Auf einen Blick: Der Bearded Collie ist ein Hütehund aus Großbritannien, der in Schottland und Nordengland Schafe und Rinder trieb (FCI-Gruppe 1, Sektion 1, Standard Nr. 271). Laut FCI-Standard messen Rüden 53 bis 56 cm, Hündinnen 51 bis 53 cm; der American Kennel Club (AKC) nennt etwa 20 bis 25 kg Gewicht und 12 bis 14 Jahre Lebenserwartung. Der fröhliche, lebhafte Hund braucht täglich viel Bewegung, Aufgaben für den Kopf und regelmäßige Fellpflege und ist deshalb kein Hund für Anfänger.

Inhalt (11 Abschnitte)
Bearded Collie im Überblick
Der Name bedeutet „bärtiger Collie“: Von Wangen, Unterlippe und Kinn wird das Haar länger und bildet den typischen Bart. Unter dem zotteligen Fell steckt laut FCI-Standard ein schlanker, beweglicher Hund, etwas länger als hoch, der kräftig gebaut ist, aber nie schwer wirken soll.
Die FCI führt ihn in der FCI-Gruppe 1, Sektion 1, Standard Nr. 271 bei den Schäferhunden ohne Arbeitsprüfung. Als Verwendung nennt der Standard Hütehund und Begleithund – und genau so lebt die Rasse heute meist: als Familienhund, der seine Herkunft nicht vergessen hat.
Wesen und Charakter
Der FCI-Standard beschreibt den Bearded Collie als aufmerksam, lebhaft, selbstbewusst und aktiv, als ausgeglichenen, intelligenten Arbeitshund ohne Anzeichen von Nervosität oder Aggression. Im Alltag erleben Sie einen fröhlichen, manchmal stürmischen Hund, der überall dabei sein möchte. So robust er aussieht, so empfindlich reagiert er auf Härte und laute Worte.
Seine Vorfahren trieben Herden selbstständig von den Bergen ins Tal und holten verirrte Tiere zurück, oft ohne Anweisung des Schäfers. Diese Selbstständigkeit bringt eine Portion Eigensinn mit sich: Ein Beardie lernt schnell, fragt aber gern nach dem Sinn einer Übung.
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Erziehung
Der Bearded Collie lässt sich gut erziehen, wenn Sie früh beginnen und ruhig, freundlich und konsequent bleiben. Er arbeitet gern mit seinem Menschen zusammen, braucht klare Regeln, aber keinen Druck. Sein feines Gehör ist im Hundesport ein Vorteil: Viele Beardies lassen sich mit sehr leisen Signalen führen.
Dasselbe Gehör hat eine Kehrseite. Stadtlärm, laute Geräusche und viele neue Eindrücke auf einmal können einen Beardie stark stressen. Gute Züchter gewöhnen die Welpen deshalb behutsam an Alltagsgeräusche, fremde Menschen und neue Umgebungen. Zu Hause setzen Sie das in kleinen Schritten fort – je mehr er als Junghund in Ruhe kennenlernt, desto gelassener wird er.
Hütetrieb im Alltag
Der Hütetrieb zeigt sich besonders bei unterforderten Hunden: Der Beardie umkreist spielende Kinder, treibt andere Hunde zusammen oder versucht, Jogger, Radfahrer und sogar Autos zu stellen. Unterbinden Sie solche Ansätze früh und bieten Sie ihm erlaubte Aufgaben an. Flüchtendes Wild stellt er eher, als dass er es jagt – erwünscht und ungefährlich ist das trotzdem nicht. Ein sicherer Rückruf gehört deshalb zur Grundausbildung.
Bellen und Wachsamkeit
Im Haus ist der Bearded Collie meist ruhig, solange niemand klingelt oder am Fenster vorbeigeht. Draußen kommentiert er vieles lautstark, denn seine Vorfahren dirigierten die Herde auch mit der Stimme. Als Wach- und Schutzhund taugt er wenig; dafür ist er Menschen gegenüber zu freundlich.
Bearded Collie als Familienhund
Der Beardie gehört mitten ins Familienleben, nicht in den Zwinger. Er mag Menschen jeden Alters und ist mit Kindern verspielt und ausdauernd. Bei kleinen Kindern sollten Sie darauf achten, dass Temperament und Hütetrieb nicht überhandnehmen. Viele Halter nutzen seine Freude an der Zusammenarbeit für Unterordnung, Agility oder Hütearbeit; Rasseclubs bieten Hüteprüfungen an, um die ursprünglichen Anlagen zu erhalten.
Haltung und Auslauf
Planen Sie jeden Tag ausgedehnte, abwechslungsreiche Spaziergänge ein und zusätzlich Beschäftigung für den Kopf, etwa Suchspiele, Tricktraining oder Hundesport. Ein Garten ersetzt das nicht. Wer wenig Zeit für Bewegung und Fellpflege hat, sollte sich für eine andere Rasse entscheiden.
Fell, Farben und Pflege
Fellstruktur
Das doppelte Haarkleid schützt bei nasser Kälte ebenso wie bei Hitze. Laut FCI-Standard liegt über einer weichen, dichten Unterwolle ein flaches, hartes und kräftiges Deckhaar, zottig, aber weder wollig noch lockig; eine leichte Welle ist erlaubt. Das Fell soll die Körperlinien nicht verdecken und darf nicht getrimmt werden.
Fellpflege
Bürsten Sie das Fell mindestens einmal pro Woche gründlich bis auf die Haut durch, damit sich keine Filzplatten bilden. Am einfachsten geht das, wenn der Hund auf einem Tisch mit rutschfester Unterlage steht. Sprühen Sie das Fell leicht mit Wasser an, bürsten Sie es Partie für Partie aus und lösen Sie Knoten mit einem Kamm. An Bauch, Achseln und zwischen den Beinen ist die Haut empfindlich, dort arbeiten Sie besonders behutsam.
Scheren Sie einen Beardie nicht. Damit ruinieren Sie die Fellstruktur, und am Ende haben Sie mehr Arbeit mit der Pflege als vorher.

Erlaubte Farben
Der FCI-Standard lässt Schiefergrau, Rötlich-Falb, Schwarz, Blau, alle Grauschattierungen, Braun und Sandfarben zu, jeweils mit oder ohne weiße Abzeichen. Weiß darf am Fang, als Blesse am Kopf, an Rutenspitze, Brust, Läufen und Pfoten auftreten, leichte lohfarbene Abzeichen etwa an Augenbrauen, Wangen und Rutenansatz. Merle ist nicht erlaubt.
Typisch für die Rasse ist der Farbwechsel: Die meisten Welpen kommen deutlich dunkler zur Welt und hellen ab einigen Wochen stark auf. Aus Blau wird Silber, Braun wird zimt- oder milchschokoladenfarben, Falb fast champagnerfarben. Bis etwa zum ersten Geburtstag hält das Aufhellen an, danach dunkelt das Fell meist wieder etwas nach, ohne die Welpenfarbe zu erreichen. Hunde, die diese Aufhellung nicht zeigen, nennen Züchter „Stayblacks“ (schwarz bleibend).
Größe und Gewicht
Der FCI-Standard nennt als ideale Widerristhöhe 53 bis 56 cm für Rüden und 51 bis 53 cm für Hündinnen. Gesamterscheinung und Proportionen gehen dabei vor die genaue Größe, starke Abweichungen sind aber unerwünscht. Ein Gewicht legt der Standard nicht fest. Der American Kennel Club (AKC) nennt 45 bis 55 Pfund, umgerechnet etwa 20 bis 25 kg. Unter dem langen Fell wirkt ein Beardie oft deutlich massiger, als er ist.
Herkunft und Geschichte
Laut FCI-Standard erwähnen schottische Aufzeichnungen schon um das 16. Jahrhundert einen Hund, der dem Bearded Collie ähnelt. In Schottland und Nordengland wurde er lange für die Arbeit mit Schafen gezüchtet; schottische Farmer nannten ihn auch Highland Collie. Seine Stärke war weniger das Hüten auf der Weide als das Treiben: Er brachte Schafe und Rinder selbstständig von den Bergen ins Tal, manchmal gemeinsam mit anderen Hütehunden.
Der Standard erwähnt auch eine Überlieferung, nach der vor rund 500 Jahren Hunde an der schottischen Küste zurückgelassen wurden, die als Vorfahren des Polski Owczarek Nizinny (PON) gelten. Sie sollen sich mit den einheimischen Hütehunden vermischt haben; die Ähnlichkeit beider Rassen ist bis heute zu sehen.
Den heutigen Bearded Collie verdanken wir vor allem G. Olive Willison. Sie bekam in den 1940er-Jahren eine Beardie-Hündin namens Jeannie und fand nach längerer Suche den Rüden Bailey als Partner für sie. Die Hunde ihres Zwingers Bothkennar prägten die modernen Zuchtlinien. Danach wurde die Rasse als Familien- und Ausstellungshund bekannt, auch in den USA und Kanada.
Mit dem Erfolg auf Ausstellungen wurde das Haarkleid vieler Hunde immer länger und aufwendiger frisiert – für die Arbeit an der Herde ist das unpraktisch. Der Standard verlangt dagegen ausdrücklich einen schlanken, aktiven Arbeitshund, dessen Fell die Körperform nicht verdeckt.
Unterschied zum Bobtail
Wer die Rasse zum ersten Mal sieht, hält sie oft für einen kleinen Bobtail (Old English Sheepdog). Äußerlich ist der Bearded Collie dem Bobtail sehr ähnlich, doch er ist etwas kleiner, schlanker und trägt seine Rute uncoupiert. Sie ist tief angesetzt, reicht mindestens bis zum Sprunggelenk, hat eine leicht aufgebogene Spitze und ist reich behaart.
Bearded Collie kaufen
Kaufen Sie einen Bearded Collie-Welpen bei einem Züchter, der Ihnen die Mutterhündin zeigt, Ihre Fragen zu Aufzucht und Gesundheitsuntersuchungen offen beantwortet und auch Sie nach Ihren Lebensumständen fragt. Welche Untersuchungen für die Rasse sinnvoll sind, erfahren Sie beim Rasseclub oder in Ihrer Tierarztpraxis. Worauf Sie beim Besuch achten sollten, fasst unser Ratgeber Welpen kaufen zusammen. Aktuelle Würfe finden Sie bei den Bearded Collie Züchtern bei Welpen.de.
Häufige Fragen
Wie groß und wie schwer wird ein Bearded Collie?
Laut FCI-Standard erreichen Rüden 53 bis 56 cm, Hündinnen 51 bis 53 cm Widerristhöhe. Der AKC nennt ein Gewicht von etwa 20 bis 25 kg (45 bis 55 Pfund).
Wie alt wird ein Bearded Collie?
Der American Kennel Club gibt die Lebenserwartung mit 12 bis 14 Jahren an.
Ist der Bearded Collie für Anfänger geeignet?
Nein. Er braucht viel Bewegung, Beschäftigung und eine konsequente, zugleich einfühlsame Erziehung. Seine sensible und eigenwillige Art verlangt Erfahrung im Umgang mit Hunden.
Welche Nachteile hat der Bearded Collie?
Im Alltag fallen vor allem vier Punkte ins Gewicht: die zeitaufwendige Fellpflege, der hohe Bedarf an Bewegung und Beschäftigung, die Freude am Bellen und ein Hütetrieb, der sich ohne Auslastung gegen Kinder, Radfahrer oder Autos richten kann. Außerdem trägt das lange Fell bei Regen viel Schmutz ins Haus.
Wie aufwendig ist die Fellpflege beim Bearded Collie?
Die Fellpflege ist anspruchsvoll und zeitaufwendig. Das lange, dichte Fell muss mindestens einmal pro Woche gründlich gebürstet werden, um Verfilzungen zu vermeiden. Ein Beardie wird nie geschoren.
Ist der Bearded Collie ein guter Familienhund?
Ja. Er ist freundlich, lebhaft und liebt den Umgang mit Kindern, benötigt jedoch viel Aufmerksamkeit und Auslauf. Als Wach- und Schutzhund ist er weniger gut geeignet.
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Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.
