Auf einen Blick: Das Löwchen ist ein kleiner Begleithund aus Frankreich, den die FCI in Gruppe 9 zu den Bichons zählt. Laut FCI-Standard misst es 26 bis 32 Zentimeter und wiegt etwa 6 Kilogramm; sein langes, gewelltes Fell hat keine Unterwolle und darf jede Farbe haben. Es gilt als sehr anhänglich und folgsam und passt zu Familien mit Kindern ebenso wie zu älteren Menschen. Der American Kennel Club (AKC) nennt eine Lebenserwartung von 13 bis 15 Jahren.
- Herkunft Frankreich
- FCI Gruppe 9, Standard Nr. 233
- Größe 26–32 cm, ± 1 cm (FCI)
- Gewicht etwa 6 kg (FCI)
- Lebenserwartung 13–15 Jahre (AKC)
- Für Anfänger geeignet

Inhalt (11 Abschnitte)
Löwchen im Überblick
Seinen Namen verdankt das Löwchen der Löwenschur: Hinterkörper und Läufe werden kurz geschoren, an Kopf, Hals und Brust bleibt eine lange Mähne stehen. Auf Ausstellungen ist diese Schur Pflicht, im Alltag können Sie Ihr Löwchen auch ungeschoren oder mit einem kurzen Pflegeschnitt halten. Auf Französisch heißt die Rasse „Petit Chien Lion“, auf Englisch „Little Lion Dog“.
Gezüchtet wird das Löwchen als reiner Begleithund. Der FCI-Standard beschreibt es trotz seiner geringen Größe als robusten Hund mit gutem Knochenbau, kurzem Körper und stolzem, energischem Gang. Es ist also kein zerbrechlicher Zwerg, sondern ein kleiner Hund, der gern spielt, mitläuft und Neues lernt.
Herkunft und Geschichte
Wo das Löwchen ursprünglich entstanden ist, lässt sich nicht mehr sicher sagen; früher war es in weiten Teilen Europas verbreitet. Die FCI führt Frankreich als Ursprungsland. Laut FCI-Standard zeigen zwei in Stein gehauene Figuren an der Kathedrale von Amiens, deren Bau im 13. Jahrhundert begann, bereits Hunde dieses Typs. Im 15. Jahrhundert war die typische Silhouette häufig auf Wandteppichen zu sehen, die Hofdamen am burgundischen Hof schätzten die kleinen Hunde, und vor allem im 17. Jahrhundert erscheinen sie auf Gemälden.

Der französische Naturforscher Buffon beschrieb die Rasse genau und betonte schon damals, wie selten sie war; auch der schwedische Naturforscher Carl von Linné erwähnt sie. Früher nannte man das Löwchen auch „Bichon Petit Chien Lion“. Der französische Rasseclub wurde am 18. November 1947 gegründet.
Woher die Löwenschur kommt, ist nicht geklärt. Nach einer Vermutung diente sie bei den Schoßhunden vornehmer Damen vor allem der Sauberkeit. Andere halten sie für eine Wasserhundschur, wie sie der Portugiesische Wasserhund bis heute trägt, und vermuten, dass die kleinen Hunde einst bei der Entenjagd apportierten. Zu beiden Ideen passen seine große Anhänglichkeit und seine Freude am Spielen und Apportieren, belegen lässt sich aber keine.
Aussehen, Größe und Gewicht
Laut FCI-Standard erreicht das Löwchen eine Widerristhöhe von 26 bis 32 Zentimetern, wobei ein Zentimeter mehr oder weniger toleriert wird, und wiegt etwa 6 Kilogramm. Der American Kennel Club nennt 30 bis 36 Zentimeter (12 bis 14 Zoll) und rund 7 Kilogramm. Der Körper ist quadratisch: Vom Schultergelenk bis zum Sitzbeinhöcker ist er genauso lang, wie der Hund am Widerrist hoch ist.
Den relativ kurzen, breiten Kopf trägt das Löwchen hoch. Die großen, runden und sehr dunklen Augen blicken nach vorn, die tief angesetzten Hängeohren sind lang befedert. Die Rute wird in elegantem Bogen über dem Rücken getragen, ohne ihn zu berühren; nur die lange Fahne liegt auf.
Fell und Farben
Das Fell ist seidig, lang, gewellt und dicht und hat keine Unterwolle. Lockiges, zu kurzes oder glattes Fell ohne Wellen gilt im Standard als ausschließender Fehler. Erlaubt sind alle Farben und Farbkombinationen, auch Braun. Braune Löwchen haben eine dunkelbraune Nase und dunkelbraune Lefzen, bei allen anderen Farben sind Nase und Lefzen schwarz.

Wesen und Charakter
Der FCI-Standard beschreibt das Löwchen als sehr anhänglich und gehorsam gegenüber seinen Menschen, aufmerksam und aufnahmefähig. Es kommt mit jeder Lage gut zurecht und kann auf Kommando ruhig und zurückhaltend sein. Aggressive oder übermäßig scheue Hunde gelten laut Standard als disqualifiziert.
Im Alltag ist das Löwchen ein fröhlicher, freundlicher Familienhund, der schnell lernt und sich gut anpasst. Es spielt gern mit Kindern, sitzt aber genauso gern auf dem Schoß und lässt sich ausgiebig streicheln. Mit anderen Hausgenossen kommt es meist gut aus. Viele Löwchen lernen kleine Kunststücke mit Leichtigkeit, auch im Agility haben sich Löwchen bewährt.
Als aufmerksamer Wächter meldet das Löwchen, was sich rund ums Haus tut, ohne dabei zum Kläffer zu werden. Fremden gegenüber ist es anfangs meist zurückhaltend, aber weder ängstlich noch bissig.
(Quelle: Frau Dylla)
Haltung und Erziehung
Das Löwchen geht gern spazieren und begleitet Sie auch auf längere Runden, kommt aber ebenso mit kürzeren Spaziergängen aus. Deshalb passt es zu einer aktiven Familie genauso wie zu älteren Menschen, die nicht mehr stundenlang unterwegs sein möchten. Eine Stadtwohnung ist für den kleinen Hund kein Problem, wenn er jeden Tag draußen schnüffeln, laufen und spielen darf.
Weil das Löwchen aufmerksam ist und verstehen möchte, was Sie von ihm erwarten, lässt es sich gut erziehen. Mit freundlichen, klaren Regeln und kurzen Übungseinheiten kommen Sie bei ihm weiter als mit Strenge. Kinder sollten lernen, dass auch ein kleiner Hund Ruhe braucht und nicht ständig hochgehoben werden möchte.
Pflege und Löwenschur
Da das lange Fell keine Unterwolle hat, hält sich der Aufwand in Grenzen. Der AKC empfiehlt, das Löwchen alle paar Tage gründlich zu bürsten und es etwa alle zwei Wochen zu baden. Krallen und Ohren sollten Sie regelmäßig kontrollieren. Alle paar Monate lässt sich das Fell im Hundesalon oder beim Züchter schneiden, entweder in Löwenschur oder als kurzer, alltagstauglicher Schnitt.
Ein ungeschorenes Löwchen ist im Alltag völlig in Ordnung. Nur wer ausstellen möchte, braucht die Löwenschur; die nicht geschorenen Partien müssen dann laut Standard ganz natürlich bleiben und dürfen nicht in Form geschnitten werden.
Gesundheit und Lebenserwartung
Der American Kennel Club gibt die Lebenserwartung des Löwchens mit 13 bis 15 Jahren an. Verantwortungsvolle Züchter lassen ihre Zuchthunde laut AKC unter anderem auf Hüftdysplasie, Patellaluxation (herausspringende Kniescheibe), Grauen Star und Progressive Retinaatrophie untersuchen. Lassen Sie sich die Befunde der Elterntiere zeigen. Bei allen Fragen zur Gesundheit Ihres Hundes ist Ihre Tierarztpraxis die richtige Anlaufstelle.
Löwchen-Welpen kaufen
Suchen Sie einen Züchter, der die Gesundheit seiner Elterntiere untersuchen lässt, die Welpen im Haus aufzieht und Ihnen die Mutterhündin zeigt. Ein guter Züchter stellt Ihnen auch Fragen, beantwortet Ihre offen und begleitet Sie nach der Abgabe weiter. Worauf Sie beim Kauf außerdem achten sollten, erklärt unser Ratgeber Welpen kaufen.
Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.
Häufige Fragen
Wie groß und schwer wird ein Löwchen?
Laut FCI-Standard misst das Löwchen 26 bis 32 Zentimeter am Widerrist (plus/minus 1 Zentimeter) und wiegt etwa 6 Kilogramm. Der AKC nennt 30 bis 36 Zentimeter und rund 7 Kilogramm.
Wie alt wird ein Löwchen?
Der American Kennel Club gibt eine Lebenserwartung von 13 bis 15 Jahren an.
Ist das Löwchen ein guter Familienhund?
Ja. Das Löwchen ist ein fröhlicher, freundlicher und lernfreudiger Familienhund. Es passt zu Familien mit Kindern ebenso wie zu älteren Menschen, spielt gern und lässt sich danach genauso gern auf dem Schoß kraulen.
Ist das Löwchen für Anfänger geeignet?
Ja, mit seinem anhänglichen, folgsamen Wesen kommen auch Menschen ohne Hundeerfahrung gut mit dem Löwchen zurecht. Planen Sie aber Zeit für die Fellpflege ein: Bürsten alle paar Tage und regelmäßige Besuche im Hundesalon gehören dazu.
Muss ein Löwchen geschoren werden?
Nein. Vorgeschrieben ist die Löwenschur nur auf Ausstellungen. Im Alltag können Sie das Fell lang lassen oder kürzer schneiden lassen; regelmäßig bürsten müssen Sie es in jedem Fall.
Bellt das Löwchen viel?
Das Löwchen ist aufmerksam und wachsam und meldet, was es bemerkt, ohne ein übermäßiger Kläffer zu sein. Fremden gegenüber ist es anfangs zurückhaltend, aber keinesfalls ängstlich oder bissig.
Ähnliche Rassen
Quellen
- FCI-Standard Nr. 233, Löwchen (Petit Chien Lion), Fassung vom 02.04.2004: fci.be
- American Kennel Club, Rasseporträt Löwchen: akc.org
Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.
