Mit dem Hund nach Dänemark

Nach dem Welpentraining um 16 Uhr am 17.8.2002 sollte es losgehen. Mit von der Partie waren: Meine Praktikantin Frau Dabringhaus, die 12 Monate alte Colliehündin Oney und die Golden Retriever „Dame“ Wime mit ihren ganzen 10 Wochen.

Diesmal wollten wir an der dänischen Küste das ausführliche Hundetraining absolvieren.

Der LT 35 von VW war unsere geplante Unterkunft. Für Wime wählte ich einen Kennel, der im Auto fest eingebaut war und der keine Möglichkeit zur Knabberei ließ, also hinten im Heck auf der Fahrerseite unten.

Im darüber liegenden Kennel hätte sie die Decken und teilweise auch Wandbekleidung abnagen können und im Kennel unter dem Bett wäre ein gut gebauter kleiner Holzkasten, worunter die Steuerung für das Gebläse der Standheizung lag, ein willkommener Anlaß für ihre Zähne gewesen. So aber war keine Gelegenheit, die Zähne an irgend etwas auszuprobieren.

Gammelbro-Campingplatz in Aarösmund
Gammelbro-Campingplatz in Aarösmund

Einen Kauknochen sollte sie haben, und zwar einen mit Pansen, an dem sie wirklich ihr Vergnügen hatte. In diesem besagten Kennel wäre auch ein Übergeben oder ein kleines oder großes Geschäft kein Drama gewesen.

Frau Dabringhaus mit Wime von der Stellerburg im Schlafzelt.
Frau Dabringhaus mit Wime von der Stellerburg im Schlafzelt.

Oney hingegen wurde in ihren Kennel unter dem Bett gebracht, so dass es für sie schon ein Stück Vertrautheit war. Für Frau Dabringhaus hatte ich extra im Vorwege bereits ein Schlafzelt gekauft gehabt, welches gut im Vorzelt untergebracht werden konnte.

Eigentlich wollten wir ja ins Ausland um einen weiteren Hund zu kaufen, doch aufgrund der Hochwasserkatastrophe wurde da nichts draus.

Um 17.30 Uhr ging es Richtung Dänemark über Flensburg bis nach Aarös und zum Gammelbro-Camping. Dort waren wir gegen 20.30 Uhr und mußten nun sehen, dass wir noch das Vorzelt und das Schlafzelt aufgebaut bekamen. Außerdem wollten unsere Hunde noch mal am Stand entlang laufen. Es war schon recht dunkel, ehe alles sich schlafen legen konnte und die Nachtruhe bei uns eintrat. Der Wind säuselte durch unser Vorzelt, die Möwen kreischten hier und da und die ein oder andere Mücke surrte über unsere Köpfe.

Für Frau Dabringhaus etwas sehr ungewohntes. Dazu kam noch, dass wir die Hunde aufgeteilt hatten: Oney lag ruhig unter meinem Bett im LT 35 und schlief, aber Wime war mit im Schlafzelt bei Frau Dabringhaus.

Der kleine Vierbeiner robbte zwischen Zeltwand und Matratze entlang, bis sie schließlich meinte, dass am Kopfende von Frau Dabringhaus der richtige Platz gefunden sei und schlief ein.
Gegen 1.30 Uhr wachte ich durch zwei durchdringende Schreie von Frau Dabringhaus auf und saß im Nu senkrecht im Bett. Sollte sich ein Mann heimlich in ihr Zelt geschlichen haben und etwas von ihr wollen? Warum hatte sie so geschrien? Was sollte ich nun tun?

Als ich noch so mit den Gedanken beschäftigt war, hörte ich sie sagen: „Aber Wime!!! Das macht man nicht!“ Nun wurde aus der Angstsituation doch eine Schmunzelgeschichte, denn Frau Dabringhaus wußte am nächsten Morgen nichts von dieser Sache und hatte offensichtlich im Schlaf gesprochen.

Ihre Befürchtungen, dass der Welpe ins Schlafzelt sein Geschäft hinterlegen könnte, hatten sich im Traum realisiert, doch in Wirklichkeit war Wime schon stubenrein.

18.8. Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem üblichen Packen der Zelte etc. fuhren wir weiter nach Öster Hurup, Fruerlund, Haus Fyrbo.

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Dies ermöglichte uns, täglich einige Fahrten und Unternehmungen zu starten, ohne dass wir immer das Auto bzw. die Zelte auf- und abbauen mußten.

Haus in Dänemark
Haus in Dänemark

Das kleine Haus besaß über dies eine fast ganz eingezäunte Terrasse, welche wir mit unserem Schafweidezaun schlossen, so dass ein herrlicher Freiauslauf für die Hunde entstand. Da konnten sie ungehindert toben und spielen.

In dem Buch „Reisen mit Hunden in Europa, in Mittelmeerländern und in Nordamerika – Conrad Stein Verlag, ISBN 3-89392-270-9, wird auf Seite 89/90 unter dem Titel: Dänemark, Regionale Besonderheiten folgendes beschrieben:

Badestrände: „An einigen Stränden dürfen Hunde auch während der Sommermonate frei laufen. Es sind Strände in Jütland (Vigsö, Lild Strand, Husmoderstranden, Frend, Ertebölle Strand, Öster Hurup Strand), …“

Diese Freiheit wünscht sich jeder Urlauber und jeder Hund.

So frei herumtollen auf dem Strand und im Wasser ist für zwei- und vierbeinige Wasserratten einfach hervorragend. Auf diese Art und Weise kam Wime zunächst ungewollt, dann aber durch Oney gewollt ins Wasser.

Föhntraining
Föhntraining

 

Ein zweckdienliches Föhntraining schloß sich jedes mal an, welches dazu führte, dass Wime sofort angerannt kam, als Frau Dabringhaus sich einmal selbst die Haare föhnte.

19.8. In Aalborg folgte das Großstadttraining, Verkehr, Aufzüge, Geschäfte –Ruhe in Läden und Ablegen können, verschiedene Untergründe, Lärm/Krach, Gestank, Abgase und optische Reize.

Wime im Rollator
Wime im Rollator

 

So wurde der Rollator im VW LT35 verstaut.
So wurde der Rollator im VW LT35 verstaut.

Wir erregten viel Aufsehen mit dem kleinen Welpen im Rollator und Oney mit Kenndecke. Unser Rollatoreinsatz bewährte sich extrem. Überall durften wir ungehindert hinein.

Schnitzkunst
Schnitzkunst
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Schnitzkunst
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Schnitzkunst

Die schönste Entdeckung fand in einem Park statt, wo uralte Bäume gefällt , noch zur Schnitzkunst aufgewertet wurden.

Leider gab es ständig Leute, die Wime – ohne uns zu fragen – streichelten.

Völlig geschafft, trafen wir in Fruerlund gegen 20 Uhr im Haus Fyrbo wieder ein, und schliefen alle wie ein Stein in der Nacht. Selbst Wime schlief durch, wollte erst gegen 7 Uhr in der Früh wieder raus und ihr Fressen haben.

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