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Akita

Akita Charakter, Erziehung und Haltung

Der Akita Inu gehört zur FCI-Gruppe 5: Spitz und Urtyp und hat seinen Ursprung in Japan. Seinen Namen verdankt er seiner Heimat, der auf der Insel Honshu liegenden nordjapanischen Provinz Akita, der Zusatz „Inu“ bedeutet übersetzt Hund.

Gelegentlich wird er auch als „Japanischer Akita“ oder auch als „Shishi Inu“ bezeichnet, was soviel wie grosser Hund bedeutet.

Letzte Aktualisierung am 22.10.2017


Die Namen Akita Inu, Akita Ken und Japanischer Akita bezeichnen ein und dieselbe Hunderasse  – den Akita.

Die Namenszusätze „Inu“ und „Ken“ stehen dabei in der japanischen Sprache für „Hund“. Sie werden heute dem Namen des FCI-Standards mit der Nummer 255 nicht mehr beigefügt.

Herkunft

Es wird behauptet, dass Akita-ähnliche Hunde schon seit 5000 Jahren nachgewiesen werden können. Solche Hunde waren die Begleiter der Samurais und haben seitdem einen festen Platz in der Mythologie Japans.

Abbildungen mit Akitas werden noch heute als Glücksbringer verschenkt. Fest steht, dass die Vorfahren des Akitas Hunde der Polarregionen waren, von wo aus vor Jahrhunderten eine Spitzgruppe in die nördlichen Gebirge der Insel Honshu gelangte.

Der japanische Amtsbezirk Akita im Norden der Insel Honshu gilt als namensgebend für den Akita. Der japanische Vierbeiner hat eine gemeinsame Geschichte mit dem American Akita, wobei die beiden Rassen erst seit 1999 eigenständig geführt werden.

was ist ein akita
© kojihirano – Fotolia.com

Zuvor weisen Grabbeigaben aus Ton und Darstellungen auf Glocken aus Bronze auf eine Jahrhunderte währende Geschichte des japanischen Nationalhundes hin.

Reinrassige Akitas sind in Japan ein Statussymbol.

Die Wertschätzung für diese Rasse kommt im Exportverbot solcher Hunde, welches bis 1945 Geltung besitzt, als auch in einer Erklärung von Kaiser Hirohito zum Ausdruck. Er verleiht darin dem großen Vierbeiner 1931 den Status eines Naturdenkmals.

Die einzelnen Rassen unterscheiden sich zwar in Grösse, Farbe, Verwendung und Entstehungsgeschichte, sind sich untereinander aber doch so ähnlich, dass sie in Japan bei Ausstellungen in einer Klasse gezeigt werden, die sich in drei Untergruppierungen aufteilt:

  • gross (Akita)
  • mittelgross (Kai, Kishu, Ainu, Shokoku)
  • und klein (Shiba).

Akita Wesen

Das Wesen dieser Hunde zeichnet sich durch Bedächtigkeit, Ruhe und sehr viel Würde aus. In der Präfektur Akita wurden die grössten und stärksten Exemplare aussortiert und auf den heutigen Typ weitergezüchtet.

Vermutlich war die Rasse Akita Inu schon vor 300 Jahren voll etabliert. Er wurde zwar eigentlich zum Ziehen von Lasten und zur Jagd auf Grosswild gezüchtet, war aber über viele Jahrhunderte hauptsächlich als Kampfhund berühmt, da in Japan Hundekämpfe ebenso populär waren wie beispielsweise in Europa.

Als dieser sogenannte „Sport“ mit der Zeit immer mehr Anhänger verlor und der japanische Kaiser ihn im Jahre 1926 endgültig für verboten erklärte, wurde der Akita Inu wieder seiner eigentlichen Aufgabe bei der Jagd auf Rot- und Schwarzwild und auch Bären zugeführt.

Als im späten 19. Jahrhundert die japanische Isolationspolitik immer mehr zurückging, kamen zwangsläufig vermehrt ausländische Hunderassen in das Land und es kam naturgemäss zu Vermischungen der verschiedenen Rassen.

Die japanische Regierung befürchtete den Verlust der einheimischen Rassen und gründete eine Gesellschaft zur Erhaltung der japanischen Hunde.

So wurden alle „eingeborenen“ Hunde zum nationalen Kulturerbe erklärt. Die jeweils besten Akitas gelten seit Jahre 1931 offiziell zum japanischen Kulturgut.

Ein Zitat besagt: „Der Charakter dieser Hunde spiegelt das alte japanische Volk – ernsthaft, wachsam, treu, gutmütig und freundlich, besonders liebevoll und empfindsam gegenüber der Freundlichkeit seiner Herren“.

In seiner Heimat wird der Akita Inu vorwiegend als Polizei- und Wachhund eingesetzt, aber auch als treu ergebener Familienhund hat er sich nicht nur in Japan, sondern in vielen anderen Ländern, einen Spitzenplatz erobert.

Legendär ist in Japan der Akita Inu „Hachi“, der täglich auf dem belebten Bahnhof Shibuya in Tokio erschien, um seinen Herrn von der Arbeit abzuholen.

Selbst als dieser gestorben war, erschien der Hund noch 10 Jahre lang jeden Tag auf dem Bahnhof  und wartete auf die Rückkehr seines Besitzers. Diese Geschichte rührte die Japaner so sehr, dass sie in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts an dieser Stelle eine riesige Statue dieses Akitas errichteten.

Sie trägt den Namen „Chucken Hachi-Ko“, was übersetzt „treuer Hund Hachi“ bedeutet.

Der Charakter des Akita Inus wird als intelligent und ruhig beschrieben. Dieser starke und robuste Hund hat einen ausgeprägten Jagd- und Schutztrieb.

Deswegen und aufgrund seines grossen Eigensinns ist er nicht immer leicht zu führen. Auch neigt er zum Raufen mit anderen Hunden, reagiert auf andere Tiere aggressiv und versucht, sein Territorium gegen alle Eindringlinge, ob Mensch oder Tier, zu verteidigen.

Seine Dickköpfigkeit macht eine harte Erziehung unmöglich, da er sich partout nicht zwingen lässt. Hat man ihm aber verständlich gemacht, was man von ihm will, lässt er sich relativ leicht abrichten und arbeitet gerne mit Menschen zusammen.

Außerdem ist er verständnisvoll, anhänglich und treu, was ihn zu einem ausgezeichneten und liebevollen Hausgenossen werden lässt.

Der japanischen Mentalität werden Charaktereigenschaften wie zum Beispiel Würde und Zurückhaltung zugeschrieben. Sie sind in gleichem Maße im Wesen des Akitas stark ausgeprägt.

Zudem wird die Treue dieser Hunderasse als geradezu bedingungslos geschrieben. Bewegend und harmonisch nachzuempfinden in der Neuverfilmung „Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft„.

Richard Gere spielt hierin eine Hauptrolle und ist neben gleich drei Akita-Hunden als Darsteller seines treuen vierbeinigen Begleiters zu sehen.

Größe & Gewicht

Bis zu 70 Zentimeter Widerristhöhe erreicht der japanische Akita-Typ, die Hündinnen bleiben etwa ein Zehntel darunter. Die Rasse folgt geschichtlich einem nördlichen Hundetyp, der groß, langhaarig und mit weißem Fell im frühen Japan lebt. Deren aktuelles Aussehen ist nahezu unverwechselbar.

© Eric Isselée
© Eric Isselée

Der 30 bis 45 Kilogramm schwere Vierbeiner trägt seinen geringelten Schwanz rassetypisch über dem Rücken. Auffällig sind weiterhin die breite Stirn und die aufrecht nach vorn geneigten kleinen dreieckigen Ohren. Ebenso markant ist das sehr attraktive Fell aus hartem, geradem und leicht abstehendem Deckhaar mit dichter weicher Unterwolle.

Akitas treten sowohl in weißer Fellfarbe wie in einer Kombination aus roten und falbfarbenen Haaren, mit und ohne schwarzen Spitzen, in Erscheinung. Überdies gibt es gestromte Varietäten. Allen gemein sind beinahe weiße Haare an verschiedenen Stellen ihres Körpers – selbstverständlich entfällt bei weißen Akitas dieses Merkmal.

Pflege

Den Pflegeaufwand des wetterfesten und eher auf kühlere Temperaturen ausgelegten Fells beschreiben die Halter dieser Tiere meist als wenig aufwendig.

Zwei Mal im Jahr, zu Zeiten des Haarwechsels, bedürfen die Haare der täglichen und intensiven Fellpflege; darüber hinaus kann sie sparsamer ausfallen.

Der Akita will wissen, wer das Sagen hat. Vernachlässigt der Rudelführer die Klarstellung dessen, übernimmt der eigenständige und selbstbewusste Vierbeiner diese Rolle.

Vorausschauendes Führen ist angezeigt, da die intelligente japanische Schönheit stets versucht, Anweisungen in einer ihr eigenen Geschwindigkeit auszuführen.

© Chester McGullogh - Fotolia.com
© Chester McGullogh – Fotolia.com

Die Ursprünglichkeit des Wolfes im Akita macht ihn hin und wieder zu einem Alpha-Tier. Ein ausgeprägter Schutz- und Jagdtrieb in Verbindung mit großem Dominanzpotenzial und beeindruckendem Territorialanspruch fordert ebenfalls den Akita-Halter.

Was hier beim Lesen dramatisch klingen mag, kann mit konsequenter Erziehung und früh beginnender Sozialisation gut in für alle angenehme Bahnen gelenkt werden.

Mit fortwährendem Training bleibt es bei den Versuchen, das Unterordnungsverhalten auszuhebeln.

Ein Akita verliert nicht gern sein Gesicht, daher sind Erfahrungen mit ursprünglichen Hunden, Geduld und viel Sensibilität ein Muss für das Führen des oftmals stur erscheinenden Begleiters. Gut sozialisiert und in der Familie fest eingebunden gibt er sich gelassen, gutmütig sowie familien- und kinderfreundlich.

Und wie bei anderen intelligenten Lebewesen besteht eine große Bandbreite im Charakter und im Verhalten dieser Hunderasse. So können fremde Hunde völlig ohne jegliches Interesse des einen Akitas an diesem vorbei laufen, während ein anderer ein sofortiges Unterordnen fordert.

Dank seiner großen Beißhemmung bleibt es bei imponierendem Auftreten.

Etwas ungehemmter ist der Akita, wenn es darum geht, Bewegungen an den Grenzen des Familienterritoriums durch Bellen zu vermelden. Der ursprünglich als Jagdhund gezüchtete Akita verlangt auch in der Neuzeit nach Aufgaben, die seine Nase fordern. Vielfältige Arten von Suchspielen geben ihm diese Herausforderungen und lasten ihn körperlich wie geistig aus.

Nicht minder wichtig ist der Auslauf des Tieres, am Fahrrad oder während ruhiger, langer Wanderungen. Hierbei kommt es mehr auf die Regelmäßigkeit an und weniger auf eine ausufernde Dauer. Abwechslung ist ein weiteres Zauberwort.

Ein Einsatz als Blinden- wie als Lawinen- und Rettungshund ist je nach individuellem Vermögen des Akitas eine erfüllende Mission für Mensch und Tier.

Züchter der Rasse finden Sie hier