Eurasier

Eurasier Charakter, Erziehung und Haltung

Die vergleichsweise junge Hunderasse Eurasier ist in Deutschland beheimatet. Die im Jahr 1973 von der FCI anerkannte Klassifikation mit der Standard-Nummer 291 verkörpert ein gelungenes Beispiel für die gezielte Fortentwicklung vorhandener Zuchtlinien.

Um 1960 herum gelingt es deutschen Züchtern den „Wolf-Chow“ zu formen, sozusagen als ein Zwischenschritt.

Mithilfe wissenschaftlicher Unterstützung kreuzen sie die noch sehr ursprünglichen Rassen Wolfsspitz und Chow-Chow. Es treten jedoch inzuchtbedingte Probleme auf, denen durch das Einkreuzen von Samojeden begegnet wird.

Der europäisch-asiatische Ursprung der drei beteiligten Hunderassen vereinfacht die Namensfindung: Eurasier – der Verweis auf Europa und Asien liegt quasi auf der Hand. Samojede und Chow-Chow stehen für die asiatischen Wurzeln, und der Wolfsspitz repräsentiert den Anteil Europas.

Man nehme den Chow-Chow und den Wolfsspitz, verfeinere ein wenig mit dem Samojeden und fertig ist der Eurasier.

© Eric Isselée - Fotolia.com
© Eric Isselée – Fotolia.com

Was hier despektierlich anmuten mag, hat im Großen und Ganzen so stattgefunden. Im Ergebnis das Beste aus zwei Welten – gezüchtet als Familienhund. Ein Eurasier zieht die Blicke der Menschen auf sich, lässt den Wunsch aufkeimen, die Hand in sein
Fell eintauchen zu lassen.

FCI-Einteilung

Die Kategorisierung der FCI sieht für ihn nicht von ungefähr die Gruppe der Spitze und Hunde vom Urtyp vor. Mittelgroß und kräftig steht der Eurasier vor seinem Besitzer.

Größe + Gewicht

Der ausgewachsene Rüde bringt es idealtypisch auf 56 Zentimeter Schulterhöhe und 26 Kilogramm Gewicht. Eine Hündin dieser Rasse weist 22 Kilogramm und 52 Zentimeter auf.

Jeweils vier Zentimeter und Kilogramm nach oben und unten sind in der Norm. Neben dem kompakten Gesamteindruck sind die oftmals blau gefärbte Zunge, die spitzen Ohren und die im Bogen getragene Rute Hingucker.

© pfotastisch - Fotolia.com
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Fellpflege

Bei allem äußerlichen Liebreiz – der Hund will bestimmen, wer ihn anfassen und streicheln darf. Ist die Erlaubnis erteilt, greift die Hand in mittellanges Grannenhaar, das lose anliegt und mit dichter Unterwolle zu jeder Jahreszeit gut schützt. Das Haarkleid ist in allen Farbspielen zulässig.

Lediglich ein Weiß beziehungsweise geschecktes Weiß oder leberfarbene Nuancen sind verpönt. Zu Zeiten des Fellwechsels ist das tägliche Bürsten und Kämmen angeraten. Darüber hinaus reicht regelmäßiges Striegeln zwei Mal in der Woche aus. Der Eurasier trägt katzenartig zudem selbst dazu bei, sein Äußeres sauber zu halten.

Eurasier Wesen / Charakter

Die asiatische Eleganz und das Selbstbewusstsein sind gepaart mit einer guten Portion Gewitztheit und Spielfreude vom Wolfsspitz. Es ist ein Hund für die ganze Familie, hin und wieder mit dem Hang, seine wichtigste Bezugsperson nach eigenem Ermessen auszuwählen. Kinder bereichern in jedem Fall seinen Tag. Wenn sie sich dem Eurasier nicht allzu respektlos nähern, haben sie bei ihm viel Narrenfreiheit.

Fremden gegenüber zeigt sich das tierische Familienmitglied neutral bis deutlich zurückhaltend.

Missfällt dem Eurasier etwas merklich, schlägt er kurz an oder warnt durch nicht zu überhörendes Knurren. Bellfreudigkeit sieht anders aus. Die Freunde seiner Zweibeiner werden schnell zu seinen Freunden.

eurasier wesen
Hunderasse Eurasier

Die starke Bindung des Eurasiers an das Familienrudel sowie dessen Treue und Anhänglichkeit erleichtern die Erziehung des neu in die Gemeinschaft aufgenommenen Mitglieds ungemein. Feinfühlig, selbstbewusst und anpassungsfähig fügt sich der Hund in unterschiedliche Lebensentwürfe ein.

Er ist älteren Menschen, allein lebenden Hundehaltern wie Erstbesitzern eines Hundes ein angenehmer Gefährte. Aufmerksam und geduldig nimmt er die ihm gestellten Anforderungen an. Immer vorausgesetzt, der Mensch begegnet ihm seinerseits mit Respekt und Verständnis, belässt es nicht bei sturem Drill.

Die frühe Sozialisation beinhaltet idealerweise den Besuch der Welpenschule. Hier lernt der Junghund, sich mit anderen Artgenossen auseinanderzusetzen, zu messen und das Miteinander leben zu lernen.

Im Haus lebt der Mitbewohner ruhig und gemütlich. Andere Haustiere akzeptiert er, ohne zu murren. Freiheiten, die er sich seinem Charakter entsprechend herausnimmt, tritt der Rudelführer konsequent entgegen. Der Eurasier ist klug und erkennt rasch, was geht und was zu unterbleiben hat.

Die Bewegungsfreude seines Hundes hinter dem Gartentor verbindet der sportliche Hundefreund mit seinen eigenen Aktivitäten. Er lässt sich beim Waldlauf, neben dem Fahrrad oder beim Hundesport begleiten.

Während langer Spaziergänge ist der Umstand von Vorteil, dass Wildtiere selten großen Eindruck auf den Hund mit der hohen Reizschwelle machen.