Kaukasische Owtscharka

Owtscharka

Owtscharka Charakter, Erziehung und Haltung

Herdenschutzhunde: Geschichte, Rassen, Haltung, Ausbildung
  • Petra Krivy
  • Franckh-Kosmos Verlags-Gmbh & Co. KG
  • Kindle Edition
  • Auflage Nr. 2 (08.06.2016)
  • Deutsch

Letzte Aktualisierung am 16.09.2018


Die Augen und die Gesichter von Hundewelpen haben die Macht, Hunde liebende Menschen in ihren Bann zu ziehen. Über eine ebensolche Kraft verfügt auch der ausgewachsene Kaukasische Owtscharka, ein kaukasischer Schäferhund, dessen Existenz mindestens 600 Jahre belegt werden kann.

Kaukasien, die Landbrücke zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer, ist die Heimat des Herden- und Hirtenhundes.

Kaukasische Owtscharka i
© Daniel Kühne – Fotolia.com

Es umfasst in Teilen Territorien der Länder der ehemaligen UdSSR sowie der Türkei und ist eine vielfältige Landschaft aus Steppe und Waldsteppe, Halbwüstengebieten, fruchtbaren Niederungen und dem dominierenden Kaukasus-Hochgebirge.

Im Kaukasischen Owtscharka findet sich diese Vielfalt wieder. Die transkaukasische Varietät ist sehr viel massiver als die leichteren, hochbeinigeren und oftmals kurzhaarigen Formen der Steppengebiete.

Im von Russland betreuten FCI-Rassestandard Nr. 328 sind seit 1984 alle Schläge zusammengefasst. Gemeinsam haben sie einen kräftigen bis massig anmutenden Körperbau.

Gewicht & Größe

Die gewünschte Widerristhöhe der Rüden reicht von 68 bis 75 Zentimetern, die der Hündinnen von 62 bis 70 Zentimetern.

Das Gewicht der Tiere schwankt zwischen 45 und 70 Kilogramm, deutliche Ausreißer nach oben sind jeweils möglich. Die Maske des Wach- und Schutzhundes umschmeichelt geradezu treu bis traurig dreinschauende Augen. Ein Gesicht zum Verlieben; ein Hund, der zum Streicheln einlädt.

Doch größte Vorsicht!

Der ausgeglichene und ruhige Hund ist als Wächter gezüchtet worden. Als Schutzhund der kaukasischen Herden auf sich allein gestellt, hat sich eine anspruchslose und widerstandsfähige Rasse durchgesetzt.

Der Kaukasische Owtscharka ist furchtlos und unerschrocken gegenüber Fremden und in aktiver Form scharf, wenn er die eigene Familie bedroht sieht.

In der ehemaligen DDR und anderen Ostblockstaaten bediente sich das Militär seiner als Gebrauchshund. So ist eine konsequente und gerechte Erziehung, beginnend im Welpenalter, unabdingbar.

Kaukasische Owtscharka
© Daniel Kühne  / Fotolia.com

Von seiner Leitperson erwartet ein derart starker Wesenstyp Stehvermögen und Charakter – ein Kaukasischer Owtscharka ist kein Anfängerhund!

Der große Hund muss wissen, wer die Führung innehat und wie die Rangordnung angelegt ist. Er will in seinem eigenständigen Wesen nicht eingeschränkt werden – diese Sturheit kann unter Umständen zu einem unerwünschten und gefährlichen Dominanzverhalten führen.

Der Lebensraum des Tieres sollte sicher eingezäunt sein, andernfalls wächst ein Revier ohne optische Barrieren schnell über angrenzende Grundstücke hinaus. Die Duldung anderer Tiere im Familienrevier fällt von Fall zu Fall recht unterschiedlich aus. Das Bellen vom Kaukasischen Owtscharka ist deutlich, jedoch meist selten zu vernehmen.

Und wenn der Hund seinen Bass intoniert, hat er einen triftigen Grund hierfür. Abseits einer Aufgabe ist ein Kaukase ein Familienmitglied mit viel Sinn für das Spiel und das Schmusen.

Auf Ausdauer und Anspruchslosigkeit ausgerichtet, ist der Bewegungsdrang dieser Hunderasse als kräftesparend zu beschreiben. Zu unterschätzen ist seine Agilität keinesfalls.

Der Kaukasische Owtscharka bringt seine Masse erstaunlich zügig und vehement in Bewegung – zur Not auch mit widerstrebendem Leinenanhang. Gewöhnlich trabt er, sein Galopp wirkt eher plump.

Wesen des Kaukasischen Owtscharka

Dabei ist der Hund ausgesprochen anhänglich, ohne unselbstständig zu wirken; sensibel und treu ergeben. Er ist ein unbestechlicher Kamerad für alle Gelegenheiten – familienbezogen und kinderlieb. Die wachen Sinne des Hundes lassen selbst den Hundesport eine gute Beschäftigungsalternative sein.

Nicht für jeden Menschen geht er auf dieses Angebot ein und das Gelingen dessen zeigt eine wirklich enge Bindung zwischen Mensch und Tier. Für den Kaukasen steht die Abwechslung und das Gefordertsein im Vordergrund, weniger die Bewältigung eines Parcours auf Zeit.

Zeitlich wenig aufwendig ist die Pflege des Fells von Kaukasischen Owtscharkas. Es wird zwei Mal im Jahr abgestoßen, dann wird das Material gründlich ausgebürstet. Dazwischen richtet sich das Bürsten nach dem Zustand des schlichten und groben Fells.

hunderasse kaukasischer owtscharka
© Daniel Kühne – Fotolia.com

Dieses ist sowohl langhaarig mit Mähnenansatz am Hals und Befederung an den Läufen wie auch allseits kurzhaarig zulässig. Übergangs-Varietäten lassen mittellanges Haar ohne Mähne und Befederung zu. Letzterer Felltyp setzt sich heute durch.

Das mit dichter heller Unterwolle ausgestattete Fell ist in unterschiedlichem Grau oder Weiß und in rotfarbenen sowie gelbfarbenen Tönen erwünscht.

Weiterhin sind Rost- und Erdfarben ebenso wie ein gestromtes, geschecktes und gepunktetes Erscheinungsbild akzeptiert. Das wuschelige Fell bietet dem Kaukasischen Owtscharka einen guten Wetterschutz für sein Leben außerhalb der vier Wände.

Züchter der Rasse