Barsoi: Charakter, Größe, Haltung und Welpen kaufen

Auf einen Blick: Der Barsoi, international Borzoi und auf Deutsch auch Russischer Windhund genannt, ist ein großer, langhaariger Windhund aus Russland (FCI-Standard Nr. 193, Gruppe 10, Sektion 1: Langhaarige oder befederte Windhunde). Laut FCI sind Rüden 75 bis 85 cm und Hündinnen 68 bis 78 cm groß. Im Haus ist er ruhig und gelassen, draußen kann ihn jede Bewegung in der Ferne zur Hetzjagd verleiten. Er braucht Platz zum Rennen, eine einfühlsame, konsequente Erziehung und Menschen mit Windhund-Erfahrung.

Steckbrief
  • Herkunft Russland
  • FCI Gruppe 10, Standard Nr. 193
  • Größe Rüden 75–85 cm, Hündinnen 68–78 cm (FCI)
  • Gewicht Rüden 34–48 kg, Hündinnen 27–39 kg (AKC)
  • Lebenserwartung 9–14 Jahre (AKC)
  • Für Anfänger nicht geeignet
Weiß-roter Barsoi mit langem, seidigem Fell steht im Profil auf einer Steppenwiese
KI-generiertes Bild: Barsoi in Weiß-Rot
Inhalt (9 Abschnitte)

Barsoi im Überblick

Mit seinem schmalen, langen Kopf, dem seidigen Fell und der geschwungenen Rückenlinie zählt der Barsoi zu den auffälligsten Windhunden. Über Jahrhunderte war er der Jagdhund des russischen Adels. Heute lebt er vor allem als Familienhund und läuft auf Rennbahnen und beim Coursing. Der FCI-Standard beschreibt sein Temperament als ruhig und seine Haltung gegenüber Menschen als neutral bis freundlich.

Herkunft und Geschichte

Laut FCI-Standard reicht die Geschichte des Barsois bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die Tataren brachten Windhunde arabischer Herkunft mit, russische Jäger nutzten bis dahin sehr kräftige Hunde, die Hirsche und sogar Elche stellen konnten. Aus Kreuzungen beider Typen entstand der Vorläufer des Barsois; Hunde dieser Art sind schon im Gebetbuch des Großfürsten Wassili III., des Vaters von Iwan dem Schrecklichen, abgebildet.

Im 16. und 17. Jahrhundert kam Blut polnischer Windhunde hinzu, später das eines großen, bärtigen Windhunds aus Kurland, des Greyhounds sowie von Berg- und Krim-Windhunden. Der russische Adel hielt ganze Meuten und jagte mit ihnen vor allem Hase und Fuchs, seltener Wölfe. Mit der Revolution im frühen 20. Jahrhundert geriet die Rasse in Russland in Bedrängnis, weil sie eng mit dem Adel verbunden war. Hunde, die bereits ins Ausland verkauft worden waren, und engagierte Züchter sicherten ihren Fortbestand. International ist die Rasse unter dem Namen Borzoi bekannt.

Aussehen, Größe und Gewicht

Der Kopf ist schmal, lang und so trocken, dass sich die Adern unter der Haut abzeichnen. Die kleinen, dünnen Ohren liegen in Ruhe nach hinten am Hals an; ist der Barsoi aufmerksam, hebt er sie an, manchmal stehen sie sogar aufrecht. Die Rückenlinie bildet einen sanften Bogen, die Brust ist tief. Die lange, dünne Rute hat die Form einer Sichel oder eines Säbels und trägt eine dichte, üppige Befederung; im Stand hängt sie herab.

Barsoi mit grau-weißem Langhaar liegt mit geöffnetem Fang auf einer Wiese
Barsoi mit grau-weißem Fell beim Ausruhen (© Lux – Fotolia.com)

Wie groß und schwer wird ein Barsoi?

Der FCI-Standard nennt als erwünschte Widerristhöhe 75 bis 85 cm für Rüden und 68 bis 78 cm für Hündinnen; ein Gewicht legt er nicht fest. Der American Kennel Club (AKC) gibt für Rüden ab 28 Inch (etwa 71 cm) und 75 bis 105 Pfund an, also etwa 34 bis 48 kg. Hündinnen messen laut AKC ab 26 Inch (etwa 66 cm) und wiegen 60 bis 85 Pfund, etwa 27 bis 39 kg.

Fell und Farben

Das Haar ist lang, weich, seidig und leicht, wellig oder in großen Locken. An Kopf, Ohren und der Innenseite der Läufe ist es kurz und anliegend. Am Hals bildet es eine Krause, an Brust, Bauch, Läufen und Rute eine lange, glänzende Befederung. Erlaubt sind laut Standard alle Farben von Weiß bis Schwarz in jeder Kombination, auch gescheckt oder mit Brand. Ausgeschlossen sind Braun, Blau, Isabell und andere aufgehellte Farben ohne schwarze Nase.

Charakter und Temperament

Zu Hause erleben Sie den Barsoi meist als ruhigen, fast würdevollen Mitbewohner, der gern lange auf dem Sofa döst. Fremden begegnet er zurückhaltend, seinen Menschen gegenüber ist er bei guter Sozialisierung anhänglich. Draußen zeigt sich der Sichtjäger: Er orientiert sich mit den Augen, und ein Hase oder Reh in der Ferne kann ihn blitzschnell starten lassen. Was er dann tut, entscheidet er gern selbst.

Haltung, Erziehung und Auslastung

Der Barsoi reagiert empfindlich auf Härte. Er lernt am besten mit ruhiger Konsequenz, Geduld und Lob. Einen absolut sicheren Rückruf bei Wildsichtung sollten Sie nicht erwarten; Freilauf ist deshalb vor allem auf eingezäunten Flächen möglich.

Tägliche Spaziergänge reichen allein nicht. Er braucht regelmäßig die Gelegenheit, sich im vollen Galopp auszulaufen. Windhundrennen und Coursing, bei denen die Hunde einem künstlichen Hasen folgen, kommen seinem Naturell sehr entgegen. Ein Haus mit Garten oder eine geräumige Wohnung mit gutem Zugang zu Freilaufflächen passen besser als eine kleine Stadtwohnung im dritten Stock.

Weißer Barsoi mit Maulkorb und Startnummer galoppiert über eine Rennbahn
Barsoi beim Windhundrennen (© Tanja Hohnwald – Fotolia.com)

Pflege, Gesundheit und Lebenserwartung

Das lange Fell braucht regelmäßiges Bürsten, besonders an der Befederung hinter den Läufen, am Bauch und an der Rute, wo sich schnell Knoten bilden. Im Fellwechsel ist mehr Zeit nötig. Schmutz fällt aus dem seidigen Haar nach dem Trocknen meist von selbst heraus.

Der AKC gibt die Lebenserwartung mit 9 bis 14 Jahren an. Bei großen, tiefbrüstigen Hunden wird häufig vor einer Magendrehung gewarnt; besprechen Sie Fütterung und Ruhezeiten nach dem Fressen mit Ihrer Tierarztpraxis. Fragen Sie den Züchter außerdem nach den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere.

Barsoi kaufen

  • Einen festen Preis für einen Barsoi-Welpen gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach. Die laufenden Kosten für Futter, Pflege und Tierarzt sollten ebenfalls berücksichtigt werden.
  • Nicht für Anfänger geeignet: Der Barsoi ist aufgrund seines starken Jagdtriebs und seiner eigenständigen Natur eine Herausforderung für Hundeanfänger. Er erfordert eine konsequente, aber sanfte Erziehung und viel Bewegung. Besonders sein Jagdinstinkt macht ihn schwer kontrollierbar, wenn er nicht gut trainiert ist.
  • Pflegeleicht, aber zeitaufwendig: Trotz seines langen, seidigen Fells gilt der Barsoi als relativ pflegeleicht. Regelmäßiges Bürsten ist jedoch unerlässlich, besonders während des Fellwechsels. Zudem sollte man auf seine Gesundheit achten, da er anfällig für Magendrehungen ist.
  • Viel Bewegung notwendig: Als Windhund benötigt der Barsoi täglich viel Auslauf und körperliche Auslastung, idealerweise durch Aktivitäten wie Coursing oder lange Spaziergänge. Er passt am besten zu aktiven Besitzern mit ausreichend Platz.

Seriöse Züchter erkennen Sie daran, dass Sie die Mutterhündin und die Aufzucht sehen dürfen, dass Ihre Fragen offen beantwortet werden und dass auch der Züchter wissen möchte, wie Sie leben. Züchter der Rasse Barsoi finden Sie hier (Züchterliste des VDH). Worauf Sie beim Welpenkauf allgemein achten sollten, erklärt unser Ratgeber Welpen kaufen.

Häufige Fragen

Wie groß und schwer wird ein Barsoi?

Laut FCI-Standard werden Rüden 75 bis 85 cm und Hündinnen 68 bis 78 cm groß. Ein Gewicht nennt die FCI nicht; der AKC gibt für Rüden etwa 34 bis 48 kg und für Hündinnen etwa 27 bis 39 kg an.

Wie alt wird ein Barsoi?

Der American Kennel Club nennt eine Lebenserwartung von 9 bis 14 Jahren.

Ist Barsoi dasselbe wie Borzoi?

Ja. Borzoi ist der international gebräuchliche Name, Barsoi die deutsche Schreibweise. Die FCI führt die Rasse als Russkaya Psovaya Borzaya, auf Deutsch wird sie auch Russischer Windhund genannt.

Ist der Barsoi für Anfänger geeignet?

Nein, wegen seines starken Jagdtriebs und seiner eigenständigen Natur ist er für Anfänger eine Herausforderung. Er braucht eine konsequente, aber sanfte Erziehung und viel Bewegung.

Wie pflegeintensiv ist der Barsoi?

Mäßig. Das lange, seidige Fell sollten Sie regelmäßig bürsten, vor allem an den befederten Stellen und im Fellwechsel.

Wie viel Bewegung braucht ein Barsoi?

Viel. Neben täglichen Spaziergängen braucht er regelmäßig sicheren Freilauf, etwa auf eingezäunten Flächen, beim Coursing oder auf der Rennbahn. Er passt am besten zu aktiven Menschen mit ausreichend Platz.

Ähnliche Rassen

Weitere Windhunde und alle anderen Rassen finden Sie in der Übersicht unter welpen.de/hunderassen.

Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.