Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Auf einen Blick
Jeder Hund hat zwei kleine Analdrüsen links und rechts neben dem After. Normalerweise entleeren sie sich beim Kotabsatz von selbst. Klappt das nicht, staut sich das Sekret, die Drüsen schwellen an – der Hund rutscht mit dem Hinterteil über den Boden („Schlittenfahren“), leckt sich auffällig oder wirkt schmerzempfindlich. Verstopfte Analdrüsen können sich entzünden und Abszesse bilden. Zeigt Ihr Hund solche Anzeichen, gehören die Drüsen in fachkundige Hände: Eine Tierärztin oder ein Tierarzt kann sie entleeren, behandeln und Ihnen den Umgang zeigen.
Was sind die Analdrüsen – und wozu dienen sie?
Jeder Hund besitzt zwei Analdrüsen, die jeweils zu beiden Seiten des Afters liegen. Sie produzieren eine stark riechende, dunkle Paste, die beim Kotabsatz zusammen mit dem Kot abgegeben wird. Damit setzt der Hund seinem Kot einen ganz eigenen Duftstoff zu und markiert so sein Territorium.
Für einen domestizierten Hund sind diese Drüsen zum Überleben praktisch überflüssig geworden. Beschwerden können sie ihm trotzdem bereiten. Man kann die beiden etwa erbsengroßen Drüsen als kleine Schwellkörper unter der Haut ertasten. Sind sie geschwollen, müssen sie entleert werden, damit keine Entzündung entsteht.
Schlittenfahren: Wenn der Hund auf dem Po rutscht
Rutscht Ihr Hund mit dem Hinterteil über den Boden, mag das manchmal drollig aussehen – dahinter steckt aber oft eine Verstopfung der Analdrüsen. Der Hund setzt sich auf sein Hinterteil, nimmt die Hinterbeine hoch und schiebt sich mit der Analregion über den Boden. Genau dieses Verhalten ist als „Schlittenfahren“ bekannt. Manche Hunde drehen sich stattdessen ständig um die eigene Achse.
Normalerweise entleeren sich die Analdrüsen, die zu beiden Seiten des Mastdarms liegen, durch das Pressen beim Kotabgang von selbst.
Die Konsistenz des Kots spielt dabei eine große Rolle. Ist der Stuhlgang zu weich, reicht der Druck nicht aus, um die Drüsen zu entleeren. Mit der Zeit verdickt sich das Sekret, und die kleinen Ausführungsgänge verstopfen. Ist der Stuhlgang zu hart, können die Gänge gereizt werden und zuschwellen. Auch das führt zu einer Verstopfung der Analdrüsen.
Wenn es sich entzündet: Abszesse und Schmerzen
Bleibt die Verstopfung bestehen, kann sich das Sekret aufstauen und die Drüse sich entzünden. Kommt es zu einer Infektion, können sich Analdrüsenabszesse bilden. Diese werden je nach Verlauf mit Antibiotika behandelt; in chronischen Fällen kann sogar die operative Entfernung der Drüsen nötig werden.
Zu harter Stuhlgang – etwa infolge einer chronischen Verstopfung – reizt zusätzlich den After, macht ihn rissig und spröde und lässt das Absetzen des Kots für den Hund sehr schmerzhaft werden.
Diese Anzeichen sprechen für ein Analdrüsenproblem:
- Der Hund rutscht auf dem Po über den Boden („Schlittenfahren“)
- Schmerzhafte oder verlangsamte Kotabsetzung
- Übermäßiges Lecken unter der Rute, Schwanzbeißen
- Schwellungen auf beiden Seiten des Afters
- Blutig-klebrige Flüssigkeit rund um den After
Zeigt Ihr Hund solches Verhalten, suchen Sie bitte unbedingt eine Tierarztpraxis auf.
Eine solche Entzündung ist für den Hund ein ausgesprochen schmerzhafter Zustand. Rechnen Sie damit, dass der Hund versucht zu beißen, wenn man die Region um seinen Schwanz berühren will.
Analdrüsen beim Hund – so beugen Sie vor
Der wichtigste Hebel ist ein ausreichend fester, aber nicht zu harter Stuhlgang, damit sich die Drüsen beim Kotabsatz regelmäßig von selbst entleeren. Dabei helfen Faserstoffe im Futter, etwa in Form von Gemüse oder Kleie.
Damit der Kot nicht zu hart wird, können Sie dem Futter etwas Speiseöl beimischen. Um die empfindliche Afterhaut zu schützen und zu pflegen, lässt sie sich zusätzlich mit einer geeigneten Salbe (etwa Lebertransalbe) einreiben.
Tragen Sie die Salbe am besten kurz vor einem Spaziergang auf – der Hund ist dann abgelenkt und leckt sie nicht sofort wieder ab.
Durch diese Pflege beugen Sie zugleich vor, dass die Öffnungen der Analdrüsen zuschwellen. Grundsätzlich gilt: Was genau die Beschwerden auslöst und ob eine Ernährungsumstellung sinnvoll ist, klären Sie am besten mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt ab.
Analdrüsen entleeren – und wann das in die Praxis gehört
Damit Probleme gar nicht erst entstehen, sollten die Drüsen bei betroffenen Hunden regelmäßig entleert werden. Lassen Sie das im Zweifel in der Tierarztpraxis machen – oder sich dort genau zeigen, wie Sie es selbst tun können. Angenehm ist diese Prozedur nicht: Das Sekret riecht extrem und ist nichts für empfindliche Nasen.
Wenn Sie es nach Anleitung selbst versuchen, brauchen Sie eventuell einen Helfer, der dem Hund behutsam das Maul zuhält. Biegen Sie die Rute nach oben, damit sie nicht stört. Ziehen Sie am besten Gummihandschuhe an und halten Sie einen großen Wattebausch bereit, um die austretende Flüssigkeit aufzufangen. Legen Sie dann Daumen und Zeigefinger links und rechts neben den After und drücken sanft, aber entschlossen zur Mitte hin zusammen. Gelingt der Versuch, spritzt eine stark übelriechende Flüssigkeit heraus.
Wichtig: Gelingt das Entleeren nicht oder sind die Drüsen stark angeschwollen oder gar entzündet, sollten Sie auf jeden Fall die Tierarztpraxis aufsuchen. Leidet Ihr Hund wiederholt oder chronisch unter Verstopfung, Entzündung und Abszessbildung, sprechen Sie mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt auch über die Möglichkeit einer operativen Entfernung oder Verödung der Analdrüsen.
Wie Sie die Gesundheit Ihres Hundes insgesamt im Blick behalten und was in eine gute Grundausstattung gehört, lesen Sie in Hausapotheke Hund und in Tierarztkosten Hund.
Häufige Fragen zu den Analdrüsen beim Hund
Warum rutscht mein Hund mit dem Po über den Boden?
Häufigste Ursache für das „Schlittenfahren“ sind verstopfte oder gefüllte Analdrüsen, die dem Hund Druck oder Juckreiz bereiten. Es können aber auch andere Gründe wie Wurmbefall oder Hautreizungen dahinterstecken. Tritt das Verhalten wiederholt auf, lassen Sie die Ursache in der Tierarztpraxis abklären.
Kann ich die Analdrüsen selbst entleeren?
Grundsätzlich ja – aber nur, wenn Ihnen eine Tierärztin oder ein Tierarzt den Handgriff gezeigt hat. Sind die Drüsen stark geschwollen, schmerzhaft oder entzündet, gehört das Entleeren in fachkundige Hände. Falsche oder zu kräftige Manipulation kann Schaden anrichten.
Wie kann ich Analdrüsenproblemen vorbeugen?
Ein fester, aber nicht zu harter Stuhlgang ist der beste Schutz, denn dann entleeren sich die Drüsen beim Kotabsatz von selbst. Faserstoffe wie Gemüse oder Kleie im Futter helfen dabei. Bei wiederkehrenden Problemen ist eine Ernährungsberatung in der Tierarztpraxis sinnvoll.
Ist eine Analdrüsenentzündung gefährlich?
Sie ist vor allem sehr schmerzhaft und kann unbehandelt zu Abszessen führen. Deshalb sollte eine Entzündung immer tierärztlich behandelt werden. In chronischen Fällen kann eine operative Entfernung der Drüsen die Lösung sein – das entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt.
