Parasitenschutz beim Hund

Parasitenschutz im späten Jahr: Der Herbst ist kein Freifahrtschein

Ein Golden Retriever läuft über einen Waldweg


Wenn draußen die Blätter fallen und morgens wieder eine Jacke nötig ist, könnte man meinen, die Parasiten hätten jetzt Feierabend.

Haben sie nicht.

Die Zecken sind vielleicht weniger auffällig als im Hochsommer. Die Flöhe interessieren sich ohnehin wenig für den Kalender. Und wer mit seinem Hund viel draußen unterwegs ist, kann auch im Herbst noch auf einige ungebetene Gäste treffen.

Der Parasitenschutz gehört deshalb nicht automatisch mit dem ersten kalten Morgen in die Schublade.

Zecken warten nicht auf den Frühling

Zecken können bei passenden Temperaturen auch im Herbst aktiv sein. Gerade milde Phasen reichen aus, damit sie wieder auf die Suche nach einem Wirt gehen.

Nach einem Spaziergang durch hohes Gras, Laub oder Unterholz lohnt sich deshalb weiterhin ein kurzer Check.

Ohren.

Hals.

Achseln.

Zwischen den Zehen.

Und natürlich der restliche Hund.

Das dauert nicht lange.

Eine Zecke zu finden, bevor sie lange ungestört am Hund sitzt, ist allerdings wesentlich angenehmer als die Überraschung einige Tage später.

Was Sie sonst für entspannte Runden im Wald einplanen sollten, von der Leinenpflicht bis zur Begegnung mit Wild, lesen Sie in Stressfreier Waldspaziergang mit dem Hund.

Infobild zum Thema Parasitenschutz beim Hund

Flöhe kennen die Heizung

Beim Floh sieht die Sache noch etwas anders aus.

Draußen wird es ungemütlich, drinnen wird geheizt.

Für Flöhe kann die Wohnung dadurch weiterhin ein durchaus brauchbarer Aufenthaltsort sein.

Und meistens sitzt nicht die komplette Flohpopulation auf dem Hund. Ein großer Teil der Entwicklungsstadien befindet sich in der Umgebung – beispielsweise in Liegeplätzen, Teppichen oder Ritzen.

Wer plötzlich Flöhe entdeckt, sollte deshalb nicht nur den Hund behandeln, sondern auch die Umgebung berücksichtigen.

Der Staubsauger kann dabei ein ziemlich nützliches Gerät sein.

Entwurmen nach Kalender?

Auch beim Thema Würmer gilt: Nicht jeder Hund braucht automatisch nach einem festen Kalender eine Wurmkur.

Das Risiko hängt unter anderem davon ab, wie der Hund lebt und was er unterwegs aufnimmt.

Frisst er Mäuse?

Geht er regelmäßig auf die Jagd?

Hat er Kontakt zu vielen anderen Tieren?

Frisst er draußen Dinge, die besser dort geblieben wären?

Dann kann die Situation anders aussehen als bei einem Hund, der überwiegend an der Leine unterwegs ist und nichts vom Boden aufnimmt.

Lassen Sie das Wurmrisiko Ihres Hundes deshalb tierärztlich einschätzen. Ohne eine solche Einschätzung empfiehlt ESCCAP mindestens vier Entwurmungen oder Kotuntersuchungen pro Jahr, für Hunde, die draußen Mäuse oder Aas fressen, monatlich eine Behandlung gegen Bandwürmer. Ein unauffälliger Kotbefund schließt Würmer allerdings nicht sicher aus.

Und was ist mit dem Winter?

Der Winter kann die Parasitenbelastung reduzieren.

Er beendet sie aber nicht automatisch.

Vor allem in beheizten Wohnungen können Flöhe unabhängig von der Jahreszeit Probleme machen. Und bei milden Wintern können auch Zecken für Überraschungen sorgen.

Deshalb ist der beste Zeitpunkt, den Parasitenschutz zu überprüfen, nicht unbedingt der erste warme Frühlingstag.

Sondern jetzt.

Einmal überlegen:

Welches Risiko hat mein Hund tatsächlich?

Welche Parasiten sind in meiner Region relevant?

Ist der bisherige Schutz noch sinnvoll?

Und wie passe ich den Schutz an meinen Hund an? Für Hunde, die regelmäßig draußen unterwegs sind, empfiehlt ESCCAP einen ganzjährigen Zeckenschutz.

Das ist wesentlich sinnvoller als nach dem Motto zu handeln:
Sommer vorbei, Thema erledigt.

Wer den Parasitenschutz im Herbst unüberlegt absetzt, macht es Zecken und Flöhen extrem leicht, den Hund zu befallen.

Zecke entdeckt? So entfernen Sie sie richtig

Je früher eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko, dass Krankheitserreger übertragen werden. Suchen Sie Ihren Hund deshalb nach jedem Spaziergang durch Wiese und Wald ab – besonders Kopf, Ohren, Achseln, Bauch und die Zehenzwischenräume. Das Absuchen ersetzt aber keinen zugelassenen Zeckenschutz, denn kleine Zecken werden oft erst nach Tagen entdeckt.

  • Fassen Sie die Zecke mit einer Zeckenzange, einem Zeckenhaken oder einer Zeckenkarte möglichst dicht über der Haut.
  • Ziehen Sie sie langsam, gleichmäßig und gerade heraus, ohne zu drehen. Quetschen Sie den Zeckenkörper nicht.
  • Verzichten Sie auf Öl, Klebstoff oder Alkohol vor dem Entfernen – das stresst die Zecke und kann die Übertragung von Erregern fördern.
  • Desinfizieren Sie die Stelle und beobachten Sie sie in den folgenden Tagen. Bleibt ein Rest der Zecke in der Haut oder entzündet sich die Stelle, lassen Sie sie tierärztlich ansehen.
  • Wirkt Ihr Hund in den Tagen und Wochen danach schlapp, hat er Fieber, lahmt er oder ist sein Urin rötlich, lassen Sie ihn umgehend tierärztlich untersuchen.

Anzeige · Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Für Sie ändert sich der Preis dadurch nicht. Preise und Verfügbarkeit können sich seit der letzten Aktualisierung am 7.11.2026 um 13:02 Uhr geändert haben. Bilder: Amazon Product Advertising API.

Besprechen Sie den passenden Parasitenschutz bitte mit Ihrer Tierarztpraxis.

Klaus Neumann
Ein Artikel von

Klaus Neumann

Klaus Neumann betreibt welpen.de seit 1997. Seit rund 35 Jahren lebt er mit Hunden, heute mit Yorkshire Terrier Kalle. Er recherchiert in Rassestandards, Fachliteratur und Studien und überarbeitet ältere Artikel regelmäßig.

Mehr über welpen.de und die Redaktion →

Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.