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kleiner rehbrauner pinscher

Zwergpinscher

Zwergpinscher Charakter, Erziehung und Haltung

Pinscher: Deutscher Pinscher und Zwergpinscher
  • Annette Schmitt
  • Verlag Eugen Ulmer
  • Gebundene Ausgabe: 128 Seiten

Letzte Aktualisierung am 22.09.2017


Der Zwergpinscher sei ein deutlich kompakteres Ebenbild des Deutschen Pinschers, ohne dass die geringere Größe dem Vierbeiner zum Nachteil gereicht. Die wohlmeinende Formulierung des allgemeinen Erscheinungsbildes im FCI-Standard der Nummer 185 steht in einem direkten Verhältnis zur großen Beliebtheit des Mini-Wächters.

Der Rassestandard sieht eine Grösse zwischen 25 – 30 cm vor, das Idealgewicht liegt dabei bei ca. 5 kg. Der Zwergpinscher hat ein kurzes, glattes Fell, welches weich und glänzend ist.

Auf Bildern mit fehlendem Größenmaßstab sehen sich die beiden Rassen manchmal zum Verwechseln ähnlich. Vier bis sechs Kilogramm wiegt der quadratisch anmutende Körper des aus Deutschland stammenden Zwergpinschers.

hunderasse zwergpinscher
© Matthias Krüttgen – Fotolia.com

Die Schulterhöhe des Tieres variiert zwischen 25 und 30 Zentimeter. Sein Kopf ist rund und lang gestreckt, er trägt hoch angesetzte v-förmig stehende Ohren oder Klappohren.

Fell

Das Fell des Zwergpinschers ist ein- beziehungsweise zweifarbig. Bis ins beginnende 20. Jahrhundert war die Farbvielfalt groß und die Pinscher liefen sowohl glatt- wie rauhaarig durch die Unterkünfte feiner Damen.

Die damals beliebten Schoßhündchen haben aktuell kurzes, dichtes und glatt anliegendes Haar. Es glänzt einfarbig in Rot- und Brauntönen.

Die Farben sind heute  entweder einfarbig rot mit verschiedenen Schattierungen oder schwarz, blau oder schokoladenbraun mit jeweils hellbraunen Abzeichen.

Der typische schwarzbraune Zwergpinscher hat Abzeichen an Hals, Unterkiefer, Lefzen, Backen, über den Augen, an Brust, Vorder- und Hinterbeinen, Pfoten und an der Unterseite der Rute. Dabei sind weisse Abzeichen an der Brust nicht erwünscht.

kleiner rehbrauner pinscher
© PozitivStudija – Fotolia

In einer rehbraunen Färbung wird der Hund zuweilen Rehpinscher genannt. Im englischsprachigen Raum ist zudem der Begriff Minipinscher verbreitet.

Neben der einfarbigen Varietät tritt der Zwergpinscher mit schwarzrotem bis lackschwarzem Haar und am Körper verteilten helleren braunen Abzeichen in Erscheinung.

Das Haarkleid ist ausgesprochen pflegeleicht, es besitzt keine Unterwolle. Hierauf ist bei sehr niedrigen Temperaturen Rücksicht zu nehmen und einer möglichen Unterkühlung vorzubeugen. Die Fellpflege ist wenig zeit- und arbeitsintensiv.

Bereits das gelegentliche Bürsten oder das Abreiben mit einem Fellpflegehandschuh reicht völlig aus, um die Behaarung gesund zu erhalten.

Geschichte

Der Zwergpinscher wird in Deutschland und Skandinavien schon seit Jahrhunderten gezüchtet, sein Vorfahr ist der deutsche Pinscher. Schon vor der Reinzüchtung aller Schnauzer- und Pinscherrassen gab es Zwergpinscher und -schnauzer.

Obwohl er wie ein kleiner Dobermann aussieht, besteht zwischen beiden keinerlei Verwandtschaft. Manche meinen, dass auch kleine Dachshunde und italienische Windspiele eingekreuzt wurden, um die Zwerggrösse zu erhalten.

Da sie auch eine  gewisse Ähnlichkeit mit einem jungen Reh aufweisen, werden sie manchmal auch als Rehpinscher bezeichnet. Als um 1895 der Deutsche Pinscherklub gegründet wurde, war zunächst noch das Zuchtziel, den Pinscher immer kleiner werden zu lassen.

Viele feine Damen der Jahrhundertwende schmückten sich gerne mit diesen winzigen Hunden, legten sie auf spezielle Kissen und hielten sie stets schützend in ihren Armen. Dem Klub, der sich nach einiger Zeit in Pinscher-Schnauzer-Klub umbenannte, ist es zu verdanken, das die Zuchtziele wieder in vernünftige Bahnen gelenkt wurden.

Der Zwergpinscher sollte genauso aussehen wie ein Pinscher im Taschenformat. Dabei sind so typische Zwerghundmerkmale wie ein runder Schädel, kleine, spitze Schnauze und grosse, vorstehende Augen ebenso unerwünscht wie ein überängstliches Wesen.

Bis zum ersten Weltkrieg hatte sich die Rasse wieder erholt und nachdem der Zwergpinscher um 1920 in die USA gelangte, gewann er dort sehr schnell an Beliebtheit. Bereits 1929 gründete sich der amerikanische Zwergpinscher-Klub und schon 1935 wurde auf einer Ausstellung in Chicago ein in Amerika gezüchteter Zwergpinscher Sieger in der Klasse der Zwerghunde.

In England wurde der Zwergpinscher nicht so schnell bekannt, was an den strengen Quarantänegesetzen, aber auch am Coupierverbot lag. In den USA und einigen anderen Ländern ist das coupieren der Ohren erlaubt, in England dagegen ist es streng verboten, weshalb englische Züchter eine eigene Zuchtlinie von sogenannten „Min Pins“ mit natürlichen Stehohren entwickelt haben.

In den USA zunächst noch als Terrier ausgestellt, wird er mittlerweile wie der Yorkshire als Toy eingeteilt, hat aber immer noch das Wesen eines echten Schnauzers. Seine natürliche Veranlagung machte ihn zu dem geborenen Austellungshund und liess in bereits zum „King of Toys“ avancieren.

In Italien, Dänemark und den Niederlanden gehört der Zwergpinscher zu den beliebtesten Kleinhundrassen.

Noch heute sieht sich die Mehrzahl der eingetragenen Rassehundevereine für Schnauzer und Pinscher gleichermaßen berufen.

Die Popularität der kleinen Pinscher-Rasse war und ist groß. Die Hunde hielten in vielen Scheunen die Nager im Zaum, sie begleiteten fahrende Händler ebenso wie manch eine Postkutsche.

Und sie überstanden Zeiten, in denen sie mit extrem kleiner Statur erwünscht waren. Die Begeisterung für das Jagen von Maulwürfen, Feldmäusen und selbst Ratten ist dem Zwergpinscher erhalten geblieben, seine Raubzeugschärfe ist nach wie vor lebendig.

Zwergpinscher Wesen

Überhaupt muss der Kleine körperlich richtig gefordert werden, um nicht nervös in der Unterkunft zum Störer zu mutieren und durch Verhaltensauffälligkeit zu glänzen. Kaum weniger störend wirkt sein Kläffen, wenn nicht von frühester Jugend an seine Wachsamkeit und seine eher niedrige Reizschwelle in der Erziehung entsprechende Beachtung findet.

Hat sich unerwünschtes Verhalten erst einmal verfestigt, gestaltet sich ein Gegensteuern erheblich schwieriger.

Grundsätzlich kommen Hundeanfänger angenehm mit dem lernwilligen Vertreter zurecht. Tipps und Unterstützung bekommt der Neuling auf diesem Gebiet in guten Hundeschulen. Hier kann sich der junge Hund mit den anderen Vierbeinern messen und erhält das notwendige Regelwerk von seinen Artgenossen vorgelebt.

Der lebhafte, temperamentvolle und selbstsichere Zwergpinscher ist ein Familienhund, der sich seinem Rudel eng verbunden fühlt. Dabei wählt der Vierbeiner seinen Rudelführer nach eigenen Vorlieben aus.

zwei zwerpinscher
© PozitivStudija – Fotolia

Mit den Kindern der Familie pflegt er ein gutes Auskommen. Hingegen beäugt er Fremde misstrauisch und unbestechlich, sie werden von ihm wachsam gemeldet. Sein Wesen und seine Größe sprechen nicht gegen eine Haltung in einer kleineren Stadtwohnung.

Zudem ist er lustig und spielfreudig, zärtlich und selbstbewusst. Er ist auch doppelt so grossen Hunden gegenüber völlig furchtlos. Aber auch fremden Menschen gegenüber ist er misstrauisch. Trotz seiner geringen Grösse ist er sehr mutig und ist ein ausgezeichneter Wach- und Haushund.

Zudem ist er auch noch ein hervorragender Rattenfänger. Insgesamt sind die Zwergpinscher ausserordentlich spielfreudige Hunde, die recht einfach zu halten sind und sich auch leicht erziehen lassen. Der dem Zwergpinscher sehr ähnliche „Prager Rattler“ lässt sich in Kunst und Literatur bis in das 14. Jahrhundert zurückverfolgen.

Damals schenkte der tschechische König Karl I. dem französischen König Karl V. einen solchen Hund als Gastgeschenk. Seit Anfang der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts wird diese alte Rasse in Tschechien wieder aufgebaut.

Als reiner Schoßhund jedoch will kaum ein Zwergpinscher sein Dasein fristen. Der ausgeglichene, gutmütige und intelligente Gefährte sucht mindestens so viel Action wie sein großes Pendant.

Wanderungen, Bergtouren, lange Ausflüge und, nach einer aufbauenden Vorbereitung, Touren mit dem Rad entsprechen seinem Ehrgeiz. Hundesportarten, Agility sowie Dog-Dancing bereichern sein Leben. Seine Spielfreude wirkt auf den Menschen geradezu ansteckend.