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Bouvier des Flandres

Bouvier des Flandres

Bouvier des Flandres Charakter, Erziehung und Haltung

Der Bouviers des Flandres, hierzulande auch als Flandrischer Treibhund bekannt, zählt zur FCI-Gruppe 7 der Hüte- und Treibhunde.

Da sowohl Belgien als auch Frankreich den Anspruch erheben, den Bouviers des Flandres als Ursprungsland gezüchtet zu haben, hat der FCI beide Länder als Ursprung akzeptiert.

Der Name Bouvier des Flandres bedeutet soviel wie „flämischer Ochsenhüter oder -treiber“. Die Schulterhöhe soll bei dieser Rasse zwischen 59 und 68 cm liegen, das Gewicht soll dabei 27 bis 40 kg betragen.

Eine Vielzahl unterschiedlicher Theorien existiert über die Abstammung des kompakt aussehenden Bouvier des Flandres.

Unstrittig ist das Zusammenleben von Menschen im französischen und belgischen Teil Flanderns mit dem Bouvier ähnelnden Bauernhunden vor mehreren Hundert Jahren. Zudem sind Mastiffs spanischer Eroberer dem Typ sehr ähnlich.

 

 

Bouvier des Flandres
Bouvier des Flandres

Eine Ableitung seines Namens von „Boeuf“, in der Bedeutung „Rind“ und „Ochse“ ist aufgrund der Verwendung des Helfers naheliegend.

Geschichte

Über den genauen Ursprung des Bouvier des Flandres ist man sich nicht einig. Fest steht, dass im 19. Jahrhundert in Belgien alle mit Vieh arbeitenden Hunde als Bouviers (Hüter von Ochsen) bezeichnet wurden.

Diese Hunde stammen von sehr alten, rauhhaarigen Arbeitshunden ab und werden bis in die heutige Zeit als Treiber- und Schutzhunde geschätzt.

Zu damaliger Zeit werden die Hunde zum Hüten von Rindern eingesetzt. Sie treiben Großvieh und Pferde. In Gruppen oder allein ziehen sie vom Ufer aus kleine Kähne auf dem Wasser.  Zu Land sind es Karren, mit Milch und Käse beladen.

Letzte Aktualisierung am 24.01.2018


Jede Region hatte ihren eigenen Typ, der Bouvier des Flandres stammt aus Flandern, das sich von der holländischen Küste über Belgien bis nach Nordfrankreich erstreckt. Diesem zottigen, derben Hund wurde züchterisch sehr wenig Beachtung geschenkt, stattdessen musste er unter härtesten Lebensbedingungen seine Arbeit verrichten.

Als mit aufkommender Motorisierung das Vieh nicht mehr zum Markt getrieben werden musste, nahm die Anzahl dieser Hunde stetig ab, da sie aufgrund ihrer Grösse teuer im Unterhalt waren und die Bauern dieses Geld nun einsparen konnten.

Trotzdem wurde im Jahre 1912 der Rassestandard erstellt und die planmässige Zucht begonnen. Während des ersten Weltkrieges gewannen die Bouviers des Flandres durch ihren Mut und ihre Arbeit als Sanitäts- und Meldehunde einen sehr guten Ruf. Leider fand ein sehr grosser Teil der Kämpfe des Krieges in Belgien und im Nordosten Frankreichs statt, sodass viele Bouvier-Typen ausstarben.

Dazu gehören der Bouvier de Roulers, der Bouvier de Moerman und der Bouvier de Paret. Der Bouvier des Flandres war durch die Kriegsverluste und der Zerstörung seiner Heimat nahezu vom Aussterben bedroht, hat aber neben dem Bouvier des Ardennes überlebt, der zwar vom FCI anerkannt, vom belgischen Zuchtverein dagegen aber als kurz vor dem Erlöschen angesehen wird.

Dem belgischen Armeeveterinär Captain Darby ist es zu verdanken, dass der Bouvier des Flandres über den ersten Weltkrieg gerettet wurde. Er war der Besitzer des wertvollen Zuchtrüden „Nic de Sittengem“, der nicht nur zahlreiche Ausstellungen gewonnen hat, sondern auf den auch die meisten modernen Ahnentafeln zurückgehen.

In den zwanziger Jahren bemühten sich dann flämische Züchter sehr intensiv um den mühseligen Neuaufbau der Rasse, wobei der Berger Picard eingekreuzt worden sein soll. In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts kam der Bouvier des Flandres dann auch nach Deutschland, wo er sich schnell grosser Beliebtheit insbesondere beim Schutzhundsport, erfreute.

Heutzutage wird der Bouvier vermehrt als Schutz- und Militärhund, aber auch als Wach- und Spürhund eingesetzt. Als Blindenführhund findet er ebenfalls Verwendung. In Nordamerika nimmt der Bouvier sehr erfolgreich an Schutzhund- und Gehorsamsprüfungen teil, in Belgien und im übrigen FCI-Raum muss er eine Arbeitsprüfung ablegen, bevor er einen Schönheitswettbewerb gewinnen kann.

Sie sind in der Lage, selbstständig zu arbeiten und geben sich manchmal kompromisslos.

Beispielsweise springt der Vierbeiner ein störrisches Tier einfach mit großer Wucht an und bringt es so auf den gewünschten Weg. Überhaupt ist der große Hund geistig wie körperlich ausgesprochen beweglich, geradezu leichtfüßig und wendig.

In den beiden Weltkriegen macht sich der Bouvier als Gehilfe beim Militär verdient – übernimmt Boten-, Melde- und Rettungseinsätze. Die Verluste sind bei Mensch und Tier hoch.

Nahezu ausgestorben bleibt die Rasse durch den späteren engagierten Einsatz weniger Züchter erhalten. Sie legen den Grundstein für den 1922 in Belgien festgelegten FCI-Standard Nummer 191.

Bouvier des Flandres
© Dogs – Fotolia.com

Er wird 1965 in Belgien und Frankreich als allgemeingültig anerkannt. Mit diesem Standard wird heute noch ein gebrauchstüchtiger und robuster Hund abgebildet. Stets steht seine Verwendung im Vordergrund, weniger das Aussehen.

Aussehen

Dennoch zeigt das Fell des Bouviers eine klar funktionelle Ausrichtung. Rau und zerzaust wirkt es auf dem kurzen, stämmigen und kräftig-muskulösen Körper. Gemeinsam mit dicht ausgeprägter Unterwolle stellt das etwa sechs Zentimeter lange Deckhaar eine undurchdringliche Hülle dar. Eine feuchte Witterung und sogar Bisse setzen ihm kaum zu.

An sehr warmen Tagen hingegen ist der Hund in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt – er liebt kühle Temperaturen. Die Pflege des Schutzmantels ist etwas aufwendiger als bei anderen Großhunden – jedoch haart das Tier zur Freude vor allem von Allergikern nicht.

Das Kopfhaar verträgt tägliches Bürsten. Je nach Außeneinsatz des Hundes verlangt das Haarkleid das gründliche Durchkämmen ein bis zwei Mal in der Woche.

Bouvier des Flandres
Foto: © Dogs – Fotolia.com

Für das rassetypische Erscheinungsbild ist regelmäßiges Trimmen zwei bis drei Mal im Verlauf eines Jahres erforderlich.

Farblich zeigen sich Bouviers des Flandres recht einheitlich.

  • Falbe
  • Grau
  • Dunkelgrau sind vorherrschende Farben.

Hin und wieder treten sie in einer rehbraunen Färbung auf. Oft durchsetzen schwarze Streifen das leicht wellige Fell.

Das Gesicht des Hundes bestimmt ein Bart, er verleiht dem Bouvier in Verbindung mit den energisch scheinenden Augen den gewünscht ernsten Ausdruck. Seine hoch angesetzten Ohren hängen geringfügig abstehend herab.

Der Eindruck von einem schweren und kräftigen Hunde täuscht nicht.

Größe und Gewicht

Rüden bringen bis zu 50 Kilogramm Körpergewicht auf die Waage; im Durchschnitt sind es 35 bis 45 Kilogramm. Die weiblichen flandrischen Treibhunde sind zwischen 27 und 35 Kilogramm schwer.

Bei einer Widerristhöhe von 59 bis 65 Zentimetern; Rüden sind zwischen 62 und 68 Zentimeter groß.

Seine vollständige körperliche wie geistige Reife erreicht der Bouvier des Flandres erst nach rund drei Jahren.

Bouvier des Flandres Wesen

Die Anforderungen an den Halter eines Bouviers bestimmen dessen Größe, der Ursprung und die Selbstständigkeit des Tieres. Der starke Charakter sollte tunlichst nicht mit Sturheit gleichgesetzt werden. Gleichwohl erfordert das Naturell des Bouviers eine sehr konsequent ausgerichtete Erziehung.

Seiner Familie ist er treu ergeben, Fremden gegenüber bewahrt er jedoch ein gesundes Misstrauen. Dieser Naturbursche ist sehr gelehrig, braucht aufgrund seines ausgeprägten Temperamentes und Selbstbewusstseins allerdings eine konsequente und sorgfältige Erziehung, damit er zuverlässig und gehorsam wird.

Seine Kraft an der Leine stellt in der Regel eine Überforderung für junge Kinder und Menschen mit einer Bewegungseinschränkung dar. Der Hund verlangt nach souveräner Führung und fordernden  Aufgaben. Er will arbeiten, zu jeder Zeit, bei jeder Witterung.

Ausgiebige Spaziergänge sind das Minimum des Erwünschten.

Die Arbeit in der Fährte, das Laufen am Rad, neben dem Pferd oder mit dem Jogger erweist sich als angemessen. Eine ebenso gute Figur beweist der Hund beim Turnier- und Schutzhundesport.

Durchweg gut macht sich der Bouvier des Flandres als Familienhund. Ausgeglichen, kinderfreundlich und mit souveränem Schutzverhalten sorgt er sich um sein Rudel. Früh wählt er eine Bezugsperson.

Er ist ein ausgezeichneter Wach- und Schutzhund, wobei darauf zu achten ist, dass er nicht unnötig aggressiv wird. Sein abschreckendes Äusseres, welches Fremde veranlasst, von sich aus auf Distanz zu bleiben, verdankt er in erster Linie seinem Bart und seinem kraftvollen Körper.

Der Vierbeiner verfügt über ein gesundes Maß an Misstrauen und gleichzeitig ist seine Reizschwelle hoch. Er ist wachsam, bellt nicht grundlos und besitzt einen eher gering ausgeprägten Jagdtrieb.

Damit seine Gesundheit erhalten bleibt, braucht er nicht nur viel Futter, sondern auch ausreichenden, regelmässigen Auslauf  und Beschäftigung. Nicht nur deswegen ist er auf dem Lande wahrscheinlich weitaus besser aufgehoben, als in einer beengten Stadtwohnung.

Fremden gegenüber gibt er sich anfangs distanziert und benötigt eine Weile, um sie kennenzulernen.