Berner Sennenhund

Berner Sennenhund Charakter, Erziehung und Haltung

Der Berner Sennenhund gehört zur FCI-Gruppe 2 der Pinscher, Schnauzer, Molosser und Berner Sennenhunde.

Herkunft Berner Sennenhund

Die Vorfahren des Berner Sennenhundes gelangten sehr wahrscheinlich schon vor rund 2000 Jahren mit der Invasion der Römer in die Schweiz. Die römischen Soldaten benötigten die von ihnen mitgebrachten Molosser als Wachhunde, um ihre Lager und Vorräte vor Angreifern zu schützen.

Beim späteren Rückzug der Invasoren wurden diese Hunde einfach zurückgelassen und dann mit den einheimischen Schäferhunden gekreuzt. Das führte dazu, dass die Hunde besser mit den schwierigen Wetterverhältnissen in den Alpen zurechtkamen, ausserdem wurden sie durch diese Einkreuzungen auch etwas friedlicher.

So entstanden mit der Zeit vier verschiedene Sennenhunderassen:

Die Berner Sennenhunde wurden hauptsächlich als Gespannhund für die Karren der Senner und Korbflechter benutzt. Ausserdem dienten sie als Arbeiter auf den Höfen, halfen beim Viehtreiben und beim Bewachen der Herden. Da sie aber von Natur aus ein recht freundliches Wesen haben, waren sie als Wachhund für Haus und Hof nicht so gut geeignet.

An Markttagen jedoch zogen sie stets die mit handgeflochtenen Körben oder mit Milchprodukten bepackten Karren ihrer Besitzer in die Städte. Da sich das Interesse der Hundefreunde und Züchter mit der Zeit anderen Rassen wie etwa dem bekannten und sehr beliebten Bernhardiner, aber auch importierten Hunden, zuwandte, stand der Berner Sennenhund Mitte des 19. Jahrhunderts kurz vor dem Aussterben.

Es fehlte ganz einfach ein aufeinander abgestimmtes Zuchtprogramm für diese Rasse. Im Jahre 1892 begann dann der Schweizer Hundeforscher Franz Schertenleib mit der Suche nach den letzten Exemplaren dieser Hunde.

Nachdem er im Bezirk Durrbach nahe Bern die ersten Erfolge verbuchen konnte, ermutigte ihn dieses, das übrige Land nach Hunden dieser alten Rasse abzusuchen. Unterstützung in seinen Bemühungen fand er dabei beim Züricher Professor Albert Heim, sodass der Berner Sennenhund sein Comeback diesen beiden Männern verdankt.

Die von ihnen gesammelten Hunde hatten zunächst verschiedene örtliche oder beschreibende Namen wie etwa „Vieräugli“ (vier Augen), „Gelbbäckler“ (gelbe Wangen), „Käser-Hunde“, „Ringgi“, „Blässli“ oder als häufigste Bezeichnung „Durrbächler“.

Im Jahre 1907 wurde dann in der Schweiz der Berner Sennenhundklub gegründet. Im Jahre 1910 wurden auf einer Ausstellung in Bern 107 dieser Hunde von Albert Heim gerichtet. Zwar hatten sehr viele Hunde keinerlei Nachweis ihrer Abstammung, jedoch erhielten drei Viertel der Hunde einen Bescheinigung, dass sie für die Zucht geeignet wären.

So wurde der Berner Sennenhund letztlich wieder stabilisiert und vor dem Aussterben bewahrt. 1936 erkannte der amerikanische AKC die Rasse an, Kanada folgte in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Nur in England ist die Rasse bisher recht selten geblieben. Leider gab es in den dreissiger Jahren unter den Züchtern eine Bewegung, die Rasse aggressiver zu züchten, um aus ihnen eine Art Wachhund zu machen. Folge war, dass einige Tiere sehr helle Augen hatten und sogar Spaltnasen kamen vereinzelt vor.

Zum Glück waren diese Zuchtversuche nicht von Erfolg gekrönt und wurden wieder eingestellt. Mittlerweile hat der Berner Sennenhund nicht nur in seiner Heimat sehr viele Anhänger gefunden, sonder er erfreut sich weltweit nicht nur wegen seines attraktiven Aussehens, sondern vor allem wegen seiner Charaktereigenschaften, einer ausgesprochen Popularität.

Entstanden ist der Berner Sennenhund aller Wahrscheinlichkeit nach aus der Verbindung von in der Schweiz ansässigen Herdenschutzhunden mit Molossern, welche von Cäsars Legionen vor über 2000 Jahren bei der Invasion der Schweiz mitgeführt wurden.

Die Römer nutzten ihre Hunde als Wachhunde zum Schutz der Lager und Vorräte. Später fanden die Berner Sennenhunde Verwendung als Zughunde. Sie zogen an Markttagen kleine Karren, die mit Milchprodukten und Körben bepackt waren.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Berner Sennenhunde fast vollständig ausgestorben. Der Bernhardiner war zu der Zeit der beliebtere Hund.

Es ist nicht leicht, den Berner Sennenhund ob seiner Größe zu übersehen. Hin und wieder scheint das Tier dennoch den Eindruck zu haben, zu wenig wahrgenommen zu werden. Es setzt sich schon mal auf die Füße der Menschen, lehnt sich an sie beziehungsweise zeigt seine Sympathie mithilfe von Pfoten auf der Menschenschulter.

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Der Dürrbächler oder Bernes Mountain Dog, wie er alternativ genannt wird, ist ein Familienhund und menschenbezogen durch und durch. Er braucht die Nähe, um zufrieden leben zu können. Nicht jedem Zweibeiner behagt so viel Nähe zu einem großen Hund.

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Letzte Aktualisierung am 17.07.2018


Erziehung

Glücklicherweise sind mit Geduld, Konsequenz und Sachverstand die Erziehungsmaßnahmen beim Berner Sennenhund regelmäßig erfolgreich.

Unerwünschte Angewohnheiten, wie zum Beispiel ein Anspringen, müssen von Anbeginn an unterbunden werden; bevor sie infolge der Größe des Hundes unangenehme Formen annehmen.

Größe und Gewicht

Groß bedeutet in seinem Fall eine Widerristhöhe bei den Rüden zwischen 64 und 70 Zentimeter. Hündinnen liegen mit 58 bis 66 Zentimetern etwas darunter.

Das Gewicht ist im Standard nicht festgeschrieben, es schwankt je nach Größe zwischen 39 und 52 Kilogramm bei männlichen Hunden und zwischen 34 und 43 Kilogramm bei weiblichen Exemplaren.

Verwendung

Im Berner Oberland und in den Voralpengebieten ist die Heimat der von Schweizer Bauernhunden ausgehenden Rasse. Hier arbeiten die Vierbeiner unter anderem als Treibhunde.

Sie ziehen kleine Wagen mit Milchkannen und anderer Ladung oder bewachen die Anwesen. Bereits 1910 wird der Berner Sennenhund als eigenständige Hunderasse anerkannt – ihr ist die FCI-Standard-Nummer 45 zugewiesen.

In Deutschland wird der Züchtung des Berner Sennenhundes seit 1911 nachgegangen. Inzwischen werden jährlich rund 1.200 Welpen bei deutschen Züchtern geboren. Das Hauptverbreitungsgebiet der Rasse liegt in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland.

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Obwohl die Berner Sennenhunde mit Sicherheit nicht zur Gattung der überzüchteten Modehunde gehören, liegt ihre mittlere Lebenserwartung unterhalb des Durchschnitts vergleichbar großer Hunderassen. Sie beträgt im Mittel nur etwa 8 Jahre. Tumore und andere Erkrankungen sind bei ihnen noch immer für ein zu frühes Ableben verantwortlich.

Die Züchter und Zuchtverbände versuchen mit Vorrang, die Langlebigkeit der freundlichen Hunde zu steigern.

Berner Sennenhund Wesen

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Vom Charakter her ist der Berner Sennenhund immer gut gelaunt, freundlich und ausgeglichen und dadurch hervorragend als Familienhund geeignet. Er ist zwar wachsam, aber nicht aggressiv. Er mag sehr gerne Menschen und ist äußerst gelehrig. Er geht sehr gerne spazieren und braucht einen dementsprechenden Auslauf.

Als Welpe ist er recht temperamentvoll und benötigt eine konsequente und liebevolle Erziehung. Ausserdem braucht er unbedingt einen engen Anschluss an die Familie. Wildernde Berner Sennenhunde wurden nur sehr selten in Ausnahmefällen bekannt.

Die Anforderungen an die Pflege sind relativ gering, regelmässiges Bürsten zweimal wöchentlich reicht aus, um das Fell ansehnlich erscheinen zu lassen. Dafür sind die Anforderungen an sein Futter erheblich grösser, er frisst sehr gerne sehr viel.

Aufgrund seines Charakters und seines Körperbaus ist der Berner Sennenhund auch sehr gut zu einer Ausbildung als Katastrophenhund, Begleithund, Schutzhund und Fährtenhund geeignet. Allerdings fühlt er sich in einem warmen Klima nicht sonderlich wohl.

Manchmal wird er an seine Vergangenheit als Arbeitshund erinnert, wenn er beispielsweise auf Volksfesten vor eine Kinderkutsche gespannt wird.

Gerade das freundliche und offene Wesen in Verbindung mit seinem Bemühen, es allen recht zu machen, haben dem Berner Sennenhund einen vorderen Platz in der Beliebtheitsskala eingebracht. Je nach Charakter zeigt sich ein Hund dieser Rasse lebhaft bis träge.

Besonders ein Sommer mit großer Hitze kann einen Hang zur Trägheit verstärken.

Das verwundert kaum – ist doch das Fell der Schweizer Hunderasse lang, dicht in der Unterwolle und dabei weich. Es sollte glatt anliegen beziehungsweise maximal etwas gewellt sein. Ein sattes Schwarz bildet die Grundfarbe des dreifarbigen Hundes. Hinzu kommen rostbraune Streifen und eine weiße Blesse.

Zudem ist das Weiß an der Brust und den Pfoten zu finden, häufig ebenfalls an der Schwanzspitze. Die Verteilung der Farben ist möglichst symmetrisch erwünscht.

Fellpflege

Der Aufwand für die Fellpflege eines Berner Sennenhundes ist mäßig. Das gewissenhaft ausgeführte Durchbürsten ein-, zweimal in der Woche bildet die Basis – während des Fellwechsels kann es jedoch beinahe an jedem Tag angezeigt sein.

Wissenswertes

Für einen gesunden Berner Sennenhund gilt, ein Zuviel an Bewegung zu Beginn seines Lebens zu vermeiden. Die weichen Knochen und Gelenke sind zu schonen, ausgedehnte Ruhepausen müssen sein. Auch später ist ein Agility-Training wegen der hohen Anforderungen an Wendigkeit und Schnelligkeit für den durchaus temperamentvollen Hund keine erste Wahl.

Stattdessen ist er für lange Wanderungen zu begeistern – möglichst mit einem großen Anteil an Wasserspielen.

Bei entsprechend verantwortungsvoller Ausbildung steht der nur dezent ausgeprägte Jagdtrieb des Schweizers dem entspannten Freilauf nicht im Wege.

Im Winter, der von Berner Sennenhunden bevorzugten Jahreszeit, darf der Schnee nicht fehlen. Idealerweise im Zusammenspiel mit Kindern. Sie sind bei dem zurückhaltenden und vorsichtigen Hund stets gut aufgehoben.

Der Familienhund braucht Platz – die enge Wohnung in der dritten Etage wird diesem Bedürfnis nicht gerecht.

Mit Vorliebe hält sich der Berner Sennenhund im Freien auf, ein großer Garten, besser noch ein Bauernhof entsprechen eher seinem Anspruch. Das Bewachen der Familienbehausung nimmt er sehr ernst und Fremden gegenüber gibt er sich anfangs meist reserviert.

Doch dank einer hohen Reizschwelle verhält er sich ruhig und ohne Aggressivität; selten ist seine Stimme zu vernehmen.

Will der Halter eines Berner Sennenhundes seinem Begleiter Gutes tun, verbindet er die notwendige Bewegung mit einer Ausbildung, die dem Habitus des Hundes entgegenkommt.

Dazu gehört unter anderem der Einsatz als Rettungs- sowie Fährtensuchhund. Aufgrund seiner Herkunft eignet sich zudem noch immer die Arbeit als Zughund.

Geschichte

Dem Schweizer Kynologen Franz Schertenleib und dem Züricher Professor Albert Heim ist es zu verdanken, dass die Rasse vor dem Untergang bewahrt wurde.

Franz Schertenleib durchforstete das Land nach verbliebenen Berner Sennenhunden, die damals noch unter diversen anderen Namen bekannt waren :

  • Gelbbäckler
  • Vieräugli
  • Käser-Hund
  • Durrbachler

1908 änderte der gegründete Club den Namen dann in „Berner Sennenhund“. Im Jahre 1910 konnte Albert Heim bereits 107 Hunde dieser Rasse auf einer Ausstellung richten.

Der Grossteil der vorgestellten Hunde entprach dabei dem geforderten Typ und so war die Zucht des Berner Sennenhundes wieder auf einem guten Weg.

Er sollte weder im Zwinger, noch an der Kette oder isoliert im Garten gehalten werden. Eine derartige Haltung führen zu seiner Degeneration. Daher sollte er auch unbedingt in der Familie integriert werden und teilhaben können am Leben in der häuslichen Gemeinschaft.

Der Berner Sennenhund ist völlig ungeeignet für die Zwingerhaltung. 

Züchter bei Welpen.de