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Grauer Norwegischer Elchhund

Der Elchhund, hierzulande auch Grauer Norwegischer Elchhund genannt und in seiner Heimat als „Norsk Elghund (Gra)“ sowie „Grahund“ bezeichnet, wird zur FCI-Gruppe 5 der Spitze und Urtyp gezählt.

Sein Ursprung liegt in Norwegen, wo er auch gleichzeitig als Nationalhund verehrt wird. Laut Rassestandard liegt die ideale Grösse für Rüden bei 52 cm, Hündinnen sind mit 49,5 cm naturgemäss etwas kleiner.

Das erwünschte Gewicht sollte zwischen 20 und 23 kg liegen. Neben diesem Elchhund gibt es noch zwei weitere Elchhunderassen, die zwar vom FCI anerkannt sind, ausserhalb ihrer Heimat bisher aber leider so gut wie keine Beachtung gefunden haben:

Zunächst wäre da der „Schwarze Norwegische Elchhund“, in seiner Heimat „Norsk Elghund (Sort)“ genannt, welcher zwar etwas kleiner, dafür aber lebhafter als sein grauhaariger Verwandter ist.

Seine ideale Schulterhöhe liegt zwischen 46 und 51 cm, das Idealgewicht beträgt 18 kg. Er ist auch in seiner Heimat sehr selten und besonders für die Jagd im Gebirge geeignet, da er leichter und beweglicher als sein grosser Bruder ist.

Mit Ausnahme der Farbe wird er nach dem gleichen Rassestandard gerichtet wie der Graue Elchhund.

Die zweite andere Rasse ist der sogenannte „Grosse Schwedische Elchhund“, welcher aus Schweden stammt und dort als „Jämthund“ bekannt ist.

Seine vom Standard erwünschte Grösse beträgt 58 bis 63 cm, sein Gewicht soll 50 kg betragen. Er ist die grösste der drei Elchhunderassen und als ein selbständiger, energischer Jäger, der zwar ruhig und überlegt handelt, aber keine Furcht kennt, bekannt.

Auffallend bei allen drei zum Spitztyp gehörenden Rassen ist, dass sie über Jahrtausende in ihrem äusseren Erscheinungsbild nahezu unverändert geblieben sind.

Das wetterfeste Fell des Grauen Norwegischen Elchhundes ist, wie bei seinen beiden Verwandten, kurz, dick und abstehend.

Er hat eine ausgeprägte Unterwolle und das Deckhaar ist ziemlich rauh und dicht. Im Nacken können die Haare gekräuselt sein. Bei der Fellfarbe ist jede Graufärbung mit Schattierung und helleren Tönen an der Unterseite zugelassen.

In den USA stellen hellere Grauschattierungen beim Elchhund die Norm dar, in seiner Heimat jedoch sind  sie sehr oft dunkelgrau und haben ein fast schwarzes Gesicht mit einer Maske.

Trotz seines dichten und wetterfesten Fells macht dem Elchhund erstaunlicherweise auch grosse Hitze und tropisches Klima nicht viel aus.

Der heutige Elchhund ähnelt sehr wahrscheinlich den nordischen Hunden, die schon während der Steinzeit den Menschen begleiteten. In Norwegen wurden in diese Zeit zurückreichende Skelettfunde von Hunden gemacht, die mit dem Knochenbau des modernen Elchhundes nahezu identisch sind.

Erwiesenermassen benutzten nordische Jäger schon tausend Jahre vor Christus Elchhunde zur Jagd. Auch als Hüte- und Schlittenhunde wurden sie höchst wahrscheinlich zumindest zeitweise verwendet. Noch heute hat beispielsweise der norwegische Verteidigungsminister das Recht, im Kriegsfall private Elchhunde einzuziehen.

Diese sollen dann in Gespannen militärisches Gerät auf Schlitten durch den Schnee ziehen. In späteren Zeiten begleiteten Elchhunde dann die Wikinger bei ihren Raubfahrten über die Meere an fremde Küsten.

Diese Hunde wurden überall in Skandinavien als hervorragende Arbeiter geschätzt. Ohne eine Ahnentafel oder gar einem durch einen Zuchtverband festgelegten einheitlichen Standard vermehrt, entwickelten sich regional bedingte geringfügige Unterschiede, gleichwohl waren sie gut durchgezüchtet.

Der FCI schliesslich teilte die Elchhunde in die drei genannten unterschiedlichen Rassen auf. Mittlerweile werden sie alle hauptsächlich von schwedischen Jägern im Bezirk von Jämtland gezüchtet und auch jagdlich geführt. Nachdem sie über Jahrhunderte zur Jagd auf Kaninchen, Hirsche, Luchs, Wolf, Bär und eben Elche benutzt wurden, jagen sie heutzutage vermehrt in Koppeln.

Sie versuchen, das von ihnen aufgespürte Wild auf den Jäger zuzutreiben. Da sie keine Lauf- oder Hetzhunde sind, verfolgen sie das Wild nicht über längere Entfernungen, sondern bleiben meist in der Nähe des Jägers. Sie versuchen Kleinwild wie beispielsweise Wildhühnern, Mardern oder Hermelinen, den Weg abzuschneiden oder sie in Richtung der Flinte des Jägers zu treiben.

Sein exzellenter Geruchssinn ermöglicht es dem Elchhund, die Fährte des Beute zu verfolgen, ohne dabei Laut zu geben. Grösseres Wild wird vom Elchhund zum Schein angegriffen, um so das Wild zu stellen.

Zum eigenen Schutz zieht er sich dann etwas zurück und ruft seinen Herren durch ein ganz spezielles anhaltendes Gebelle. So zieht er gleichzeitig die Aufmerksamkeit des Wildes auf sich und ermöglicht es dem Jäger, in Schussweite zu gelangen, ohne vom Wild bemerkt zu werden.

Er verfügt über grosse Auswahl an stimmlichen Möglichkeiten, sich auszudrücken und er ist in der Lage, ebenso imposant zu bellen wie zu jaulen oder zu kläffen. Den Jäger macht er dann eben durch dieses bestimmte Lautsignal auf sich und die Beute aufmerksam.

Erst kurz nach Beendigung des Ersten Weltkrieges gelangten die ersten Exemplare der Rasse nach Grossbritannien, in den USA wurde er sogar erst 1935 vom AKC als eine eigenständige Rasse anerkannt. Obwohl der Elchhund nach wie vor in Teilen Skandinaviens als Begleiter zur Jagd verwendet wird, benutzt man ihn ausserhalb seiner Heimat so gut wie gar nicht als Jagdhund.

Da der Elchhund bereits seit vielen tausend Jahren eng mit dem Menschen zusammenlebt, eignet er sich gut als Haus- und Begleithund. Obwohl er über diesen langen Zeitraum von seinem Besitzer zu einem sehr harten Arbeitsleben gezwungen wurde, ist er doch wie kaum eine andere Rasse seinem Herren treu ergeben und extrem menschenfreundlich.

Er hat einen von Natur aus fröhlichen Charakter und ist besonders lieb zu Kindern. Obwohl der Elchhund sich gut erziehen lässt, ist er ein selbständiger und selbstbewusster Hund, der niemals hundertprozentig gehorsam sein wird.

Seine lange Geschichte als Jagdhund macht es notwendig, das er viel Auslauf und Beschäftigung bekommt, ansonsten könnte der angeborene Jagdtrieb bei nicht genug ausgelasteten Hunden zu Problemen führen.

Der Elchhund ist sehr robust, entschlossen und mutig. Schliesslich muss er, wenn er das Jagdwild gestellt hat, in der Lage sein, dem spitzen Geweih eines Elchs oder den tödlichen Pranken eines Bären auszuweichen.