Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Auf einen Blick
Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) ist bereits bei kühleren Temperaturen aktiv und in ganz Deutschland verbreitet. Ihr Biss kann die gefährliche Babesiose („Hundemalaria“) übertragen, bei der Parasiten die roten Blutkörperchen zerstören. Wichtig sind ein ganzjähriger Zeckenschutz, gründliche Kontrolle nach jedem Spaziergang und im Verdachtsfall der sofortige Gang in die Tierarztpraxis – die Babesiose kann unbehandelt tödlich verlaufen.
Die Auwaldzecke: eine wachsende Gefahr für Hunde in Deutschland
Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), auch als Bunt- oder Wiesenzecke bekannt, stellt eine zunehmende Bedrohung für Hunde in Deutschland dar. Diese Zeckenart breitet sich immer weiter aus und ist mittlerweile in nahezu allen Bundesländern anzutreffen.
Im Gegensatz zu anderen Zeckenarten ist die Auwaldzecke auch bei kühleren Temperaturen aktiv, was sie besonders gefährlich macht. Während der klassische Holzbock vor allem im Frühjahr und Sommer zusticht, ist die Auwaldzecke schon im Vorfrühling und noch im Spätherbst unterwegs – teils bis zum ersten Schnee.
Merkmale und Vorkommen
- Größe: 3,5 bis 6 mm (ungesaugt), bis zu 16 mm (vollgesaugt)
- Auffällig marmorierter Rücken
- Hauptaktivitätszeiten: März/April und September/Oktober, aber auch im Winter aktiv
- Bevorzugte Habitate: Auwälder, Flussufer, Wiesen und hohes Gras
Gefahr für Hunde: Babesiose (Hundemalaria)
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Preise zuletzt aktualisiert am: 4.10.2026
Die Auwaldzecke überträgt die gefährliche Infektionskrankheit Babesiose, umgangssprachlich als Hundemalaria bekannt. Diese Erkrankung wird durch einzellige Parasiten (Babesien) verursacht, die die roten Blutkörperchen des Hundes zerstören und unbehandelt tödlich verlaufen kann.
Lange galt die Babesiose vor allem als „Reisekrankheit“, die Hunde aus dem Süden mitbrachten. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich mit Babesien infizierte Auwaldzecken inzwischen auch innerhalb Deutschlands ausbreiten. Ein Auslandsaufenthalt ist also längst keine Voraussetzung mehr für eine Ansteckung.
Symptome der Babesiose
- Hohes Fieber
- Appetitlosigkeit
- Abgeschlagenheit
- Blasse Schleimhäute
- Gelbsucht
- Dunkler, rötlich-brauner Urin
Im Zweifel sofort handeln: Zeigt Ihr Hund nach einem Zeckenbiss Fieber, Mattigkeit oder dunklen Urin, gehören diese Anzeichen umgehend in die Tierarztpraxis. Bei der Babesiose zählt jede Stunde – warten Sie nicht ab, ob es „von allein besser wird“.
Schutzmaßnahmen für Hundehalterinnen und Hundehalter
- Ganzjähriger Zeckenschutz: Spot-on-Präparate, Zeckenhalsbänder oder Tabletten – am besten nach Beratung durch die Tierarztpraxis
- Regelmäßige Kontrolle des Hundefells nach jedem Spaziergang
- Schnelle Entfernung von Zecken mit einer Zeckenzange oder einem Zeckenhaken
- Vorsicht in Risikogebieten wie Auwäldern, Flussufern und Wiesen
Ein bewährtes Hilfsmittel für den Grundschutz ist ein langfristig wirkendes Zeckenhalsband. Es ergänzt – ersetzt aber nicht – die gründliche Kontrolle nach dem Spaziergang:
Diagnose und Behandlung
Bei Verdacht auf Babesiose sollte umgehend eine Tierärztin oder ein Tierarzt aufgesucht werden. Die Diagnose erfolgt über Blutuntersuchungen – der Erreger lässt sich häufig direkt in den roten Blutkörperchen nachweisen, ergänzt durch einen Bluttest auf Antikörper oder Erbgut der Babesien.
Zur Behandlung wird in Europa vor allem der Wirkstoff Imidocarb eingesetzt, meist als Injektion. Häufig bessert sich der Zustand schon nach kurzer Zeit deutlich. Wichtig zu wissen: Viele Hunde bleiben nach überstandener Erkrankung dauerhaft Träger des Erregers und können auch später noch einen Rückfall erleiden. Die genaue Therapie und Nachsorge legt immer die behandelnde Tierärztin oder der behandelnde Tierarzt fest.
Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer sollten besonders wachsam sein, da die Auwaldzecke aufgrund des Klimawandels und veränderter Reisegewohnheiten weiter auf dem Vormarsch ist.
Ein ganzjähriger Zeckenschutz und regelmäßige Kontrollen sind der beste Weg, um Hunde vor dieser gefährlichen Parasitenkrankheit zu schützen.
Übrigens überträgt die Auwaldzecke nicht nur Babesien: Fachleute weisen darauf hin, dass sie auch das FSME-Virus in sich tragen kann – ein weiterer Grund, Zecken konsequent fernzuhalten und rasch zu entfernen.
Wie Sie Ihren Hund darüber hinaus rund ums Jahr vor Zecken schützen, lesen Sie in unseren Ratgebern Zecken beim Hund: Krankheiten und Vorbeugung und Hausapotheke Hund.
Häufige Fragen zur Auwaldzecke
Wann ist die Auwaldzecke aktiv?
Anders als der Holzbock ist die Auwaldzecke schon bei niedrigen Temperaturen unterwegs. Ihre Hauptzeiten sind das Frühjahr (März/April) und der Herbst (September/Oktober), doch an milden Tagen kann sie auch im Winter zustechen. Ein ganzjähriger Zeckenschutz ist deshalb sinnvoll.
Wie erkenne ich eine Babesiose beim Hund?
Typische Anzeichen sind hohes Fieber, Fressunlust, Abgeschlagenheit, blasse Schleimhäute und auffällig dunkler Urin. Die Symptome treten oft einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenbiss auf. Da die Erkrankung lebensgefährlich sein kann, gehört jeder Verdacht sofort in fachkundige Hände.
Kann sich ein Hund auch in Deutschland mit Babesiose anstecken?
Ja. Früher galt die Babesiose vor allem als Reisekrankheit. Inzwischen zeigen Studien, dass infizierte Auwaldzecken auch hierzulande vorkommen. Eine Ansteckung ist also selbst ohne Auslandsreise möglich.
Welcher Zeckenschutz ist der richtige?
Es gibt Spot-on-Präparate, Halsbänder und Tabletten. Welches Mittel am besten passt, hängt von Größe, Alter, Gesundheit und Lebensweise des Hundes ab. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Tierarztpraxis beraten und kombinieren Sie den Schutz immer mit der Fellkontrolle nach dem Spaziergang.

