Von Hunden und Kindern – Eine Betrachtungsweise

Seit einiger Zeit möchte ich schon über dieses sehr emotionale Thema schreiben, nie fand ich einen richtigen Ansatz, wusste nie wie ich so ein komplexes Thema in einem Artikel verfassen soll. Nun beginne ich einfach und siehe da, der erste Absatz ist geschafft.

Das Hundebuch für Kids: verstehen, erziehen, spielen
  • Sandra Bruns
  • Herausgeber: Franckh Kosmos Verlag
  • Auflage Nr. 1 (06.08.2014)
  • Taschenbuch: 80 Seiten

Letzte Aktualisierung am 12.12.2018


Wer denkt, dass nun ein Artikel zum Thema „Wie gewöhne ich meinen Hund an Kinder“ kommt, den muss ich enttäuschen, in diesem Artikel geht es um etwas ganz anderes – um Rücksicht, Umsicht, Einsicht!

Ich bin Mutter von zwei Kindern im Alter von 5 und 3 Jahren und Halterin von zwei großen Hunden. Ich kenne also beide Seiten!

In einem Tier-Forum wurde ein Gerichtsurteil zitiert, in dem es um Mietminderung wegen Hundegebell ging. Sofort entbrannte eine lebhafte Diskussion und es wurde argumentiert, dass man immer Kinderlärm ertragen muss.

Natürlich gibt es da mehrere Betrachtungsweisen, aber ich kenne beide Seiten, die einer Mutter und die einer Hundehalterin.

Hundekot und feuchte Nasen

Menschen die sich über Kinderlachen und -schreien aufregen haben irgendwie vergessen, dass sie selbst einmal klein waren – unglaublich oder wahr, es sei denn ich hätte in Biologie irgendetwas verpasst. Auch Argumente wie, Kinder dürfen überall spielen und Hunde haben keinerlei Rechte, finde ich ziemlich dürftig.

parson russell züchter nrw
© Harald07 – Fotolia.com

Fängt ein Kind im Laden an zu Krakeelen, weil es in der Trotzphase seinen Willen nicht bekommt, dann erntet man genervte Blicke und blöde Sprüche. Rennt ein Kind im Hausflur, jauchzt und kreischt im Garten der Siedlung herum, dann ermahnt man es zur Ruhe – aus Rücksichtsnahme.

Das sind meine Empfindungen in der heutigen Zeit – Kinderlärm unerwünscht.

Wo kann ein Kind noch Kind sein?

Auf dem Spielplatz, prima! Bevor unser Spielplatz in diesem Jahr saniert wurde, ließen Hundebesitzer dort ihre Vierbeiner ausgiebig spielen, trotz des Freilaufgebiets in unmittelbarer Nähe, aber da hätte man ja ein Stück laufen müssen. Unangeleinte Hunde, die zu spielenden Kindern liefen, die aus Angst zu ihren Müttern laufen.

Der tut nichts – der will nur spielen!

Das, liebe Hundebesitzer ist mir völlig egal, denn auf dem Spielplatz hat Euer Hund nichts zu suchen, ob mit oder ohne Leine. Wen wundert es da, dass ich im Rahmen meiner Spielplatzpatenschaft und der anstehenden Sanierung einBefürsprecher der Dog-Stop-Gitter war. Seitdem ist auf dem Spielplatz Ruhe. Nur der Bolzplatz wird immer noch vollgekotet, man bezahlt ja Hundesteuer. Soviel zum Spielplatz!

Ein Spaziergang mit Hunden und Kindern ist in „Hundelaufgebieten“ oft nicht möglich, denn viele Hundebesitzer kennen das Wort Rücksicht nicht, denn sie haben ja einen „Der tut nichts“ oder einen Hund der Gattung „Der will nur spielen“.

Laufen meine Kinder bei einem Spaziergang mit und ich sehe Hunde auf uns zu kommen, dann nehme ich meine Hunde an die Leine. Das hat mehrer Gründe, der wichtigste ist aber, dass ich meine Hunde so hundertprozentig kontrolliert habe. Und was möchte ich nicht, wenn meine Hunde an der Leine sind….?

Richtig, dass andere Hunde an sie herankommen. Meine Hündin Lilli hat einen sehr mütterlichen Schutzinstinkt und mag keinen anderen Hund an meinen Kindern sehen. Ihr gutes Recht wie ich finde.

Wie oft kommt es vor, dass freilaufende Hunde meine Kinder anspringen, beschnuppern und belästigen.

Nun gut, meine Kinder sind mit großen Hunden aufgewachsen, aber sie wurden auch immer wieder von uns belehrt, dass man fremde Hunde nicht anfasst. Es gibt aber auch Kinder, die in Panik verfallen und zu rennen beginnen. Welch ein Spaß für einen „Der will nur spielen“.

Das Argument, dass Hunde ja nirgendwo freilaufen dürfen, nirgends rennen können, lasse ich nicht gelten. Wenn so mancher Hundehalter mehr Rücksicht nehmen würde, wäre der Freilauf gar kein Thema, aber so lange dieses Miteinander nicht möglich ist, brauchen sie sich auch nicht beklagen.

Dies ist die Sichtweise einer Mutter, wie ist die Sichtweise eines Hundebesitzers, der einem Kind unterwegs begegnet? 

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