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Irish Wolfhound

Irish Wolfhound Charakter, Erziehung und Haltung

Der Irish Wolfhound gehört zur FCI-Gruppe 10 der Windhunde und hat seinen Ursprung in Irland.

Im englischen Sprachraum kennt man den grössten Hund der Welt, der zudem auch der Nationalhund Irlands ist, auch unter der Bezeichnung “Irish Greyhound”.

Letzte Aktualisierung am 22.01.2018


Der Rassestandard sieht bei den Rüden einen Mindestgrösse von 79 cm vor, Hündinnen sollen eine Schulterhöhe von mindestens 71 cm aufweisen.

irish wolfhound
© jagodka – Fotolia.com

Fell:

Der Irische Wolfshund hat ein hartes und raues Fell mit besonders langen und drahtigen Haaren über den Augen und unterhalb des Kiefers.

Es sind bei dieser Rasse verschiedene Fellfarben zulässig:

  • grau
  • gestromt
  • rot
  • schwarz
  • reinweiss
  • rehfarben
  • weizengelb
  • und stahlgrau.

Das raue Fell ist pflegeleicht und verlangt nur ein gelegentliches Durchkämmen.

Geschichte:

Die genaue Entstehungsgeschichte des Irischen Wolfshundes liegt, wie bei vielen anderen alten Rassen auch, leider im unklaren. Man ist sich aber einig darüber, dass seit Beginn der Geschichtsschreibung in Irland sehr grosse Windhunde verwendet wurden.

Manche Quellen gehen nun davon aus, dass der “Cu”, ein enorm grosser, massiver Hund mit zotteligem Fell, der Vorfahre des Irischen Wolfshundes ist.

Diese Rasse wurde zur Jagd auf Elche, Wildschweine und Wölfe von der einheimischen Bevölkerung benutzt. Eine weitere Erklärung der Herkunft dieser Rasse wäre, dass die Kelten Griechenland überfielen und im Jahre 295 v. Chr. Delphi eroberten.

Dort erwarben sie möglicherweise Hunde vom Afghanen/Windhundtyp, da sie erwiesenermassen Hunde von grosser Schnelligkeit und Körpergrösse bevorzugten. Diese Hunde begleiteten dann die Kelten bei ihrem Eroberungsfeldzug in Europa und wurden eventuell schon mit schlanken Mastiffs gekreuzt, bevor die Kelten Irland, den nördlichsten Punkt ihrer Völkerwanderung, erreichten.

Schon die Römer, die im ersten Jahrhundert n. Chr. England eroberten, berichteten von riesigen Hunden, die dort zur Wolfs- und Elchjagd verwendet wurden. Zu dieser Zeit gab es den Irischen Wolfshund sowohl mit glatten als auch mit rauem Fell und in einer grossen Anzahl heller und dunkler Farben.

© otisthewolf - Fotolia.com
© otisthewolf – Fotolia.com

Das diese Hunde auch von einer enormen Gestalt gewesen sein müssen, belegt beispielsweise ein Brief aus dem Jahre 393 n. Chr. des römischen Konsuls Symmachus. In diesem Brief bedankt er sich bei seinem Bruder Flavianus, der in England stationiert war, für die sieben übersandten Irischen Hunde und schrieb, das ganz Rom diese Hunde mit Staunen beobachtet hätte.

Da zu der Zeit die Bevölkerung Roms bereits an riesige Mastiffs gewöhnt war, die in der Arena gegen Bären und Löwen kämpften, mussten die Hunde aus Irland wirklich etwas besonderes gewesen sein.

Vom Aussehen her sicherlich noch mit grossen Unterschieden behaftet, waren ihr Mut und ihre Treue sowie ihre Kraft und Schnelligkeit bereits damals allgemein bekannt.

In der Zeit der Irischen Helden zwischen 200 v. Chr. bis 200 n. Chr. entstanden eine grosse Anzahl von Erzählungen und Legenden über den Irischen Wolfshund. Eine bekannte Sage erzählt vom Hund “Ailbhe”, der so schnell gewesen sein soll, dass er es schaffte, innerhalb eines Tages die Provinz Leinster zu umrunden.

Er soll die ganze Provinz verteidigt haben und über grosse Weisheit und eine übernatürliche Intelligenz verfügt haben. Eine weitere Legende erzählt von der berühmten Hundemeute von König Cormac aus Irland, die von einen gewissen Fionn McCumhaill betreut wurde und von dem besten Hund der Meute, “Bran”.

Diese “Bran wurde insbesondere wegen ihrer unglaublichen Schnelligkeit gelobt, aufgrund ihrer Tapferkeit beim Kampf gegen Sauen und ihrer Fähigkeit, Fionn und seine Männer rechtzeitig vor feindlichen Attacken zu warnen”.

Als ein Diener die Meute stahl, um sie nach England zu verkaufen, wurden die Hunde von Fionn und seinen Männern gerettet. Diese Geschichte zeigt, dass diese Hunde zur damaligen Zeit sehr wertvoll waren und deshalb ein armer Mann durch den Verkauf ins Ausland eine grosse Menge Geld verdienen konnte.

Tatsächlich zeigen Überlieferungen aus dem 5. Jahrhundert, dass die Hunde und ihre Zucht so lukrativ waren, dass Händler ganze Schiffsladungen von diesen Tieren in andere Länder verkauften.

Da die grosse Mehrheit der exportierten Hunde vom Wolfshundtyp war, hat die Rasse wahrscheinlich bei der Entwicklung von sehr vielen europäischen Hunderassen ihre Spuren hinterlassen.

Um 1100 n. Chr. war ein Irischer Wolfshund der Legende nach sogar Anlass für einen Krieg. Der König von Ulster bot für den berühmten Wolfshund “Aibe” eine Herde von 4000 Kühen zum Tausch. Als der Besitzer des Hundes dieses wirklich grosszügige Angebot ablehnte, griff der gekränkte König zu den Waffen.

Eine isländische Sage aus dem 13. Jahrhundert wiederum berichtet von einem Irischen Wolfshund, den der isländische Führer Gunnar von einem Freund als Geschenk erhielt.

“Dieser Hund ist ein grossartiges Tier, er wird dir ein ebenso guter Waffengefährte sein wie ein erwachsener Krieger. Er hat menschliche Intelligenz, er verbellt jedermann, den er als Feind erkennt, nie aber Freunde. Er kann dem Menschen vom Gesicht ablesen, ob dieser Gutes oder Schlechtes im Schilde führt. Eher würde er sein Leben aufgeben, als dich zu betrügen. Sein Name ist Samr”, sagte der Freund.

Als Feinde Gunnar ermorden wollten, bezahlten sie einen Bauern dafür, dass dieser zunächst “Samr” tötet. Der Hund wehrte sich sehr tapfer und konnte nur durch einen Axthieb mitten in den Schädel zur Strecke gebracht werden.

Allerdings soll er in seinem Todeskampf ein dermassen schreckliches Geheul ausgestossen haben, dass Gunnar so noch rechtzeitig vor seinen Feinden gewarnt wurde.

Die berühmteste Geschichte über einen Irischen Wolfshund stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert und soll sogar wahr sein.

Der Prinz von Nord-Wales, Llewelyn, liebte es, mit seinem Wolfshund “Gelert” in der Gegend des heutigen Beddgelert zu jagen. Eines Tages verweigerte “Gelert” den Dienst und der Prinz zog allein zur Jagd los.

Als er zurückkam, traf er den Hund mit Blut verschmiert vor und als der Prinz in grosser Furcht seinen kleinen Sohn suchte, fand er nur ein leeres Bett vor, welches ebenfalls voller Blut war. Als der Prinz den Hund mit dem Schwert tötete, wurde der Todesschrei des Hundes durch das Rufen des Sohnes beantwortet.

Llewelyn fand seinen Sohn unverletzt neben einem riesigen Wolf, den “Gelert” totgebissen hatte, vor.

Der Prinz soll danach nie mehr gelächelt haben, sosehr hat er sich vor Selbstvorwürfen zermartert. Auf “Gelert´s ” Grabstein in Nord-Wales steht der Spruch.

“Er hat Gelert hier begraben. Dieser Ort wird für immer Beddgelert genannt”.

All diese Geschichten und Legenden zeigen, dass der Irische Wolfshund so berühmt war, dass er in der Literatur fremder Länder vorkam und die ganze Welt von ihrer Kraft und Schnelligkeit sowie ihrer Intelligenz und Loyalität wusste.

Ebenso kann man gut erkennen, dass diese Hunde nicht nur als Jagd- und Wachhunde, sondern als hochgeachtete Begleiter von Herrschern und auch als kostbare Geschenke geschätzt wurden.

Nachdem der Irische Wolfshund im Mittelalter hauptsächlich zur Jagd auf Sauen, Hirsche und dem mittlerweile ausgestorbenen irischen Elch, der eine beträchtliche Schulterhöhe von 1,80 m aufwies, benutzt wurde und zudem auch Verwendung als Wach- und Kampfhund fand, wurde er im 15. und 16. Jahrhundert vermehrt zur Wolfsjagd eingesetzt.

Ab dieser Zeit wurden die Hunde im Typ auch immer einheitlicher und dem heute bekannten Wolfshund ähnlicher. Die Wolfsplage gehörte zu einem der Hauptprobleme Großbritanniens und da es immer weniger grosse Hunde gab, die für die Jagd auf Wölfe besonders geeignet waren, verbot Oliver Cromwell in der Mitte des 17. Jahrhunderts den Export von Wolfshunden.

Bereits 1766 lebten in Irland keine Wölfe mehr und Anfang des 18. Jahrhunderts wurde in Schottland der letzte Wolf erlegt. So verlor der Irische Wolfshund praktisch seine “Existenzberechtigung” und innerhalb kürzester Zeit war seine Anzahl extrem reduziert.

Die grosse Hungersnot in Irland um 1840 als Folge von Missernten führte dann auch noch mit dazu, dass die Rasse beinahe vollkommen ausgestorben wäre.

Zu der Zeit hatte annähernd niemand noch einen lebenden Wolfshund gesehen und die starken Übertreibungen in den Sagen und Legenden führten so zu einem Streit unter den Fachleuten, wie denn nun ein echter Wolfshund ausgesehen hat.

Um 1840 kaufte ein R. D. Richardson einen Rüden des alten Typs und kreuzte diesen mit verschiedenen Wolfshunden und Deerhounds. Die Nachkommen dieser Paarungen waren praktisch die Vorfahren aller modernen Irischen Wolfshunde.

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© DragoNika – Fotolia.com

Die endgültige Restauration der Rasse war dann schliesslich Captain G. A. Graham zu verdanken, der ab 1860 Nachkommen von Richardson´s Hunden erwarb und diese mit Deerhounds paarte. Gelegentlich wurden noch russische Barsois und Deutsche Doggen eingekreuzt und durch eine sehr sorgfältige Auswahl gelang es ihm, zum alten Typ zurückzukommen.

Dieser so entstandene “neue” und uns heute bekannte Irische Wolfshund erwies sich als erbrein, sodass die Rasse sich nach erfolgreichen Ausstellungen in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts auf dem besten Weg zur Wiedergenesung befand. Der erste Zuchtklub wurde dann 1885 gegründet und mittlerweile ist der Irische Wolfshund in vielen Ländern rund um die Welt bewundert und beliebt.

Irish Wolfhound Charakter

Der Irische Wolfshund ist freundlich und seiner Familie praktisch immerwährend treu ergeben. Er ist sehr zuverlässig, intelligent und er mag ausgedehnte Spaziergänge, Fahrradtouren und Ausritte.

Er benötigt viel Platz zum Toben, am besten auf einem eingezäunten Grundstück und ist allein aufgrund seiner Grösse für eine beengte Wohnung nicht geeignet. Der Irische Wolfshund ist sehr sanft und kinderlieb, im Hause ruhig und braucht den engen Anschluss an die Familie.

Obwohl heutige Besitzer mit ihm an Windhunderennen teilnehmen, ist er kein Spezialist für die Rennbahn.

Auch als Schutzhund ist er weniger gut geeignet. Leider ist der Irische Wolfshund momentan eine Modeerscheinung geworden, sodass er regelrecht vermarktet wird.

Dabei ist seine Haltung und Aufzucht äusserst kompliziert. Junghunde beispielsweise brauchen ein hervorragendes Futter und dürfen nicht überlastet werden, bis Muskulatur und Knochenbau ausgereift sind.

Da die artgerechte Aufzucht dermassen teuer und aufwendig ist, sollte man als Käufer die Herkunft besonders kritisch und sehr sorgfältig überprüfen, um sicherzugehen, dass der Züchter nicht nur am Profit interessiert ist und man einen gesunden Hund erhält.

Seine enorme Grösse, verbunden mit den sehr hohen Kosten für das Futter, schliessen es fast aus, dass der Irische Wolfshund zum wirklich verbreiteten Familienhund wird.

Züchter dieser Rasse bei Welpen.de