Ibizan Hound

Podenco Ibicenco

Podenco Ibicenco

Der Podenco Ibicenco, im englischen Sprachraum auch als “Ibizan Hound”, in Katalonien als “Ca Eivissencs” und im deutschsprachigen Raum als “Balearen Laufhund” bekannt, gehört zur FCI-Gruppe 5 der Spitze und Urtyp und hat die FCI-Nummer 89/5.7.

Ursprung

Sein Ursprung liegt auf der spanischen Baleareninsel Ibiza, der er auch seinen Namen verdankt. Der Rassestandard sieht eine Schulterhöhe von 56 bis 74 cm vor, das Gewicht sollte zwischen 19 und 25 kg liegen. Der Podenco Ibicenco kommt in zwei unterschiedlichen Schlägen vor, kurzhaarig oder drahthaarig.

Podenco Ibicenco
Podenco Ibicenco

Aussehen

Der kurzhaarige Schlag hat ein dichtes und hartes Fell, wobei eine leichte Bürstenbildung an den Hinterläufen und unter der Rute zulässig sind. Das Fell des Drahthaarigen ist hart und grob, etwa 2,5 bis 7 cm lang und auf dem Rücken, den Hinterläufen und der Rute länger.

Zudem besitzt dieser Schlag einen möglichst üppigen Bart. In der Zucht sind die beiden Haararten gleichwertig. Bei den Farben kommen einfarbig Rot oder Löwenfarbig, einfarbig Weiß oder häufiger Kombinationen mit Weiß, entweder gescheckt oder nach irischem Muster vor.

Die häufig anzutreffende weiße Blesse am Kopf zwischen den Ohren nennt man “Ax mark” und wird wahrscheinlich aufgrund alter Überlieferungen als ein besonders erwünschtes Merkmal angesehen.

Der Podenco Ibicenco ist in seiner heutigen Form auf der Insel Ibiza und auf der acht Meilen südlich liegenden Nachbarinsel Formentera seit über 5000 Jahren bekannt.

Ibizan Hound
© DragoNika – Fotolia

Geschichte

Damals wurden alte stehohrige Hunde aus dem Mittleren Osten, die auch die Vorfahren des “Pharaoh Hound” sind, durch Handelsschiffe auf die Baleareninseln im Mittelmeer vor der Südküste Spaniens gebracht.

Die Dominanz der Merkmale der Vorfahren war so stark, dass trotz der isolierten Lage diese zwei unabhängig voneinander gezüchteten Rassen sich noch nach mehreren Jahrhunderten sehr stark ähneln.

Es wird mancherorts behauptet, der Podenco Ibicenco sei schon bei der Invasion Hannibals in Italien auf dessen Elefanten mitgeritten.

Da der Herrscher von Karthago auf Ibiza geboren wurde, ist diese Geschichte nicht ganz unwahrscheinlich. Der Podenco Ibicenco wurde auf Ibiza als hervorragender Jagdhund zur Jagd auf Kaninchen, Hühner und sogar Hochwild eingesetzt.

Da mehrere Rüden nicht zusammenarbeiten und stattdessen lieber raufen, jagt man mit einem einzelnen Hund oder mit mehreren Hündinnen und einem Rüden.

Die Hunde waren auf der kargen Insel sehr hoch angesehen, da sie nicht unerheblich zum Speiseplan der Einwohner beitrugen. Da es sich die Besitzer nicht leisten konnten, mehrere Welpen aufzuziehen, wurden die schwächeren Welpen und die meisten Rüden im Meer ertränkt.

Die Überlebenden waren sehr robust und dem rauen Gelände ihrer Heimat bestens angepasst. Zudem konnten sie leicht mit ein paar Fischköpfen ernährt werden, gelegentlich erhielten sie auch ein Stück Ziegenfleisch oder Wild, dass sie für sich selbst erlegt hatten.

Auch in der spanischen Küstenprovinz Katalonien sowie der französischen Provinz Roussillon waren diese Hunde bekannt. Da der Podenco Ibicenco stumm jagt, avancierte er zum Lieblingshund der französischen Wilderer, die sie “Charnique” oder “Charnegue” nannten.

Aufgrund dieser illegalen Aktivitäten wurde diese Rasse dann jedoch aus Frankreich verbannt. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts kannte man den Podenco Ibicenco nur als einen ganz einfachen Jagdhund.

Dann aber setzte sich die bekannte Hundeautorität und Richterin Spaniens, Dona Maria Dolores Olives de Cotonera aus Barcelona, auch als “Marquesa de Belgida” bekannt, das Ziel, diese vom Aussterben bedrohte Rasse zu retten.

Auf ihrem Zwinger in Mallorca, der grössten Baleareninsel, züchtete sie erstklassige Exemplare, die sie über ganz Spanien und den europäischen Kontinent bekannt machte. Als in Amerika ebenfalls ein Zuchtprogramm mit Podenco Ibicencos startete, achtete sie persönlich darauf, dass nur hervorragende Hunde dorthin exportiert wurden.

Podenco Ibicenco
© DG-Fotografie – Fotolia

Schon recht bald war der Podenco Ibicenco auf der ganzen Welt als Haushund, auf Ausstellungen, auf Windhunderennen sowie auf Coursing-Wettbewerben anzutreffen. Im Jahre 1958 kam eine ägyptische Spezialkommission nach Ibiza und Formentera, um die Rasse näher zu untersuchen und einige Exemplare mit nach Ägypten zu nehmen.

So gelangte der Podenco Ibicenco nach mehr als 5000 Jahren in seine ursprüngliche Heimat zurück. 1979 erkannte der American Kennel Club (AKC) den Podenco Ibicenco offiziell als eigenständige Rasse an.

Podenco Ibicenco Wesen

Diese Hunde sind extrem hart und beweglich, sie können aus dem Stand 1,80 bis 2,40 m senkrecht in die Höhe springen und sind fähig, große Entfernungen in Breite und Höhe zu überspringen.

Als Höchstgeschwindigkeit wurden beim Geradeausrennen 64,4 km/h gemessen. Bei der Jagd nutzt der Podenco Ibicenco sowohl Geruch als auch mit seinen großen Ohren den Klang, außerdem die Sicht. Sie können ihre Beute auf freiem Feld wie im Unterholz verfolgen und über nahezu jede Art von Hindernis springen.

Falls er seine Beute aus den Augen verliert, steht er aufrecht auf seinen Hinterläufen, um das Wild wieder zu entdecken. Gewehre sind nahezu überflüssig, falls ein Podenco Ibicenco auf Nahrung für seinen Besitzer jagt.

Er verfolgt seine Beute, fängt sie und bricht ihr dann das Genick. Anschließend apportiert er den Fang gehorsam zum Jäger.

Eignung

Nach unseren Vorstellungen ist dieser selbständige Jäger recht schwierig zu halten. Er verlangt nach einer geduldigen, verständnisvollen Erziehung, die allerdings Konsequenz voraussetzt.

Aufgrund seines angeborenen Jagdtriebes ist sein Laufbedürfnis kaum zu befriedigen.