|
Startseite Welpen.de |
Gesamte Artikel | Alle Artikel von Jennifer
Overmeier
Impfen - Der richtige Schutz für ihren Hund [2]
Rechtzeitige Impfungen schützen nicht nur den Mensch vor Erkrankungen.
Gegen welche Krankheiten Sie Ihren Hund impfen können, erfahren Sie
im zweiten Teil unseres Impfartikels.

Impfungen schützen uns Menschen vor gefährlichen Krankheiten
wie Kinderlähmung, Virusgrippe und Tetanus. Diese Krankheiten sind
oft sehr schwer oder nicht behandelbar und werden recht schnell übertragen.
Vor diesen Erkrankungen kann uns nur eine rechtzeitig erfolgte Impfung
schützen. Diese Tatsache gilt auch für unsere Haustiere. Impfungen
schützen unsere Tiere vor gefährlichen, lebensbedrohlichen Erkrankungen
und bewahren sie so vor unnötigem Leid.
Ein gesunder Hund sollte schon im frühen Lebensalter (7.-10. Lebenswoche)
regelmäßig geimpft werden. Der Impfschutz wird auf die sogenannte
Grundimmunisierung (erste Impfung plus weitere Impfung 3-6 Wochen später)
aufgebaut und muss anschließend regelmäßig mit erneuten
Impfungen aufrechterhalten werden.
Gegen welche Krankheit geimpft wird, ist von der Herkunft und dem Lebensraum
des Tieres abhängig aber auch von der Art der Haltung. Fragen Sie
da am besten Ihren Tierarzt welche Impfung für Ihren Hund die notwendig
ist.
Im folgendem finden Sie einen Überblick über
alle bekannten Infektionserkrankungen des Hundes gegen die erfolgreich
geimpft werden kann:
Borreliose
Borreliose wird von Bakterien, welche durch Zeckenbisse übertragen
werden, verursacht.
Oft treten erst nach zwei bis fünf Monaten nach der Ansteckung erste
Krankheitszeichen auf. Meist mitten im Winter wenn die Zecken des vergangenen
Sommers vergessen sind. Zum Verlauf der Erkrankung lesen Sie bitte den
Artikel Zecken: Klein aber nicht ungefährlich. Im Frühstadium
kann diese Erkrankung recht gut behandelt werden. Der Hund muss allerdings
mindestens zwei Wochen behandelt werden.
Besser ist es der Krankheit vorzubeugen. An erster Stelle steht dabei
der Schutz vor Zecken. Beim Tierarzt gibt es verschiedene gute Mittel,
die dabei helfen. Es ist nicht empfehlenswert, Zeckenmittel aus dem Zoohandel
zu verwenden. Außerdem gibt es einen Impfstoff gegen Borreliose.
Dieser wird vorzugsweise im Frühjahr (vor der Zeckensaison) geimpft.
Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, ob und wann er diese Impfung empfiehlt.
Des weiteren ist es wichtig den Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken
zu kontrollieren und diese dann sofort, mit einer Zeckenzange oder einer
Pinzette, zu entfernen. Erst 24 Stunden nachdem sich die Zecke in die
Haut des Hundes gebohrt hat, überträgt sie das Bakterium. Die
Zecke darf auf keinen Fall mit Hausmitteln wie Klebstoff oder Öl
entfernt werden, denn im Todeskampf würde die Zecke erst recht die
gefährlichen Erreger übertragen.
Zwingerhusten
Der Zwingerhusten ist eine Faktorenkrankheit, d.h. das mehrere ungünstige
Ursachen zum Ausbruch der Erkrankung beitragen. Zum einen sind es verschiedene
Erreger, insbesondere Bordetellen und das Parainfluenza-Virus. Zum anderen
sind es klimatische Bedingungen wie Feuchtigkeit und Durchzug. Ferner
wird der Zwingerhusten durch eine intensive Hundehaltung (hohe Besatzdichte,
starker Tierumsatz) begünstigt.
Die geschwächten oder gestressten Tiere stecken sich gegenseitig
durch Kontakt an. Doch auch einzeln gehaltene Tiere sind gefährdet,
zum Beispiel beim täglichen Spaziergang oder auf Ausstellungen.
Die Erkrankung fängt meist mit klarem Nasen- bzw. Augenausfluss
und quälendem trockenem Husten an. Wird der Husten nicht rechtzeitig
erkannt und behandelt, verschlimmert sich der Zustand bis hin zur Lungenentzündung.
Der Zwingerhusten ist selten tödlich, doch kann sich die Erkrankung
selbst unter tierärztlicher Behandlung mehrere Wochen hinziehen.
Das beste Mittel zur Vermeidung dieser Erkrankung ist die Artgerechte
Haltung und somit die Vermeidung der oben genannten Zustände welche
zur Erkrankung führen. Man kann vorbeugend gegen einige der Zwingerhusten
auslösenden Erreger impfen. Eine rechtzeitig durchgeführte Impfung
kann z.B. sinnvoll sein, wenn der Hund mit zahlreichen fremden Hunden
in Kontakt kommt z.B. auf Ausstellungen oder in Tierpensionen.
Staupe
Die Staupe wird durch einen Virus verursacht. Die Erkrankung beginnt meist
mit hohem Fieber, Augen und Nasenausfluss und mit der absoluten Nahrungsverweigerung
der Hunde. Den Krankheitsverlauf, die Ursachen und Spätfolgen können
Sie im Artikel Die Staupe nachlesen. Die Ansteckung erfolgt zumeist durch
direkten Kontakt von Hund zu Hund, aber auch indirekt durch Einschleppung
mit Schuhen oder Kleidung durch den Menschen.
Hepatitis - Ansteckende Leberentzündung
Die Krankheitssymptome dieser gefährlichen Erkrankung gleichen denen
der Staupe. Die Tiere haben hohes Fieber, verweigern die Nahrungsaufnahme
und leiden an starken Bauchschmerzen. Viele Hunde, besonders Welpen, sterben
in dieser Phase. Bei älteren Tieren kann es im weiteren Verlauf zu
Erbrechen, Durchfall, Mandel-, Rachen- und Bindehautentzündungen
kommen. Auch sind nervöse Störungen in diesem Zusammenhang beobachtet
worden. Hunde, die die Krankheit überlebt haben, behalten häufig
Trübungen der Augenhornhaut zurück, die zur Erblindung führen
können. Die Ansteckung erfolgt wie auch die Staupe durch direkten
Kontakt von Hund zu Hund, aber auch indirekt durch Einschleppung mit Schuhen
oder Kleidung durch den Menschen.
Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche, Weilsche Krankheit)
Die Erreger dieser Erkrankung gehören zu den Bakterien. Verschiedene
Arten dieser Bakterie sind nicht nur für den Hund, sondern auch für
den Menschen gefährlich. Die Krankheit beginnt oft mit abnormer Müdigkeit
und schwankendem Gang, der besonders das Springen und Treppensteigen erschwert.
Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es dann zu Fieber, Appetitlosigkeit,
Erbrechen, Durchfall und zur Schädigung der Leber und der Nieren.
Hunde, Ratten Mäuse und andere Tiere gelten als Ansteckungsquellen.
Auch verschmutzte Teiche, Tümpel, Gräben oder Sümpfe beherbergen
das Bakterium.
Die jährliche Impfung schützt nicht nur den Hund sondern auch
die Menschen die mit Ihm zusammenleben vor einer durch den Hund übertragenen
Leptospiren-Infektion.
Parvovirose
Diese Erkrankung tritt besonders häufig auf und wird durch Parvoviren
ausgelöst. Die Erkrankung kann rasant verlaufen und innerhalb weniger
Stunden zum Tod des Tieres durch Herzmuskelentzündung führen.
Heutzutage treten jedoch vornehmlich Magen-Darm-Entzündungen auf.
Sie äußern sich mit anfänglichem Fieber, begleitet von
starkem Erbrechen und Durchfall, der wässrig, schleimig, oder blutig
sein kann. Die Tiere fressen nicht, sie magern schnell ab und verlieren
viel Flüssigkeit, was schließlich zum Tod führt.
Da die Viren extrem widerstandsfähig sind und Monate bis Jahre in
der Außenwelt überleben können, wird die Parvovirose nicht
nur durch Kontakt von Hund zu Hund, sondern häufig über den
Menschen und leblose Gegenstände übertragen.
Tollwut
Die Tollwut ist für alle Säugetiere - ebenso für den Menschen
- lebensgefährlich. Der Zeitraum von einer Infektion bis zum Ausbruch
der Krankheit kann sehr stark variieren. Äußerlich gesund erscheinende
Tiere können bereits Träger des Tollwut-Virus sein und andere
Tiere und Menschen anstecken. Erkrankte Tiere durchlaufen meist drei mehr
oder weniger ausgeprägte Stadien: von Wesensveränderungen, Speicheln
und Schluckbeschwerden über Unruhe, Speichelfluss und Aggressivität
bis hin zu Muskellähmungen, Koma und Tod. Die Erkrankung endet nach
dem Ausbruch immer tödlich.
Die Tollwut ist eine Anzeigepflichtige Tierseuche und gilt
als eine der gefährlichsten Zoonosen (Krankheiten welche von
Tieren auf den Menschen übertragen werden können), auf Grund
der enormen Gefährdung für den Menschen. Eine Behandlung bei
erkrankten und verdächtigen Tieren ist gesetzlich verboten. Schon
bei Verdacht auf Tollwut kann die Tötung ungeimpfter Tiere angeordnet
werden.
Das Virus, welches die Tollwut auslöst, wird mit dem Speichel infizierter
Tiere ausgeschieden. Eine Ansteckung erfolgt in der Regel durch den Biss
tollwutkranker Tiere, eine Übertragung durch Belecken und Kratzen
ist aber auch möglich.
Lesen Sie auch: Tödlicher Frostschutz
Kontakt zur Autorin:
E-Mail :
Homepage: http://www.hundewiese.net/
| Bildquellenangabe: © Keyboardhexe / pixelio.de
(C) Jennifer Overmeier , alle Rechte vorbehalten
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Autors!
|