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hunderasse gordon setter

Gordon Setter

Gordon Setter Charakter, Erziehung und Haltung

Der FCI-Standard Nr. 6 wirkt ausgesprochen anspruchsvoll und legt die Latte für den Gordon Setter sehr hoch. Sein äußeres Erscheinungsbild wird dem eines Vollblüters gleichgesetzt. Mit seinen harmonischen Proportionen entspreche der Hund einem leistungsfähigen Jagdpferd.

Von ihm wird ebenso vornehme Gelassenheit erwartet wie ein mutiges, offenes und freundlich-ausgeglichenes Auftreten. Die in dieser Ausprägung erwünschte Züchtungslinie stammt aus Schottland und wird seit 1924, nach einer Übergangszeit als „Black-and-Tan-Setter“, Gordon Setter genannt.

Gordon Setter
© Anna Auerbach – Fotolia.com

Zur Jagdausübung werden englische Vorstehhunde bereits im Mittelalter eingesetzt. Die direkten Vorfahren der Gordon Setter sind langhaarig und in ihrer Fellfarbe uneinheitlich.

Setter heute (Das besondere Hundebuch)
  • Hilde Schwoyer
  • Herausgeber: Kynos
  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten

Letzte Aktualisierung am 24.01.2018


Die vormals dreifarbigen und langen Fellvarianten geraten zugunsten einer Zweifarbigkeit in tiefem Schwarz mit einem warmen kastanienrot ins Hintertreffen. Erwünscht ist ein Brand in Form von zwei hellen Abzeichen über den Augen.

Das Fell ist heute kurz bis mäßig lang und glatt. Am Bauch gehören, mehr oder weniger stark ausgebildet, Fransen zu dem rassetypischen Äußeren des Jagdhundes.

Fellpflege

Der Fellpflegeaufwand fällt bei entsprechender Regelmäßigkeit geringer aus, als es das mittellange Fell erwarten lässt.

Das Bürsten und Kämmen jeden dritten Tag mag hierfür ein Anhalt sein. Mit einer Messerbürste kann je nach Bedarf totem Fell beikommen. Wichtig ist die Kontrolle der Ohren auf Verschmutzung – die Hängeohren stehen einer ausreichenden Belüftung entgegen.

Und jeder Hund nimmt während seiner Aktivität in Wald und Flur Zecken auf – hier verringert das Absuchen im Anschluss an den Außeneinsatz für den Vierbeiner ein Risiko durch Parasitenbisse.

Verwendung

Ihre Hochzeit haben die Vertreter der Rasse im englischen und schottischen Norden – ein Hund der gut gestellten Landbesitzer. Ein intelligenter und leistungsfähiger Jagdgebrauchshund mit einem Zuchtschwerpunkt auf dessen Jagdverstand.

Dazu gehört, das Federwild wie Fasan und Rebhuhn aufzuspüren und es dem Jäger in Vorstehhaltung anzuzeigen. Arbeitet der Gordon Setter zudem noch mit seinesgleichen zusammen, kommt das Sekundieren zum Tragen.

Diese angeborene Anlage lässt den Hund schon in der typischen Signalhaltung verharren, wenn ein anderer vierbeiniger Jagdhelfer die Wildwitterung aufgenommen hat.

Seine Fähigkeit ist für den Jäger ein nicht gering zu schätzender Vorteil bei der Jagd auf Niederwild.

In Deutschland heimisch ist der Gordon Setter seit über einhundert Jahren und hier vor allem im süddeutschen Raum beliebt. Die Ausrichtung der Zucht der Vorstehhunde entfernt sich auf dem Kontinent deutlich von der englischen Linie.

gordon setter
© Joss – Fotolia.com

Erst Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges kommt es zu einem Zuchtneubeginn, daraus resultiert eine aktuell noch vergleichsweise seltene Verbreitung der Rasse.

Vollblüter sind gemeinhin eher für den erfahrenen Reiter geeignet. Nicht anders verhält es sich beim Gordon Setter aufgrund seiner Ursprungsgeschichte und der damit verbundenen Aufgabenstellung.

Der ausgeprägte Jagdtrieb und sein starkes Bedürfnis nach Bewegung fordern seinen Besitzer und setzen Erfahrung mit Hunden voraus.

Der mittelgroße Hund (Rüden bis zu 66 Zentimeter Widerristhöhe, Hündinnen etwa 4 Zentimeter kleiner) liebt die Arbeit.

Sein bis zu gut 29 Kilogramm schwerer Körper (Hündinnen wiegen etwa 4 Kilogramm weniger) ist kraftvoll und ausdauernd. Zur Agilität des Gordon Setter passt ein aktiver Mensch, der es versteht, strukturiert und verständlich zu führen.

hunderasse gordon setter
© lwfoto – Fotolia.com

Fordernde Wanderungen, lange Spaziergänge auf abwechslungsreichem Terrain ebenso wie Rad- und Jogging-Ausflüge befriedigen eine Sehnsucht des Hundes.

Der Jagdpassion hingegen wird nur mit Welpenschule, Grundausbildung sowie fortwährend ausbildender Führung eine für beide Seiten annehmbare Richtung gegeben.

Die klassische Feldarbeit ersetzen kann sie nicht – auch hier ist der verantwortungsvolle Mensch gefordert, hinreichenden Ersatz anzubieten.

Sei es in Form von Fährtenarbeit, durch das Fordern des Hundes mit dem Dummy oder mit auf den Anspruch des Jagdhundes abgestimmten Angeboten guter Hundeschulen.

Derart in seinem Wesen und seinen Bedürfnissen respektiert, dankt es der Gordon Setter mit einer sehr menschenbezogenen und bereitwilligen Haltung.

Gordon Setter Wesen

Draußen artgerecht gefordert und durch viel Bewegung ausgelastet gibt sich der Charakterhund im Haus ruhig und schlägt selten an.

Wie bei den Jägern, so steht der edle Jagdhund gleichermaßen bei den Kindern seiner Familie hoch im Kurs.

Duke Alexander of Richmond züchtete im Jahr 1820 die ersten Gordon Setter. Der Duke war ein Hundefreund und widmete sich auf Schloß Fochabers in Banffshire der Zucht von Jagdhunden.

Er kreuzte schwarze Setter mit Bloodhounds und Collies und auch Pointer sollen mit eingekreuzt worden sein.

Der Gordon Setter ist der schwerste Typ der vier bekannten Setterarten:

  • English Setter
  • Irish Setter
  • Irish Red and White Setter
  • Gordon Setter

Durch die widrigen Wetterbedingungen im schottischen Hochland wurde ein widerstandsfähiger Jagdhund gebraucht. Das Gelände war schwierig und Regen fast Standard.

Obwohl der Gordon Setter kraftvoller als die übrigen Setterrassen war, strahlte er doch die Würde und Eleganz der Setter aus.

Er konnte es in Punkto Schnelligkeit nicht mit den anderen Vertretern der Rasse aufnehmen, machte dies aber durch seine Ausdauer wieder wett.

Der enge Anschluss an die Familie ist für diesen sensiblen Hund sehr wichtig. Gegenüber Fremden zeigt sich der Gordon Setter zurückhaltend.