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Kleiner Münsterländer

Kleiner Münsterländer Charakter, Erziehung und Haltung

Kleiner Münsterländer – eine deutsche Hunderasse mit wohlklingenden Alias-Namen. Vor allem in den Niederlanden ist heute noch sehr häufig die Rede von der Heidewachtel.

 Für Liebhaber der Rasse

Letzte Aktualisierung am 23.09.2017


Die althergebrachten mittelalterlichen Namen Wachtel-, Habichts- oder Vogelhund geben wie die Bezeichnungen Spion und Stöber Auskunft über den Ursprung des kleinsten deutschen Vorstehhundes.

kleine münsterländer züchter
© TierfotografieWinter – Fotolia.com

Das Stöbern und Jagen sind die Eckpfeiler der Züchtung, die Ende des 19. Jahrhunderts im Münsterland ihren Anfang nimmt. Seine Jagdgehilfentätigkeit verrichtet der Kleine Münsterländer mit Köpfchen und großer Aufmerksamkeit.

Gepaart mit ausgeprägter Bringfreude und großer Wasseraffinität zeichnet sich das Tier als Apportierhund für abgeschossenes Federwild und als überaus vielseitiger Arbeitshund aus.

Der Spion im Kleinen Münsterländer nimmt die Witterung beispielsweise von Vögeln auf, um diese dann in Manier des Vorstehhundes dem Jäger deutlich anzuzeigen.

In der sogenannten Vorstehhaltung verharrt der Hund ruhig vor der Beute. Den Kopf mit gestrecktem Hals voraus, die Rute etwas gesenkt und gleichzeitig oft eine Vorderpfote gehoben, verschafft dieses Signal dem Jäger Zeit zur Vorbereitung seines Schusses.

Hiernach beobachtet der Jagdgehilfe das Verbleiben des Wildes und setzt auf Kommando zum Apportieren an. Dabei bleibt er immer in Kontakt zum Menschen. Unabhängig vom Gelände geht der Hund seinen Aufgaben flink, wendig und unermüdlich nach.

Auch in dornigen Büschen und Wallhecken gut geschützt durch ein mittellanges schlichtes Fell mit glattem oder leicht gewelltem Haar. An der Vorderpfote ist der Hund auffällig befedert, und das Haarkleid besitzt eine weiße beziehungsweise geschimmelte Grundfarbe.

bild kleiner münsterländer
© Arndt Büthe – Fotolia.com

Es ist mit kleinen sowie größeren Farbtupfern oder -platten besetzt. Zweimaliges Ausbürsten je Woche verleiht ihm ausreichend Pflege – hin und wieder verhilft das Trimmen dem Fell zu neuem Glanz. Bei der Wasserarbeit bietet es einen wirkungsvollen Mantel gegen Kälte und Nässe.

Kleiner Münsterländer Wesen

Und diese Beschäftigung liebt der Jagdhund – manchmal nehmen Vertreter dieser Rasse jede kleine Pfütze mit, um den Kontakt zu diesem Element herstellen zu können.

Der Jagdgebrauchshund aus vergangenen Zeiten ist weiterhin ein lebhaftes und mit viel Bewegungsdrang ausgestattetes Tier. Der Kleine Münsterländer verfügt über eine ausgeprägte Kontaktfreudigkeit und wird schnell zu einem ans Herz gewachsenen Familienmitglied, ausgesprochen kinderfreundlich und für die Wohnung geeignet.

Seine Größe steht dem nicht im Wege: Die Rüden dieser Rasse weisen eine Schulterhöhe von 52 bis 56 Zentimetern auf, Hündinnen bleiben lediglich zwei Zentimeter darunter.

Der in Deutschland beheimatete FCI-Standard mit der Nummer 102 weist kein Gewicht aus – angemessen genährt sind Kleine Münsterländer 18 bis 27 Kilogramm schwer.

Dennoch ist keine Rose ohne Dornen – der Kleine Münsterländer ist und bleibt in seinem Wesen der Jagd verbunden. 

Viele Züchter achten darauf, ihren Nachwuchs ausschließlich an Jäger abzugeben. Mit gutem Grund. Apportieren, Wasser- und Fährtenarbeit im Hundesport ersetzen nur unzureichend das Arbeiten am Wild. Langeweile ist Gift für den Kleinen Münsterländer und er füllt Freiräume schnell nach eigenem Gutdünken.

Hunderasse Kleiner Münsterländer
Kleiner Münsterländer

Der intelligente Hund sucht ein abwechslungsreiches Leben, er ist ein Arbeitshund, der unausgelastet nicht zufrieden sein kann. Auch das Bellen gehört zu ihm, weil es das Totverbellen und das Laut geben als Orientierung des Jägers fordert.

Kleiner Münsterländer Charakter

Der Kleine Münsterländer ist ein Hund mit Charakter, der weiß, was er (nicht) will. Einschlägige Erfahrungen mit Hunden helfen bei der erforderlichen konsequenten Erziehung. Münsterländer-Erfahrene und Jäger oder Hundehalter mit Jagdhund-Erfahrung sind klar im Vorteil.

Denn es gibt sie, die Herausforderungen mit dem von Edmund Löns (dem Bruder des Heidedichters Hermann Löns) hochgeschätzten Stöberer. So ist sein Ziehen an der Leine kein Ausdruck der Missachtung, es sollte jedoch früh unterbunden werden.

Im Feld sucht der Hund ausdauernd mit Nase und Ohren – genauso ausdauernd gibt er sich beim Warten zu Hause wie unterwegs im Biergarten. Er wälzt sich mit gleicher Hingabe in vielen Arten tierischer Exkremente, wie er Vögel vertreibt, Enten nachstellt oder Kühe und Schafe verbellt.

Sein Jagdtrieb lässt sich durch Erziehung nie ganz abstellen, wenngleich die Intelligenz und die stets präsente Lernwilligkeit des Kleinen Münsterländers seine Führung erleichtern.

Der Einfallsreichtum des Halters ist jeden Tag aufs Neue gefordert, den quirligen Helfer zu beschäftigen. Derart in Arbeit und die Familie eingebunden, kann sich ein sehr harmonisches Zusammenleben entwickeln.

Züchter der Rasse bei Welpen.de