Whippet: Charakter, Größe, Haltung und Pflege

Auf einen Blick: Der Whippet ist ein mittelgroßer, kurzhaariger Windhund aus England (FCI-Gruppe 10, Standard Nr. 162), entstanden im 19. Jahrhundert bei Bergleuten und Arbeitern im Norden Englands, die einen kleineren Greyhound für Hasenjagd und Hunderennen wollten. Laut FCI-Standard messen Rüden 47 bis 51 cm, Hündinnen 44 bis 47 cm; der American Kennel Club (AKC) nennt ein Gewicht von etwa 11 bis 18 kg und eine Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren. Er ist sanft, anhänglich und im Haus ruhig, erreicht laut AKC aber bis zu 56 km/h und hat einen ausgeprägten Hetztrieb.

Inhalt (12 Abschnitte)

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Steckbrief
  • Für einen Whippet-Welpen gibt es keinen festen Preis. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.
  • Geeignet für Anfänger?: Der Whippet gilt als pflegeleichter und sanfter Familienhund, der sich gut für Anfänger eignet, solange man seine Bedürfnisse nach Auslauf und Bewegung erfüllt.
  • Größe der Rasse: Der Whippet gehört zu den mittelgroßen Hunderassen. Rüden erreichen laut FCI-Standard eine Schulterhöhe von 47 bis 51 cm, Hündinnen bleiben etwas kleiner mit 44 bis 47 cm.
  • Lebenserwartung: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Whippets liegt laut AKC bei 12 bis 15 Jahren.
  • Alternative Namen: Der Whippet wird auch als „Rag Dog“ (Lumpenhund) bezeichnet, ein Name, der laut AKC aus den frühen Rennen stammt, bei denen die Hunde einem Lappen nachjagten; daneben hieß er „Rennpferd des armen Mannes“.
Hell falbfarbener Whippet mit weißer Brust steht frontal auf einer grünen Wiese
KI-generiertes Bild: Whippet auf einer Wiese

Whippet im Überblick

Der Whippet hat seinen Ursprung in England und gehört zur FCI-Gruppe 10 der Windhunde, Sektion 3 (Kurzhaarige Windhunde), ohne Arbeitsprüfung. Der FCI-Standard beschreibt ihn als ausgewogene Verbindung von Muskelkraft und Stärke mit Eleganz und Anmut, gebaut für Geschwindigkeit und Arbeit.

Draußen ist er ein Sprinter, drinnen ein ruhiger Mitbewohner: Laut AKC ist der Whippet das schnellste Haustier seiner Gewichtsklasse und erreicht bis zu 56 km/h (35 Meilen pro Stunde), zu Hause entspannt er sich am liebsten in der Nähe seiner Menschen.

Herkunft und Geschichte

Die Geschichte des Whippets beginnt laut AKC im viktorianischen England. Bergleute im Norden des Landes vergnügten sich an freien Tagen mit Hunderennen und der Jagd auf Kaninchen. Greyhounds konnten sie sich weder leisten noch artgerecht halten, also züchteten sie eine kleinere Ausgabe. Welche Rassen genau beteiligt waren, ist laut AKC nicht sicher überliefert; genannt werden Greyhounds, Terrier und Italienische Windspiele. Ob dabei etwa der Bedlington Terrier eine Rolle spielte, lässt sich nicht belegen.

Aus dieser Zeit stammen seine Spitznamen: „Rennpferd des armen Mannes“ und „Lightning Rag Dog“ (Blitz-Lappenhund). Bei den frühen Rennen jagten die Hunde einem Lappen nach, der über eine gerade Bahn gezogen wurde, eine frühe Form des heutigen Coursings. Der Name Whippet geht laut AKC vermutlich auf das alte Wort „whappet“ zurück, das einen kleinen, kläffenden Hund bezeichnete.

Um 1900 wanderten Textilarbeiter aus Lancashire nach Neuengland aus und brachten ihre Whippets mit. In den USA wurden Whippet-Rennen schnell beliebt; der AKC registrierte den ersten Whippet bereits 1888. Heute bieten Coursing und Rennen dem Whippet ein gutes Ventil für seinen Bewegungsdrang.

Größe, Gewicht und Aussehen

Der FCI-Standard nennt als erwünschte Widerristhöhe 47 bis 51 cm für Rüden und 44 bis 47 cm für Hündinnen; ein Gewicht gibt er nicht vor. Der AKC nennt etwas höhere Werte (Rüden etwa 48 bis 56 cm, Hündinnen etwa 46 bis 53 cm) und ein Gewicht von etwa 11 bis 18 kg.

Der Schädel ist lang und schmal, die ovalen Augen blicken sehr aufmerksam, die kleinen Ohren sind als Rosenohren gefaltet. Der lange, muskulöse Hals ist elegant gebogen, die Lende zeigt einen sanften Bogen, ohne dass der Hund buckelig wirkt, und der Bauch ist deutlich aufgezogen. Die lange Rute verjüngt sich zur Spitze und wird in Bewegung in einer zarten Kurve getragen, aber nicht höher als der Rücken (FCI). Der Whippet bewegt sich mit langen, raumgreifenden, leichten Schritten.

Falbfarbener Whippet steht seitlich vor dunklem Hintergrund
KI-generiertes Bild: falbfarbener Whippet im Stand

Fell und Farben

Das Haar ist fein, kurz und dicht anliegend. Erlaubt sind laut FCI alle Farben und Farbmischungen, ausgenommen Merle. Laut AKC-Standard ist jedes andere Fell als kurz und glatt ein Ausschlussgrund; lang- oder rauhaarige Whippets entsprechen also nicht dem Standard.

Wie schnell ist ein Whippet?

Laut AKC erreicht der Whippet bis zu 56 km/h und ist damit das schnellste Haustier seiner Gewichtsklasse. Er ist ein Sichtjäger: Was sich schnell bewegt, weckt seinen Hetztrieb.

Charakter und Wesen

Der FCI-Standard nennt den Whippet einen idealen Begleiter, sehr anpassungsfähig im Haus wie im Sport, sanft, anhänglich und von ausgeglichenem Wesen. Der AKC beschreibt ihn als ruhig und intelligent: Er bellt nicht unnötig, ist aber ein guter Wachhund. Mit Kindern kommt er laut AKC sehr gut zurecht, und auch mit anderen Hunden ist er meist gesellig.

So energiegeladen der Sprinter draußen auftritt, so entspannt ist er im Haus. Mit Vorliebe döst er stundenlang auf einem weichen Platz in der Nähe seiner Menschen. Er braucht den Familienanschluss und möchte immer dazugehören.

Weiß-falbfarbener Whippet liegt vor dunklem Hintergrund und blickt in die Kamera
KI-generiertes Bild: liegender Whippet

Jagdtrieb

Laut AKC wurde der Whippet gezüchtet, um kleines Wild zu verfolgen und zu fangen. Ein davonlaufendes Kaninchen, eine Katze oder ein flatternder Gegenstand kann den Hetztrieb jederzeit auslösen, und dann ist er schneller weg, als Sie rufen können. Der AKC rät, den Whippet außerhalb eingezäunter Flächen immer an der Leine zu führen. Auch Katzen, Wellensittiche oder Meerschweinchen im eigenen Haushalt können in sein Beuteschema passen; ob ein Zusammenleben klappt, hängt vom einzelnen Hund und von einer behutsamen Gewöhnung ab.

Haltung, Erziehung und Beschäftigung

Whippets sind von Natur aus Sprinter. Laut AKC genügen als Auslastung mehrere kräftige Apportier-Einheiten pro Woche mit Ball oder Frisbee, regelmäßige Spaziergänge oder Spiel mit anderen Hunden auf einer sicher eingezäunten Fläche. Coursing und Agility sind ein gutes Ventil für seine Energie. Junge Whippets sind klug, wendig und verspielt und können springen und klettern; sichern Sie sie, wenn Sie sie nicht beaufsichtigen.

Das A und O ist die Sozialisation. Je früher sie beginnt und je konsequenter sie durchgehalten wird, desto leichter lässt sich der Whippet führen; der AKC empfiehlt eine Welpenschule. Dabei kommt es bei der Konsequenz nicht auf eine harte Hand an. Mit positiver Verstärkung erreichen Sie bei diesem sensiblen Hund viel mehr. Üben Sie den Rückruf früh und geduldig.

Ist der Whippet ein Anfängerhund?

Ja, wenn Sie seinen Bewegungsdrang und seinen Jagdtrieb ernst nehmen. Er ist sanft, ruhig im Haus und pflegeleicht. Schwierig wird es eher draußen, wenn der Rückruf nicht sitzt und er Wild sieht.

Whippets und Kälte

Das kurze, feine Fell wärmt wenig. Bei Kälte, Nässe und Zugluft fühlt sich ein Whippet mit einem Hundemantel und einem warmen Liegeplatz wohler.

Pflege

Das kurze, glatte Fell braucht laut AKC wenig Pflege: einmal pro Woche bürsten und gelegentlich baden. Kontrollieren Sie die Ohren regelmäßig und kürzen Sie die Krallen, wenn sie sich nicht von selbst abnutzen.

Gesundheit und Lebenserwartung

Der American Kennel Club (AKC) nennt für den Whippet eine Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren. Er gilt laut AKC als gesunde, robuste Rasse. Wichtig ist das richtige Gewicht: Sein Körperbau ist nicht für Übergewicht gemacht. Ein erwachsener Whippet mit gesundem Gewicht wirkt auf viele Menschen „dünn“; laut AKC sollen zwei bis vier Wirbel sichtbar sein. Verantwortungsvolle Züchter lassen ihre Hunde laut AKC auf Herzerkrankungen, Taubheit und Augenerkrankungen untersuchen. Bei gesundheitlichen Fragen ist Ihre Tierarztpraxis die richtige Anlaufstelle.

Gestromt-weißer Whippet liegt vor weißem Hintergrund
Whippet in Liegeposition (© jagodka – Fotolia.com)

Whippet-Welpen vom Züchter

Achten Sie darauf, dass Sie die Mutterhündin kennenlernen, die Welpen im Haus aufwachsen und der Züchter Ihnen die Untersuchungsbefunde der Elterntiere zeigt. Worauf Sie beim Welpenkauf allgemein achten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber Welpen kaufen.

Welpen gesucht? Im Züchterverzeichnis von welpen.de stellen sich Züchter der Rasse Whippet mit Kontaktdaten, Zuchtstätte und geplanten Würfen vor: Whippet Züchter und Welpen ansehen

Auch erwachsene Whippets und andere Windhunde suchen immer wieder ein neues Zuhause, etwa über Tierheime oder Windhund-Hilfsorganisationen. Lassen Sie sich dort zu Vorgeschichte, Verträglichkeit mit Katzen und Rückruf beraten.

Häufige Fragen

Wie groß und schwer wird ein Whippet?

Laut FCI-Standard messen Rüden 47 bis 51 cm, Hündinnen 44 bis 47 cm. Der AKC nennt ein Gewicht von etwa 11 bis 18 kg.

Wie alt wird ein Whippet?

Der American Kennel Club (AKC) nennt eine Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren.

Was kostet ein Whippet-Welpe?

Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.

Ist der Whippet für Anfänger geeignet?

Der Whippet gilt als pflegeleichter und sanfter Familienhund, der sich gut für Anfänger eignet, solange sein Bedarf an Auslauf und Bewegung erfüllt wird und Sie seinen Jagdtrieb im Blick behalten.

Wie schnell ist ein Whippet?

Laut AKC erreicht er bis zu 56 km/h und ist damit das schnellste Haustier seiner Gewichtsklasse.

Wie viel Bewegung braucht ein Whippet?

Er braucht regelmäßige Spaziergänge und mehrmals pro Woche die Gelegenheit, auf einer sicher eingezäunten Fläche zu rennen, zum Beispiel beim Apportieren, im Spiel mit anderen Hunden, beim Coursing oder bei Agility (AKC).

Hat der Whippet einen Jagdtrieb?

Ja, er wurde laut AKC gezüchtet, um kleines Wild zu verfolgen. Schon ein sich bewegender Gegenstand kann den Hetztrieb auslösen, und kleine Haustiere können in sein Beuteschema passen.

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Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.