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Dalmatiner

Dalmatiner Charakter, Erziehung und Haltung

In einer ganzen Reihe publikumswirksamer Auftritte setzen sich Vertreter der Hunderasse der Dalmatiner in Szene. Sie begleiten Postkutschen und Feuerwehrgespanne über weite Strecken.

Sie warnen währenddessen mit lautem Gebell andere Verkehrsteilnehmer vor den herannahenden Gefährten oder beschützen die transportierte Fracht.

welpen dalmatiner
© majtas – Fotolia.com

Filmfreunde erleben sie 1961 als Londoner Dalmatiner-Paar Pongo und Perdi. Die Story des erfolgreichen Zeichentrickfilms kommt nach fünfunddreißig Jahren noch einmal mit realen Darstellern und großem Erfolg auf die Kinoleinwände weltweit.

Letzte Aktualisierung am 22.01.2018


Geschichte

Wie vielen anderen Hunderassen wird den Dalmatinern eine lange und facettenreiche Geschichte zugeschrieben. Sie sollen zu den ältesten Rassen überhaupt gehören.

Der überwiegende Teil dessen ist durch Belege nicht unterfüttert, obwohl schwarz gefleckte Hunde bereits auf altgriechischen Wandmalereien zu sehen sind. Im FCI-Standard wird für die Standardnummer 153 als Ursprung Kroatien genannt.

Der Aufenthalt an europäischen Adelshöfen und die dortige Weiterentwicklung der Rasse finden hingegen unter den Kynologen breite Akzeptanz. Vor allem im 19. Jahrhundert nehmen sich die englischen Aristokraten und französische Adlige der Schönheiten an.

Um die genaue Herkunft der Dalmatiner ranken sich bis heute viele Legenden. Bereits im 14. Jahrhundert waren weiße Hunde mit dunklen Flecken bekannt, die später als Bracken bezeichnet wurden. Da er besonders als Statussymbol des britischen Adels in den Blick der Öffentlichkeit kam, denken viele, sein Ursprung läge in England.

Einige Fachleute aber behaupten, er wäre aus Indien gekommen und dann von Zigeunern nach Osteuropa, also auch nach Dalmatien mitgenommen worden. Mancherorts wird jedoch behauptet, er stamme eigentlich aus Ägypten oder Griechenland.

Aus Dalmatien wurde schon sehr früh über die Rasse berichtet und auch ihr Name stammt daher, deshalb wurde er schließlich als jugoslawische Zucht anerkannt. Da er bis auf die Flecken dem Erscheinungsbild eines Vorsteherhundes ähnelt, ist eine Verwandtschaft zwischen denn beiden anzunehmen. Er ähnelt aber auch sehr den kleinohrigen osteuropäischen Hounds mit ihrem kurz anliegenden Fell.

Da diese beiden möglichen Vorfahren sich aber gegenseitig entwickelten, wird bis heute über die Herkunft des Dalmatiners gestritten, zumal sein Stammbaum auch dadurch, dass er weder als Jagd- noch als Fährtenhund eingesetzt wird, sehr schwer zu ermitteln ist. Verschiedene Fachleute meinen, es handele sich entweder um einen Vorstehhund, Laufhund, Wachhund oder Schafhütehund, aber auch als Zughund und sogar als Rattenfänger wird er mancherorts angesehen.

Auf jeden Fall war er seit dem Mittelalter in ganz Europa als Begleithund für Pferde bekannt. Besonders der englische Adel schätzte ihn als Begleiter ihrer Kutschen, wo er ursprünglich zum Schutz der Reisenden vor Wegelagerei eingesetzt wurde, mehr und mehr aber auch Repräsentationszwecken diente.

Aber auch die einfachen Leute fanden mehr und mehr Gefallen am Dalmatiner. Ihren Ehrennamen „Firehouse Dog“ erhielten sie dadurch, dass sie in London den in großer Geschwindigkeit heraneilenden Feuerlöschzügen, die damals natürlich auch noch von Pferden gezogen wurden, den Weg freimachten.

Im Laufe der Zeit entwickelten sie sich zu richtigen Maskottchen, insbesondere in den Vereinigten Staaten hat sich das Bild des treuen Dalmatiners auf dem Vordersitz eines Feuerwehrwagens in der Öffentlichkeit festgesetzt. Dort veranstalten Züchter auch Übungen, welche die Fähigkeiten des Dalmatiners als Begleiter von Pferdekutschen testen, was daran liegt, dass er bis heute freundlich zu Pferden geblieben ist.

Ihre Popularität wurde durch das 1956 in England erschienene und 1959 von Walt Disney als Zeichentrick verfilmte Buch „101 Dalmatiner“ sehr gesteigert. Das Interesse, besonders bei den Kindern, hat bis heute, auch durch die vor einigen Jahren neu hergestellten Hollywoodfilme des Buches, angehalten.

Ein erster Rassestandard erscheint in England im Jahr 1882, die Anerkennung der Rasse erfolgt acht Jahre später. Der Dalmatinernachwuchs erblickt mit einheitlich weißem Fell das Licht der Welt. Zehn bis vierzehn Tage vergehen, bis erste dunkle Flecken sichtbar werden.

Im beginnenden zweiten Lebensjahr steht schließlich die Verteilung der Tupfen und Platten fest.

Der Wiedererkennungswert der Vierbeiner ist hoch. Die schwarz-weißen bis leberfarbenen Tupfen sind zwei bis drei Zentimeter im Durchmesser und großzügig verteilt.

Das attraktive Haarkleid umhüllt 56 bis 61 Zentimeter große und 27 bis 32 Kilogramm schwere Hunde, wobei die Hündinnen etwas kleiner und leichter bleiben.

hunderasse dalmatiner
© DoraZett – Fotolia.com

Das dünne Fell des schlanken und muskulösen Körpers mit der sichelförmigen Rute ist glatt und kurz. Dicht und glänzend ist es ohne Unterwolle ausgebildet. Dies kommt dem geringen Pflegeaufwand zugute.

Von Nachteil ist der Umstand, dass der tierische Begleiter strenger Kälte nicht viel entgegenzusetzen hat.

Fellpflege

Für die angemessene Fellpflege ist regelmäßiges Bürsten mithilfe eines Gummistriegels oder eines Noppen-Handschuhs ausreichend, auch wenn der Dalmatiner in schöner Regelmäßigkeit seine Haare verliert.

Dalmatiner Wesen / Charakter

Mit dem Filmerfolg steigt die Nachfrage nach den gefleckten Kinohelden und ruft weniger seriöse, profitorientierte Züchter auf den Plan. Heute ist der Dalmatiner von einem Modehund ein gesundes Stück entfernt, für die Tiere und ihre Besitzer ist das ein Segen.

Die von amerikanischen Feuerwehrwachen gern als Maskottchen auserkorenen Dalmatiner sind körperlich wie geistig sehr agile Vertreter.

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© seniorcarlo – Fotolia.com

Bewegung darf es nahezu unbegrenzt geben, das Laufen steckt ihnen im Blut. Zwei bis vier Stunden Auspowern pro Tag dürfen es sein, um dem ausdauernden Läufer, der mit beträchtlicher Geschwindigkeit unterwegs sein kann, gerecht zu werden.

Der Dalmatiner ist der ideale Begleithund für sportlich engagierte Menschen. Dort, wo etwas los ist, fühlt er sich wohl. Er begleitet seine Besitzer neben dem Fahrrad laufend, auf deren Wegen in freier Natur oder an der Seite des Pferdes. Hierbei ist der Laufrhythmus der beiden unterschiedlichen Tiere schön anzusehen.

Die vielen Facetten des Hundesports bieten Halter und Hund reichlich Gelegenheit für gemeinsame Erlebnisse.

Dalmatiner Wesen

So gefordert besteht für den englischen Rassehund kaum Anlass, seinerseits Unruhe in den familiären Alltag zu bringen. Sensibel und aufmerksam ist er für jede Art von Spiel bereitwillig zu begeistern.

Vom Charakter her ist der Dalmatiner ein von Natur aus leicht erziehbarer, anpassungsfähiger Haushund, der sich durch eine besondere Kinderliebe und Intelligenz auszeichnet. Obwohl extrovertiert und lebhaft, bellt er eigentlich nur, wenn etwas Besonderes vorgefallen ist.

Trotzdem ist er auch als Wachhund geeignet, da er sehr mutig ist und keine Angst zeigt, sich notfalls zu verteidigen. Ansonsten ist er nicht aggressiv, hat ein gutes Gespür, wer sein Herr ist und ist der ganzen Familie gegenüber freundlich, was ihn für Kinder zu einem treuen Spielgefährten macht.

Er ist äußerst ausdauernd, bei mäßigem Trab kann er Pferden nahezu endlos folgen. Sein angeborener Bewegungsdrang verlangt nach regelmäßigem Auslauf.

© majtas - Fotolia.com
© majtas – Fotolia.com

Er ist es gewohnt, eigenständig zu handeln und nimmt an ihn gestellte Aufgaben gut an. Selbst wenn der mittelgroße Hund überwiegend als leicht erziehbar beschrieben wird, ohne eine konsequente Schule geht es nicht.

Besonders die Rüden geraten mangels Führung in eine dominante Rolle. Dieser Wesenszug ist weder gegenüber anderen Hunden noch innerhalb des Familienrudels gewünscht und zu dulden. Dem Halter obliegt es, die Rangfolge frühzeitig und durchgehend erlebbar zu machen.

Früher Kontakt zu anderen Artgenossen hilft dabei, Dominanzverhalten nicht erst aufkommen zu lassen. Fremde beäugt der Dalmatiner zunächst zurückhaltend. Frei vom Zwang, ständig kläffen zu müssen, gibt er einen guten Wächter. Unbedingt will er in Gesellschaft von Menschen leben.

Das schließt die älteren Kinder, die im Umgang mit Hunden rücksichtsvoll sind und von den Erwachsenen beaufsichtigt werden, ein.

Züchter bei Welpen.de