dobermann rassebeschreibung

Dobermann

Dobermann Charakter, Erziehung und Haltung

Detailliert beschrieben ist der Ursprung einer Hunderasse, die eng mit einem ihrer ersten Züchter verbunden ist. Der Dobermann trägt den Namen eines Mannes seiner Zeit.

Mein gesunder Dobermann
  • Lowell Ackerman
  • Herausgeber: Verlag Eugen Ulmer
  • Gebundene Ausgabe: 120 Seiten

Letzte Aktualisierung am 17.04.2018


Für Friedrich Louis Dobermann stehen im auslaufenden 19. Jahrhundert Gebrauchseigenschaften wie Mannschärfe, Unbestechlichkeit und absolute Verlässlichkeit im Vordergrund.

 

dobermann rassebeschreibung
© Sinnlichtarts – Fotolia.com

Er bedient sich als  Ausgangsmaterial für die schnellen Zuchterfolge der Einfachheit halber aus seinem eigenen „Vorrat“.

Es sind besonders scharfe Hunde, die er als Hundefänger im Raum Mittel-Thüringen von den Straßen weggefangen hat. Unterschiedliche Schäfer- und Fleischerhund-Rassen, große scharfe Hunde wie zum Beispiel Doggen, stehen für die ursprüngliche Zuchtausrichtung.

In späterer Verwendung zeichnet sich der Dobermann durch seinen Mut und seine Selbstsicherheit ebenso aus, wie durch seine Unerschrockenheit.

Sogar Gewalt und Lärm verwirren ihn kaum. Der als „Gendarmenhund“ bekannte Vierbeiner arbeitet im Wachdienst, bei der Polizei und beim Militär.

In beiden Weltkriegen stellen Dobermänner sich als Melde-, Minensuch- und Sanitätshunde unter Beweis, selten jedoch ohne dabei ihr Leben zu lassen.

Herkunft der Rasse Dobermann

Um 1870 beschloss der Steuereintreiber und nebenberufliche Hundefänger Louis Dobermann, der in Ausübung seines Hauptberufes auch gefährliche Gegenden zu bereisen hatte und bei säumigen Steuerzahlern teilweise Überzeugungsarbeit leisten musste, sich zu diesem Zwecke seinen eigenen, möglichst einem großen Pinscher ähnlichen, Schutzhund zu züchten.

Zur Erreichung des Rassetypes wurde der alte Deutsche Schäferhund benutzt, der sich durch Intelligenz, Gesundheit und Härte auszeichnet. Des Mutes und der Reaktionsfähigkeit wegen wurden Deutsche Pinscher eingekreuzt.

Der Rottweiler brachte ebenfalls Mut, sowie Schutztrieb und Kraft, der Weimarer die Jagdfähigkeiten und den ausgezeichneten Geruchssinn. Die Schnelligkeit kam vom englischen Greyhound, Fell und Farbe vom Manchester Terrier, wogegen die Auflichtungsfaktoren im allgemeinen Mastiffgenpool zu finden sind.

Es gehörte schon einiger Mut dazu, diese zur Anfangszeit der Rasse sehr scharfen Hunde zu halten, doch genau dieser Ruf brachte den Dobermann auch nach Amerika. Um die elegante äußere Linie zu vervollständigen, wurden vorhandene Wolfsklauen entfernt.

Da man die zu der Zeit gelegentlich auch stummelschwänzig geborenen Welpen sehr schätzte, wurde seitdem auch viel coupiert. In den USA noch erlaubt, ist das ebenfalls jahrelange erfolgte Ohrencoupieren in den meisten europäischen Ländern mittlerweile verboten.

Einen großen Verdienst an den Verbesserungen der Rasse hatte Otto Goeller, der nach Louis Dobermanns Tod die Rasse weiterzüchtete und den ersten hervorragenden Zuchtrüden, Hellegraf von Thueringen, hervorbrachte.

Da während des Ersten Weltkrieges, als erstmals eine größere Anzahl von Tieren in die USA eingeführt wurde und in Deutschland Dobermänner teilweise zu Kriegsdiensten eingesetzt wurden, viele Hunde aber wegen Futtermangel eingeschläfert wurden, erfolgte eine intensivere Zucht hier erst wieder nach Kriegsende.

In den USA wurde der Dobermann hingegen sogar zum „Marine War Dog“ ausgezeichnet. Aufgrund der sehr großen Loyalität ihrem Herren gegenüber werden viele Dobermänner zu Wach-, Polizei- und Rettungshunden, aber auch zu Blindenhunden ausgebildet.

Sie erfüllen fast jede Aufgabe, die man von ihnen verlangt, hervorragende Schutzhundeausbildungen genauso wie spektakuläre Gruppenvorführungen.

Der schlechte Ruf, der bei vielen Menschen aufgrund der Hetze der heutigen Sensationsmedien teilweise eine sehr große Furcht vor Dobermännern erregt, ist in den meisten Fällen jedoch nicht gerechtfertigt.

Zwar brauchen sie infolge ihrer Wesensveranlagung, sie sind natürliche gute Wächter, eine frühzeitige Sozialisation mit Mensch und Tier und auch möglichst eine autoritäre Erziehung, aber sie sind durch eine planmäßige Zucht heutzutage so der Umwelt angepasst, dass auch Fremde sie anfassen können.

Der Dobermann von heute, ein eleganter leichtfüßiger Hund mit adeligen Zügen, liebt es am meisten, in der Nähe seines Herren zu sein. Da sie in der Regel alles fressen, was sie finden, gehen viele Besitzer davon aus, dass etwas ziegenartiges in den Fressgewohnheiten ihres Tieres liegen könnte.

Verwendung

Zu den aktuell in Deutschland zugelassenen Diensthunderassen gehört neben weiteren der Dobermann. Beispielsweise bei der Polizei sind sein Schutztrieb, die gute Nasenleistung und die Fähigkeit zur Unterordnung nach wie vor gefragt.

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Der Dobermann gilt vielen als das Idealbild eines Hundes. Seine stolze Haltung drückt Entschlossenheit aus.

Die Schulterhöhe von Hündinnen dieser Rasse beginnt bei 63 und endet mit 68 Zentimetern dort, wo sie bei Rüden im unteren Bereich liegt und dann mit 72 Zentimetern ausgereizt ist. Hündinnen bringen es auf 32 bis 35 Kilogramm Gewicht, die Rüden weisen noch einmal bis zu zehn Kilogramm darüber auf.

Der kräftige und muskulöse Körper harmoniert mit dem kurzen und dichten Fell. Das Haarkleid ohne Unterwolle ist sehr pflegeleicht. Es liegt dicht an und glänzt in Schwarz oder Braun.

Klar abgegrenzte rostrote Abzeichen, gemäß Standard an unterschiedlichen Körperstellen erwünscht, ergeben das typische Erscheinungsbild. Die hoch angesetzten Ohren hängen leicht nach vorn gerichtet und die Rute ist lang. Das Kupieren ist seit vielen Jahren ausdrücklich verboten.

Die von der FCI unter der Standard-Nummer 143 geführte Gebrauchs- und Begleithunderasse hat Einzug in die moderne Familie gehalten. Die Vielfältigkeit und ein nicht erlahmendes Interesse des Dobermanns macht vieles möglich. Innerhalb des Verbandes bindet sich der Hund vorwiegend an eine Person.

Sie sollte Erfahrung im Umgang mit Angehörigen der mitunter umstrittenen Rasse besitzen. Ein Anfängerhund ist der Dobermann sicher nicht.

Sein natürlicher Schutzinstinkt, das Durchsetzungsvermögen wie das Ausnutzen von Schwächen des Halters durch den Hund, erfordert die früh einsetzende, strikte und doch liebevolle Sozialisation.

Gelingt die konsequente Erziehung, vorzugsweise mit professioneller Hilfe, steht einem Zusammenleben von Familie und Dobermann nichts im Wege.

Dobermann Wesen

Den familieneigenen Kindern ist der Vierbeiner sehr zugetan, dennoch lässt der verantwortungsbewusste Hundebesitzer sein Tier in der Nähe der Heranwachsenden nicht unbeobachtet. Fremden Personen misstraut der unbestechlich auftretende Dobermann.

Sie wollen ihm vorgestellt werden und erhalten damit die Zutrittsberechtigung. Sein Territorial-Denken kann deutlich ausgeprägt sein, hier ist der vorausschauende Mensch in der Pflicht, darauf angemessen zu reagieren.

Das gilt gleichermaßen für die manchmal zu beobachtende Bellfreudigkeit oder eine Überreaktion beim Zusammentreffen mit anderen Hunden.

dobermann welpen
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Grundsätzlich geht die Wohnungshaltung auch für den Dobermann in Ordnung. Er benötigt in jedem Fall einen eigenen Platz; seinen Rückzugsort. In erster Linie zählt die Zugehörigkeit zur Bezugsperson und der Familie. Alles Weitere geschieht außer Haus. Ebenda stellt der Mensch die Weichen für sinnvolle Beschäftigung, kreative Aufgaben und Herausforderungen.

Ist Körper und Geist des temperamentvollen Hundes ausreichend in Bewegung, ergibt sich die Ausgeglichenheit zu Hause quasi von selbst.

Dem hervorragenden Fährtenhund liegen Suchspiele, gern in Verbindung mit langen Spaziergängen. Er ist an allem interessiert, was um ihn herum passiert. Aufgrund seiner guten Auffassungsgabe und dem Hang, sich nützlich machen zu wollen, gelingt es dem Hundeführer leicht, seinen Gefährten für den Hundesport zu begeistern.

Eine Antwort auf die Frage, ob Agility, Obedience oder lieber eine Ausbildung für den Einsatz im Rettungswesen, gibt das ganz individuelle Naturell des Mensch-Tier-Teams.

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