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Bobtail

Bobtail Charakter, Erziehung und Haltung

Der Bobtail zählt zur FCI-Gruppe 1 der Hüte- und Schutzhunde und stammt ursprünglich aus England. Sein Name leitet sich vom englischen Wort für Stummelschwanz = „Bobtail“ ab. Während des 18. Jahrhunderts, als Bobtails noch hauptsächlich als Viehtreiber benutzt wurden,  waren solche Hunde von der Steuer befreit.

Damit die Behörden auf den ersten Blick erkennen konnten, dass es sich um einen Treiberhund handelte, wurden solchen die Schwänze coupiert. Eine andere Bezeichnung für den Bobtail ist „Altenglischer Schäferhund“.

Der Halter eines Bobtail wird wie bei kaum einem zweiten Hund zum Experten in Sachen Fellpflege. Der Aufwand, der mit dem Kämmen und Bürsten einhergeht, lässt sich an der Länge des Fells ablesen.

Im Verlauf einer Woche sind ein bis drei Stunden hierfür angemessen.

Bleibt die intensive Pflege aus, verfilzt das Haarkleid innerhalb kurzer Zeit und damit ist der schöne Anblick des Hundes dahin.

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Wer sich trotz dieser Mühen mit einem Old English Sheepdog, wie die Rasse offiziell im Herkunftsland Großbritannien heißt, das Zuhause teilt, wird reich entschädigt.

Die Standard-Nummer 16 der FCI für den altenglischen Schäferhund verweist auf die ursprüngliche Verwendung als Hüte- und Treibhund. Verschiedene Hütehunde-Rassen im Westen Englands sind die Ahnen des Bobtails.

Letzte Aktualisierung am 19.11.2017


Geschichte

Der Bobtail gehört zu den ältesten Hütehundrassen Grossbritanniens. Ursprünglich hütete er die Viehherden vor dem damals noch stark verbreiteten Wolf. Nachdem dieser nahezu ausgerottet wurde, benutzte man diesen grossen, mächtigen Hund zum Treiben der Viehherden weiter.

Man geht aus, dass die Rasse in Westengland entwickelt wurde, obwohl auch vom hohen Norden Schottlands aus Viehtriebe zu den Märkten in London stattfanden. Seine Vorfahren waren sehr wahrscheinlich die Schäferhunde Englands wie z.B. der Bearded Collie mit Einkreuzungen europäischer Hütehunde wie etwa dem Bergamasker und dem russischen Owtscharka.

Aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften als Treiberhund war er besonders im 19. Jahrhundert in den ländlichen Gebieten sehr verbreitet. Damals verschwendete man noch keine unnötige Zeit mit der Fellpflege, statt dessen wurden die Bobtails jedes Frühjahr gemeinsam mit den Schafen geschoren und das Fell wurde, wie die Schafhaare, zu Wolle versponnen, um warme Kleidung zu erhalten und zusätzliches, dringend benötigtes Geld zu verdienen.

Als durch den aufkommenden Eisenbahnverkehr die langen Viehtriebe immer weniger wurden, drohte dem Bobtail, wie so vielen anderen altbewährten Hüte- und Treibhundrassen, dass Aussterben. Nur die bereits aufgekommene Zucht von Rassehunden bewahrte ihn vor diesem traurigen Schicksal.

Ursprünglich als wild und teilweise unzuverlässig verschrieen, wurden durch Züchtung diese Eigenschaften mittlerweile beseitigt und es entstand eine auf allen Ausstellungen vielbeachtete Hundeschönheit, dessen ehemals struppiges Haarkleid zu diesem Zwecke einer stundenlangen, intensiven Pflege und Behandlung bedarf.

In England wurde er im Jahre 1873 zum ersten Male ausgestellt, mittlerweile ist er nicht nur dort, sondern auch im restlichen Europa genauso wie in Übersee und der restlichen Welt bekannt und beliebt. Sein unverwechselbares Aussehen mit dem zerzausten Fell sowie sein einzigartiger, leicht schwankender Gang liessen ihn mittlerweile sogar zum begehrten Modehund werden, der auch vielfach in der Werbebranche benutzt wird.

Die zotteligen Vierbeiner, die Anfang des 18. Jahrhunderts erstmals erwähnt werden, bewachen Schaf- und Rinderherden. Zudem gelangen die Herden mit tatkräftiger Unterstützung der Hunde zu den Vieh-Märkten. Ein erster eigenständiger Rassestandard des Bobtails entsteht Ende des 19. Jahrhunderts.

Seinen in Deutschland geläufigeren Namen verdankt der Old English Sheepdog der kurzen Rute.

Überlieferten Erzählungen zufolge sei das Kupieren ein Merkmal, wonach für derart markierte Arbeitshunde die zu entrichtende Hundesteuer entfiel. Der gestutzte Stummelschwanz (Bobtail) bürgert sich umgangssprachlich als Bezeichnung für die Rasse ein.

Das Kupieren der Hunderute ist seit 1998 in Deutschland verboten und sichert dem Bobtail nun das Hilfsmittel für dessen Balance und Kommunikation.

hunderasse bobtail bei welpen.de

Fell

Unverändert ist das beeindruckende Fell, welches den Hundekörper reich bedeckt und die Augen nicht ausspart. Dicht, zottig und mit viel wasserdichter Unterwolle schützt es den Hütehund vor widrigem Wetter.

Der Bobtail bevorzugt die kalte Jahreszeit, im Sommer kann der Mantel den aktiven Hund in seinem Bewegungsdrang einschränken.

Dennoch ist um seiner unverfälschten Erscheinung willen vom Scheren des Fells Abstand zu nehmen.

Im Standard ist die Fellfarbe in Grau und Blau sowie aus den Mischtönen hieraus erwünscht. Weiterhin gehört das Weiß am Kopf und im vorderen Bereich zu dem kräftigen und quadratisch wirkenden Körper. Welpen kommen in Schwarz-Weiß auf die Welt.

Größe und Gewicht

Der Bobtail-Leib wächst bis zu einer Schulterhöhe von mehr als 61 Zentimeter bei Rüden und 56 Zentimeter bei Hündinnen. Unabhängig vom Geschlecht zu beobachten ist der bärenähnliche Gang und der eigene Tonfall beim Bellen dieser Rasse.

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© CallallooFred – Fotolia.com

Bobtail Wesen

Besonders bei Kindern ist der Bobtail aufgrund seines freundlichen, ausgeglichenen Wesens sehr beliebt. Er gilt als vertrauenswürdig und intelligent mit einem ihrem Besitzer gegenüber stark ausgeprägten Schutztrieb.

Wegen seines kraftvollen, robusten Körperbaus, gepaart mit viel Selbstbewusstsein und einem guten Schuss Eigensinn, sind eine feste Hand und Konsequenz bei der Erziehung unabdingbar.

Trotzdem braucht er natürlich auch viel Liebe und Verständnis sowie einen engen Anschluss an die Familie. Dann aber erweist er sich als ein liebevoller Beschützer, besonders für die Kinder, der wachsam ist, ohne jedoch eine übermässige Aggressivität an den Tag zu legen.

Der zeitaufwendige Pflegeaufwand, der für den Bobtail nötig ist, hat mit dafür gesorgt, dass sich die Anzahl der gezüchteten Exemplare auf einem angemessenen Stand gehalten hat.

Auch die eigenwillige Persönlichkeit hat mit dazu geführt, das der Bobtail kein Hund ist, den man sich kurzfristig zulegt, etwa aus einer Laune heraus oder aufgrund momentan grosser Popularität, z.B. ausgelöst durch den einen oder anderen Kino- oder Zeichentrickfilm.

Ebenso würde eine unbedachte Anschaffung zur Befriedigung von Kinderwünschen im schlimmsten Fall mehr Probleme als Vergnügen nach sich ziehen.

Der Bobtail bewacht alles und hält die Seinen beisammen. Kinder liebt er, Fremden gegenüber bleibt er zunächst reserviert. Der selbstständiges Arbeiten gewohnte Hund verfügt über ein gutes Maß Intelligenz und Geschicklichkeit. Die ihm eigene Sturheit kommt in einzelnen Episoden durch.

Sie nimmt ihm nichts von seiner Liebenswürdigkeit und ist mit Konsequenz in der Erziehung problemlos zu handhaben.

Bobtail Erziehung

Der Bobtail lebt wie jeder andere Hund in einer hierarchischen Welt und gesteht dem mit Verstand führenden Hundeanfänger ohne Weiteres die Führungsrolle zu. Wichtig ist dem vierbeinigen Familienmitglied das Teilhaben an allem.

Dem Betrachter des Bobtails drängt sich schnell der Vergleich mit einem kleinen, behäbigen Bären auf. Dieser erste Eindruck legt eine falsche Spur.

Der je nach Geschlecht bis zu 36 beziehungsweise 45 Kilogramm schwere Landhund mag noch so ruhig zu den Füßen seines Rudelführers liegen, nimmt er Anzeichen von Aktivität wahr, ist er in Bereitschaft.

Kommt der Bobtail in Fahrt, fliegt das Fell geradezu im Wind. Dies zeigt bildhaft den lebhaften Charakter und die Agilität des treuen Vierbeiners.

Entsprechend seiner arbeitsreichen Vergangenheit braucht das Tier viel Auslauf und Beschäftigung.

Immer verbunden mit einer engen Bindung zum Rudel, zu seiner Familie. Der Bobtail bringt vielfältige Anlagen mit, sie zu entwickeln obliegt dem Halter. Die unermüdliche Einsatzfreude und -willigkeit macht ihn zu einem gelehrigen Fährten- und Rettungshund.

Er legt Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer an den Tag. Schlechtes Wetter beeinträchtigt hier im Wesentlichen den Zweibeiner – mit Ausnahme einzelner zu heißer Hundstage, sie setzen dem Bobtail zu.

Die Verträglichkeit des Hundes erleichtert das Trainieren gemeinsam mit anderen Hunden beim Hundesport. Seine hohe Reizschwelle und die fehlende Neigung zum Jagen oder Wildern sind beim Freilauf gern gesehen.

Züchter der Rasse bei Welpen.de