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Englische Bulldogge

Die Englische Bulldogge wird zur FCI-Gruppe 2 der Molosser gezählt und hat ihren Ursprung in England.

Der Rassestandard schreibt zwar keine Idealgrösse vor, jedoch bewegt sich die Schulterhöhe der Bulldogge bei etwa 40 cm. Das Gewicht soll bei den Rüden 25 kg, bei den Hündinnen 23 kg betragen.

Fellfarben

Die englische Bulldogge hat ein kurzes und dichtes Fell mit dünnen und weichen Haaren. Bei der Farbe herrschen gestromtes rot, weiss und hellbraun vor, aber auch rein weiss, rot-hellbraun, rot-gelb oder weiss gescheckt in Kombination mit einer anderen der genannten Farben ist möglich.

Bisweilen sind das Gesicht oder das Maul schwarz, ansonsten ist eine schwarze Färbung, genauso wie grau, unerwünscht.

Englische Bulldogge – Herkunft

Die Englische Bulldogge stammt von mastiffähnlichen Hunden ab, die mit den phönizischen Handelsschiffen bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. nach Großbritannien gelangten.

Im Jahre 1630 wurden sie von Kynologen zum ersten Mal als „Bulldogs“ klassifiziert, allerdings fanden sie schon vorher als „Bandog“ oder „Butchers Dog“ (Fleischerhund) Erwähnung.

englische bulldogge
© Willee Cole – Fotolia.com

Möglicherweise ist einer ihrer Vorfahren der Alaunt, über den Edward, der zweite Herzog von York, um 1406 in seinem Werk „Master of game“ schrieb: „Alaunts sind verräterisch und böse. Er ist der beste Hund zum Festhalten, um alle Arten von Tieren zu packen und herunterzuzwingen.“

Ungefähr zu gleichen Zeit wurde begonnen, zur allgemeinen Unterhaltung Hunde auf Bullen zu hetzen, die in der Regel an einem Pflock festgebunden waren. Diese als „Bull Baiting“ (Bullenbeissen) bekannt gewordene Volksbelustigung war nicht nur in England über viele Jahrhunderte ein beliebter „Sport“ für das gesamte Volk, das grosse Summen Geld auf Hunde und Bullen verwettete.

Die meisten anderen Hunde packten den Bullen am Ohr, die Bulldogge war aufgrund ihres merkwürdigen Äusseren dagegen beweglicher und packte ihren Gegner an der Nase. Dadurch vermied sie, von den Hörnern des Bullen aufgespiesst zu werden.

Die damaligen Bulldoggen waren weitaus aggressiver und hatten höhere Läufe als die heutigen, modernen Exemplare. Sie krochen auf dem Bauch auf den angebundenen Bullen zu, der seine empfindliche Nase dadurch zu schützen versuchte, indem er sie in ein mit den Vorderhufen gescharrtes Loch zu verstecken versuchte.

Die Regel verlangten nun von der Bulldogge, den Bullen an der Nase zu packen und ihn festzuhalten („to pin the beast“). Die kurze Nase und der vorstehende Unterkiefer ermöglichten es der Bulldogge, enorm fest zuzupacken, ohne sich der Gefahr auszusetzen, zu ersticken.

englische bulldogge
© Rita Kochmarjova – Fotolia.com

Aber nicht nur Bullen waren der Gegner, sondern auch Bären und Löwen wurden für diese äusserst grausamen Tierkämpfe missbraucht. Gleichwohl waren diese Spektakel bei der Bevölkerung überaus beliebt, was nicht zuletzt auch an dem Aberglauben lag, dass nur ein Ochse, der zuvor von Hunden gehetzt wurde, zartes Fleisch liefern würde.

Sogar Dichter verherrlichten diese furchtbaren Grausamkeiten, der Poet Pierce Egan beispielsweise schrieb: „Welch Lebewesen, dass so wild und kühn, das federnd aufspringt, das Gefasste hält? Es ist der Bulldog, im Kampfe tapfer ohn´ Vergleich, den Briten gleich auf den Wogen der See.“

Als im Jahre 1835 das Bullenbeissen endlich verboten wurde, setzte man die Bulldogge nun bei Hundekämpfen ein.

Um die Schnelligkeit zu erhöhen, wurden verschiedene Terrier-Rassen eingekreuzt und es entstanden so viele noch heute bekannte Rassen, darunter auch einige der sogenannten „Kampfhunde“.

Die Bulldogge entwickelte sich mit der Zeit zu der heute bekannten Form mit dem quadratischen, untersetzten Körperbau, die nicht mehr so lange Läufe hat, den vorbeissenden Unterkiefer allerdings behalten hat.

Allerdings führten züchterische Übertreibungen der Merkmale dazu, dass die Bulldogge immer atmungs- und bewegungsunfähiger wurde, sich kaum noch auf natürlichem Wege fortpflanzen kann und im Allgemeinen sehr krankheitsanfällig ist.

Häufig ist zur Fortpflanzung künstliche Besamung und Kaiserschnitt notwendig, die Form von Nase und Rachen erschwert die Atmung und die Augen sowie die Nasenfalten bedürfen intensiver Pflege. Im Jahre 1860 wurden Bulldoggen dann zum ersten Mal ausgestellt und das ehemals aggressive Wesen wandelte sich gleichzeitig in ein ausgeglichenes Gemüt um, die Bulldogge jagte nun nicht mehr Bullen, sondern Trophäen.

Zurecht erhielt sie die Bezeichnung „vor Hässlichkeit schön“ und mittlerweile sind Bulldoggen heutzutage nicht nur der englische Nationalhund, sondern auch sehr beliebte Maskottchen.

Sie symbolisieren unerschütterliche Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit und sind beispielsweise als Markenzeichen des ersten Amsterdamer Headshops „The Bulldog“ berühmt geworden, wo Haschisch und Marihuana seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts legal in kleinen Mengen verkauft werden darf.

Wesen der Englischen Bulldogge

Vom Charakter her ist die Bulldogge ein liebevoller, ruhiger und sanfter Hund. Da sie sich besonders Kindern gegenüber sehr freundlich verhält und sie zudem äußerst anhänglich und zuverlässig ist, gewinnt man in ihr einen hervorragenden Familienhund.

Ihr bekannter Mut machen sie aber auch gleichzeitig zu einem ausgezeichneten Wachhund. Sie ist stets fröhlich, sehr bewegungsfreundlich und kann ihre Familie durch ihren charmanten Eigensinn das eine oder andere Mal bezaubern.

Zu ihren bevorzugten Beschäftigungen gehört es, ihren Herren auf Spaziergängen zu begleiten, aber ihre phlegmatischen Züge lassen sie genauso gerne ausgiebig zu Füssen ihres Besitzers schlafen.

Beim Welpenkauf ist auf eine vernünftige und gesunde Zucht zu achten und bei der Aufzucht muss man sehr viel Sorgsamkeit walten lassen, um Übergewicht und Störungen in der Entwicklung rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden.