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Alpenländische Dachsbracke

Steckbrief Alpenländische Dachsbracke

Um es vorwegzunehmen: Alpenländische „Dachsbracke“ ist keine mundartliche Verballhornung, wie es reines Hochdeutsch sprechende Zeitgenossen vermuten könnten. Hinter der Rassebezeichnung verbirgt sich vielmehr der FCI-Standard mit der Nummer 254.

Seit 1991 führt die größte kynologische Organisation diesen besonderen Typ eines Jagd- oder Wildbodenhundes. Österreich hat sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts seiner Zucht angenommen und zeichnet für das Patronat heute verantwortlich.

Verwendung

Zu den bevorzugten Beutetieren der Dachsbracke gehören Füchse, Hasen und das Schalenwild, nur eben nicht der Dachs. Die Rassebezeichnung verweist stattdessen auf die Stellung des Hundes zwischen dem Dachshund und hochläufigen Laufhunden.

100 Jahre Zucht der Alpenländischen Dachsbracke
  • Helmut Hafemann
  • Neumann-Neudamm Melsungen
  • Auflage Nr. 1 (15.05.2011)
  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten

Letzte Aktualisierung am 28.06.2017


Der auch Alpine Dachsbracke genannte Vierbeiner ist eng mit der in Deutschland beheimateten Westfälischen Dachsbracke verwandt.

Aufgrund des im Erzgebirge lange Zeit angesiedelten Zuchtgebietes war bis etwa 1975 der Name Alpenländisch-Erzgebirgler Dachsbracke geläufig. Am wenigsten spekulativ in Bezug auf ihre Wurzeln ist die vorangegangene Kreuzung von Bracke und Dackel.

In ihrem Aussehen sehr ähnliche Hunde sind bereits lange vor ihrer Anerkennung als Schweißhunde-Rasse in Verwendung. Mit ihrer Hilfe gelingt dem Jäger die sichere Nachsuche des verletzten und blutenden Wildes (bluten = schweißen). Ebenso erfolgreich ist die Alpenländische Dachsbracke bei der Brackier- und Stöberjagd.

Sie folgt mit aufgeregtem und hohem Laut der Fährte des hochgejagten Wildes und treibt es dem Jäger zu. Ihrer Arbeit vor und vor allem nach dem Schuss geht sie unerschrocken, ausdauernd und anspruchslos nach.

Alpenländische Dachsbracke Wesen

Die Jagd an sich ist der Lebensinhalt dieses Hundes. Hier will er ausgiebig beschäftigt und maßgeblich gefordert werden.

Das ist einer der Gründe dafür, dass die meisten Züchter ihre Welpen ausschließlich an Jäger und Förster abgeben.

Sie sind der Meinung, ohne jagdliche Aufgaben und einem Leben in Wald und Gebirge kann ihrem wertvollen Nachwuchs kein artgerechtes Leben in Aussicht gestellt werden.

Das reine Familienleben und ein Gassigehen an der Leine unterfordern und dies wird dem Wesen des Österreichers kaum gerecht. Der robuste Jagdhund schreckt nicht davor zurück, sich ausreichende Jagdmöglichkeiten eigenständig zu suchen, werden sie ihm vorenthalten.

Wird dem Vierbeiner das regelmäßige Erleben der Jagd und der Jagderfolg gewährt, ist das Zusammenleben des Hausgenossen innerhalb der Familie harmonisch und ruhig. Diese Ruhe und die Menschenfreundlichkeit allen großen und kleinen Familienrudelmitgliedern gegenüber zeichnen ihn aus.

Gepaart mit Einfühlungsvermögen und Konsequenz gewinnt der Rudelführer einen Begleiter, den niemand jemals missen möchte.

Und dazu besteht keinerlei Anlass. Mit 34 bis 42 Zentimeter Schulterhöhe und 16 bis 18 Kilogramm ist  der Alpenländer etwas größer und schwerer als sein deutsches Pendant. Er stellt damit keine erwähnenswerten Ansprüche an die Transportmöglichkeiten oder an seine Unterkunft.

Letztere bewacht er aufmerksam, ohne für sich das Prädikat Kläffer einzufordern. In Deutschland ist die Alpenländische Dachsbracke vergleichsweise selten anzutreffen. Der VDH weist für die Rasse ein Zehntel der Würfe von zum Beispiel Chihuahua beziehungsweise Langhaar-Collies aus.

Dabei ist der handlich kleine Gebrauchshund, abgesehen von seinem Bewegungsanspruch, relativ pflegeleicht.

Fell

Die Behaarung ist idealtypisch ein dunkles Hirschrot. Eine leichte schwarze Stichelung und ein Abzeichen in Rot-Braun am Kopf, an der Brust, den Läufen und Pfoten vervollständigen das äußere Erscheinungsbild mit hohem Wiedererkennungswert.

Das Haarkleid des wetterfesten Gebrauchshundes besteht aus sehr dichtem Stockhaar, welches am Körper anliegt. Darunter schützt ordentlich Unterwolle zusätzlich den Vierbeiner mit dem freundlichen und klugen Gesicht. Sein Fell pflegt hin und wieder der Bürsteneinsatz. Vor allem nach dem Aufenthalt in Feld und Wald bekommt dem ansonsten anspruchslosen Haarkleid die ausgiebigere Pflege gut.