Auf einen Blick: Der Bernhardiner ist der Nationalhund der Schweiz und benannt nach dem Hospiz am Großen St. Bernhard, wo Mönche seit dem 17. Jahrhundert große Berghunde hielten. Laut FCI-Standard messen Rüden 70 bis 90 cm, Hündinnen 65 bis 80 cm; der American Kennel Club (AKC) nennt bis zu 82 kg und eine Lebenserwartung von 8 bis 10 Jahren. Er ist freundlich, ruhig und kinderlieb, braucht aber viel Platz, verträgt Hitze schlecht und ist für Anfänger nur bedingt geeignet.
- Herkunft Schweiz
- FCI Gruppe 2, Standard Nr. 61
- Größe Rüden 70–90 cm, Hündinnen 65–80 cm
- Gewicht Rüden 64–82 kg, Hündinnen 54–64 kg (AKC)
- Lebenserwartung 8–10 Jahre (AKC)
- Für Anfänger nur bedingt geeignet

Inhalt (12 Abschnitte)
Bernhardiner Welpe kaufen
- Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach. Wie Sie eine seriöse Zucht erkennen, lesen Sie im Ratgeber Welpen kaufen.
- Eignung für Anfänger: Der Bernhardiner ist zwar leicht erziehbar und ein sanfter Familienhund, aber aufgrund seiner Größe, seines Platzbedarfs und seiner Pflegeanforderungen für Anfänger nur bedingt geeignet. Er benötigt viel Raum und ist nicht für kleine Wohnungen geeignet.
- Pflegeaufwand: Die Pflege des Bernhardiners ist intensiv, besonders während des Fellwechsels. Regelmäßiges Bürsten, Krallen schneiden und die Kontrolle von Augen, Zähnen und Ohren sind notwendig.
- Lebenserwartung und gesundheitliche Aspekte: Bernhardiner haben eine relativ kurze Lebenserwartung, der AKC nennt 8 bis 10 Jahre. Sie sind hitzeempfindlich und benötigen daher besondere Aufmerksamkeit bei hohen Temperaturen.
Bernhardiner im Überblick
Kaum eine Hunderasse ist so eng mit einer Legende verbunden wie der Bernhardiner. Als Rettungshund vom Großen St. Bernhard wurde er im 19. Jahrhundert in ganz Europa bekannt, heute lebt er als Familien-, Wach- und Hofhund. Die FCI führt ihn als Schweizer Rasse in Gruppe 2, Sektion 2.2 (Molosser, Berghunde), unter der Standard-Nr. 61. Es gibt ihn in zwei Varietäten: Kurzhaar (Stockhaar) und Langhaar.
Herkunft und Geschichte
Schon die Römer errichteten am Pass des Großen St. Bernhard einen Tempel zu Ehren Jupiters. Im 11. Jahrhundert gründete der Mönch Bernhard von Menthon, später heiliggesprochen, auf 2.469 Metern Höhe ein Hospiz, in dem Reisende und Pilger Zuflucht fanden. Laut FCI-Standard hielten die Mönche dort seit der Mitte des 17. Jahrhunderts große Berghunde zur Bewachung und zum Schutz. Bilder belegen solche Hunde seit 1695, ein Schriftstück des Hospizes aus dem Jahr 1707 erwähnt sie erstmals.
Bald begleiteten die Hunde Reisende über den Pass und suchten nach Menschen, die sich in Schnee und Nebel verirrt hatten. Berichte über ihre Rettungen und die Erzählungen der Soldaten, die im Jahr 1800 mit Napoleons Armee den Pass überquerten, machten den „Barryhund“, wie man ihn damals nannte, in ganz Europa bekannt. Der berühmteste von ihnen, Barry, lebte von 1800 bis 1814 auf dem Hospiz und soll der Überlieferung nach mehr als 40 Menschen das Leben gerettet haben. Sein Präparat steht heute im Naturhistorischen Museum Bern.
Viele Berichte ranken sich um sensationelle Rettungen, wobei das berühmte Symbol der Bernhardiner, das um den Hals gebundene Brandy-Fässchen, in Wirklichkeit nie vorhanden war, sondern eine Erfindung des Malers Edwin Landseer ist, der es auf seinem Gemälde „Alpine Mastiffs Reanimating a Distressed Traveller“ zeigte.
Die direkten Vorfahren des Bernhardiners waren laut FCI-Standard die großen Bauernhunde der Region. Innerhalb weniger Generationen wurde daraus der heutige Rassetyp. Heinrich Schumacher aus Holligen bei Bern stellte 1867 als Erster Abstammungsnachweise für seine Hunde aus. Im Februar 1884 begann das Schweizerische Hundestammbuch (SHSB); der allererste Eintrag war der Bernhardiner „Leon“. Am 15. März 1884 wurde in Basel der Schweizerische St. Bernhardsclub gegründet, und am 2. Juni 1887 wurde der Bernhardiner auf einem internationalen Kynologenkongress offiziell als Schweizer Rasse anerkannt. Seither gilt er als Schweizer Nationalhund.
Die früheren Hospizhunde waren kleiner und leichter als der heutige Bernhardiner. Als Lawinenhund ist er heute zu schwer; diese Aufgabe übernehmen leichtere Rassen wie der Deutsche oder der Belgische Schäferhund.
Bernhardiner in Filmen
Filmfreunde kennen den Bernhardiner aus Filmen wie „Ein Hund namens Beethoven“ oder „Ein Bernhardiner namens Möpschen“.
Der berühmteste Bernhardiner ist zweifelsohne Barry, dessen Geschichte ebenfalls verfilmt wurde: 1949 in Frankreich unter dem Titel „Barry“ und 2026 als „Mein Freund Barry“.
Aussehen, Größe und Gewicht
Der FCI-Standard beschreibt beide Varietäten als sehr groß, kräftig und muskulös, mit eindrucksvollem Kopf und aufmerksamem Ausdruck. Der Körper ist etwas länger als hoch (Widerristhöhe zu Rumpflänge 9 : 10). Rüden messen mindestens 70 und höchstens 90 cm, Hündinnen 65 bis 80 cm. Hunde über dem Höchstmaß werden nicht abgewertet, solange sie harmonisch gebaut sind und sich gut bewegen.
Ein Gewicht nennt der Standard nicht. Der AKC gibt für Rüden etwa 64 bis 82 kg und für Hündinnen etwa 54 bis 64 kg an. Damit gehört der Bernhardiner zu den schwersten Hunderassen.
Beim Kurzhaar (Stockhaar) ist das Deckhaar dicht, glatt, anliegend und derb, mit viel Unterwolle. Der Langhaar hat mittellanges, gerades Deckhaar, ebenfalls mit viel Unterwolle, befederte Vorderläufe und eine buschige Rute. Die Grundfarbe ist Weiß mit kleineren oder größeren rotbraunen Platten bis hin zu einem durchgehenden rotbraunen Mantel über Rücken und Flanken.
Wesen und Charakter
Der Standard beschreibt den Bernhardiner als von Natur aus freundlich, im Temperament ruhig bis lebhaft und wachsam. Trotz seiner Größe ist er ein sensibler Hund, der sehr an seiner Familie hängt. Mit Kindern geht er meist geduldig um, Fremden begegnet er in der Regel freundlich. Seine Wachsamkeit und seine Gelassenheit machen ihn zu einem guten Familien- und Wachhund.
Rechnen Sie damit, dass ein Bernhardiner sabbert, besonders nach dem Trinken, bei Aufregung und bei Wärme. Ein Handtuch griffbereit an der Tür erspart Ihnen manchen Fleck auf Hose und Sofa.
Anzeige · Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Für Sie ändert sich der Preis dadurch nicht. Preise und Verfügbarkeit können sich seit der letzten Aktualisierung am 23.10.2026 geändert haben. Bilder: Amazon Product Advertising API.
Erziehung
Die Rasse gilt als leicht erziehbar, braucht aber engen Familienanschluss. Beginnen Sie früh mit Leinenführigkeit und Grundsignalen: Was der Welpe mit zehn Kilo lernt, müssen Sie dem erwachsenen Hund nicht mehr gegen seine Kraft beibringen. Eine Hundeschule hilft bei der Sozialisierung, und mit ruhiger, konsequenter Erziehung klappt das Zusammenleben mit dem großen Hund in der Regel gut.
Haltung: Platz, Treppen und Hitze
Für die ausschließliche Haltung im Zwinger ist der Bernhardiner ungeeignet, und er braucht viel Platz. Eine kleine Etagenwohnung im fünften Stock ist nicht das Richtige. Schon das Treppensteigen wird zum Problem: Den Welpen können Sie noch tragen, einen ausgewachsenen Hund, für den der AKC 54 bis 82 kg nennt, nicht mehr. Ideal ist ein Haus mit Garten.
Bewohnen Sie ein Haus zur Miete, sollten Sie die Erlaubnis des Vermieters zur Hundehaltung vor dem Kauf des Welpen einholen.
Kälte macht dem Bernhardiner wenig aus, Hitze dagegen sehr. Bieten Sie ihm im Sommer einen kühlen, schattigen Liegeplatz, gehen Sie früh morgens und spät abends spazieren und vermeiden Sie in der Mittagshitze jede Anstrengung. Lange, gemächliche Spaziergänge sind ihm lieber als schnelles Tempo.
Fellpflege
Bürsten und kämmen Sie das Fell regelmäßig. Im Fellwechsel ist der Aufwand vor allem beim Langhaar deutlich höher. Dazu kommen:
- regelmäßiges Kürzen der Krallen
- Kontrolle der Augen, Sekret vorsichtig entfernen
- Kontrolle der Zähne auf Zahnstein
- Ohren auf Verschmutzung prüfen und bei Bedarf reinigen
Gesundheit und Lebenserwartung
Der AKC nennt für den Bernhardiner eine Lebenserwartung von 8 bis 10 Jahren; wie bei vielen sehr großen Rassen ist die gemeinsame Zeit kurz. Wegen seines Gewichts werden Gelenke und Knochen stark belastet, besonders im Wachstum. Lassen Sie sich beim Züchter die Untersuchungsergebnisse der Elterntiere zeigen, achten Sie auf schlanke Figur und gelenkschonende Bewegung im ersten Lebensjahr und besprechen Sie Vorsorgeuntersuchungen mit Ihrer Tierarztpraxis.
Welpen gesucht? Im Züchterverzeichnis von welpen.de stellen sich Züchter der Rasse Bernhardiner mit Kontaktdaten, Zuchtstätte und geplanten Würfen vor: Bernhardiner Züchter und Welpen ansehen
Häufige Fragen
Ist der Bernhardiner für Anfänger geeignet?
Er ist sanft und lässt sich laut American Kennel Club (AKC) gut erziehen, wegen seiner Größe, seines Platzbedarfs und der Pflege aber nur bedingt für Anfänger geeignet. Für kleine Wohnungen ist er nicht geeignet.
Wie groß und schwer wird ein Bernhardiner?
Laut FCI-Standard erreichen Rüden 70 bis 90 cm Widerristhöhe, Hündinnen 65 bis 80 cm. Der AKC nennt für Rüden etwa 64 bis 82 kg, für Hündinnen etwa 54 bis 64 kg.
Wie alt wird ein Bernhardiner?
Der AKC gibt eine Lebenserwartung von 8 bis 10 Jahren an. Wie viele Riesenrassen erreicht der Bernhardiner selten ein hohes Alter.
Was kostet ein Bernhardiner-Welpe?
Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach. Rechnen Sie außerdem mit hohen laufenden Kosten für Futter, Ausstattung und Tierarzt, wie sie bei einem Hund dieser Größe üblich sind.
Trugen Bernhardiner wirklich ein Fass um den Hals?
Nein. Das Fässchen mit Brandy geht auf das Gemälde des Malers Edwin Landseer zurück; die Hunde vom Großen St. Bernhard trugen es bei ihrer Arbeit nicht.
Wie aufwendig ist die Pflege des Bernhardiners?
Nötig sind regelmäßiges Bürsten und Kämmen, im Fellwechsel beim Langhaar deutlich mehr. Dazu kommen Krallenpflege und die Kontrolle von Augen, Zähnen und Ohren.
Ähnliche Rassen
Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.
