Österreichischer Pinscher

Österreichischer Pinscher

Österreichischer Pinscher Charakter, Erziehung und Haltung

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Hochzeit des altösterreichischen Landpinschers. Vielseitig und genügsam, hofgebunden und verlässlich lebt der Österreichischer Pinscher  ebenso robust wie naturverbunden als Bauernhund in Österreich.

Als direkter Nachfahre nimmt der Österreichische Pinscher , FCI Gruppe 2 , später seinen Platz auf den Bauernhöfen ein. Hier bewacht er den Hof und das Vieh, verwertet Küchen- und Schlachtreste oder vertilgt die kleinen Schädlinge auf der Scholle.

Österreichischer Pinscher
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Geschichte

Seit 1928 ist diese kontaktliebende Rasse in Österreich offiziell anerkannt, sie wird von der FCI unter der Standardnummer 64 gelistet. Der Österreichische Pinscher bringt alle Anlagen für einen vorzüglichen Familien- und Begleithund mit und macht als Hofhund nach wie vor eine gute Figur.

Züchter aus dem Ausland zeigten Interesse am Bauernhund. Deutschland, Dänemark, Belgien, die Niederlande und Finnland melden regelmäßige Würfe. Gleichwohl bleibt die Rasse in ihrer Existenz gefährdet.

Noch immer erblicken vergleichsweise wenige Welpen das Licht der Welt.

Wie bei allen Hundekäufen kommt es bei einem Genpool geringerer Größe einmal mehr auf die Auswahl eines verantwortungsvollen Züchters an.

Damit Risiken durch Erbdefekte aus In- und Linienzucht das neue Familienmitglied nicht betreffen. Die Lebensumstände rund um einen Hof liegen dem Ö-Pinscher, so die Kurzform seiner Rassenbezeichnung, förmlich im Blut. Der agile Vierbeiner kann sich hier einbringen und findet seine Rückzugsmöglichkeiten.

Diese sind ihm gleichermaßen als reiner Familienhund und als Bewohner einer Stadtwohnung zu gewähren. Besonders kleine Kinder sind dahin gehend anzuleiten, dem Hund mit genügend Verständnis und Rücksichtnahme zu begegnen. Gelingt dies, dankt es das Tier mit großer Anhänglichkeit und ist zu vielen Späßen aufgelegt.

Österreichischer Pinscher Wesen

Seine Pfiffigkeit steht dem Österreichischen Pinscher quasi ins Gesicht geschrieben.

Der charakteristische Schädel hat eine Birnenform und besitzt eine deutliche Stirnfurche. Er trägt hoch angesetzte und kleine Ohren, die hängend oder gekippt sind. Kleine rundliche Augen blicken aufmerksam den Menschen an und fragen nach der nächsten Aufgabe.

Der stämmige Naturbursche bringt es auf 42 bis 50 Zentimeter Widerristhöhe bei einem Gewicht zwischen 12 und 18 Kilogramm. Die Hündinnen unterschreiten die Maße der Rüden etwas.

Fell

Der Semmelhund, wie er wegen seiner semmelgelben Fellfarbe genannt wird, zeigt zudem braune, rote oder schwarze Haarkleider. Weiße oder lohfarbene Abzeichen auf Stirn, Kehle und Brust sowie an den Pfoten und der Rutenspitze unterstreichen sein keck-attraktives Erscheinungsbild.

Hierzu trägt die vorwitzig über dem Rücken getragene Rute bei, die Ähnlichkeit mit einer Sichel oder einem Posthorn aufweist. Das Deckhaar vom Ö-Pinscher ist kurz bis mittellang und liegt glatt an. Die dichte und kurze Unterwolle rundet das wetterfeste und abweisende Fell ab.

Getrockneter Schmutz ist leicht auszubürsten. Insgesamt benötigt es wenig Pflege und lediglich regelmäßiges Bürsten.

Für den aufgeweckten Alltagsbegleiter besteht keine Notwendigkeit, ihn beständig beschäftigen zu müssen. Mit seinem erstaunlichen Einfallsreichtum und seiner Spielfreude erfreut er die ihn umgebenden Menschen.

Österreichischer Pinscher sind ihren Familienmitgliedern sehr zugetan, lieben den Kontakt, sofern ihm sein Gegenüber bekannt ist.

Besucher beäugt er misstrauisch und unbestechlich, Eindringlinge meldet der Hund lautstark. Zum Problem kann das Bellverhalten werden, wenn er nicht ausgelastet ist.

Reichlich Auslauf in Form langer Spaziergänge und Wanderungen mit kleinen Einlagen bereiten dem Österreichischen Pinscher viel Freude. Seine Wendigkeit in körperlicher wie geistiger Hinsicht stellt er im Hundesport unter Beweis.

Er verfügt über Schnelligkeit und große Ausdauer. Auch Gehorsamsübungen meistert der kniehohe Allrounder mit Bravour.

Versteht der Hundehalter Spaß, hält er sich gern im Freien auf und erzieht er mit Liebe, Geduld und Nachdruck, findet der Österreichische Pinscher einen idealen Zweibeiner in ihm.

Mit diesen Voraussetzungen klappt das Zusammenspiel sogar mit einem Neuling in Sachen Hundehaltung. Bekanntes bringt den Vierbeiner nicht aus der Ruhe. Das Heranführen an unterschiedliche Gegebenheiten, fremde Menschen, Tiere und Geräusche helfen ihm, bei darauf folgenden Begegnungen mit diesen souverän umzugehen.

Die enge Bindung an das Haus und der kaum ausgeprägte Hang zum Streunen und Wildern machen Zäune überflüssig. Der Jagdtrieb des Rattlers aus Österreich beschränkt sich auf eben diese sowie mäusegroße Nager. Im Zusammenleben mit hofeigenem Vieh und Haustieren pflegt er neutrale bis freundschaftliche Beziehungen.