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Rottweiler

Rottweiler  Charakter, Erziehung und Haltung

Das besondere Hundebuch: Das grosse Rottweiler Buch
  • Andrew H Brace
  • Herausgeber: Kynos
  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten

Letzte Aktualisierung am 22.01.2018


Der ältesten Stadt Baden-Württembergs – Rottweil – verdanken die Rottweiler Hunde ihren Namen. Zuvor soll es Überlieferungen zufolge zur Vermischung der von den Römern über die Alpen mitgebrachten Viehhüte- und Treiberhunde mit einheimischen Hunden gekommen sein.

Die Viehhändler und Metzger – oftmals in einer Person – setzen im 19. Jahrhundert jene Hunde ein, um ihr tierisches Kapital wirkungsvoll zu bewachen und zu treiben. Der Name „Metzgerhund“ steht daher bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gleichbedeutend für den Rottweiler.

Mit dem Aufkommen moderner Transportmittel verliert der spezialisierte deutsche Vierbeiner seine althergebrachte Verwendung. Rinder- und Schafherden bedürfen seiner nicht mehr. Nachgefragt wird er dennoch: in den Diensten von Polizei und Militär.

Geschichte der Rottweiler

Die Vorfahren des modernen Rottweilers waren molosser- und mastiffähnliche Hunde, welche die römische Armee während ihrer Eroberungsfeldzüge in Europa begleitet hatten.

Die Aufgabe dieser Hunde war hauptsächlich der Schutz der Viehherden, die von den Römern zur Sicherstellung der Ernährung ihrer Legionäre mitgebracht wurden. Zudem zeigten sie sich auch als äusserst geschickt bei der Jagd auf Schwarzwild.

Auch als Wachhunde auf von den Römern errichteten Aussenposten taten sie ihren Dienst. Nachdem das Vieh von den Legionären verspeist worden war, wurden die sie schützenden Hunde einfach zurückgelassen und auch die Wachhunde wurden beim späteren Rückzug der römischen Krieger aus den besetzten Gebieten vielfach dort „vergessen“.

Viele Schweizer Hunderassen haben ihre Vorfahren in diesen Hunden, da die Reiseroute der Römer über die Alpen und den Gotthard-Pass führte. Vom damaligen Germanien eroberten die Römer nur die linksrheinischen Gebiete und den südlichen Teil des heutigen Deutschlands.

Dort errichteten sie zum Schutz vor den von ihnen sehr gefürchteten germanischen Kriegern den als „Limes“ bekannt gewordenen Grenzwall. Bereits zu dieser Zeit wurde in der südlich des Limes liegenden schwäbischen Stadt Rottweil ein intensiver Viehhandel betrieben und während der nächsten 1800 Jahre entwickelte sich die Stadt zu einem der Hauptumschlagsplätze des deutschen und südeuropäischen Viehhandels.

Durch Kreuzung ihrer genügsamen und robusten einheimischen Hüte- und Treiberhunde mit den römischen Hunden züchteten die ansässigen Metzger und Viehhändler eine eigenständige neue Rasse, die seit dem Mittelalter als „Rottweiler Metzgerhund“ bekannt war. Er diente nicht nur als Viehtreiber und als Zughund für kleine Wagen, sondern fand auch als Schutzhund für die damals noch gefährlichen Reisen der Viehhändler Verwendung.

Um Überfälle zu vermeiden, wurde vielfach die Geldbörse der Reisenden am Halsband des Hundes befestigt. Die temperamentvolle, kraftvolle Erscheinung der Rottweiler liess denn auch die meisten Räuber nicht unbeeindruckt, so dass sie in der Regel von ihrem ungesetzlichen Vorhaben freiwillig Abstand nahmen.

Als im 19. Jahrhundert das Viehtreiben in Deutschland verboten wurde und die Herden nur noch mit der damals neu aufgekommenen Eisenbahn transportiert werden durften, wurden Treiberhunde überflüssig. Da sich die Rottweiler ihren Lebensunterhalt dadurch nicht mehr selbst verdienen konnten, nahm ihre Anzahl zugunsten von kleineren und damit leichter zu ernährenden Hunden immer mehr ab, sodass sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahezu ausgestorben waren.

Den Bemühungen begeisterter Liebhaber dieser Rasse ist es letztendlich zu verdanken, dass diese gehorsame und arbeitsfreudige Rasse ihre besonderen Fähigkeiten dann als Gebrauchs- und Wachhund bei Polizei, Armee und Rettungsdiensten sowie als Blindenhund unter Beweis stellen konnte.

Bereits 1907 wurde der Allgemeine Deutscher Rottweiler Klub (ADRK) gegründet, die Anerkennung als eigenständige Hunderasse in Deutschland folgte kurze Zeit später. 1930 gelangten die ersten Exemplare dann auch nach Grossbritannien und den USA und auch dort liess die Anerkennung durch die Verbände nicht lange auf sich warten.

hunderasse rottweiler
© cynoclub – Fotolia.com

Verwendung

Bis heute wird der große starke Hund als Gebrauchshund gehalten. Zudem hat der Rottweiler einen festen Platz als Familienhund – kein einfaches Unterfangen in einer Zeit, in der die Haltung in einigen Bundesländern einschränkenden Bestimmungen unterliegt.

Das Potenzial, eine Gefahr für Mensch und Tier darzustellen, besitzt per se jeder Hund.

Beim Rottweiler kommen die Kraft, seine Größe und ein bisweilen schlechter Ruf nach Beißvorfällen hinzu. Die Vernachlässigung oder gar Fehlleitung kann das Tier zu einer gefährlichen Waffe mutieren lassen.

Hunderasse Rottweiler
Hunderasse Rottweiler

Der selbstsichere und mit einem ausgeprägten Schutzinstinkt ausgestattete Vierbeiner ist kein Anfängerhund!

Die erforderliche konsequente und sehr frühzeitig einsetzende Erziehung ist ein Muss. Gleichwohl bedarf es beim allzeit aufmerksamen, lernwilligen und freundlichen Rottweiler keiner harten Hand.

Eine gute wie früh einsetzende Prägung und Aufzucht vorausgesetzt, entwickelt sich der Rottweiler zu einem treuen und verlässlichen Haus- und Hofhund.

Die große körperliche und psychische Präsenz des selbstbewussten Tieres erfordert jedoch einen erfahrenen und konsequenten Hundeführer.

Der FCI-Standard weist unter der Nummer 147 für den Rüden ein Gewicht von zirka einem Zentner aus.

Rottweiler-Hündinnen bringen es auf etwa 42 Kilogramm. Letztere erreichen eine Schulterhöhe zwischen 56 und 63 Zentimeter, die Rüden legen noch einmal fünf Zentimeter drauf.

Rottweiler Wesen

Seinem Wesen entsprechend wählt der Hund seinen Favoriten und Rudelführer. Dieser zeigt dem Rottweiler die Grenzen und ermöglicht ihm, seinen Platz innerhalb der Familie zu finden. Familiennachwuchs wird vom Kinder liebenden Vierbeiner als Spielbegleitung akzeptiert.

Doch Vorsicht: Eine Rangelei ist als Rangordnungs- oder Revierkampf unter Hunden ein normaler Vorgang.

Schlimmstenfalls kann bereits das kindliche Anschubsen ein Rottweiler (und auch ein anderer Hund) als Provokation erleben. Eine gefährliche Situation bei ausgesprochen ungleich ausgelegten Kräfteverhältnissen, die lediglich einen Weg zulässt:

Niemals ein Kind zusammen mit dem Hund sich selbst zu überlassen!

Ursprünglich als Wachhund gezüchtet, kann er ansonsten nicht nur anderen Hunden gegenüber, sondern auch Menschen, die in sein „Revier“ eindringen, aggressiv reagieren.

Er muss schon als Welpe lernen, sich immer und unbedingt unterzuordnen, da er sonst später versuchen könnte, selbst seinem eigenen Herren den Rang streitig zu machen. Falsche Erziehung durch unseriöse Züchter lassen ihn leicht ausser Kontrolle geraten, niemals darf man ihn „scharfmachen“, da er sonst zu einer Gefahr für seine Mitmenschen werden kann.

Eine vernünftige Erziehung zur Disziplin und Einhaltung der Rangordnung machen aus ihm jedoch einen ruhigen, dankbaren Haushund, der sich durch besondere Anhänglichkeit und Treue auszeichnet und sich als angenehmes sowie zuverlässiges Familienmitglied problemlos seinem „Rudel“ einfügt.

Dann erweist er sich auch trotz des angeborenen Schutztriebs als friedlich und wenig misstrauisch gegenüber Fremden. Wichtig ist, beim Kauf eines Welpen genauestens auf die Seriosität des Züchters und auf das korrekte Sozialverhalten der Eltern zu achten.

 

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© Dogs – Fotolia.com

Das Zusammenleben mit dem Rottweiler ist für aufmerksam und weitsichtig agierende Menschen ein Gewinn. Der Hund passt sich bereitwillig unterschiedlichen Lebensgewohnheiten an. Ruhig und wachsam beschützt er Haus und Hof, bellt allein, wenn er Gründe hierfür sieht. Derer gibt es nicht viele.

Zu innerer Ausgeglichenheit verhilft dem Rottweiler ein Mindestmaß an kraftraubender Beschäftigung. Er ist weniger der große Läufer als vielmehr ein Arbeitstier.

Mit großem Engagement ist er bei der Sache, ob auf dem Hundesportplatz oder im Einsatz bei Polizeidienststellen, Wachdiensten sowie beim Zoll. Im Katastrophen- wie im Lawinen-Sucheinsatz hat sich die Rasse einen guten Namen gemacht.

Hunderasse Rottweiler
Hunderasse Rottweiler

Die Zurückhaltung eines Rottweilers gegenüber ihnen unbekannten Menschen kommt professionellen Hundeführern entgegen, im privaten Bereich muss dieser Wesenszug stets im Auge behalten werden. Die Rüden der Rasse zeigen sich etwas dominanter im Umgang mit Fremden und anderen Hunden als die Hündinnen.

Allgemeines Erscheinungsbild:

Der Rottweiler ist ein mittelgroßer bis großer, stämmiger Hund, weder plump noch leicht, nicht hochläufig oder windig. Seine im richtigen Verhältnis stehende, gedrungene und kräftige Gestalt lässt auf große Kraft, Wendigkeit und Ausdauer schließen.

Das Gewicht sollte idealerweise um die 43 kg liegen. Der Rottweiler hat ein derbes, mittellanges Fell mit dichtem Unterhaar. Bei der Farbe dominiert schwarz mit satten, rotbraunen bis mahagonifarbenen Abzeichen, die allerdings nur maximal 10 % der Fläche des Körpers bedecken dürfen.

Die schwarze, rehbraune oder graue Farbe des Unterhaares darf dabei nicht durchscheinen.

Leicht macht es dem Halter das derbe Haar des Rottweilers. Der Pflegeaufwand beschränkt sich außerhalb der Zeit des Fellwechsels auf das regelmäßige Bürsten des kurzen, glänzenden und eng anliegenden Fells mit Unterwolle. Dicht und griffig ist das überwiegend tiefschwarze Fell.

Auf der Brust, an den Beinen ebenso wie an Maul, Backen und über den Augen geben hellere rotbraune Zeichnungen das charakteristische Aussehen. Zum markanten Erscheinungsbild des muskulösen Hundes gehört weiterhin der breite Kopf mit dreieckigen hängenden Ohren und mittelgroßen mandelförmigen Augen.