American Bulldog: Der sanfte Kraftprotz mit Herz

Auf einen Blick: Der American Bulldog ist ein großer, kräftiger und sportlicher Arbeitshund aus den USA. Die FCI führt ihn derzeit nicht als eigene anerkannte Rasse; im internationalen Vergleich wird häufig der UKC-Standard herangezogen.

Dort gehört der American Bulldog zur Guardian Dog Group und wurde am 01.01.1999 anerkannt. Gewünscht sind ausgewachsene Rüden mit etwa 56 bis 69 cm, Hündinnen mit etwa 51 bis 64 cm Widerristhöhe. Ein fixes Gewicht nennt der UKC nicht: Es soll zur Größe, Kondition und zum Typ passen.

Typisch sind ein muskulöser, beweglicher Körper, kurzes Fell, ein großer Kopf, Selbstbewusstsein, Familiennähe und Wachsamkeit. Wer einen American Bulldog Welpen kaufen möchte, sollte seriöse Zucht, Gesundheit, Sozialisation und die eigene Erfahrung gründlich prüfen.

Ein American Bulldog steht an einem Farmgelände

American Bulldog: Charakter, Haltung, Größe und Welpenkauf

Der American Bulldog sieht aus, als hätte jemand Kraft, gute Laune und eine gewisse Sturheit in einen kurzen Pelz gepackt.

Das ist charmant. Und ein bisschen trügerisch. Denn hinter dem breiten Kopf und dem oft freundlichen Gesicht steckt kein gemütlicher Sofahund in Sportbekleidung. Der American Bulldog stammt aus einer Arbeitslinie: Hof, Vieh, Schutz, Bewegung, Entscheidungen. Er bringt mehr als Masse mit. Er bringt Haltung.

Man merkt das im Alltag an kleinen Dingen. Er schaut nicht bloß zu, wenn Besuch kommt. Er registriert. Er wartet. Manchmal macht er einen Schritt nach vorn, nur um zu prüfen, ob die Menschen die Lage auch mitbekommen haben. Genau da beginnt die eigentliche Frage für künftige Halter: Kann ich diesen Hund führen, bevor er meint, selbst führen zu müssen?

Dieser Artikel erklärt, was man über American Bulldog Welpen, Züchter, Preis, Größe, Gewicht, Charakter, Haltung, Pflege und Gesundheit wissen sollte.

Nicht als Werbetext. Eher als ehrlicher Blick auf einen Hund, der im richtigen Zuhause großartig sein kann und im falschen schnell zu groß für den Alltag wird.

American Bulldog mit kräftigem Körperbau und aufmerksamem Ausdruck

American Bulldog kaufen: die Welpenfrage kommt nicht zuerst

Wer American Bulldog Welpen sucht, landet schnell bei Farbe, Typ, Preis und Verfügbarkeit. Verständlich. Welpen können sehr überzeugend aussehen, sogar dann, wenn sie gerade dabei sind, einen Schnürsenkel als Lebensaufgabe zu betrachten.

Beim American Bulldog sollte der erste Filter trotzdem der Alltag sein. Passt ein großer, kräftiger, wachsamer und selbstbewusster Hund in die vorhandene Lebenssituation?

Gibt es genug Zeit für Erziehung, ruhige Auslastung, Sozialisation und Pflege? Können alle Erwachsenen im Haushalt dieselben Regeln tragen?

Und bleibt man noch freundlich klar, wenn aus dem Welpen ein Junghund mit viel Körper und eigener Meinung geworden ist?

Ein seriöser Züchter verkauft nicht einfach den nächsten freien Welpen. Er fragt nach Erfahrung, Wohnumfeld, Kindern, anderen Hunden, Trainingsplan und Erwartung an die Rasse. Das ist kein Misstrauen. Beim American Bulldog ist es gute Arbeit.

Woran man seriöse Zucht erkennt

  • Die Mutterhündin ist zu sehen und wirkt gesund, stabil und ansprechbar.
  • Der Züchter erklärt Typ, Linie, Abstammung und Ziel der Verpaarung verständlich.
  • Gesundheitsunterlagen der Elterntiere werden gezeigt, statt bloß behauptet.
  • Die Welpen wachsen sauber, menschennah und mit passenden Alltagsreizen auf.
  • Es gibt klare Unterlagen zu Kaufvertrag, Impfpass, Kennzeichnung und weiterer Begleitung.
  • Der Züchter kann einzelne Welpen nach Temperament einschätzen und drängt nicht zur schnellen Entscheidung.

Warnsignale sind anonyme Übergaben, fehlende Unterlagen, viele unterschiedliche Trendrassen parallel, reine Größenversprechen oder Sätze wie: „Der passt auf alles auf.“ Ein American Bulldog braucht keinen Verkaufsmythos. Er braucht Herkunft, Gesundheit, Charakter und Menschen, die wissen, was sie tun.

Was kostet ein American Bulldog Welpe?

Es gibt keinen offiziellen Standardpreis für American Bulldog Welpen. Der Preis hängt vom konkreten Wurf, Zuchtverband, Gesundheitsuntersuchungen, Aufzucht, Region, Nachfrage und enthaltenen Leistungen ab. Eine feste Summe wäre ohne konkretes Angebot nicht seriös.

Sinnvoller als die Suche nach dem billigsten Welpen ist die Frage, was hinter dem Preis steht: Gesundheitsvorsorge, dokumentierte Abstammung, sorgfältige Aufzucht, Sozialisation, tierärztliche Betreuung, Beratung und ein Züchter, der auch nach dem Einzug erreichbar bleibt. Gerade bei einem großen, kräftigen Hund spart man besser nicht am Anfang.

Was ist ein American Bulldog?

Der American Bulldog ist ein großer, kurzhaariger Arbeitshund aus den USA. Der American Kennel Club beschreibt ihn als ausgewogenen, athletischen Hund mit Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und freundlicher Grundhaltung. Historisch wurde er als vielseitiger Farmhund eingesetzt.

Die FCI führt den American Bulldog derzeit nicht als eigene anerkannte Rasse. Deshalb findet man bei dieser Rasse nicht die gewohnten FCI-Angaben zu Gruppe, Sektion und Standardnummer. Für belastbare Standarddaten ist der United Kennel Club eine wichtige Quelle: Der UKC erkannte den American Bulldog am 01.01.1999 an und führt ihn in der Guardian Dog Group.


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Preise zuletzt aktualisiert am: 4.10.2026


Das macht die Recherche etwas unübersichtlicher als bei vielen FCI-Rassen. Gleichzeitig erklärt es, warum American Bulldogs je nach Linie deutlich verschieden aussehen können. Manche wirken schwerer und breiter, andere sportlicher und länger im Fang. Wer nur ein Bild im Kopf hat, sieht meist nur die halbe Rasse.

Steckbrief American Bulldog

MerkmalAmerican Bulldog
HerkunftUSA, besonders mit der Farmhund-Tradition im amerikanischen Süden verbunden
FCI-Statuskeine eigene FCI-anerkannte Rasse
UKCGuardian Dog Group, anerkannt am 01.01.1999
Typgroßer, muskulöser, athletischer Arbeitshund
GrößeRüden ca. 56-69 cm, Hündinnen ca. 51-64 cm nach UKC-Standard
Gewichtkeine feste UKC-Zahl; Gewicht soll zur Größe, Kondition und zum Typ passen
Fellkurz, eng anliegend, höchstens etwa 2,5 cm lang
Farbenverschiedene Farben und Muster; nach UKC mit bestimmten Ausschlüssen wie Merle oder Tricolor
Bekannte TypenScott/Standard, Johnson/Bully und viele Mischformen aus mehreren Linien
Wesenselbstbewusst, wachsam, familienbezogen, kräftig, beweglich und bei guter Führung lernbereit

Herkunft: vom Farmhund zur Familienfrage

Die Geschichte des American Bulldog führt zurück zu Arbeits-Bulldogs aus England, die mit Einwanderern in den amerikanischen Süden kamen. Dort wurden sie nicht für hübsche Sofa-Fotos gebraucht, sondern für harte Aufgaben: Vieh treiben, Schweine und Rinder kontrollieren, Besitz bewachen und auf kleinen Farmen vielseitig mitarbeiten.

Der UKC beschreibt, dass die Rasse nach dem Zweiten Weltkrieg fast verschwunden war. John D. Johnson, Alan Scott und weitere Züchter halfen, den American Bulldog wieder aufzubauen. Dabei standen Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und Aufzeichnungen im Vordergrund. Aus unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten entwickelten sich Linien, von denen Johnson und Scott bis heute die bekanntesten Namen sind.

Für heutige Halter ist diese Herkunft keine Nostalgie. Sie ist praktisch. Ein Hund, der für Arbeit, Kraft und Selbstständigkeit gezüchtet wurde, braucht Menschen, die ihn sinnvoll beschäftigen und ruhig führen. Nur Familienanschluss reicht nicht. Nur Garten auch nicht. Beides kann schön sein, ersetzt aber keinen Plan.

Johnson, Scott und Hybrid: ein Hund mit mehreren Gesichtern

Beim American Bulldog fallen häufig zwei Begriffe: Johnson und Scott. Der UKC beschreibt Scott-Hunde, oft Standard-Typ genannt, als sportlicheren Performance-Typ: schlanker, beweglicher, mit weniger Knochenstärke, längerem Fang, moderaterem Stop und weniger starkem Vorbiss.

Johnson-Hunde, auch Bully-Typ genannt, sind kräftiger gebaut, schwerer in der Knochensubstanz, mit größerem Kopf, deutlicherem Stop, kürzerem Fang und mehr Muskelmasse.

In der Praxis ist die Welt weniger ordentlich als die Schublade. Viele heutige American Bulldogs vereinen Merkmale aus mehreren Linien und werden als Hybrid-Typ beschrieben. Für Käufer ist das wichtig, weil „American Bulldog“ nicht automatisch ein einheitliches Erscheinungsbild bedeutet.

Ein breiter Kopf allein sagt wenig über Qualität. Ein sportlicher Körper allein auch nicht. Entscheidend ist, ob der Hund gesund gebaut, gut bemuskelt, frei beweglich und wesensfest ist. Übertreibung ist bei dieser Rasse kein Gewinn. Sie nimmt dem Hund genau das, wofür er ursprünglich geschätzt wurde: Arbeitsfähigkeit.

Größe, Gewicht, Fell und Farben

Der UKC-Standard nennt für ausgewachsene Rüden eine gewünschte Höhe von etwa 56 bis 69 cm. Hündinnen liegen bei etwa 51 bis 64 cm. Das ist eine breite Spanne. Sie passt zur Rasse, weil Standard-, Bully- und Hybrid-Typen unterschiedlich wirken können.

Beim Gewicht ist der Standard bewusst vorsichtig. Er nennt keine feste Kilogrammzahl, sondern verlangt, dass der Hund im Verhältnis zu seiner Größe gut konditioniert ist: weder zu schwer noch zu leicht. Das ist vernünftiger als eine starre Zahl. Ein American Bulldog soll kräftig und agil sein. Wenn er nur noch beeindruckend steht, aber schlecht läuft, ist nichts gewonnen.

Der Körper ist etwas länger als hoch, stark bemuskelt, gut knochig und soll sich kraftvoll, flüssig und koordiniert bewegen. Der Kopf ist groß und breit, der Fang breit und kräftig. Die Nase soll große, offene Nasenlöcher haben. Auch das ist mehr als Kosmetik: Freies Atmen gehört zu einem funktionalen Arbeitshund.

Das Fell ist kurz, eng anliegend und höchstens etwa 2,5 cm lang. Es kann sich weich bis eher fest anfühlen. Pflegeleicht heißt hier tatsächlich pflegeleicht, aber nicht unsichtbar: Lose Haare, Hautfalten, Ohren, Krallen, Zähne und Pfoten brauchen regelmäßige Kontrolle.

Bei den Farben ist der UKC-Standard relativ offen. Viele Farben, Muster und Kombinationen sind möglich. Ausgeschlossen werden dort unter anderem einfarbig Schwarz, einfarbig Blau, Merle, Tricolor und eine vollständig schwarze Maske; außerdem werden weniger als zehn Prozent Weiß als schwerer Fehler beschrieben. Wer einen Welpen kauft, sollte Farbe also sauber einordnen lassen und nicht als seltene Sensation bezahlen.

Charakter: freundlich ist nicht gleich bequem

Der American Bulldog kann ein sehr menschenbezogener Hund sein. Der UKC beschreibt ihn als sanften, liebevollen Familienbegleiter, der zugleich mutig und selbstsicher genug für seine ursprünglichen Aufgaben sein soll. Diese Mischung ist der Grund, warum viele Menschen sich in die Rasse verlieben.

Im vertrauten Kreis kann er weich, lustig und erstaunlich anhänglich wirken. Manche American Bulldogs haben diesen Blick, der sagt: „Ich bin zwar groß, aber auf deinem Fuß liege ich trotzdem besser.“ Das ist charmant. Es darf nur nicht verdecken, dass derselbe Hund draußen klare Führung braucht.

Junge American Bulldogs können Fremden gegenüber zurückhaltend sein. Mit zunehmender Reife soll sich nach UKC-Beschreibung die normale Selbstsicherheit stärker zeigen. Das ist für Halter ein wichtiger Hinweis: Sozialisation darf nicht dem Zufall überlassen werden. Besucher, Geräusche, unterschiedliche Menschen, andere Hunde, Tierarzt, Autofahren und Alltagssituationen sollten früh und geordnet kennengelernt werden.

Gewünscht ist kein unkontrollierter Hund. Viciousness, extreme Scheu und Feigheit sind im UKC-Standard disqualifizierende Fehler. Ein stabiler American Bulldog ist selbstbewusst, aber führbar. Wachsam, aber ansprechbar. Kraftvoll, aber nicht grob durch die Welt rumpelnd.

Haltung und Erziehung: der Alltag ist die Prüfung

Der American Bulldog braucht keine Show. Er braucht Grundlagen. Leinenführigkeit, Impulskontrolle, ruhiges Warten, freundliche Besucherregeln, Rückruf in passenden Situationen, Abbruchsignal, Deckentraining und Gelassenheit bei Hundebegegnungen. Das klingt wie die unspektakuläre Seite der Hundehaltung. Genau dort entscheidet sich aber, ob diese Rasse angenehm mitlaufen kann.

Härte ist keine Abkürzung. Nachlässigkeit allerdings auch nicht. Ein American Bulldog braucht Menschen, die klar und fair bleiben. Wer ständig diskutiert, bekommt einen Hund, der Diskussionen erstaunlich ernst nimmt. Wer verständlich führt, macht ihm den Alltag leichter.

Für die meisten Anfänger ist diese Rasse anspruchsvoll. Nicht, weil der American Bulldog grundsätzlich kompliziert sein muss. Die Kombination aus Kraft, Wachsamkeit, Selbstbewusstsein und körperlicher Präsenz vergrößert aber jeden Fehler. Ein Hund, der höflich an der Leine geht, ist bei 30, 40 oder mehr Kilo kein nettes Extra. Es ist Grundlage.

Eine Wohnung kann funktionieren, wenn Alltag, Bewegung, Ruhe und Begegnungsmanagement passen. Ein Garten ist angenehm, aber keine Lösung an sich. Ein American Bulldog, der nur am Zaun Beschäftigung sucht, trainiert vor allem eines: Zuständigkeit. Besser sind geplante Spaziergänge, ruhige Beschäftigung und klare Rituale im Haus.

Familie, Kinder und andere Hunde

Ein gut gezogener und gut erzogener American Bulldog kann eng mit seiner Familie leben. Viele Vertreter mögen Körpernähe, Spiel und gemeinsame Routinen. Dabei darf man seine Kraft nicht unterschätzen. Ein fröhlicher Rempler kann bei Kindern mehr Eindruck hinterlassen als vom Hund geplant war.

Kinder sollten lernen, Ruheplätze zu respektieren, nicht über den Hund zu klettern, ihn beim Fressen in Ruhe zu lassen und Spiel nicht eskalieren zu lassen. Erwachsene bleiben zuständig. Das ist keine Warnkulisse, sondern normale Vernunft bei einem großen Hund.

Mit anderen Hunden ist die Spanne groß. Sozialisation, Geschlecht, individuelle Veranlagung, Aufzucht und Training spielen eine Rolle. Manche American Bulldogs sind sozial unkompliziert, andere selektiver. Gute Halter üben Kontakt und ebenso das ruhige Vorbeigehen. Das ist oft wertvoller als zehn Minuten Chaos auf der Hundewiese.

Bewegung, Beschäftigung und Pflege

Der American Bulldog ist athletischer, als manche Menschen bei „Bulldog“ erwarten. Er braucht regelmäßige Bewegung, aber bitte mit Verstand. Gute Spaziergänge, Nasenarbeit, kontrolliertes Kraft- und Koordinationstraining, Obedience-Grundlagen, Apportieraufgaben mit Ruhe und je nach Hund geeigneter Sport können passen.

Im Wachstum zählt Maß. Zu frühe Überlastung, rutschige Böden, zu viele Sprünge und ein Körpergewicht, das schneller wächst als die Kontrolle des Junghundes, sind keine gute Mischung. Muskelaufbau darf warten. Gehirntraining nicht.

Die Fellpflege ist überschaubar. Regelmäßiges Bürsten entfernt lose Haare, verteilt Hautfett und macht kleine Hautstellen schneller sichtbar. Bei Hunden mit Falten im Gesicht sollte die Haut sauber und trocken bleiben. Auch Ohren, Zähne, Krallen und Pfoten gehören in die Routine. Früh geübte Körperpflege ist bei einem großen Hund ein Geschenk an alle Beteiligten.

Gesundheit: lieber Unterlagen als Bauchgefühl

Beim American Bulldog lohnt ein nüchterner Gesundheitsblick. Der UKC-Standard betont, dass Übertreibungen und Fehler danach bewertet werden sollen, wie stark sie Gesundheit, Wohlbefinden und Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Außerdem wird Atemnot im Ring ausdrücklich als Ausschlussgrund genannt. Funktion zählt.

Für Käufer sind vor allem Bewegungsapparat, Atmung, Haut, Augen, Herz und rassespezifische DNA-Themen interessant. Die OFA erklärt grundsätzlich, dass Gesundheitsdaten zu Eltern und Verwandten Käufern helfen, Zucht besser einzuschätzen. Beim American Bulldog ist außerdem ein OFA-DNA-Test auf Neuronale Ceroid-Lipofuszinose vom Typ NCL-10 verfügbar.

Das heißt nicht, dass jeder American Bulldog krank wäre. Es heißt: Gute Zucht redet über Risiken, zeigt Befunde und ordnet sie ein. Käufer sollten sich Untersuchungen der Elterntiere erklären lassen, besonders zu Hüften, Ellenbogen, Herz, Augen, Haut und relevanten DNA-Tests. Ein freundliches „alles gesund“ ersetzt keine Unterlage.

Auch das Gewicht gehört zur Gesundheit. Ein großer, muskulöser Hund ist nicht automatisch gut konditioniert. Rippen sollten nicht unter Fett verschwinden, Bewegung sollte frei bleiben, und Fütterung im Wachstum gehört mit Züchter und Tierarzt abgestimmt. Bei tiefbrüstigen, großen Hunden ist außerdem Wissen über Magendrehung sinnvoll: Fütterungsrhythmus, Ruhe nach Mahlzeiten und Warnzeichen sollte man kennen.

Häufige Fragen zum American Bulldog

Ist der American Bulldog von der FCI anerkannt?

Nein, der American Bulldog wird derzeit nicht als eigene FCI-Rasse geführt. Deshalb gibt es keinen FCI-Standard mit FCI-Gruppe, Sektion und Standardnummer. Häufig wird für Standarddaten der UKC-Standard herangezogen.

Wie groß wird ein American Bulldog?

Nach UKC-Standard liegt die gewünschte Höhe ausgewachsener Rüden bei etwa 56 bis 69 cm. Hündinnen liegen bei etwa 51 bis 64 cm. Je nach Typ können American Bulldogs unterschiedlich kräftig wirken.

Wie schwer wird ein American Bulldog?

Der UKC-Standard nennt keine feste Gewichtsspanne. Das Gewicht soll zur Größe, zum Geschlecht, zum Typ und zur Kondition passen. Entscheidend ist ein kräftiger, beweglicher Hund, der weder über- noch untergewichtig ist.

Was ist der Unterschied zwischen Johnson und Scott?

Der Johnson- oder Bully-Typ ist meist schwerer, breiter und kürzer im Fang. Der Scott- oder Standard-Typ wirkt sportlicher, schlanker und länger im Fang. Viele heutige American Bulldogs sind Mischformen aus mehreren Linien.

Ist der American Bulldog ein Familienhund?

Er kann ein guter Familienhund sein, wenn Herkunft, Aufzucht, Sozialisation, Erziehung und Alltag passen. Erwachsene sollten Kinder und Hund aktiv begleiten, denn Kraft und Spielfreude brauchen klare Regeln.

Ist der American Bulldog für Anfänger geeignet?

Für die meisten Anfänger ist er anspruchsvoll. Seine Kraft, Wachsamkeit und Selbstsicherheit verlangen ruhige, erfahrene Führung. Ersthalter sollten sich sehr gründlich vorbereiten und fachkundige Begleitung suchen.

Welche Farben gibt es beim American Bulldog?

Der UKC-Standard erlaubt viele Farben, Muster und Kombinationen. Nicht akzeptiert werden dort unter anderem einfarbig Schwarz, einfarbig Blau, Merle, Tricolor und eine vollständig schwarze Maske. Häufig sieht man weiße Hunde mit farbigen Abzeichen.

Haart der American Bulldog stark?

Das kurze Fell ist pflegeleicht, aber lose Haare gibt es trotzdem. Regelmäßiges Bürsten hilft besonders im Fellwechsel und macht Hautprobleme schneller sichtbar.

Welche Gesundheitsnachweise sind wichtig?

Käufer sollten nach nachvollziehbaren Befunden der Elterntiere fragen, besonders zu Hüften, Ellenbogen, Herz, Augen, Haut und passenden DNA-Tests. Beim American Bulldog ist unter anderem ein DNA-Test auf NCL-10 verfügbar.

Kann man einen American Bulldog in der Wohnung halten?

Das kann gelingen, wenn der Alltag ruhig geführt wird, genug Bewegung und Beschäftigung stattfinden und Begegnungen im Haus gut gemanagt werden. Eine Wohnung mit vielen engen, hektischen Kontakten ist für diese Rasse oft schwierig.

Ähnliche Rassen und gute Vergleiche

Wer den American Bulldog interessant findet, sollte über Kopfform und Muskelpaket hinaus vergleichen. Entscheidend sind Körperbau, Atemfreiheit, Temperament, Wachsamkeit, Trainingsanspruch und Alltagstauglichkeit.

  • Englische Bulldogge: deutlich kleiner, kompakter und mit anderem Körperbau als der American Bulldog.
  • Continental Bulldog: moderne Bulldoggenrasse aus der Schweiz, mittelgroß und beweglicher gezüchtet.
  • Deutscher Boxer: sportlicher, temperamentvoller Gebrauchshund mit viel Menschenbezug und anderem Rassestandard.
  • Bullmastiff: größerer, ruhiger wirkender Molosser mit viel Kraft und hohem Anspruch an Führung.
  • Alapaha Blue Blood Bulldog: ebenfalls kräftiger Bulldog-Typ aus den USA, aber mit eigener Geschichte und anderem Zuchthintergrund.

Schlusswort: kein Hund für halbe Entscheidungen

Der American Bulldog kann viel geben: Nähe, Witz, Kraft, Wachsamkeit, Arbeitsfreude und diese unverwechselbare Mischung aus freundlichem Gesicht und ernster Präsenz. Er ist ein Hund, den man gern unterschätzt, weil er im Familienkreis so weich wirken kann.

Doch weich heißt nicht einfach. Dieser Hund braucht klare Menschen, gute Zucht, frühe Sozialisation, vernünftige Auslastung und einen Alltag, der seine Kraft ernst nimmt. Wer das leisten kann, bekommt keinen Deko-Bulldog, sondern einen echten Partner. Einen mit Muskeln, Meinung und erstaunlich viel Herz.

Quellen

Klaus Neumann
Ein Artikel von

Klaus Neumann

Gründer von welpen.de (1997) und Hauptautor der Plattform seit 1997. Seine Hunde-Artikel verbinden fast 35 Jahre persönliche Erfahrung in der Hundehaltung mit sorgfältiger Quellenrecherche und journalistischer Redaktion.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.