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jack russell terrier welpen

Jack Russell Terrier

Jack Russell Terrier Charakter, Erziehung und Haltung

Der Jack Russell Terrier ist im wahrsten Sinne des Wortes ein „Erdhund“. Terrier – der lateinische Wortstamm „Terra“ steht für Erde oder Land – sind durch und durch erdverbundene Hunde.

Letzte Aktualisierung am 24.01.2018


Ein Terrier liebt das Arbeiten mit dem Boden und darin. Seine kurzen Läufe lassen ihn auch körperlich der Erdoberfläche stets nahe sein.

Unterschieden werden zwei Russell-Terrier-Varietäten: der hochläufige Parson Russell Terrier und der kleinere, als niederläufiger Terrier klassifizierte Jack Russell Terrier. Beide Hunderassen haben eine geschichtliche Verbindung zu John Russell (1795 – 1883).

hunderasse jack russell terrier
© Gilly Smith / Fotolia.com

Dessen Begeisterung für den vielseitigen Vierbeiner ist in dem Wesen und dem Namen der Hunderasse dokumentiert. Jack Russell, wie der vorgenannte britische Hundezüchter und Pfarrer gerufenen wird, züchtet erfolgreich Foxterrier.

Sie bilden vor rund 150 Jahren den Zuchtstamm seiner Terrierzucht und Großbritannien ist damit das Ursprungsland der mit Ausdauer, Kraft, Wendigkeit und viel Raffinesse ausgestatteten Klein-Terrier.

jack russell terrier
© Meowgli / Fotolia.com

Jack Russell Terrier Verwendung

Eine gute Portion Selbstbewusstsein und geistige wie körperliche Beweglichkeit brauchen die Hunde zur Erfüllung der an sie gestellten Anforderungen. Die Verteidigung von Hof und Haus gegen Ratten und anderes Getier zählen ebenso dazu wie ihre Aufgaben bei der Fuchs- und Dachsjagd.

Durch die Jagd gewinnt der Terrier in Australien eine große Bedeutung und im Jahr 2000 wird die Rasse offiziell von der FCI anerkannt. Der Einfluss dieses Landes spiegelt sich in der Entwicklung der Rasse wider. Heute obliegt Australien die Schirmherrschaft für den aktuellen FCI-Rassestandard mit der Nummer 345.

Aussehen

Der Jack Russell Terrier gehört zur Gruppe der Terrier. Sein Ursprung ist in England zu finden. Bei der Schulterhöhe wird in zwei Gruppengrößen unterteilt, 23 – 30,5 cm und 30,5 – 38 cm, dabei liegt das Gewicht zwischen 5 – 8 kg.

Das Fell ist bei den meisten größeren Jack Russells rauhhaarig, die kleineren Arten haben dagegen meist ein kurzes, glatthaariges Fell. Die vorherrschende Fellfarbe ist weiß (51 % und mehr erwünscht) mit schwarzen und/oder braunen Flecken, aber es gibt auch einen Typ mit sehr stark hellbraunem Fell.

Vor allem dem Einsatz als Fuchsjäger ist die Zuchtausrichtung hin zum kleinen rechteckigen Körperbau des Jack Russell Terriers zu verdanken. Die Löcher, in die der Hund zu gehen hat, sind eng.

Die kräftige Brustpartie und die vergleichsweise geringe Größe des Tieres (seine Widerristhöhe liegt ideal zwischen 25 und 30 Zentimetern) unterstützen den Jagderfolg. Die weiße Fell- Grundfarbe ist eine Art Lebensversicherung des kleinen Terriers – für die Jäger eine auffällige Farbe, die Verwechslungen mit dem Wild zu vermeiden hilft.

Schwarze, braune sowie lohfarbene Abzeichen, beziehungsweise deren farbliche Kombination, zieren das raue, glatte oder stockhaarige Fell.

Geschichte

Der Name „Terrier“ leitet sich vom lateinischen Wort „Terra = Erde“ ab. Als die Römer England eroberten, fielen ihnen die Hunde auf, welche die Einheimischen zur Jagd auf Tiere, die in unterirdischen Bauten lebten wie etwa Füchse, Hasen, Dachse und Ratten, benutzten.

Sie gaben diesen leidenschaftlichen Grabspezialisten den Namen „Terrarii“. Mitte des 19. Jahrhunderts lebte in England im Bezirk Devon der Pfarrer Jack Russell. Er gehörte zur Gruppe der sogenannten „Hunting Parsons“ (= jagende Pfarrer) der anglikanischen Kirche und hatte eine ausgesprochene Leidenschaft für die Fuchsjagd.

Viele der damaligen Fuchsjäger bedienten sich kleiner oder kurzläufiger Terrier, die vom Jäger auf dem Pferd bis zum Fuchsbau mitgetragen wurden, um dort die jagende Meute abzulösen und das Beutetier, welches sich in seinen Bau geflüchtet hatte, dorthin zu verfolgen und wieder aus dem Bau hinauszutreiben.

Pfarrer Jack Russell wünschte sich einen Hund, der nicht nur den Mut hatte, seine Beute unter der Erde zu stellen, sondern der auch ausdauernd genug war, der Meute der Jagdhunde zu Fuße zu folgen. Angeblich startete er seine eigene Zucht mit der Terrier-Hündin „Trump„, die er seinem Milchmann abkaufte.

Leider ist nicht bekannt, wie Russell seine Zucht geplant hat, jedoch ist sicher, dass sehr viele Einkreuzungen erfolgt sein müssen. Um den Hund besser vom Fuchs unterscheiden zu können, wurden Bullterrier verwandt, die neben der weißen Farbe gleichzeitig Härte und Aggressivität einbrachten.

Leider entstand daraus ein Hund, der seine Beute ohne Verbellen unter der Erde tötete. Um diese negative Eigenschaft zu beseitigen, wurden dann kleine Beagles eingekreuzt.

Obwohl beim Jack Russell Terrier viel Wert auf Jagdfreudigkeit und einen gewissen Killerinstinkt gegenüber Beutetieren gelegt wird, ist er Menschen gegenüber freundlich und treu, außerdem zeichnet ihn ein fröhliches Wesen und eine ausgeprägte Sauberkeit aus.

Fellpflege

Die Pflege des wetterfesten Haarkleides gestaltet sich unspektakulär.

Regelmäßiges Durchbürsten entfernt den gröbsten Schmutz und vor allem abgestorbenes Haar. Wasser und Hunde-Shampoo dürfen eine auf den „Notfall“ begrenzte Ausnahme nach Erd- und Wasserarbeiten bleiben.

der jack russell terrier
© Margarita Buzo / Fotolia.com

Wesen

Dieser angenehme Charakter macht ihn auch zu einem ausgezeichneten Wachhund und gleichzeitig zum idealen Spielgefährten für Kinder. Er verfügt über enorme Energiereserven und braucht deshalb viel Bewegung, da er ansonsten seine gute Kondition verlieren würde.

Er neigt zum Stromern und wenn er nicht eingezäunt ist, geht er auch gerne mal auf die Jagd. Sobald Jack Russells Beute wittern, vergessen sie alles, sogar Hunger und Durst. Es wird von drei Hunden berichtet, die einen Waschbären über 90 Meter weit durch ein Wasserrohr verfolgten und dann fast 2 Tage lang darum stritten, wem denn nun die Beute gehören würde.

Der Besitzer war schließlich gezwungen, einen Graben ausheben zu lassen, um wieder an seine Hunde zu gelangen. Im Jahre 1977 haben 4 Jack Russell Terrier innerhalb eines Tages drei Tonnen Ratten auf einer Geflügelfarm erlegt. Seine besondere Zuneigung zu Pferden sorgte dafür, dass er in den Reitställen der ganzen Welt sehr populär geworden ist.

Die Zeiten und die Lebensbedingungen haben sich grundlegend verändert, nicht so der Jack Russell Terrier in seinem Wesen. Er ist weiterhin auf die Jagd ausgerichtet und sein ausgeprägter Drang treibt den Hund an.

Das Jagen, Stöbern und Graben in der Erde bestimmt das Leben des Klein-Terriers. Dem kleinen Hund wird wie keinem Zweiten vieles verziehen. Der Charme des nimmermüden, stets forschenden und bisweilen lautstarken Energiebündels ist immens.

Ein Jack Russell Terrier ist eine Bereicherung des Familienverbandes, ein unerschrockener und Paroli bietender Spielgefährte für Kinder und überdies ein Hund für viele Arten von Bewegung.

Diese Haushunderasse macht alles mit, der Hund nimmt wie ein Schwamm Aufgaben, Spielanreize und noch so kleine Aufmunterungen auf und setzt sie um. Sein Kopf mit den mandelförmigen Augen und den kleinen, nach vorn fallenden Ohren ist ständig auf der Suche nach Gesten vom menschlichen Gefährten.

Je beweglicher und sportlicher jener ist, desto angenehmer ist es für den Jack Russell Terrier. Diese Beweglichkeit schließt das Führen und Anleiten zwingend ein. Der Hund ist kein Mitläufer, kein Tier für ein Dasein nebenher; jedem naiven Hundehalter wird er dies aufzeigen.

jack russell terrier welpen
© jagodka / Fotolia.com

Die Negativbeispiele eines kläffenden, nervösen und alles und jeden jagenden Begleiters werfen hin und wieder vollkommen zu Unrecht ein schlechtes Licht auf die Terrier-Rasse.

Eine fordernde und anspruchsvolle Erziehung, viel Auslauf und die artgerechte Beschäftigung lassen es hierzu nicht kommen. Dabei kann ein Agility-Training mit dem quirligen Kleinhund eine dankbare Herausforderung für Hund und Halter sein.

Züchter der Rasse finden Sie hier…