Rasseporträt · Terrier · aus Großbritannien

Miniatur Bullterrier: Charakter, Größe, Haltung und Welpen kaufen

Der Miniatur Bullterrier ist bei der FCI eine eigene Rasse unter Standard Nr. 359 und gleicht dem Bullterrier bis auf eine Größengrenze: Seine Widerristhöhe soll 35,5 cm nicht überschreiten, ein Gewicht legt der Standard nicht fest.

Größeklein
Fellpflegegering
Bewegunghoch
Für Anfängerbedingt

Fellpflege und Bewegung: Einstufung des American Kennel Club (AKC), Skala 1–5

Weißer Miniatur Bullterrier mit eiförmigem Kopf und Stehohren steht an einer Ausstellungsleine seitlich auf einer Wiese
Weißer Miniatur Bullterrier an der Ausstellungsleine (Foto: Klaus Neumann)

Auf einen Blick: Typisch ist der eiförmige, nach vorn abfallende Kopf. Laut Standard ist er mutig, temperamentvoll und verspielt, ausgeglichen und erziehbar, dabei eigensinnig und besonders umgänglich mit Menschen.

Steckbrief
  • Preis eines Welpen: Einen festen Preis für einen Miniatur Bullterrier-Welpen gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.
  • Eignung für Anfänger: Bedingt geeignet. Der FCI-Standard nennt ihn erziehbar, aber auch eigensinnig; er braucht eine geduldige, konsequente Erziehung.
  • Größe der Rasse: höchstens 35,5 cm Widerristhöhe (FCI); ein Gewichtslimit gibt es nicht, der Hund soll zu seiner Größe kräftig wirken.
  • Durchschnittliche Lebensdauer: Eine belegte Angabe für den Miniatur Bullterrier haben wir nicht gefunden.
  • Alternative Namen: Englisch Miniature Bull Terrier.
Inhalt (13 Abschnitte)

Miniatur Bullterrier im Überblick

Die FCI führt den Miniatur Bullterrier unter Standard Nr. 359 in Gruppe 3 (Terrier), Sektion 3 (Bullartige Terrier). Ursprungsland ist Großbritannien. Er ist eine eigene Rasse neben dem Bullterrier (Standard Nr. 11). Laut FCI ist sein Standard derselbe wie der des Bullterriers, nur mit einer Höchstgrenze für die Widerristhöhe.

Herkunft und Geschichte

Den Typ des Bullterriers mit dem eiförmigen Kopf legte laut FCI-Standard James Hinks in den 1850er-Jahren fest. 1862 wurde die Rasse in Birmingham erstmals in ihrer heutigen Form ausgestellt, 1887 entstand der Bull Terrier Club.

Eine kleinere Form des Bullterriers gab es laut Standard bereits im frühen 19. Jahrhundert. Bis zum Ersten Weltkrieg geriet sie aus der Mode; 1918 strich der britische Kennel Club sie aus seinem Zuchtbuch. 1938 belebten Colonel Richard Glyn und weitere Liebhaber die kleine Form wieder und gründeten den Miniature Bull Terrier Club.

Körperbau und Kopf

Weißer Miniatur-Bullterrier-Rüde steht seitlich auf einer Wiese und zeigt den kräftigen, runden Körperbau
Kräftig gebaut und gut bemuskelt, so beschreibt ihn der Standard (Foto: Klaus Neumann)

Der Standard beschreibt einen kräftig gebauten, muskulösen, ausgewogenen und aktiven Hund mit wachem, entschlossenem Ausdruck. Einzigartig ist der eiförmige Kopf: lang, kräftig und von vorn gesehen ganz ausgefüllt, im Profil von der Stirn bis zur Nasenspitze sanft nach unten gebogen.

Die Augen wirken schmal und dreieckig, stehen schräg und sind möglichst dunkel. Die kleinen, dünnen Ohren stehen dicht beieinander und werden aufrecht getragen. Der Körper ist gut gerundet mit tiefer Brust, der Rücken kurz und kräftig. Die kurze Rute ist tief angesetzt und wird waagerecht getragen. In der Bewegung wirkt er laut Standard geschmeidig, raumgreifend und keck.

Größe und Gewicht

Die Widerristhöhe soll 35,5 cm nicht überschreiten. Ein Gewichtslimit gibt es nicht. Der Hund soll für seine Größe kräftig wirken und stets ausgewogen gebaut sein; Rüden sollen männlich, Hündinnen weiblich aussehen.

Fell und Farben

Weißer junger Miniatur Bullterrier mit gesprenkelten Ohren läuft über eine Wiese, hinter ihm schaut ein Welpe hervor
Junger Miniatur Bullterrier mit einem Welpen (Foto: Klaus Neumann)

Das Fell ist kurz, glatt anliegend, gleichmäßig und hart mit feinem Glanz. Im Winter kann sich eine weiche Unterwolle bilden.

  • Weiß: rein weißes Fell. Pigmentflecken der Haut und Abzeichen am Kopf werden nicht bestraft; Sprenkel im weißen Fell sind unerwünscht.
  • Farbig: Die Farbe überwiegt, gestromt wird bei sonst gleicher Qualität bevorzugt. Zugelassen sind schwarz-gestromt, rot, falb und dreifarbig.
  • Blau und Leberbraun sind höchst unerwünscht, andere Farben nicht zugelassen.

Charakter

Weißer Miniatur-Bullterrier-Welpe mit schwarzem Fleck am Ohr stützt sich auf den Schuh eines Menschen und schaut nach oben
Miniatur-Bullterrier-Welpe sucht Kontakt zum Menschen (Foto: Klaus Neumann)

Laut FCI-Standard ist der Miniatur Bullterrier mutig, voller Temperament und verspielt. Er ist ausgeglichen und lässt sich erziehen. Eigensinnig kann er sein, mit Menschen kommt er aber besonders gut zurecht. Aggressive oder übermäßig scheue Hunde schließt der Standard von der Zucht aus.

Haltung und Erziehung

Ein aktiver, verspielter Terrier braucht täglich Bewegung und Beschäftigung. Seinem Eigensinn begegnen Sie am besten mit Geduld, klaren Regeln und freundlicher Konsequenz.

In einigen Bundesländern gelten für Bullterrier besondere Regeln. Erkundigen Sie sich vor dem Kauf beim Ordnungsamt Ihres Wohnorts, ob und welche für den Miniatur Bullterrier gelten.

Pflege

Das kurze, harte Fell braucht wenig Pflege. Gelegentliches Bürsten entfernt lose Haare; im Winter kann wegen der Unterwolle etwas mehr anfallen.

Gesundheit

Der nationale Rassezuchtverein in den USA empfiehlt laut American Kennel Club (AKC) für Zuchttiere eine Herzuntersuchung, einen Hörtest (BAER) und eine Nierenuntersuchung (Eiweiß-Kreatinin-Verhältnis im Urin) sowie Gentests auf primäre Linsenluxation (PLL), Kehlkopflähmung und letale Akrodermatitis (LAD). Fragen Sie den Züchter nach den Ergebnissen beider Elterntiere.

Eine belegte Angabe zur Lebenserwartung haben wir nicht gefunden.

Miniatur-Bullterrier-Welpen kaufen: Worauf Sie achten sollten

Weißer Miniatur-Bullterrier-Welpe schnuppert auf einer Rasenfläche im Garten
Miniatur-Bullterrier-Welpe beim Erkunden des Gartens (Foto: Klaus Neumann)
  • Besuchen Sie die Welpen beim Züchter und lernen Sie die Mutterhündin kennen.
  • Lassen Sie sich die Untersuchungsergebnisse beider Elterntiere zeigen, vor allem Hörtest und Gentests.
  • Lassen Sie sich die Ahnentafel zeigen.
  • Klären Sie vor dem Kauf beim Ordnungsamt, ob an Ihrem Wohnort besondere Regeln gelten.
  • In Deutschland darf ein Welpe erst im Alter von über acht Wochen von der Mutter getrennt werden.
Ein Mensch hält einen weißen Miniatur-Bullterrier-Welpen auf einer Wiese sanft an der Seite fest
Miniatur-Bullterrier-Welpe im Garten (Foto: Klaus Neumann)

Suchen Sie einen Züchter, der einem Rassezuchtverein im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angehört oder ähnlich kontrolliert wird. Ob Züchter dieser Rasse eingetragen sind, sehen Sie in unserem Züchterverzeichnis. Allgemeine Tipps zum Welpenkauf lesen Sie im Ratgeber Welpen kaufen.

Bald zieht Ihr Welpe ein?

Die Welpen-Checkliste zeigt, was vor dem Einzug erledigt sein sollte – von der Ausstattung bis zum ersten Tierarztbesuch.

Häufige Fragen

Wie groß wird ein Miniatur Bullterrier?

Laut FCI-Standard soll die Widerristhöhe 35,5 cm nicht überschreiten.

Wie schwer wird ein Miniatur Bullterrier?

Ein Gewicht legt der Standard nicht fest. Der Hund soll zu seiner Größe kräftig wirken und ausgewogen gebaut sein.

Was ist der Unterschied zwischen Bullterrier und Miniatur Bullterrier?

Die FCI führt beide als eigene Rassen. Der Standard ist bis auf die Größe gleich: Für den Bullterrier gibt es keine Größengrenze, der Miniatur Bullterrier soll höchstens 35,5 cm messen.

Welche Farben gibt es beim Miniatur Bullterrier?

Rein weiß oder farbig. Zugelassen sind schwarz-gestromt, rot, falb und dreifarbig; gestromt wird bevorzugt.

Ist der Miniatur Bullterrier für Anfänger geeignet?

Bedingt. Er gilt als erziehbar und menschenfreundlich, aber auch als eigensinnig und braucht deshalb eine geduldige, konsequente Erziehung.

Was kostet ein Miniatur-Bullterrier-Welpe?

Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.

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Quellen

Klaus Neumann
Ein Artikel von

Klaus Neumann

Klaus Neumann betreibt welpen.de seit 1997. Seit rund 35 Jahren lebt er mit Hunden, heute mit Yorkshire Terrier Kalle. Er recherchiert in Rassestandards, Fachliteratur und Studien und überarbeitet ältere Artikel regelmäßig.

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Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.

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