervorragende Nase und ist in der Lage, mit Leichtigkeit 10 bis 12 Stunden alte Geruchsspuren aufzunehmen und zu verfolgen. Verfolgt der Otterhound eine “wash”, so ist er aufgrund seines Geruchssinns, seiner speziellen Pfoten und seiner Ausdauer in der Lage, mehrere Stunden am Stück zu schwimmen.

Viele britische Regenten erhielten den Titel “Master of Otterhounds”, darunter die Könige John, Richard III., Charles II., Edward II. und IV., Heinrich II., VI:, VII. und VIII. sowie Königin Elisabeth I.

Die Hochzeit der Otterjagd lag in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, zu der Zeit waren in jeder Jagdsaison 18 bis 20 Meuten Otterhounds im Einsatz. Die berühmte Hawkstone Meute von Geoffrey Hill schaffte es, innerhalb von 20 Jahren rund 700 Otter zu erlegen.

Viele der großen Meuten schickten jeweils eine einzelne Hundekoppel zu den Ausstellungen, bekannt waren damals beispielsweise die Carlisle und die Kendal Arbeitsmeute mit vielen Siegern.

Auch die Meute des als extrem pedantisch verschrieenen Squire Lomax of Clitheroemachte damals von sich reden. Für ihn war die Art und Weise, wie die Hunde arbeiteten, weitaus wichtiger als das anschließende Ergebnis bei der Jagd.

Er hatte seine Meute dermaßen gut ausgebildet, dass man ihr gegen Ende der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts nachsagte, sie würde schon auf die geringste Handbewegung ihres Besitzers reagieren.

Wie die früheren Laufhunde, die für die Jagd auf Wölfe benutzt wurden, so war auch der Otterhound in seiner Arbeit dermaßen erfolgreich, dass die Otter kurz vor dem Aussterben standen. Das hatte dann natürlich zur Folge, dass immer weniger Meuten von Otterhounds unterhalten werden konnten.

Zudem kreuzten immer mehr Jagdvereine den Otterhound mit dem Foxhound, um so schnellere Tiere zu erhalten. So kam es dann, dass es Anfang 1900 nur noch sehr wenige reinrassige Otterhounds in Großbritannien anzutreffen waren.

Glücklicherweise waren aber bereits vorher eine ganze Anzahl Otterhounds in die Vereinigten Staaten gelangt, wo allerdings noch niemals Otterjagden durchgeführt wurden. In Großbritannien ist der Otter heutzutage eine geschützte Tierart.

Mittlerweile ist der Otterhound sowohl in den USA als auch in Europa recht selten geworden, allerdings gibt es immer noch genügend Liebhaber, die dafür sorgen, dass die Rasse weiter existieren kann und sich auch auf diversen Ausstellungen präsentiert.

Aufgrund ihres Leistungsvermögens und ihrer Fähigkeit, kalte Fährten ausdauernd zu verfolgen, wären die Otterhounds sicherlich auch bei der Jagd auf jede andere Art von Wild erfolgreich, es wurde bis jetzt allerdings noch nicht ausprobiert.

Otterhound Wesen

Der Otterhound ist vom Charakter her freundlich und ruhig und besitzt eine angeborene Jagdleidenschaft. Sein Körperbau, insbesondere die speziellen “Schwimmhäute” zwischen seinen Pfoten, machen ihn zu einem ausgezeichneten und ausdauernden Schwimmer.

Er besitzt die natürliche Selbständigkeit, die alle Laufhunde auszeichnet, hat aber gleichzeitig eine sehr grosse Liebe zu seinem Menschen.

Der Otterhound ist sehr liebevoll und manchmal etwas übermütig. Man kann ihn mit kleinen Kindern, die übrigens sehr gerne mit ihm spielen, vergleichen.

Eine weiter typische Laufhundeeigenschaft ist seine laute Stimme und sein Eigensinn. Aufgrund dieser Eigenschaften, begleitet von einem entsprechend großen Körperbau, ist der Otterhound nur für erfahrene Hundebesitzer geeignet.