hunderasse greyhound

Greyhound

Der Greyhound gehört zur FCI-Gruppe 10 der Windhunde und hat seinen Ursprung in England.

Der Rassestandard sieht bei den Rüden einen ideale Größe von 71 – 76 cm vor, Hündinnen sollen zwischen 68 und 71 cm groß sein.

Das dabei erwünschte Gewicht soll zwischen 27 und 32 kg liegen. Der Greyhound hat ein kurzes, glattes Fell mit feinen, dichten Haaren, die zudem seidig glänzen.

Bei der Farbe des Fells können nahezu alle Farben vorkommen:

  • schwarz
  • weiss
  • rot
  • blau
  • beige
  • rehbraun
  • gestromt oder eine dieser Farben zusammen mit weißen Unterbrechungen.

Herkunft der Rasse Greyhound

Man geht davon aus, dass die Vorfahren dieser Rasse aus dem Nahen Osten stammen, da beispielsweise in ägyptischen Grabkammern der 4. Dynastie zwischen 4000 und 3500 v. Chr. Zeichnungen von Hunden gefunden wurden, die dem heutigen Greyhound und dem Saluki stark ähneln.

Das zeigt, dass diese Hunde bereits damals sehr geschätzt wurden und in den darauffolgenden Jahrhunderten waren sie erwiesenermassen ein äusserst begehrtes Tauschobjekt.

Wer die Hunde schliesslich nach England brachte, wo sie zu ihrem aktuellen Standard gezüchtet wurden, ist nicht ganz klar. Manche Quellen meinen, dass die Tiere mit den ersten phönizischen Handelsschiffen nach Europa gelangten, andere gehen davon aus, dass die Kelten im Jahre 375 v. Chr. die Greyhounds auf die britische Insel mitbrachten.

Auch über die genaue Bedeutung des Namens ist man sich nicht einig. Eine Erklärung könnte die ursprüngliche graue Farbe sein, eine andere wäre das lateinische Wort „gradus“, was soviel wie Schnelligkeit bedeutet.

Aber auch das altenglische Wort für Hund, „grech“ bzw. „greg“ oder das keltische Wort „grey“, was ebenfalls Hund bedeutet, könnten der Ursprung des Namens sein. Zu guter Letzt könnte „Greyhound“ aber auch genauso gut die Abkürzung für „greecehound“ (griechischer Hund), „gazehound“ (Sichthund) oder ganz einfach „great hound“ (grosser Hund) sein.

Wie dem auch sei, der Greyhound war seit der Antike in Europa und im Nahen Osten verbreitet und wurde besonders vom Adel geschätzt. Speziell in England wurden der Greyhound und sein kleinerer Bruder, das italienische Windspiel, seit dem Mittelalter zu einem Statussymbol der höheren Schichten.

Er avancierte zum verbreiteten Wappenhund und ist beispielsweise auf dem Wappen von König Karl V. von Frankreich und von König Heinrich VIII. von England zu finden. Aufgrund seiner Schnelligkeit war er besonders geeignet zur Jagd auf Niederwild wie beispielsweise Hasen und Kaninchen.

Mit Ablauf des Mittelalters wurde er dann bevorzugt zum sogenannten „Coursing“ eingesetzt, wo zwei Greyhounds im Wettbewerb einen lebenden Hasen hetzten. Als dieser „Sport“ dann wegen seiner Brutalität verboten wurde, benutzte man statt eines lebendigen Hasen einen Künstlichen und man verwettete nicht geringe Summen auf dem vermeintlichen Sieger bei diesen Rennen entlang einer Rundstrecke.

Der Greyhound war beim englischen Adel dermassen beliebt, dass im Jahre 1606 die „laws of canute“ erlassen wurden, die das einfache Volk vom Besitz eines Greyhounds per Gesetz ausschlossen: „Keine Personen niedrigen Standes dürfen Greyhounds halten. Freie Männer dürfen Greyhounds besitzen…“.

Bei der Jagd, besonders auf ebenen Flächen, die dem Jäger keine Möglichkeit eines Hinterhaltes boten, erwiesen sich die Greyhounds aufgrund ihrer Schnelligkeit und ihrer scharfen Augen als hervorragende Hilfe.

Auf kurzen Stecken soll der Greyhound im Spurt schon 100 km/h erreicht haben und es wurden auf Rennstrecken Geschwindigkeiten zwischen 65 und 73 km/h gemessen.

Das machte den Greyhound zum schnellsten Hund auf der Erde und nach dem Geparden zum zweitschnellsten Vierbeiner weltweit!

Als man die Greyhounds zur Nahrungsbeschaffung kaum noch benötigte, konnten sie zunächst beim „Coursing“ und dann auf der Rennbahn zeigen, dass sie allen anderen Hunderassen in Sachen Schnelligkeit weit überlegen sind.

Aber auch die Sprungfähigkeit ist enorm, ein Greyhound soll während einer Hasenjagd eine Weite von neun Metern übersprungen haben. Viele Greyhounds machten ihre Besitzer auf der Rennbahn zu vermögenden Männern, manche sollen während ihrer Laufbahn als Rennhund bis zu 50.000 $ gewonnen haben. Ein Greyhound wurde für den Preis von 72.000 $ verkauft.

Der berühmteste Greyhound aller Zeiten, „Master McGrath„, wurde der Legende nach als Welpe von einem Obdachlosen vor dem Ertrinken gerettet und verlor während seiner Rennlaufbahn nur ein einziges Rennen, als er während des Laufes im Eis eines gefrorenen Baches einbrach.

Leider wurden die Hunde nur während ihrer leistungsfähigen Phase gehegt und gepflegt, sobald sie keinen Gewinn mehr erbrachten, waren sie dem Tode geweiht.

Weitaus amüsanter ist dagegen die Erzählung vom Greyhound-Rüden „Low Pressure“, der als der fruchtbarste Hund aller Zeiten angesehen wird. Er soll während seiner achtjährigen Zuchtlaufbahn 2414 eingetragene und zusätzliche 600 nicht eingetragene Welpen gezeugt haben.

Wesen und Charakter des Greyhound

Greyhounds haben einen liebevollen, einfühlsamen Charakter. Besonders Kindern gegenüber verhalten sie sich äußerst rücksichtsvoll, was sie zu hervorragenden Familienhunden werden lässt.

hunderasse greyhound
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Sie sind ruhig, anschmiegsam und ihren Menschen treu ergeben, brauchen allerdings unbedingt engen Familienanschluss. Sie sind in Haltung und Pflege relativ anspruchslos, benötigen aber sehr viel Auslauf.

Dabei macht der angeborene Hetztrieb das Laufenlassen ohne Leine recht schwierig, man sollte den Tieren deshalb die Möglichkeit geben, sich in einem Renn- oder Coursingverein ihrer Natur entsprechend auszutoben. Trotzdem sind sie im Grunde genommen eher faul. Wenn man sie mit Liebe erzieht, sind sie sehr gehorsam und benehmen sich gut.

Fremden gegenüber sind sie eher zurückhaltend, ihrer Familie gegenüber sehr freundlich und liebevoll.

Sie haben einen gesunden Appetit, wodurch sie sicherlich nicht ein Hund für jedermann sind. Neben ihrer hervorragenden Eignung als Rennhund sind sie aufgrund ihres schlanken, eleganten Körperbaus auch erstklassige Ausstellungshunde.