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Irish Soft Coated Wheaten Terrier

Irish Soft Coated Wheaten Terrier

Irish Soft Coated Wheaten Terrier Charakter, Erziehung und Haltung

Der Soft Coated Wheaten Terrier ist ein Mitglied der FCI-Gruppe 3 der Terrier. Seinen Ursprung hat er in Irland, wo er als die älteste einheimische Terrierrasse gilt.

Sein Name leitet sich von seinem weichhaarigen (englisch: soft coated) weizenfarbigen (englisch: wheaten) Fell ab. Der Rassestandard sieht bei den Rüden eine optimale Grösse von 46 bis 50 cm vor, die Hündinnen sind naturgemäss etwas kleiner.

Sein weizenfarbenes, üppiges und weiches Haar macht den Irish Soft Coated Wheaten Terrier zu einem nahezu unverwechselbaren Vertreter der Terrierrassen.

Rund zweihundert Jahre reichen Beschreibungen eines ihm ähnlichen Hundes in Irland zurück.

Bis zu einer Länge von beinahe dreizehn Zentimetern darf das wellige oder offen gelockte Haar wachsen. Es ist seidig, ohne Unterwolle und der Wheaten (so die Kurzform) haart nicht – ein Fellwechsel zum Sommer und Winter hin findet nicht statt.

Fell

Allerdings sollten die toten Haare vom Welpenalter an täglich ausgekämmt werden, denn anstatt auf die Teppiche zu fallen, ist dies für die meisten Hausfrauen oder -männer wesentlich bequemer.

Das lange Fell bringt leider viel Schmutz mit in die Wohnung und braucht sowohl bei Haus- als auch bei Ausstellungshunden intensive Pflege. Obwohl der irische Standard auf Ausstellungen einen natürlichen Fellzustand vorschreibt, werden moderne Ausstellungshunde immer öfter getrimmt.

Dabei ist aber unbedingt zu beachten, dass das Trimmen immer nur mit der Schere und niemals mit der Schermaschine erfolgt. Bei der Fellfarbe kommen alle Schattierungen reifenden Weizens vor: Von Blassgelb über Beige bis zum goldenen Rot.

Die Fellpflege hat dennoch regelmäßig zu erfolgen. Zum einen sammelt sich allerlei Schmutz in dem Haarkleid an, zum anderen verfilzt das Haar bei zu großer Nachlässigkeit schnell. Tägliches Kämmen und Bürsten hingegen hält es weich und schimmernd glänzend.

Irish Soft Coated Wheaten Terrier
© Denis Babenko / Fotolia.com

Über den Augen, unten am Kiefer und an den Läufen bleibt es lang stehen. Erst im Alter von etwa zwei Jahren ist die Fellentwicklung abgeschlossen, zuvor durchläuft der Welpe und Junghund unterschiedliche Farbgebungen.

Von roten und grauen Farbtönen bis zu einer dem gelben Korn ähnelnden Farbe sind Phasen unterschiedlicher Farbtöne des Heranwachsenden möglich.

Irish Soft Coated Wheaten Terrier Züchter
© iminga / Fotolia.com

Irish Soft Coated Wheaten Terrier Wesen

Vergleichsweise spät entwickelt sich auch der Charakter des Irish Soft Coated Wheaten Terrier. Fröhlich und menschenfreundlich ist er von Anbeginn an. Der Dickkopf des Terriers und die mehr oder weniger ausgeprägte Eigensinnigkeit des Wheaten kommen später immer wieder durch.

Mit konsequenten und stetigen Erziehungsmaßnahmen wird es erfahrungsgemäß zu keinen größeren Problemen kommen. Der Vierbeiner ist schließlich sehr lernfähig und seinen Menschen gegenüber zugetan. Er möchte gefallen und in die Mitte genommen werden. Ein Hund für die ganze Familie, der nicht ausschließlich auf eine Person fixiert ist.

Mit den Kindern in seinem Umfeld geht er geduldig und gutmütig um, sie sind gern gesehene Spielkameraden. Terrier durch und durch wird der Wheaten in vergangener Zeit in südirischen Grafschaften von den Bauern als Hof- und Jagdhund eingesetzt.

Dank seiner Verteidigungsbereitschaft bewährt er sich zudem als Wachhund.

Sein kräftiger und kompakter Körper wird bis zu 20 Kilogramm schwer und bis zu 48 Zentimeter groß. Wie üblich bleiben die Hündinnen in der Größe und im Gewicht etwas darunter. Der Hofhund nimmt es mit Raubzeug in Form von Ratten, Mäusen, Dachsen und Ottern auf.

Dem damaligen Terrier wird ein gewisser Anteil an der Nahrungsbeschaffung zugeschrieben – die armen Bewohner der Höfe zeigen sich dankbar für manch eine Beute ihres wildernden Vierbeiners.

Der Ire ist heute noch stets bereit, sein Rudel und sich selbst angemessen zu verteidigen.

Dessen ungeachtet ist er weniger rauflustig als andere Terrier und frei von Aggressivität. Inzwischen hat sich der furchtlose und attraktive Soft Coated Wheaten Terrier zum Familienhund gewandelt.

Geschichte

Da in der Vergangenheit alle Terrier Irlands unter dem Begriff „Irish Terrier“ zusammengefasst waren, ist es heutzutage nicht leicht herauszufinden, welche damaligen Beschreibungen dieser Rasse von allgemeiner Art sind und welche sich speziell auf diese roten Hunde beziehen.

Die Liebhaber des Soft Coated Wheaten Terrier sind beispielsweise davon überzeugt, dass ihre Rasse älter als der rote „Daredevil“ (Irish Terrier) ist. Es gilt aber als sicher, dass der Irish Terrier, der Kerry Blue Terrier und der Black and Tan Terrier zu den näheren Verwandten des Soft Coated Wheaten Terriers gehören.

In Deutschland ist der FCI-Standard mit der Nr. 40 relativ wenig verbreitet, ein erster Wurf wird 1978 dokumentiert.

Irish Soft Coated Wheaten Terrier Züchter
© biglama / Fotolia.com

So war dieser Hund ein Billigprodukt, welches man allgemein besass und das so verbreitet war, dass nur wenige von ihm Notiz nahmen. Es gab aber vereinzelte Hinweise auf weizenfarbige Hunde mit offenem Fell und hart zubeissendem Kiefer, besonders in den Gegenden um Kerry und Cork.

Man benutzte diese Hunde speziell zur Jagd auf Otter und Dachs. Neben der Jagd auf dieses Raubzeug und auf Ratten und Kaninchen, von denen er sich auch vornehmlich ernährte, verdiente er sich seinen Unterhalt auf den abgeschiedenen Bauernhöfen Irlands als Wachhund und Viehtreiber.

Durch diese harte und natürliche Auslese entstand ein gesunder und robuster Hund mit charmantem Wesen. Da der Soft Coated Wheaten Terrier keine reichen Adligen für sich gewinnen konnte, die sich um ihn und sein Fortbestehen kümmerten, ging die Anzahl dieser Hunde in den dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts dramatisch zurück.

Sein Debüt auf einer Ausstellung gab der Soft Coated Wheaten Terrier, ganz so wie es sich für einen irischen Hund gehört, am St. Patricks Day des Jahres 1937 in Dublin. Obwohl der Soft Coated Wheaten Terrier eine alte Rasse ist, kam er erst sehr spät in der Welt der offiziellen Rassehunde an.

Der British Kennel Club erkannte ihn 1943 als eigene Rasse an, in Amerika wurde er vom American Kennel Club sogar erst im Jahre 1973 akzeptiert, obwohl die ersten Exemplare der Rasse bereits 1946 in die Vereinigten Staaten gelangten. Kanada folgte schliesslich 1978 mit der Anerkennung.

Mittlerweile nimmt die Popularität der Soft Coated Wheaten Terrier beständig zu und er ist auf dem besten Wege, sich die Herzen all derer zu erobern, welche die Gelegenheit hatten, ihn näher kennenlernen. Besonders in den USA hat er in den letzten Jahren sehr viele neue Liebhaber gefunden.

Konsequent erzogen und geleitet wird und bleibt der Wheaten ein angenehmer Begleiter und Mitbewohner. Selbstverständlich werden Ankömmlinge am Grundstück sowie an der Wohnungstür mit Nachdruck und trotz allem freundlich begrüßt.

Der Soft Coated Wheaten Terrier ist sehr intelligent und hat ein liebenswürdiges Wesen. Er ist ein fröhlicher und verspielter Hausgenosse und ein ausgezeichneter Begleiter, der freien Auslauf über alles liebt. Da er sehr kinderlieb und zudem geduldig ist, findet man im Soft Coated Wheaten Terrier einen hervorragenden Familienhund.

Er ist von Natur aus menschenfreundlich, da er über viele Jahrhunderte eng zusammen mit den Menschen in der Wohnung lebte. Er ist kein Hund, der Streit sucht, gleichwohl beschreiben manche sein Wesen auch als „Verteidigung durch Angriff“, was sicherlich auch auf seine angeborenen Terriergene zurückzuführen ist.

Mit Liebe und Konsequenz lässt sich der anhängliche und kluge Soft Coated Wheaten Terrier recht leicht erziehen. Wichtig ist dabei, dass er eine feste, aber unbedingt faire Disziplin erlernt und verinnerlicht.

Ein typisches Merkmal der Rasse ist, dass sie relativ spät reif wird. Nur äusserst selten sind die Hunde schon nach weniger als zwei Jahren für die Ausstellung fertig.

Der temperamentvolle und entschlossen handelnde Hund zeigt sich ihnen gegenüber zugänglich und interessiert. Ausgelastet durch Spiel und reichlich freie Bewegung gibt er sich ruhig und unaufdringlich.

Nimmermüde werdend nimmt er die durch die Menschen gegebenen Anreize willig auf. Mit einer klaren Linie geführt haben alle Familienmitglieder großen Spaß am Engagement des irischen Allrounders, ohne von ihm überfordert zu werden.

Darf er an den Aktivitäten teilhaben, dankt er es mit einem unkomplizierten Auftreten.

Seine Nase will gefordert werden, für Suchspiele zeigt er sich grundsätzlich aufgeschlossen und auch der Jagdeifer ist weiterhin in ihm lebendig.

Im Freien heißt das, den Freund des Menschen zu jeder Zeit im Blick zu behalten und durch rechtzeitiges Abrufen des Hundes Jagdambitionen bereits im Keim zu ersticken.