hunderasse pudel

Pudel

Der Pudel gehört zur FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde. Obwohl umstritten ist, wo diese Rasse einst entstand, geht man heute beim FCI im allgemeinen davon aus, daß sein Ursprungsland in Frankreich zu finden ist, da er dort seine heutigen Merkmale erhalten habe.

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Man unterscheidet sie in vier verschiedene Schläge, die sich durch eine unterschiedliche Größe auszeichnen:

Großpudel, auch Königspudel genannt, mit einer Schulterhöhe von 45 – 58 cm.

Kleinpudel mit einer Schulterhöhe von 35 – 45 cm. Ihm wird die beste Gesundheit aller vier Schläge zugeschrieben.

Zwergpudel mit einer Schulterhöhe von 28 – 35 cm. Er erfreut sich besonders in den fünfziger Jahren einer ausgesprochenen Beliebtheit.

Toypudel mit einer Schulterhöhe von unter 28 cm.

Pudel: Charakter, Erziehung, Gesundheit
  • Stefanie Rumpf, Karin Pohl
  • Herausgeber: Cadmos
  • Taschenbuch: 80 Seiten

Letzte Aktualisierung am 22.07.2018


Nach heutigem Rassestandard beträgt die Idealgröße beim Toypudel 25 cm, aber die meisten Ausstellungshunde haben eine Größe von etwa 20 cm. Mancherorts wurde versucht, sogar noch kleinere Exemplare zu züchten, sogenannte Teacup-Pudel.

Da bei sehr kleinen Hunden immer Probleme auftauchen, insbesondere bei der Geburt, haben diese Teacup-Pudel aufgrund ihrer extremen Anfälligkeit jedoch keine Existenzgrundlage im Standard gefunden.

Das Fell der Pudel ist fest und dicht mit für den Pudel so typischem krausen Haar. Man unterscheidet jedoch nach der Schur zwischen dem Wollpudel, dessen Fell obengenannte Eigenschaften ausweist und dem Schnürenpudel, dessen Fell ebenfalls diese Eigenschaften hat, außerdem jedoch charakteristische, gleichlange Schnüren mit mindestens 20 cm Länge.

In Europa fand man schon zu vorchristlicher Zeit Wasserhunde mit zottigem Haarkleid, die verschiedenartig geschoren wurden. Mit der Zeit entwickelten sich daraus die heute bekannten Einzelrassen.

Pudel sind bereits auf Kunstwerken aus dem 15. Jahrhundert zu finden. Das wirkliche Ursprungsland des Pudels dürfte Deutschland gewesen sein, von wo aus sie wahrscheinlich von Soldaten mit nach Frankreich genommen wurden.

Dort wurden sie dann allerdings zu ihrer heutigen, modernen Form weiterentwickelt. Sie wurden abgerichtet, um Federwild aus dem Wasser zu apportieren, was ihnen in Frankreich den Namen „Caniche“ einbrachte, der sich vom Begriff „chien canard – Entenhund“ ableitete.

Ihre Intelligenz und ihr auffälliges Äußeres machten sie zu einem Liebling des Publikums im Zirkus, wo sie seit etwa hundert Jahren von den Schaustellern zu Artisten ausgebildet werden. Auch wurden sie intensiv zur Trüffelsuche benutzt. Man geht zwar davon aus, daß der Großpudel der älteste Pudelschlag ist, am verbreitetsten sind jedoch die später aufgetauchten Zwerg- und Miniaturpudel.

Sie waren leichter zu unterhalten und verbrauchten zuhause und in den Zirkussen weniger Futter. Beim europäischen Adel, insbesondere in Frankreich, und bei hochgestellten Persönlichkeiten wurde der Pudel im 17. und 18. Jahrhundert zum verwöhnten Schoßhund gemacht. Dort wurden dann auch immer kleinere Exemplare verlangt, was zu vermehrter Zucht von Zwerg- und Toypudeln führte.

Albert Dürer hat solche Zwergpudel schon um 1500 auf Gemälden verewigt, wie auch der spanische Maler Goya gegen Ende des 18. Jahrhunderts. In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts war die Beliebtheit und dementsprechend die Auswahl dermaßen groß, das unvermeidliche genetische Probleme auftauchten, die mittlerweile jedoch wieder weitestgehend verschwunden sind.

Alle Pudel haben den Vorteil, daß ihr Haarkeid nicht wechselt, sondern immer nachwächst, was jedoch auch eine regelmäßige Pflege und Schur notwendig macht. Dabei wird versucht, das Fell um die Organe herum möglichst dicht zu halten, um dadurch einen optimalen Schutz gegen Kälte und Nässe zu erreichen.

Das übrige Fell wurde abgeschoren, um dadurch die Pflege zu erleichtern. Das führte leider auch zu teilweise schlimmen „Verschönerungen“, wenn etwa dem Hund Blumenmuster, Monogramme oder gar Familienwappen ins Fell geschoren wurden.

Auch Bärte und sogar Frisuren, die der seiner Herrin glich, mussten die Tiere ertragen. Auf heutigen Ausstellungen sind nur noch zwei Schuren erlaubt, der sogenannte kontinentale Schnitt mit Haarbällen (Pompons) sowie die englische Sattelschur, wobei bei beiden die volle Haarlänge erhalten bleibt.

Darum lassen die meisten Besitzer ihre Hunde lieber in einer Zwinger- oder Holländerschur scheren, die aufgrund des kürzeren Haares pflegeleichter ist. Auch das Schnürenfell ist heute wieder öfter anzutreffen.