Auf einen Blick: Der Africanis (Afrika + Canis) ist eine sehr alte afrikanische Landrasse, deren Vorfahren vor etwa 7000 Jahren in Ägypten belegt sind und die im südlichen Afrika durch Knochenfunde seit etwa 570 n. Chr. belegt ist.
Er entwickelte sich über Jahrtausende unverfälscht nach natürlicher Selektion und wird als schlanker, hochbeiniger, ausdauernder und genügsamer Laufhund mit spitzer Nase und aufrecht getragenem Schwanz beschrieben.
Über den Kontinent trug er viele Namen wie Bantu-Hund, Zulu-Hund oder Chien du Nord und diente als Jagd-, Hüte- und Wachhund; er bildete zudem die Zuchtgrundlage für den Rhodesian Ridgeback. Eine Anerkennung als eigenständige Rasse durch die FCI ist bisher nicht erfolgt.
- Herkunft Südliches Afrika (Landrasse)
- Größe ca. 50–62 cm
Africanis Steckbrief/ Rasseportrait
Der Africanis ist eine sehr alte Hunderasse. Seine Wurzeln liegen in Afrika. Und daher hat er auch seinen Namen: Afrika + Canis = AfriCanis.

Geschichte
Genauer gesagt geht man davon aus, dass der AfriCanis vor ca. 7000 Jahren zunächst nur in Ägypten aufzufinden war. Zumindest gibt es frappierend ähnliche Bilder dieser Hunde auf alten Wandgemälden.
Die Zeichnungen zwischen den uralten Hieroglyphen zeigen unzweifelhaft den Vorfahren dieses schlanken, hochbeinigen Hundes. Sein lustig gedrehter Schwanz soll Grundlage für eine Hieroglyphe sein.
Immerhin soll es dann mehrere Jahrtausende gedauert haben, bis der AfriCanis seinen Weg nach Südafrika gefunden hat. Dort soll er seit der Eisenzeit anzutreffen sein; die ältesten bisher gefundenen Hundeknochen im südlichen Afrika stammen aus der Zeit um 570 n. Chr.
Schon damals haben Hunde Menschen begleitet, auch dort in Südafrika. Die Hunde waren sowohl während der Jagd als auch beim Hüten von Weidetieren präsent und wurden dadurch domestiziert. Der AfriCanis galt jedoch keinesfalls als eigenständige Rasse.
Namen
Vielmehr hatte er viele Namen, je nachdem, bei wem er sich aufhielt, wurden ihm unterschiedliche Namen gegeben.
In Übersetzungen der letzten Jahrhunderte fand man den AfriCanis häufig unter der Bezeichnung Bantu-Hund, da man ihn häufig bei Bantu-Stämmen vorfand. Eine ähnliche Erklärung gibt es auch für den Namen Zulu-Hund.
In älterer Literatur tauchen außerdem Namen auf, die sich auf die Khoikhoi beziehen und heute als abwertend gelten.
In Südafrika war bis vor einigen Jahren außerdem eine Bezeichnung verbreitet, die heute als rassistisch gilt und nicht mehr verwendet wird; inzwischen wird er im südafrikanischen Raum jedoch häufig als Mischlingshund benannt.

Verbreitung
Der AfriCanis ist heute über den ganzen afrikanischen Kontinent verbreitet. Und je nachdem, in welcher Umgebung man ihn findet, variieren auch seine Bezeichnungen. So heißt er in Mali „Chien du Nord“ und man findet ihn dort häufig als den Hüter und Beschützer von Schafen. Er soll Schakale abwehren, und das macht er auch meist sehr erfolgreich.
In Mauretanien ruft man ihn „Sahelien“ und in Ghana „Pipye-dog“. Auch wenn er überall unterschiedliche Namen hat, eines ist immer gleich: sein Aussehen.
Man kann ihn sich vorstellen wie einen Basenji, einen Sloughi oder Azawakh. Ein typischer Windhund eben oder ein Windspiel. Seine Nase ist spitz, sein Gesicht langgezogen mit gewölbter Stirn. Dreieckige Ohren – sie können aufgerichtet sein oder hängend.
Begegnet man diesen Tieren in ihrer natürlichen Umgebung in Afrika, dann sieht man einen wahrlich hitzebeständigen Läufer, oftmals so schlank, dass er fast verhungert wirkt.
Verstärkt wird dieser Eindruck durch einen großen, geräumigen Brustkasten – diese Hunde können sehr ausdauernd laufen. Daher auch die sehr langen Beine, ideal, um in dem heißen Klima schnell weite Strecken zurücklegen zu können.
Ansonsten trägt er alle Merkmale der eleganten, stolzen, feingliedrigen Laufhunde. Ein AfriCanis ist unverwüstlich: ausdauernd, agil und strapazierfähig, dabei extrem genügsam.
Fell
Eine einheitliche Farbe gibt es beim AfriCanis nicht. Sein Fell ist kurzhaarig und es kann einfarbig sein in vielen Farben, oder gefleckt in sämtlichen Schattierungen. Der Schwanz wird immer fröhlich aufrecht getragen. Die Größe der einzelnen Tiere kann stark abweichen.
Häufig findet man ihn als wilden Hund. Lebt er mit Menschen zusammen, dann gilt er als Hüte- oder Wachhund, mitunter auch als Jagdbegleiter.
Sein Leben in Afrika ist nicht leicht. Man toleriert ihn höchstens dann, wenn er für den Menschen von Nutzen ist. Die wilden Africanis sind jedoch schlecht gelitten, werden geschmäht und verjagt, häufig sogar geschlagen und mit Steinen beworfen. Man lässt diese Tiere grundsätzlich nie ins Haus. Und dennoch suchen diese Hunde immer wieder die Nähe der Menschen.
Obwohl auch die ersten Kolonialisten diese wilden Hunde verachteten, erkannten sie deren Potenzial und nutzten es für sich. Insbesondere die Furchtlosigkeit des AfriCanis brachte die Menschen auf den Gedanken, mit ihm zu züchten.
Und so kam es, dass der AfriCanis die Zuchtgrundlage für eine besonders edle Rasse bildet, die wir alle kennen: den Rhodesian Ridgeback.
Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts fand der afrikanische Hund größere Beachtung. Der bekannte und geschätzte Kynologe Johan Gallant erkannte in diesem afrikanischen Urhund eine eigenständige Rasse.
Er vertrat die Ansicht, dass die Wurzeln dieser Hunde in prähistorischen, wilden Rudeln in Arabien und Indien liegen.
J. Gallant hat zu diesem Thema ein spannendes Buch herausgegeben, das leider nur in englischer Sprache erschienen ist: Johan Gallant „The Story Of The African Dog“, Pietermaritzburg : University of Natal Press, 2002, ISBN: 1869140249 / 9781869140243.
Gallant war es, der den AfriCanis in den Focus des Interesses brachte. Man erkannte, dass diese Hunde eine uralte, unverfälschte Geschichte haben.
War der AfriCanis sehr lange als verwilderter Verwandter von edlen, europäischen Rassehunden betrachtet worden, so musste man sich nun der Tatsache stellen, dass dem gar nicht so war.
Vielmehr ist der AfriCanis selbst eine der ältesten Landrassen auf der Erde überhaupt. Während tausenden von Jahren hat sich diese Rasse völlig unverfälscht entwickelt, nämlich vor allem nach natürlichen Selektionskriterien, beeinflusst lediglich durch die Vorlieben der Menschen, bei denen die Hunde lebten. Eine derartige Historie ist nahezu einmalig und bedarf der besonderen Aufmerksamkeit.
Im Zuge dieser neuen Öffentlichkeit erhielten diese Hunde denn auch ihren Namen und werden fortan unter der Bezeichnung „AfriCanis“ geführt.
Seit 1998 gibt es eine Vereinigung in Südafrika, die sich diesen Hunden verschrieben hat, die „Africanis Society of Southern Africa“.
[Anmerkung: Auf der Website finden Sie einige Bilder der Hunderasse]
Ziel dieser Vereinigung ist der Schutz der Hunde und der Erhalt des genetischen Erbes dieser wunderbaren Tiere.
In Europa findet der Africanis inzwischen auch Beachtung, eine Anerkennung als eigenständige Rasse durch den FCI erfolgte bisher jedoch noch nicht.
Kann man in Deutschland einen Africanis kaufen?
Die bereits erwähnte Africanis Society of Southern Africa wurde von Edith und Johan Gallant gemeinsam mit dem Archäologen Udo Küsel gegründet. Ihr Ziel ist ausdrücklich nicht, aus dem Africanis eine einheitliche Rassehundezucht zu formen. Die Hunde sollen als vielgestaltige Landrasse in den ländlichen Gebieten des südlichen Afrikas erhalten bleiben. Hunde aus südafrikanischen Townships, die über den Tierschutz vermittelt werden, sind nach Auffassung der Gesellschaft in aller Regel keine Africanis, sondern Mischlinge.
Wird Ihnen in Europa ein „Africanis-Welpe“ angeboten, fragen Sie deshalb genau nach der Herkunft der Elterntiere und nach Gesundheitsuntersuchungen. Rechnen Sie bei einem Hund, dessen Vorfahren als Jagd-, Hüte- und Wachhunde lebten, mit Wachsamkeit und Interesse an Wild – eine sorgfältige Sozialisierung in den ersten Lebensmonaten zahlt sich hier besonders aus. In Deutschland darf ein Welpe erst im Alter von über acht Wochen von der Mutter getrennt werden.
Häufige Fragen
Woher stammt der Africanis?
Seine Wurzeln liegen in Afrika. Vorfahren sind bereits vor etwa 7000 Jahren in Ägypten auf Wandgemälden belegt; im südlichen Afrika sind Hunde durch Knochenfunde seit etwa 570 n. Chr. belegt. Heute ist er über den gesamten afrikanischen Kontinent verbreitet.
Ist der Africanis eine anerkannte Rasse?
Der Kynologe Johan Gallant erkannte ihn als eigenständige, uralte Landrasse. Eine Anerkennung als eigenständige Rasse durch die FCI ist bislang jedoch nicht erfolgt.
Wie sieht der Africanis aus?
Er ist ein schlanker, hochbeiniger Laufhund mit spitzer Nase, langgezogenem Gesicht und dreieckigen Ohren. Sein kurzhaariges Fell hat keine einheitliche Farbe, der Schwanz wird aufrecht getragen, und die Größe der Tiere kann stark variieren.
Wofür wurde der Africanis genutzt?
Lebt er mit Menschen zusammen, gilt er als Hüte- oder Wachhund und mitunter als Jagdbegleiter. In Mali etwa bewacht er Schafe und wehrt Schakale ab.
Wie groß wird ein Africanis?
Für die meisten Africanis wird eine Schulterhöhe von etwa 50 bis 62 cm angegeben. Einen festen Standard gibt es nicht, deshalb unterscheiden sich die Hunde je nach Region in Größe und Körperbau. Typisch ist ein dunkler Fleck weit oben auf der Rute, dort, wo Wölfe eine Duftdrüse tragen. Verlässliche Angaben zu Gewicht und Lebenserwartung liegen nicht vor.
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Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.
