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Bichon frisè

Bichon Frisé

Bichon Frisé Charakter, Erziehung und Haltung

Kleines Rasseportrait – Bichon Frisè
Von Monika Sausen, Berlin

Der Bichon Frisè gehört zu der, noch weitere fünf Rassen umfassenden, alten Familie der „Bichons“. Als sein engster Verwandter gilt der Bologneser.

Seine Herkunftsgeschichte ist leider nicht mehr vollständig zu klären. Sicher jedoch ist, dass seine Ur- Ur- Ahnen bereits im Altertum in Ägypten, zur Zeit der Pharaonen und Pyramiden zu Hause waren.

Bichon frisè
© Viorel Sima – Fotolia.com

Der Bichon, die französische Bezeichnung für Schosshund, gehört zu den ältesten Rassen überhaupt.

Mumien kleiner weisser Schosshunde wurden schon in den Gräbern ägyptischer Pharaonen gefunden uns auch im antiken Rom waren diese kleinen weissen Hündchen schon die geliebten Begleiter der vornehmen Damen.

Besonders in Italien und Frankreich sind sie es viele Jahrhunderte lang geblieben. Dort gibt es kaum ein Gemälde adeliger Damen, auf dem nicht auch ein Bichon abgebildet ist. Er beglückte seine Herrin nicht nur durch sein liebliches Wesen, sondern hatte auch eine nicht ganz unwichtige praktische Funktion zu erfüllen.

In den Zeiten, wo es noch keine Zentralheizungen in den Gebäuden gab, diente der Bichon Frisé als Bettwärmer und als Heizkissen für Kranke. Seeleute und Reisende brachten den Bichon Frisé im 14. Jahrhundert von Teneriffa mit auf den europäischen Kontinent.

Zu der Zeit gab es vier verschiedene Schläge: Ténériffe, Malteser, Bologneser und Havaneser.

Der Bologneser stammt aus Italien und war der erklärte Liebling so berühmter Damen wie Madame Pompadour, Katharina der Grossen von Russland und Maria Theresia von Österreich.

Die Kanarischen Inseln lagen damals auf den Handelswegen der Phönizier, so dass die Hunde möglicherweise durch Tauschhandel auf die Insel Teneriffa gelangt sind. In Europa angekommen, gewann der Bichon Frisé durch sein entzückendes Aussehen und sein fröhliches Wesen sehr schnell an Popularität unter den höher gestellten Persönlichkeiten des Landes.

Allen Schlägen ist gemeinsam, dass sie Miniaturausgaben von Wasserhunden sind und die gleichen Vorfahren wie der Pudel, der Barbet und der Portugiesische Wasserhund haben. Ausserdem haben sie alle den gleichen Typ, das gleiche lebhafte, anschmiegsame Wesen und ein attraktives Fell, obwohl sich einige unabhängig voneinander entwickelt haben.

Lebten sie auf Teneriffa, nannte man sie „Bichon Tenerife“, in Bologna hiessen sie „Bologneser“ und die auf Malta lebenden wurden „Malteser“ genannt.

Der Havaneser gelangte höchst wahrscheinlich mit den Spaniern nach Kuba und erfreute sich dort in den reichen und vornehmen Kreisen grosser Popularität.

In der Renaissance im späten 14. Jahrhundert, war er der bevorzugte Liebling der Adligen und Reichen in Frankreich. Für dass einfache Volk jedoch war dieser kostbare „Schatz“ über lange Zeit hinweg unerreichbar. Dies sollte sich erst zur Zeit der französischen Revolution ändern.

Fast 400 Jahre lang hatte er ein schönes Leben als Schosshund des Adels und der Könige. Besonders im 16. Jahrhundert war er am französischen Königshof sehr beliebt. Durch die Französische Revolution endeten jedoch nicht nur für den Adel die sorglosen Zeiten im Überfluss, auch der ehemalige Liebling der Aristokratie, der Bichon Frisé musste fortan sein verwöhntes Dasein in Schlössern und Palästen gegen ein Leben auf der Strasse tauschen.

Er wurde zum Strassenhund und Haushund des kleinen Bürgers. Aber auch im Zirkus machte er Karriere, genauso wie der Pudel machte er sich dort durch seine Beweglichkeit und sein einnehmendes Wesen als gelehriger Artist nützlich.

Auch viele Drehorgelspieler, die damals noch in grosser Anzahl die Strassen bevölkerten, liessen sich fortan immer öfter vom Bichon Frisé begleiten. Während des ersten Weltkrieges verringerte sich die Anzahl der Bichons sehr stark und französischen Züchtern war es zu verdanken, dass die Rasse in den dreissiger Jahren wieder einen Aufschwung erlebte.

Bichon frisé
  • Monika Sausen
  • Herausgeber: Neumann-Neudamm Melsungen
  • Auflage Nr. 1 (15.11.2007)
  • Gebundene Ausgabe: 120 Seiten

Letzte Aktualisierung am 23.01.2018


Die französischen Züchter brachten die Rasse wieder nach Frankreich und kümmerten sich so intensiv um diesen kleinen Hund, dass er 1933 seinen noch heute gültigen Namen erhielt und sie schliesslich im Jahre 1934 die Anerkennung der Rasse durch den französischen Kennel Club erreichten.

In den Vereinigten Staaten erlaubte der AKC erst 1971 das Ausstellen der Rasse in der gemischten Klasse, Kanada folgte schliesslich nur ein Jahr später.

Zum Glück muss man heute weder adlig noch übermässig reich sein, um sich am entzückenden Aussehen und zauberhaften Wesen dieser heute immer noch recht seltenen Hunde erfreuen zu können.

Gleichwohl kann die Anschaffung unter Umständen recht mühsam sein und auch einiges an finanziellen Opfern erforderlich machen.

Die gezielte Zucht des Bichon frisè wurde -unter anderen- tatsächlich auf den Hunden aufgebaut die von Teneriffa stammten. Die Stammutter aller Bichon frisè wurde Teyde genannt.

Bis 1933 nannte man ihn „Bichon Tènèriffe „. Seit diesem Jahr wird er als Bichon a poil frisè von der FCI als eigenständige Rasse anerkannt.

Nach Deutschland kam er erst 1955; der erste Wurf erblickte 1956 in Bremen das Licht der Welt. Der Bichon frisè wird hierzulande vom VK / VHD (Verein für Kleinhunde) betreut, dort werden auch alle Welpen in das Zuchtbuch eingetragen.

Bichon Frisé Wesen

Der Bichon frisè ist ein charmanter Herzensbrecher, der mit seiner ganzen Liebe und Aufmerksamkeit an seiner Familie hängt. Er besitzt ein fröhliches, temperamentvolles und sehr zärtliches Wesen.

Durch seine ständigen Bemühungen, stets seinen geliebten Menschen zu gefallen, lässt er sich relativ leicht erziehen. Natürlich bedarf es auch bei seiner Erziehung einer gewissen Konsequenz, wie bei allen anderen Hunderassen auch.

Bichon frisè Bichon Frise
© Szabolcs Szekeres – Fotolia.com

Für Kinder und Jugendliche verkörpert er einen robusten und stets froh gelaunten kleinen Gefährten und Spielkameraden, der jeden Unfug mitmacht.

Da er so gut wie keine Aggression, weder gegen Mensch noch Tier zeigt, ist er ein verträglicher Zeitgenosse im Umgang mit anderen Hunden oder Haustieren wie Katzen, Meerschweinchen und Co.

Als Wohnungs- und Wachhund ist er eine ideale Besetzung, da er sehr wachsam ist, ohne jedoch zu viel zu kläffen. Wohnen Sie in einem Mietshaus, lernt er sehr schnell wer ins Haus gehört, er meldet dann nur noch Fremde.

Er liebt zwar ausgedehnte Spaziergänge, kommt aber auch mal einige Zeit ohne diese aus, da sich sein Bewegungsdrang in Grenzen hält.

Sein flauschiges Aussehen lässt seine Zähigkeit und Robustheit nur sehr schwer erahnen. Es fällt dem Bichon Frisé leicht, seinen Herren um den Finger zu wickeln, man schafft es kaum, diesem niedlichen Hündchen lange böse zu sein oder seiner Zuneigung zu widerstehen.

Er ist zwar sehr klug und selbstbewusst, trotzdem lässt er sich sehr leicht nur mit Worten erziehen.

Der Bichon frisè ist kein verzärteltes, zartgliedriges Hündchen, sondern ein robuster, kräftig gebauter Kleinhund. Sein Gewicht liegt bei ca. 5 bis 7 kg, je nach Größe.

Ein Hund mit 25 cm Schulterhöhe wiegt etwa 5 bis 5,5 kg. Somit ist er als „Handtaschenhund“ vollkommen ungeeignet. Seine Körpergröße beträgt nur 25 bis 30 cm, daher ist er auch für eine kleinere Wohnung als „Mitbewohner“ annehmbar.

Ein großer Vorteil dieser Rasse besteht darin, dass sie nicht haart, Sie finden also auf Ihrem Sofa, oder Ihrer Kleidung keine lästigen Hundehaare.

Der Bichon frisè ist ein lebhafter, kleiner Clown, der mit Ihnen gerne über Stock und Stein wandert, jedoch ist er auch mit wenig Auslauf zufrieden, da er sich ganz dem Lebensrhythmus seiner Besitzer anpasst.

Er ist ein überaus treuer und zuverlässiger kleiner Geselle, ihm ist jedes Wetter recht um seinen geliebten Menschen zu begleiten.

Regen und Kälte machen diesem robusten Hund wenig aus, solange er sich ausreichend bewegen kann. Man könnte den Bichon frisè kurzum als „Wetterfest“ bezeichnen.

Wegen seinem weißem Haarkleid benötigt er ca. alle 4 bis 6 Wochen ein reinigendes Bad, dies hängt aber von der Umgebung ab, in der er sich bewegen und austoben kann. Besitzen Sie z.B. einen Garten, in dem der Hund viel spielt und sogar buddeln darf, oder gehen Sie viel mit Ihrem Bichon in Wald und Flur spazieren, muss er sicherlich öfter gebadet werden.

Einfaches Abspülen seiner schmutzigen Pfötchen mit warmen Wasser reicht aber in den meisten Fällen bereits aus.

Der erwachsene Bichon frisè sollte regelmäßig, etwa zwei- bis dreimal in der Woche gekämmt und gebürstet werden, um ihn immer schön und gut gepflegt aussehen zu lassen.

Vernachlässigt man seine Pflege, wird sein Fell mit der Zeit bis auf die Haut verfilzen. Durch einen pfiffigen Modeschnitt entsteht sein niedlicher Teddylook.

Die erste deutschsprachige Lektüre ist erschienen.

Titel:
„Der Bichon frisè …. ein weißer Traum im Teddylook“
Autorin: Monika Sausen