Des Menschen treuster Freund

Seit Jahrtausenden begleitet der Hund den Menschen. Seit mehr als 13.500 Jahren ist der Canis lupus familiaris, der Haushund, ein treuer Begleiter des Menschen.

Hund & Mensch: Das Geheimnis unserer Seelenverwandtschaft
  • Kurt Kotrschal
  • Herausgeber: Brandstätter Verlag
  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten

Letzte Aktualisierung am 13.12.2018


Neben Wölfen, Kojoten, Schakalen, Füchsen und Wildhunden sind Haushunde Mitglieder der Familie ‚Canidae‘, der Hundeartigen, die ihrerseits der großen Gruppe der ‚Carnivora‘, der Fleischfresser gehören.

Mit Bären und Katzen gemeinsam haben sie einen marderartigen Vorfahren (Miacis), der vor etwa 40 Mio. Jahren, lange vor den ersten Menschenaffen, Bäume bewohnte.

Noch vor wenigen Jahrzehnten war man der Ansicht, dass die zahlreichen Hunderassen aus verschiedenen Wildhundearten entstanden. So glaubte man, dass neben dem Wolf auch der Goldschakal zur Rassevielfalt beigetragen habe. Umfangreiche wissenschaftliche Studien haben aber gezeigt, dass dies nicht stimmt.

Wolf
Wolf

Alle Haushunde haben als alleinigen Stammvater den Wolf, Canis lupus.

Vor ungefähr 13.500 Jahren wurden laut umfangreicher Studien die ersten Wölfe domestiziert. In der Steinzeit, als der Mensch als Jäger und Sammler durch die Wildnis zog und in Felshöhlen übernachtete, da konnte er sich noch keine Haustiere halten.

Zu sehr war er damit beschäftigt, für seinen eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Natürlich lebten damals auch Wölfe in seiner Umgebung.

© photocreo - Fotolia.com
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Es herrschte zwischen Mensch und Wolf ein gegenseitiger Nutzen, denn nicht nur die Wölfe fanden ihrerseits Nahrung in der Umgebung des Menschen, oft folgten unsere Vorfahren einem jagenden Rudel, um ihren Nutzen daraus zu ziehen.

Als der Mensch aber begann, sesshaft zu werden und Viehhaltung zu betreiben, entwickelte sich der Wolf zum Erzfeind. Er brach in die Gehege ein und riss das Vieh der Menschen, da dies nicht in der Lage war zu flüchten.

Wolf beim Fressen
Wolf beim Fressen

Des Menschen Zorn richtete sich allerdings nicht auf die niedlichen Wolfsjungen, die Welpen, die er manchmal fand, nachdem er ein Muttertier erlegt hatte. Gelegentlich ließ er sie am Leben, nahm sie mit nach Hause und zog sie dort auf.

Die Junghunde erwiesen sich als sehr zutraulich, und da ihnen das Gruppenleben von Natur aus ein großes Bedürfnis ist, schlossen sie sich eng an „ihre“ Menschen an.

Irgendwann in jener Zeit hat der Mensch an diesen Jungwölfen dann Eigenschaften entdeckt, die ihm von großem Nutzen waren: Die zahmen Wölfe warnten ihn vor den Angriffen wilder Wölfe auf seine Schafe und Ziegen und verteidigten diese sogar gegenüber den wilden Artgenossen.

Da ging der Mensch folgerichtig dazu über, sich ständig solche hilfreichen „Hauswölfe“ zu halten. Die Anhänglicheren unter ihnen, die nach der Geschlechtsreife nicht wieder in die Wildnis entliefen, pflanzten sich später sogar in seiner Obhut fort.

Und mit den Welpen dieser Hauswölfe erblickten, so könnte man sagen, die ersten Haushunde das Licht der Welt.

So – oder so ähnlich – dürfte die Haustierwerdung des Wolfs, sprich seine Umwandlung zum Haushund, erfolgt sein.

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