Irish Doodle Charakter, Erziehung und Haltung

Irish Doodle mit welligem rotem Fell auf einem Waldweg im Herbst

Auf einen Blick: Der Irish Doodle ist eine Kreuzung aus Irish Red Setter und Pudel. Da er keine anerkannte Rasse ist, gibt es keinen Standard und keine festen Maße; Größe und Gewicht lassen sich nur an den Elterntieren abschätzen. Vom Setter kann er viel Bewegungsdrang und Jagdinteresse erben, vom Pudel Lernfreude und lockiges Fell. Ob ein Welpe später haart, ist nicht sicher vorherzusagen, und als hypoallergen gilt kein Hund. Der Irish Doodle passt am besten zu aktiven Menschen, die jeden Tag viel Zeit für Bewegung, Training und Fellpflege einplanen.

Steckbrief
  • Ausgangsrassen Irish Setter × Pudel
  • Größe je nach Elterntieren (Irish Setter 55–67 cm, Großpudel über 45–60 cm)
  • Für Anfänger nur bedingt geeignet
Inhalt (11 Abschnitte)

Was ist ein Irish Doodle?

Als Irish Doodle werden Hunde bezeichnet, deren Eltern ein Irish Red Setter und ein Pudel sind. Die FCI führt die Kreuzung nicht als Rasse, es gibt also weder Zuchtbuch noch Standard. Welche Eigenschaften ein Welpe von welchem Elternteil mitbekommt, entscheidet der Zufall; selbst Geschwister können sich deutlich unterscheiden.

Vorbild aller Doodles ist der Labradoodle: Der Australier Wally Conron kreuzte 1989 für eine Blindenführhundschule einen Labrador mit einem Großpudel. Wann der erste Irish Doodle gezüchtet wurde, ist nicht dokumentiert.

Die Elternrassen: Irish Setter und Pudel

Der Irish Red Setter stammt aus Irland und wurde dort als Jagdhund gezüchtet. Die FCI ordnet ihn den Vorstehhunden zu: Er sucht im offenen Gelände weiträumig nach Federwild und zeigt es an, indem er stehen bleibt. Typisch ist das satte, kastanienrote Fell.

Der Pudel kommt laut FCI aus Frankreich und geht auf den Barbet zurück. Auch er half ursprünglich bei der Jagd auf Wildgeflügel. Heute zählt er zu den Gesellschafts- und Begleithunden und wird in vier Größen gezüchtet. Beide Eltern des Irish Doodles haben also jagdliche Wurzeln.

Wie groß und schwer wird ein Irish Doodle?

Für die Kreuzung selbst gibt es keine verlässlichen Größen- oder Gewichtsangaben. Einen Anhaltspunkt liefern die FCI-Standards der Eltern (Widerristhöhe):

  • Irish Red Setter (FCI-Standard Nr. 120): Rüden 58 bis 67 cm, Hündinnen 55 bis 62 cm
  • Großpudel (FCI-Standard Nr. 172): über 45 bis 60 cm, mit 2 cm Toleranz
  • Kleinpudel: über 35 bis 45 cm; Zwergpudel: über 28 bis 35 cm

Mit einem Großpudel als Elternteil wird ein Irish Doodle voraussichtlich mittelgroß bis groß, mit einem kleineren Pudel bleibt er kleiner. Ein Gewicht nennt keiner der beiden FCI-Standards. Fragen Sie den Züchter deshalb nach Größe und Gewicht von Mutter und Vater.

Auch das Fell ist offen: glatt mit langer Befederung wie beim Setter, wellig oder kraus wie beim Pudel. Je nach Farbe des Pudels kann auch das Fell vom typischen Setterrot abweichen.

Wesen: Welchen Charakter hat ein Irish Doodle?

Der FCI-Standard beschreibt den Irish Setter als wach, klug und tatendurstig, dabei sehr an seinen Menschen hängend. Beim Pudel hebt der Standard Treue und Lernfähigkeit hervor. Ein Irish Doodle kann diese Züge in jeder Mischung zeigen. Wahrscheinlich ist ein lebhafter, menschenbezogener Hund, der gern mitarbeitet.

Wie sich Ihr Hund entwickelt, prägen außerdem die Aufzucht, die Sozialisierung in den ersten Lebensmonaten und Ihre Erziehung. Bewährt haben sich kurze Übungseinheiten mit Belohnung. Genauso wichtig: Ein so aktiver Hund muss früh lernen, zu Hause abzuschalten.

Haltung: Wie viel Bewegung braucht ein Irish Doodle?

Der britische Kennel Club empfiehlt für den Irish Setter mehr als zwei Stunden Bewegung am Tag, für den Großpudel bis zu eine Stunde. Ein Irish Doodle mit viel Setter-Erbe kann also deutlich mehr fordern als ein Pudel. Planen Sie für den erwachsenen Hund tägliche Ausflüge mit Freilauf sowie Such- und Apportierspiele ein.

Ein Setter sucht bei der Jagd weit vom Menschen entfernt, die Nase im Wind. Üben Sie den Rückruf deshalb schon mit dem Welpen und nehmen Sie in Wald und Feld eine Schleppleine, bis er sicher sitzt. Dummytraining oder Mantrailing geben dem Jagdinteresse eine Aufgabe. Ein Welpe braucht dagegen vor allem Schlaf und kurze Erkundungen; lange Touren kommen erst später.

Fellpflege beim Irish Doodle

Der Irish Setter trägt mittellanges Fell mit seidiger Befederung und haart laut Kennel Club. Pudelhaar ist kraus, wächst ständig weiter und fällt kaum aus. Der Kennel Club rät beim Großpudel zu täglicher Pflege, beim Setter zu Pflege mehrmals pro Woche.

Ein Irish Doodle trägt oft eine Mischung aus beidem. Welliges Fell verfilzt leicht hinter den Ohren, in den Achseln und an den Hinterläufen. Bürsten Sie bis auf die Haut, lassen Sie Lockenfell regelmäßig schneiden und gewöhnen Sie den Welpen früh an Bürste, Föhn und Hundesalon. Mehr dazu im Beitrag Professionelle Fellpflege.

Ist ein Irish Doodle für Allergiker geeignet?

Darauf sollten Sie nicht bauen. Eine niederländische Studie (Vredegoor u. a., 2012) fand in Haarproben von Hunden, die als hypoallergen gelten, darunter Pudel und Labradoodles, sogar mehr vom wichtigsten Hundeallergen Can f 1 als bei Vergleichshunden. In der Raumluft der Wohnungen gab es keine Unterschiede. Die Forschenden sahen keine Grundlage, Rassen als hypoallergen einzustufen. Holen Sie als Allergiker vor dem Kauf ärztlichen Rat ein und verbringen Sie mehrmals Zeit mit dem konkreten Hund.

Gesundheit: Welche Untersuchungen bei den Elterntieren üblich sind

Ein Mischling ist nicht automatisch gesünder als seine Eltern, denn er kann erbliche Anlagen beider Rassen tragen. Für beide Elternrassen empfiehlt der britische Kennel Club Züchtern vor der Verpaarung ein Hüftröntgen, eine Augenuntersuchung und rassetypische Gentests, beim Setter zusätzlich ein Röntgen der Ellenbogen. Lassen Sie sich die Befunde beider Elterntiere zeigen und besprechen Sie offene Fragen mit Ihrer Tierarztpraxis.

Für wen eignet sich ein Irish Doodle?

Er passt zu Menschen, die bei jedem Wetter gern draußen sind und Spaß an Training oder Nasenarbeit haben. Zeit für die Fellpflege oder Geld für den Hundesalon gehören dazu. In Familien kann er ein zugewandter Begleiter sein; ein großer Junghund wird im Spiel aber leicht stürmisch, deshalb sollten Sie Kontakte mit kleinen Kindern anfangs begleiten.

Für Anfänger ist er bedingt geeignet: Wer eine Hundeschule besucht und konsequent übt, kommt gut mit ihm zurecht. Wer einen ruhigen Hund für kurze Runden sucht, ist mit einer anderen Rasse besser beraten.

Irish-Doodle-Welpe mit lockigem rotem Fell schläft auf einer Strickdecke

Irish-Doodle-Welpen kaufen: Worauf Sie achten sollten

  • Lernen Sie die Mutterhündin kennen, wenn möglich auch den Vater, und fragen Sie nach der Größe des Pudel-Elternteils.
  • Lassen Sie sich Befunde zu Hüften, Ellenbogen und Augen sowie die Gentests beider Eltern zeigen.
  • Die Welpen sollten im Haus mit Familienanschluss aufwachsen.
  • Ein Welpe darf in Deutschland erst im Alter von über acht Wochen von der Mutter getrennt werden (§ 2 Abs. 4 Tierschutz-Hundeverordnung).
  • Misstrauen Sie Versprechen wie „hypoallergen“ und Übergaben auf Parkplätzen.
  • Ein seriöser Züchter stellt Ihnen ebenfalls Fragen und bleibt nach dem Kauf ansprechbar.

Adressen finden Sie unter Irish-Doodle-Züchter im Züchterverzeichnis, allgemeine Tipps im Ratgeber: Welpen kaufen.

Häufige Fragen

Haart ein Irish Doodle?

Das hängt vom geerbten Fell ab. Lockiges Fell hält lose Haare eher fest, braucht dafür regelmäßigen Schnitt. Glattes Fell nach Setter-Art verliert sichtbar Haare.

Wie alt wird ein Irish Doodle?

Für die Kreuzung gibt es keine verlässlichen Daten. Der britische Kennel Club nennt für den Irish Setter über 10 Jahre, für den Großpudel über 12 Jahre.

Was ist ein Mini Irish Doodle?

So werden Kreuzungen mit einem Klein- oder Zwergpudel angeboten. Sie bleiben kleiner, können aber den Bewegungsdrang des Setters trotzdem mitbringen.

Kann ein Irish Doodle in der Wohnung leben?

Ja, wenn er draußen ausgelastet wird und drinnen Pausen gelernt hat. Ein Garten ersetzt den Spaziergang nicht.

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Klaus Neumann
Ein Artikel von

Klaus Neumann

Klaus Neumann betreibt welpen.de seit 1997. Seit rund 35 Jahren lebt er mit Hunden, heute mit Yorkshire Terrier Kalle. Er recherchiert in Rassestandards, Fachliteratur und Studien und überarbeitet ältere Artikel regelmäßig.

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Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.