Deerhound: Charakter, Größe, Haltung und Welpen kaufen

Auf einen Blick: Der Deerhound, auch Schottischer Hirschhund genannt, ist ein großer, rauhaariger Windhund aus Schottland, der über Jahrhunderte für die Hetzjagd auf Rothirsche gehalten wurde. Laut FCI-Standard sollen Rüden mindestens 76 cm groß sein und etwa 45,5 kg wiegen, Hündinnen mindestens 71 cm bei etwa 36,5 kg. Im Haus ist er sanft und ruhig, draußen braucht er Platz zum Rennen und eine gute Absicherung gegen seinen Jagdtrieb.

Blaugrauer Deerhound mit rauem Fell steht seitlich auf einer Heidefläche im schottischen Hochland
KI-generiertes Bild: Deerhound im schottischen Hochland
Inhalt (14 Abschnitte)

Deerhound Welpen kaufen

Steckbrief
  • Die Kosten für einen Deerhound Welpen: Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.
  • Alternative Namen: Der Deerhound wird auch als Schottischer Hirschhund bezeichnet. Diese Bezeichnung spiegelt seine historische Verwendung bei der Jagd auf Hirsche wider.
  • Pflegeaufwand und Gesundheit: Der Pflegeaufwand für den Deerhound ist minimal, da er wenig haart und sein Fell Schmutz abweist. Als rassetypische Gesundheitsthemen nennt der AKC unter anderem Knochenkrebs (Osteosarkom), Dilatative Kardiomyopathie (DCM), Cystinurie, einen Lebershunt und die Magendrehung.
  • Geschichte und Herkunft: Ursprünglich aus dem schottischen Hochland stammend, wurde der Deerhound von schottischen Clans zur Jagd gezüchtet. Die Rasse hat eine lange Geschichte: Laut FCI-Standard jagt sie seit rund tausend Jahren den Rothirsch.
Grauer Deerhound mit rauem Fell steht seitlich vor grauem Studiohintergrund
KI-generiertes Bild: Deerhound in Grau

Deerhound im Überblick

Wer einem Deerhound begegnet, denkt zuerst an einen besonders großen, struppigen Greyhound – genau so beschreibt ihn auch der Rassestandard. Die FCI ordnet ihn in Gruppe 10 (Windhunde), Sektion 2 (rauhaarige Windhunde) ein und nennt als Verwendung Rennhund, Jagdhund und Begleiter. Im Alltag ist er ein stiller, freundlicher Hund, der viel Nähe zu seinen Menschen sucht und im Freien zum schnellen Läufer wird.

Herkunft und Geschichte

Woher der Deerhound genau stammt, ist ungeklärt. Der FCI-Standard hält es für möglich, dass phönizische Händler seine Vorfahren nach Schottland brachten; sicher ist nur, dass es dort bereits Laufhunde gab, als die Römer kamen. Seine ursprüngliche Heimat ist das schottische Hochland. Seit rund tausend Jahren jagt die Rasse laut Standard den Rothirsch, daher auch der Name: „deer“ ist das englische Wort für Hirsch.

Nach dem Ende des schottischen Clansystems hielten vor allem Grundbesitzer und Adel die Hunde für die Jagd. Mit modernen Gewehren und kleineren Jagdrevieren setzten Jäger später eher langsamere Spürhunde ein, und der Deerhound verlor seine ursprüngliche Aufgabe weitgehend. Sein Typ hat sich laut FCI über die Jahrhunderte trotzdem kaum verändert, auch wenn die meisten Deerhounds heute eher im Ausstellungsring als auf der Jagd zu sehen sind.

Vielen wurde die Rasse durch den Film „Jenseits von Afrika“ bekannt, in dem Deerhounds die Hunde der Hauptfigur Karen Blixen spielen. Häufig ist sie trotzdem nicht: Deerhounds brauchen viel Platz und Futter, entsprechend wenige Welpen fallen jedes Jahr.

Aussehen, Größe und Gewicht

Laut FCI-Standard Nr. 164 gleicht der Deerhound einem rauhaarigen Greyhound mit mehr Größe und kräftigeren Knochen. Der lange Kopf hat einen flachen Schädel ohne Stopp, einen leicht gebogenen Nasenrücken und einen Schnurrbart aus eher seidigem Haar mit etwas Bart. Die dunklen Augen wirken in Ruhe sanft, bei Erregung aufmerksam und in die Ferne gerichtet. Die kleinen, hoch angesetzten Ohren liegen in Ruhe zurückgefaltet und fühlen sich weich wie Mäusefell an. Die Lende ist deutlich gewölbt, die lange Rute reicht fast bis zum Boden und wird nie über die Rückenlinie gehoben.

Wie groß und schwer wird ein Deerhound?

Der FCI-Standard nennt für Rüden eine erwünschte Mindestgröße von 76 cm bei etwa 45,5 kg, für Hündinnen mindestens 71 cm bei etwa 36,5 kg. Der American Kennel Club (AKC) gibt für Rüden 76 bis 81 cm und 39 bis 50 kg an, für Hündinnen ab 71 cm und 34 bis 43 kg.

Dunkelgrauer Deerhound im gestreckten Galopp auf einer Rennbahn
Deerhound im vollen Lauf (© Pauline Richard – Fotolia.com)

Fell und Farben

Das Fell ist zottig, aber nicht übermäßig lang: dicht anliegend, hart und drahtig, am Körper, Hals und an den Hinterläufen etwa 8 bis 10 cm lang. Am Kopf, an der Brust und am Bauch ist das Haar deutlich weicher. Wolliges Fell ist laut Standard unerwünscht.

Erlaubt sind dunkles Blaugrau, dunklere und hellere Grautöne, gestromte Hunde sowie Gelb, Sandrot und Rotfalb mit schwarzen Abzeichen. Eine weiße Brust, weiße Zehen und eine kleine weiße Rutenspitze sind zulässig, doch je weniger Weiß, desto besser. Eine weiße Blesse oder ein weißer Halskragen sind nicht erlaubt.

Charakter und Wesen

Der FCI-Standard beschreibt den Deerhound als sanft und freundlich, gehorsam und leicht zu erziehen, weil er gefallen möchte. Er soll gutmütig und fügsam sein, nie misstrauisch, aggressiv oder nervös, und sich mit ruhiger Würde bewegen. Sein Körperbau verrät zugleich Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer, die früher nötig waren, um einen Hirsch zu stellen.

Im Haus ist er zurückhaltend und leise, rollt sich gern zum Schlafen zusammen und drängt sich nicht auf. Er hängt sehr an seiner Familie, nimmt am Spiel mit Kindern gern teil und ist mit anderen Hunden in der Regel verträglich. Draußen zeigt sich das Erbe des Hetzhundes: Was sich schnell bewegt, kann er blitzartig verfolgen.

Mit Geduld und Konsequenz lässt er sich gut führen. Härte oder ungerechte Behandlung beantwortet er dagegen mit Rückzug. Wegen seines ausgeglichenen Wesens kommen auch Menschen mit wenig Hundeerfahrung mit ihm zurecht, sofern sie ihm genug Platz und Auslauf bieten können.

Grauer Deerhound liegt zwischen rosa und roten Schmuckkörbchen in einer Blumenwiese
Deerhound in einer Blumenwiese (© Thumber – Fotolia.com)

Unterschied zwischen Deerhound und Irish Wolfhound

Beide gehören laut FCI zur Sektion der rauhaarigen Windhunde und sehen sich auf den ersten Blick ähnlich. Der Irish Wolfhound ist jedoch größer und schwerer gebaut: Sein Standard verlangt bei Rüden mindestens 79 cm und 54,5 kg, bei Hündinnen mindestens 71 cm und 40,5 kg. Der Deerhound wirkt leichter und windhundtypischer. Auch die Aufgabe war eine andere: Der Deerhound war der Spezialist für die Hetzjagd auf Hirsche, der Irish Wolfhound wurde, wie sein Name sagt, zur Jagd auf Wölfe eingesetzt. Bei den Farben lässt der Wolfhound zusätzlich Schwarz, Reinweiß und Weizenfarben zu.

Haltung, Bewegung und Beschäftigung

Der Deerhound ist ein Langstreckenläufer und braucht jeden Tag ausgiebig Bewegung, bei der er traben und zwischendurch auch galoppieren darf. Ohne diese Möglichkeit leiden Körper und Gemüt. Ideal ist ein sicher eingezäuntes Gelände; auf Spaziergängen gehört er in wildreichen Gegenden an die Leine. Beginnen Sie schon im Welpenalter mit einem Antijagdtraining.

Für die artgerechte Auslastung eignen sich Windhundrennen und Coursing, bei dem die Hunde einer künstlichen Hasenattrappe auf einem Kurs durch das Gelände folgen. So darf er tun, wofür er gezüchtet wurde. Nach entsprechender Ausbildung lässt er sich sogar jagdlich führen. Auch Spaziergänge in flottem Tempo oder das Begleiten beim Ausritt machen ihm Freude, wenn er gelernt hat, sich nicht von Wild ablenken zu lassen.

Planen Sie für diesen großen Hund viel Raum ein – im Haus, im Garten und im Auto auf dem Weg zum Auslauf. Die Aufzucht ist aufwendig, ein erwachsener Hund ist dagegen recht unkompliziert, wenn Platz, Bewegung und enger Familienanschluss stimmen.

Grauer Deerhound mit rotem Halsband trägt einen Tennisball über den Rasen
KI-generiertes Bild: Deerhound mit Ball im Garten

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Pflege

Der Pflegeaufwand ist gering. Das raue Fell weist Schmutz und Nässe gut ab und haart vergleichsweise wenig; gelegentliches Bürsten genügt meist.

Grau gestromter Deerhound steht in hohem Gras vor einem Waldrand
KI-generiertes Bild: Deerhound auf einer Sommerwiese

Gesundheit und Lebenserwartung

Der AKC gibt die Lebenserwartung des Deerhounds mit 8 bis 11 Jahren an. Wie bei vielen großen, tiefbrüstigen Hunden kann eine Magendrehung auftreten; auch die DCM-DKM: Dilatative Kardiomyopathie [Herzmuskelerkrankung] kann ein Thema sein. Lassen Sie sich vom Züchter die Untersuchungsergebnisse der Elterntiere zeigen und besprechen Sie Fragen zur Gesundheit Ihres Hundes mit Ihrer Tierarztpraxis.

Den vollständigen Rassestandard veröffentlicht die FCI: FCI-Standard Nr. 164 (englisch).

Züchter finden und Deerhounds in Not

Deerhound-Züchter finden Sie in unserem Züchterverzeichnis. Wegen der geringen Zahl an Würfen sind Wartezeiten üblich. Worauf Sie beim Kauf eines Welpen achten sollten, erklärt unser Ratgeber Welpen kaufen.

Wer einem erwachsenen Deerhound ein Zuhause geben möchte, wird bei Vereinen fündig, die sich um Windhunde in Not kümmern, etwa Windhunde in Not e. V. (http://www.wind-hunde-in-not.de) oder http://www.windhundhilfe.de/.

Videos zum Deerhound (englisch)

  • Deerhounds – Bests of Breed
    Ein informatives Video über die Geschichte, Eigenschaften und das Wesen des Scottish Deerhounds, präsentiert von einem Experten.
    Video ansehen
  • THE SCOTTISH DEERHOUND – HUGE & DANGEROUS GUARD DOG?
    Dieses Video beleuchtet die Herkunft, das Temperament und die Eignung des Deerhounds als Familienhund sowie seine ursprüngliche Funktion als Jagdhund.
    Video ansehen
  • WOLF KILLERS? – The Scottish Deerhound
    Ein spannender Beitrag über die Geschichte des Deerhounds, seine Rolle in der Jagd und wie es ist, mit dieser Rasse zu leben.
    Video ansehen

Häufige Fragen

Wie groß und schwer wird ein Deerhound?

Laut FCI-Standard sollen Rüden mindestens 76 cm messen und etwa 45,5 kg wiegen, Hündinnen mindestens 71 cm bei etwa 36,5 kg. Der AKC nennt 76 bis 81 cm und 39 bis 50 kg für Rüden, ab 71 cm und 34 bis 43 kg für Hündinnen.

Wie alt wird ein Deerhound?

Der American Kennel Club gibt eine Lebenserwartung von 8 bis 11 Jahren an.

Ist der Deerhound für Anfänger geeignet?

Bedingt. Er ist sensibel, freundlich und leichtführig, weil er gefallen möchte. Sein großer Platzbedarf, das tägliche Laufpensum und der Jagdtrieb können für Anfänger aber eine Herausforderung sein.

Welche Farben hat ein Deerhound?

Der FCI-Standard lässt Blaugrau und andere Grautöne, gestromt sowie Gelb, Sandrot und Rotfalb mit schwarzen Abzeichen zu. Am häufigsten sieht man graue Hunde.

Was ist der Unterschied zwischen Deerhound und Irish Wolfhound?

Der Irish Wolfhound ist größer und schwerer (Rüden laut FCI mindestens 79 cm und 54,5 kg), der Deerhound leichter und windhundtypischer gebaut. Der Deerhound wurde auf Hirsche gehetzt, der Wolfhound auf Wölfe.

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Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.