KleinpudelGröße, Charakter, Pflege und Welpen
Der Kleinpudel ist eine der vier Größen des Pudels und keine eigene Rasse.
Fellpflege und Bewegung: Einstufung des American Kennel Club (AKC), Skala 1–5

Auf einen Blick: Laut FCI-Standard Nr. 172 misst er über 35 bis 45 cm Schulterhöhe und liegt damit zwischen Zwergpudel und Großpudel; ein Gewicht nennt der Standard nicht. Der Pudel stammt aus Frankreich und gilt laut Standard als loyal und sehr lernfähig. Sein krauses Fell haart kaum, muss aber regelmäßig gebürstet und geschoren werden.
Inhalt (11 Abschnitte)
Kleinpudel im Überblick
Die FCI führt den Pudel unter Standard Nr. 172 in Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 2 (Pudel), ohne Arbeitsprüfung. Ursprungsland ist Frankreich, dort heißt der Pudel „Caniche“. Groß-, Klein-, Zwerg- und Toypudel sind keine eigenen Rassen, sondern Größen derselben Rasse mit demselben Standard.
Der Kleinpudel ist dabei die Größe, an der die anderen gemessen werden: Der Großpudel soll laut Standard ein vergrößertes Modell des Kleinpudels sein, der Zwergpudel ein verkleinerter Kleinpudel mit möglichst denselben Proportionen.
| Größe | Schulterhöhe laut FCI |
|---|---|
| Großpudel | über 45 bis 60 cm (Toleranz +2 cm) |
| Kleinpudel | über 35 bis 45 cm |
| Zwergpudel | über 28 bis 35 cm |
| Toypudel | über 24 bis 28 cm (Ideal 25 cm, Toleranz –1 cm) |
Herkunft und Geschichte
Der französische Name „caniche“ leitet sich laut FCI-Standard von „cane“ ab, dem Wort für die weibliche Ente. Ursprünglich wurde der Pudel für die Jagd auf Wildgeflügel eingesetzt. Er stammt vom Barbet ab; 1743 nannte man ihn „la caniche“. Danach wurden Barbet und Pudel zunehmend getrennt gezüchtet.
Der American Kennel Club sieht den Ursprung dagegen in Deutschland, wo der Pudel als Wasserhund Enten apportierte. Der deutsche Name bezieht sich laut AKC auf das Planschen im Wasser.
Körperbau
Der Standard beschreibt einen harmonisch gebauten Hund von mittleren Proportionen, der intelligent, wachsam und munter wirkt. Der Körper ist etwas länger als hoch, der Rücken kurz. Die Ohren sind ziemlich lang, liegen an den Wangen an und sind mit langem, welligem Haar bedeckt. Die Augen sind mandelförmig und schwarz oder dunkelbraun. Die Rute ist ziemlich hoch angesetzt; kupiert werden darf sie nicht mehr. Afterkrallen an den Hinterläufen sind ein disqualifizierender Fehler.

Fell und Farben
Der Standard kennt zwei Fellarten. Beim Wollpudel ist das Haar fein, wollig, dicht und gleichmäßig gelockt. Beim Schnürenpudel bildet es Schnüre, die mindestens 20 cm lang sein sollen. Seit der Fassung, die ab dem 1. August 2024 gilt, erkennt die FCI neben den einfarbigen Pudeln auch mehrfarbige an:
- Einfarbig: Schwarz, Weiß, Braun, Grau und Falb. Falb reicht von Creme über Apricot bis Rotfalb.
- Zweifarbig, vorwiegend weiß: Schwarz-Weiß, Blau-Weiß, Falb-Weiß und Braun-Weiß.
- Mantelpelz („Tuxedo“): vorwiegend eine Farbe mit weißen Stellen an Pfoten und Vorderbrust.
- Schwarz oder Braun mit Loh, dreifarbig (schwarz, weiß und falb) sowie gestromt.
Beige und seine helleren Abstufungen sind nicht zugelassen. Bei einfarbig schwarzen oder braunen Pudeln sind keine weißen Abzeichen erlaubt.
Charakter
Laut FCI-Standard ist der Pudel bekannt für seine Loyalität und seine Lern- und Dressurfähigkeit, was ihn zu einem angenehmen Gesellschaftshund macht. Aggressive oder ängstliche Hunde schließt der Standard von der Zucht aus. Neben der Fellpflege wird oft unterschätzt, wie viel Beschäftigung ein Pudel braucht.
Pflege
Laut American Kennel Club (AKC) haart der Pudel kaum. Lose Haare bleiben aber in den Locken hängen, und das Haar wächst ständig nach. Ein Pudel im langen Fell muss nach Angaben des AKC täglich bis auf die Haut gebürstet und gekämmt werden, sonst verfilzt es an den Wurzeln. Viele Halter lassen ihren Pudel deshalb kürzer scheren. Wer das nicht selbst macht, braucht etwa alle vier bis sechs Wochen einen Termin im Hundesalon.
Ob ein Pudel für Menschen mit Hundeallergie geeignet ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Allergene stecken nicht nur im Haar, sondern auch in Hautschuppen und Speichel. Verbringen Sie vor dem Kauf Zeit mit Pudeln und klären Sie die Frage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Gesundheit und Lebenserwartung
Der AKC gibt für Pudel eine Lebenserwartung von 10 bis 18 Jahren an. Er unterscheidet nur drei Größen: Standard (über 15 Zoll, rund 38 cm), Miniature und Toy. Ein Kleinpudel fällt je nach Größe in die Gruppe Standard oder Miniature. Als Erkrankungen, die beim Pudel vorkommen können, nennt der AKC unter anderem Hüftdysplasie und verschiedene Augenerkrankungen. Fragen Sie den Züchter nach den Befunden der Elterntiere.
Kleinpudel-Welpen kaufen: Worauf Sie achten sollten
- Lassen Sie sich die Ahnentafel zeigen. Sie nennt Abstammung und Größe der Eltern; daran können Sie abschätzen, wie groß Ihr Welpe ungefähr wird.
- Ob ein Pudel als Klein- oder Zwergpudel gilt, entscheidet seine Schulterhöhe als erwachsener Hund.
- Besuchen Sie die Welpen beim Züchter und lernen Sie die Mutterhündin kennen.
- Fragen Sie nach den Gesundheitsuntersuchungen beider Elterntiere.
- In Deutschland darf ein Welpe erst im Alter von über acht Wochen von der Mutter getrennt werden.
Suchen Sie einen Züchter, der einem Pudelverein im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angehört oder ähnlich kontrolliert wird. Ob Züchter dieser Rasse eingetragen sind, sehen Sie in unserem Züchterverzeichnis. Allgemeine Tipps zum Welpenkauf lesen Sie im Ratgeber Welpen kaufen.
Bald zieht Ihr Welpe ein?
Die Welpen-Checkliste zeigt, was vor dem Einzug erledigt sein sollte – von der Ausstattung bis zum ersten Tierarztbesuch.
Häufige Fragen
Wie groß wird ein Kleinpudel?
Laut FCI-Standard über 35 bis 45 cm Schulterhöhe. Ein Gewicht nennt der Standard nicht.
Ist der Kleinpudel eine eigene Rasse?
Nein. Großpudel, Kleinpudel, Zwergpudel und Toypudel sind Größen derselben Rasse und werden nach demselben FCI-Standard Nr. 172 beurteilt.
Was ist der Unterschied zwischen Kleinpudel und Zwergpudel?
Nur die Größe: Der Kleinpudel misst über 35 bis 45 cm, der Zwergpudel über 28 bis 35 cm. Der Zwergpudel soll laut Standard ein verkleinerter Kleinpudel mit möglichst denselben Proportionen sein.
Haart ein Kleinpudel?
Kaum. Lose Haare bleiben in den Locken hängen. Deshalb muss das Fell regelmäßig gebürstet und geschoren werden, sonst verfilzt es.
Wie alt wird ein Kleinpudel?
Der American Kennel Club nennt für Pudel eine Lebenserwartung von 10 bis 18 Jahren.
Was kostet ein Kleinpudel-Welpe?
Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.
Ähnliche Rassen
Quellen
- FCI-Standard Nr. 172: Pudel (Caniche) (Fassung vom 20.12.2024, gültig seit 01.08.2024)
- American Kennel Club: Poodle (Standard)
- American Kennel Club: Poodle (Miniature)
Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.






