|
Startseite Welpen.de |
Gesamte Artikel | Alle Artikel von Jennifer
Overmeier
Zwei wie Hund und Katze
Im deutschen Sprachgebrauch gibt es das Sprichwort "Sie lieben
sich wie Hund und Katz", aber genau die Ironie dieses Spruches ist
"sprichwörtlich" falsch, denn diese können wahrhaft
Freunde werden!
Sicherlich ist es jedem schon einmal vor Augen geführt worden, wie
ein Hund eine Katze jagt. Das ist ein Bild, das in den Köpfen der
Menschen festsitzt. Unvorstellbar ist für diese dagegen das harmonische
Bild eines Hundes friedlich neben einer Katze schlafend. Aber eben dieses
ist auch möglich und gar nicht so unwahrscheinlich.
Die einfachste Lösung, einen Hund und eine Katze aneinander zu gewöhnen,
ist natürlich dann gegeben, wenn ein Welpe und ein Kätzchen
gemeinsam aufwachsen. Denn beim gemeinsamen Aufwachsen in der Familie
lernen die Tiere ihre unterschiedlichen Körpersprachen zu verstehen.
Heißt es in der Hundesprache "Ich freue mich", wenn der
Hund mit dem Schwanz wedelt, so bedeutet dies bei der Samtpfote "Vorsicht,
ich bin gereizt. Auch den Unterschied zwischen dem Katzenschnurren
und dem Hundeknurren erlernen die Tiere so. Bei erwachsenen Tieren sind
dies die Hauptursachen für Missverständnisse, aber zwischen
Jungtieren ist die Sache bald ausgemacht.
Mit Geduld und Spucke
Viele Hundekenner sind der Meinung, dass sich nicht alle Hunderassen gleich
gut an Katzen gewöhnen können. Sicherlich wird es schwieriger
sein, einen Münsterländer oder einen Terrier mit ausgeprägtem
Jagdtrieb an eine Katze zu gewöhnen, da dieser eine Katze in erster
Linie als Beute ansieht. Wird sie draußen auf einen Baum gejagt,
könnte dies im Haus ein Schrank sein.
Aber meine Familie hat in zwei Fällen erfolgreich zwei erwachsene
Tiere aneinander gewöhnt. Und dabei handelte es sich um einen Rauhaardackel,
Yorkshire Terrier Mischling, und beim zweiten Fall um einen ausgewachsenen,
fünf Jahre alten American Staffordshire Terrier. Also beides Rassen,
die an keinem Häschen vorbeilaufen können und mit Hingabe gejagt
haben. Auch bei den Katzen handelte es sich immer um ausgewachsene Tiere,
im zweiten Fall war die Katze gar zwölf Jahre alt! Und in beiden
Fällen hat es hervorragend geklappt, doch eines muss man haben
Geduld.
Geben Sie den Tieren in der ersten Zeit ausreichend Möglichkeit,
sich aneinander zu gewöhnen. Die ersten Tage sollten sich die Zwei
in unterschiedlichen Räumen aufhalten, damit sie sich an ihre Gerüche
und Geräusche gewöhnen können. Es ist ratsam, die Räume
auch untereinander zu wechseln und Sie sollten ein Spielzeug des Hundes
in den Katzenkorb oder die Schlafstätte der Katze legen und umgekehrt
etwas von der Katze in den Hundekorb. Auch über diesen Austausch
machen die zwei sich über den Geruch miteinander bekannt.
Der nächste Schritt ist das direkte Kennen lernen von Hund und Samtpfote.
Nehmen Sie den Hund an die Leine und führen Sie ihn in einen Raum,
in dem die Katze sich aufhält. Sehr wichtig dabei ist, dass der Katze
ein Fluchtweg offen steht, denn fühlt sich diese in die Enge getrieben
oder bedroht und hat dabei keinen Ausweg frei, holt sie möglicherweise
zum Schlag gegen den Hund aus.
Auch ist es wichtig, bei dieser Begegnung die Ruhe zu bewahren und keine
Hektik zu verbreiten. Leises, beruhigendes Reden mit beiden Tieren ist
von großer Wichtigkeit. Und in Bezug auf den Hund ist das Loben
ein sehr wichtiger Punkt. Verhält er sich ruhig und gelassen, dann
loben sie ihn. Ein auf die Katze gezielter Angriff sollte mit einem energischen
"Aus" oder "Nein" quittiert werden.
In der ersten Zeit lässt man die beiden nicht zusammen allein.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der der getrennten Mahlzeiten. Nicht
ohne Grund bringt die Futtermittelindustrie auf den jeweiligen Vierbeiner
abgestimmtes Futter auf den Markt. Hunde und Katzen haben nicht nur andere
Ansprüche an ihr Futter, sondern das Futter ist in der Zusammensetzung
so hergestellt, dass es Hund oder Katze artgerecht und gesund ernährt.
Ein Hund, der regelmäßig Katzenfutter vertilgt, kann daran
erkranken ich betone hierbei das "kann"!
Auch die Fressgewohnheiten von Hund und Katze unterscheiden sich, denn
die Katze ist beim Fressen ein Genießer und braucht eine Weile,
ihr Futter zu fressen, beim Hund ist dies eher umgekehrt. Ein weiterer
Aspekt ist der Futterneid, der bei vielen Hunden sehr ausgeprägt
ist. Füttern Sie also in verschiedenen Räumen oder zu unterschiedlichen
Zeiten!
Geht man alles mit einer gewissen Ruhe und viel Zeit an, dann kann dies
zu einer jahrelangen harmonischen Freundschaftsbeziehung zwischen Hund
und Katze führen.
Lesen Sie auch: Weihnachtsmenue für
Hundegourmets
Kontakt zur Autorin:
E-Mail :
Homepage: http://www.hundewiese.net/
(C) Jennifer Overmeier , alle Rechte vorbehalten
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Autors!
|