Clicker Training

Clicker Training ist eine auf wissenschaftlicher Grundlage aufgebaute Methode zur Verständigung von Hund und Halter.

Hunde-Clicker-Box: Plus Clicker für sofortigen Spielspaß (GU Tier-Box)
  • Sabine Winkler
  • Herausgeber: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
  • Taschenbuch: 48 Seiten

Letzte Aktualisierung am 16.12.2018


Warum Belohnung zum Ziel führt.

Damit der Hund etwas tut, was wir wollen, muss er zunächst wissen, was wir wollen. Das erreichen wir, indem wir belohnen, wenn er eine gewünschte Handlung zeigt. Je öfter eine Handlung belohnt wird, desto mehr wird der Hund sie von sich aus zeigen, um seine Belohnung zu bekommen. Er wird konditioniert.

Nun ist das Loben an sich eine zum Teil schwierige Sache, da die Verbindung zwischen Lob und Handlung nur erfolgt, wenn beide Dinge möglichst zur gleichen Zeit oder zumindest sehr kurz hintereinander geschehen. Nur dann versteht der Hund, was belohnt wurde.

Ein reines stimmliches Loben reicht allein nicht aus, um den Hund zu animieren, Handlungen öfter auszuführen. Da möchte Herrchen oder Frauchen schon mit stärkeren Geschützen auffahren.

© drucki92 - Fotolia.com
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Eine Motivation, der fast kein Hund widerstehen kann, sind die Leckerchen, die als Belohnung gegeben werden. Auch Spiel kann als Belohnung angewendet werden.

Bei vielen Übungen kann man aber die Belohnung nicht in der gewünschten Schnelligkeit verteilen, so dass das Verhalten nicht mit der Belohnung in Zusammenhang gebracht wird, die Übungen oft fehlschlagen und Besitzer und Hund immer frustrierter werden.

Der Clicker ist eine Art Knackfrosch.

Drückt man darauf, gibt es das typische „Click-Clack“ – Geräusch. Benutzt wird er seit Jahren für das Training von Säugetieren wie Delfinen und Pferden. Warum also nicht auch bei unseren Hunden? Er wird als so genannter positiver Verstärker gebraucht, der dem Hund ankündigt „Jetzt gibt es eine Belohnung“.

So ist es möglich, dem Hund punktgenau zu signalisieren „das Verhalten war klasse, dafür bekommst du gleich was“, ohne dass eine zeitliche Differenz besteht. Der Click als „Vorbote“ beziehungsweise Vermittler des Leckerchens wird genau in dem Moment gegeben, in dem uns ein Verhalten des Hundes gefällt und belohnenswert erscheint.

Den Hund auf den Clicker zu konditionieren, ihm also beizubringen, dass Click Belohnung bedeutet, ist einfach: man nimmt den Clicker in eine Hand, Leckerchen in die andere und los gehts:

  • Click-Belohnung
  • Click-Belohnung
  • Click-Belohnung
  • Click-Belohnung

Dann mal testen, ob er es verstanden hat. Man wartet, bis der Hund mal woanders hinsieht, dann ein Click. Wenn er Sie nach dem Click erwartungsvoll ansieht, hat er es kapiert. Wenn nicht, gibts noch ein paarmal Click-Belohnung (= C&B).

Schon kann man mit dem Hund arbeiten. Für jede gewünschte Handlung kann man clicken. Der Hund weiß, dass Click Leckerchen bedeutet und fühlt sich schon im Moment der richtigen Handlung belohnt, obwohl das Leckerchen erst Sekunden später kommt.Schon ist die Belohnung mit der Handlung verknüpft.

Ein praktisches Beispiel

Ich möchte dem Hund „Sitz-Bleib“ beibringen. Ich lasse also den Hund hinsetzen und gehe einen Schritt rückwärts. Sitzt der Hund noch, gibt es Click und der Hund weiß, die Belohnung folgt sofort. Ohne Clicker müsste ich erst zum Hund zurück, um ihn zu belohnen und da wird der Hund meist aufstehen. Jetzt kann ich ihn nicht mehr belohnen, denn er sitzt ja nicht mehr und eine Verknüpfung von Sitzen und Belohnen wird nicht hergestellt.

Sie meinen, man kann ja auch die Stimme statt des Clickers einsetzen?

Ja, könnte man. Aber der Lerneffekt wird ungleich schlechter sein. Erstens neigt man dazu, den Hund „vollzusabbeln“, wo der Clicker ein einziges präzises Geräusch macht. Zweitens ist die Stimme am anfälligsten für Gefühlsschwankungen, die der Hund genau mitbekommt.

Wenn Ihr Hund also nach fünf Mal rufen immer noch nicht da ist, beim sechsten Mal aber kommt, wird ihr „fein gemacht“ wohl eher zum brummigen „Zeit wirds ja“ werden, was für den Hund wohl nur mit größter Anstrengung als Belohnung aufzufassen ist.

© Willee Cole - Fotolia.com
© Willee Cole – Fotolia.com

Selbst wenn man sich wirklich bemüht, nur ein Wort in derselben Tonlage in jeder Situation als positiven Verstärker zu benutzen (was ich mir nicht zutrauen würde), wird Ihr Hund trotzdem die feinen Stimmungsnuancen mitkriegen und sich dementsprechend „belohnt“ fühlen.

Vorteile des Clickertrainings

Während die althergebrachte Methode damit arbeitet, dass der Hund für alle Handlungen, die nicht der gewünschten Handlung entsprechen, bestraft wird (im Allgemeinen mit Leinenruck, Stachelhalsband, Teletakt oder durch Festhalten), werden bei der Clickerausbildung alle unerwünschten Handlungen ignoriert und die gewünschte Handlung belohnt.

Während also der Hund bei ersterer Ausbildung dazu gebracht wird, am besten gar nichts zu tun, um Schmerzen oder zumindest Unbehagen zu vermeiden, wird er bei der Clickermethode sogar animiert, auszuprobieren, welche Handlung erwünscht ist.

Der Hund lernt also entweder, dass er am besten nichts macht, um Schmerzen zu vermeiden, oder alles mögliche ausprobiert, um sich eine Belohnung zu ergattern. So zeigt er viele verschiedene Verhaltensweisen, unter denen man sich eine aussuchen kann, die dann „weiter bearbeitet“ wird.

Wenn ihr Hund gerade eine lustige Drehung macht, sich streckt oder das Maul weit aufreißt, wird geclickt und bis zum nächsten Mal gewartet. Bald haben Sie dann einen Hund, der sich auf Befehl dreht, streckt oder sogar die Zähne zeigt, worüber sich jeder Tierarzt freut.

clickertraining

Und das größte Plus dieser Methode:

All das geschieht auch noch mit viel Spaß und guter Laune! Die Beziehung zwischen Besitzer und Hund ist keine Herrscher-Sklave-Beziehung, sondern ist auf rein freundschaftlicher Akzeptanz und auf Spaß aufgebaut.

Wir brauchen keine unsicheren und ängstlichen Hunde, sondern Hunde, die aufgeschlossen und clever versuchen, Dinge zu meistern, die man ihnen vielleicht nie zugetraut hätte. Das allein ist es wert, alte Vorurteile vom unterwürfigen Hund über Bord zu werfen !

Wie Jean Donaldson in ihrem Buch „Hunde sind anders“ schreibt, führt der Hund Befehle nicht wegen uns aus, sondern wegen der Belohnung. Auch mit der Zwangmethode macht er es nicht, weil ich der Herrscher bin, sondern, weil er Schmerz vermeidet, wenn er tut, was ich will. (Wenn er denn schon weiß, was ich will!)

Der Hund lernt also, weil das für ihn von Vorteil ist. Das ist seine einzige Motivation. Und mit diesem Wissen können wir Hunde nach unserem Willen beeinflussen.

Der Clicker bringt andere Hunde hervor

Hunde-Clickertraining: So klappt der Trick mit dem Click
  • Katharina Schlegl-Kofler
  • Herausgeber: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
  • Taschenbuch: 64 Seiten

Letzte Aktualisierung am 16.12.2018


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